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Veröffentlicht am 02.11.2025

Habe ich mit gefremdelt

Der Pudel des Staatsführers
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Zagreb: Ein junger Mann wurde im Park einer psychiatrischen Klinik erstochen aufgefunden.
Bei den Ermittlungen stellen Inspektor Branko Rakitic und sein Kollege Marko Ancic schnell fest, dass sich alles ...

Zagreb: Ein junger Mann wurde im Park einer psychiatrischen Klinik erstochen aufgefunden.
Bei den Ermittlungen stellen Inspektor Branko Rakitic und sein Kollege Marko Ancic schnell fest, dass sich alles um Politik und Parteien dreht.
Der Ermordete war Vorsitzender einer rechtsextremen Jugendbewegung, wollte diese aber verlassen. Während der Patient, der sein Freund war und den er regelmäßig besuchte, sich einbildete, der Pudel von Ante Pavelic zu sein.
Keine leichte Aufgabe.

Es war auch keine leichte Aufgabe für mich, dieses Buch zu lesen. Die politischen Verhältnisse, auf die sich Edo Popovic ständig bezieht und die auch wichtig für die Ermittlungen waren, sind mir nicht bekannt. Auch bei den vielen für mich fremdartigen Namen fehlte mir schnell die Zuordnung. Für meine Unkenntnis kann der Autor nichts, aber es hat natürlich meinen Lesegenuss und meine Beurteilung beeinflusst.
Es hatte einen gewissen Charm, wie Inspektor Rakitic sich durch alle Beeinflussung, Einschüchterung und Druck von oben durch diese Ermittlung schlängelt. Mal übt er selbst Druck aus, mal zeigt er Verständnis und versucht eine Verbindung zu den Zeugen bzw. Verdächtigen aufzubauen.

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Veröffentlicht am 25.09.2025

Spannend, aber letztlich unbefriedigend

Stummes Trauma
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Eine junge Frau wird tot auf dem Eis gefunden. Nur oberflächliche Verletzungen und Tierzahnabdrücke sind zu erkennen.
Hat sie Selbstmord begangen?
In der forensischen Psychiatrie-Klinik, die sich unweit ...

Eine junge Frau wird tot auf dem Eis gefunden. Nur oberflächliche Verletzungen und Tierzahnabdrücke sind zu erkennen.
Hat sie Selbstmord begangen?
In der forensischen Psychiatrie-Klinik, die sich unweit des Fundorts der Leiche befindet, herrscht Unruhe und die Gerüchteküche brodelt, denn die Tote, Felicia Forst, war Patientin von Anna Varga. Sollte es sich um Selbstmord handeln, hat das Konsequenzen für die behandelnde Psychologin.
Anna Varga versucht selbst zu ermitteln und wird durch anonyme Hinweise angetrieben.

Ich kann die Begeisterung um diesen Thriller leider nicht teilen.
Sicher, er ist spannend aufgebaut und die sehr kurzen Kapitel treiben den Leser oft von einer Szene in die nächste.
Ich konnte aber zu keinem Protagonisten eine Beziehung aufbauen. Alle waren mit verschiedensten Problemen beschäftigt. Da ist die eigentlich fähige Polizistin, die nur mit der Trennung und dem baldigen Wiedersehen mit ihren Kindern beschäftigt ist. Nach der Selbstmord Feststellung durch die Pathologie, stellt sie sofort alle Ermittlungen ein.
Anna, die sich mehr um ihre berufliche Reputation sorgt und nur halbherzig Nachforschungen anstellt. Miro kümmert sich erst nach einem weiteren Verbrechen und das sehr amateurhaft. Keiner der Beiden kommt auf die Idee die Polizei einzuschalten und dass, obwohl beide mit der Polizistin befreundet sind.
Das alles reicht mir nicht für einen guten Thriller, zumal das Ende mehr als konstruiert wirkt.
Ich habe die ersten beiden Fälle der Psychologin Anna Varga nicht gelesen. Ich denke, das werde ich auch nicht nachholen.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Zu lang und umständlich

Eine falsche Lüge – Wird es ihre letzte sein?
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Sloane Caraway ist eine Lügnerin. Sie lügt nicht um jemandem zu schaden. Es ist ihr mittlerweile zur Gewohnheit geworden.
Als die kleine Harper auf dem Spielplatz von einer Biene gestochen wird, bietet ...

Sloane Caraway ist eine Lügnerin. Sie lügt nicht um jemandem zu schaden. Es ist ihr mittlerweile zur Gewohnheit geworden.
Als die kleine Harper auf dem Spielplatz von einer Biene gestochen wird, bietet Sloane sofort ihre Hilfe an, stellt sich aber als Krankenschwester mit einen falschen Namen vor. Harpers Vater Jay Lockhart weckt sofort Sloanes Interesse.
Jay erzählt seiner Frau Violet von Harpers Errettung durch Sloane. Worauf Violet Sloane umgehend zum Essen einlädt. Die beiden Frauen verstehen sich sehr gut. Sloane bietet sich im Laufe des Abends als Babysitter für Harper an und es entwickelt sich bald eine Freundschaft zwischen den Frauen.

Die Überschrift der Paperback-Ausgabe lautet: Ein Thriller wie eine Achterbahn-adrenalingeladen und nervenaufreibend. Dem kann ich leider nicht zustimmen. Nervenaufreibend war für mich eigentlich nur die Langatmigkeit mit der Sloane über ihre Art zu lügen spricht und ihre Lebensumstände beschreibt. Erst als sie Harper und Jay begegnet kommt etwas mehr Schwung in die Geschichte. Wobei ziemlich schnell klar war, dass ihr Interesse ausschließlich Jay galt. Dass sie Violet näherkommt und anfängt sie zu kopieren gilt ausschließlich dazu, Jays Aufmerksamkeit zu erzielen.
Beim ersten Perspektivwechsel wird die ganze Entstehungsgeschichte aus einer anderen Sicht noch einmal erzählt. In den folgenden Wechseln wird wieder alles wiederholt.
Ich fand es mühsam und umständlich. Die Story an sich war nicht schlecht. Die Umsetzung mit den Perspektivwechseln war sicher eine gute Idee, aber musste alles wiederholt werden? Als Leser oder Hörer bin ich doch in der Lage mitzudenken.
Mit der Hörbuchfassung war ich zufrieden, obwohl mich die Stimme von Violet doch ziemlich genervt hat mit der Zeit. Die Klangfarbe war oft sehr hoch, schrill und theatralisch, aber so reden wahrscheinlich die amerikanischen reichen Töchter.

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Veröffentlicht am 18.09.2025

netter Cosy Krimi

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Die 76-jährige Rosemary MacLaine, eher eigenbrötlerisch lebend, erhält von ihrer reichen Nachbarin überraschend eine schriftliche Einladung, mit beiliegender Drohung, bei nicht erscheinen, ihr dunkles ...

Die 76-jährige Rosemary MacLaine, eher eigenbrötlerisch lebend, erhält von ihrer reichen Nachbarin überraschend eine schriftliche Einladung, mit beiliegender Drohung, bei nicht erscheinen, ihr dunkles Geheimnis zu veröffentlichen.
Rosemary ist zutiefst erschüttert und bittet ihre Enkelin Addie, sie zu begleiten, ohne jedoch die Erpressung anzusprechen.
Addie hat indes große Probleme die Trennung von Brain, ihrem privaten und geschäftlichen Partner zu verarbeiten.
Trotzdem machen sich Beide während eines aufziehenden Schneesturms auf den Weg zur Party.


Kelly Mullen, eine neue Autorin für mich, hat mich leider nicht gänzlich überzeugt. Ihr Krimi wird von verschiedenen Seite als direkter Nachfolger der Agatha Christie Krimis gehandelt, aber ich kann in Mimi nur wenig Miss Marple erkennen.
Große Schwierigkeiten hatte ich anfänglich darin, dass Addie sehr viel im Gamer-Jargon sprach und mit Mimi alte britische Filmtitel rezitierte. Beides ist mir fremd.
Die Idee, die Mordfälle anhand des Aufbaus von Videospielen lösen zu wollen, fand ich ganz interessant. Letztendlich gelungen ist es nicht. Eigentlich diente die Spurensuche Addie als Therapy, die Trennung von Brain und dessen Betrug zu verarbeiten. Das meiste wurde Mimis Neugier, ihr Schnüffeln in, durch Zufall, gefundenen Räumen und Gängen geschuldet.
Die einzelnen Verdächtigen wurden unzureichend beschrieben und bei Befragungen wurde immer nur die Oberfläche angekratzt.
Mit seinen 389 Seiten ist dies ein netter Cosy Krimi, den man schnell durchgelesen hat und dann vergisst.

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Spannung ja, aber zu viel Gefühlschaos

Die dunkle Grenze
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Eigentlich ein klarer Fall, Raubmord im Affekt, aber Jack Diehl, der Cowboy im LKA, stößt auf Ungereimtheiten und ermittelt weiter.
Profilerin Viola Hendrick ist derweil mit einem mysteriösen Cold Case ...

Eigentlich ein klarer Fall, Raubmord im Affekt, aber Jack Diehl, der Cowboy im LKA, stößt auf Ungereimtheiten und ermittelt weiter.
Profilerin Viola Hendrick ist derweil mit einem mysteriösen Cold Case beschäftigt, der immer größere Kreise zieht. Beide Ermittler geraten in größter Gefahr und müssen erkennen, dass sie niemandem in diesem Fall trauen können. Erst der Mord an Jacks Freundin, die Tatortfotografin Berenice mobilisiert die gesamte Abteilung.


Das ist mein erster Jack-Diehl-Thriller und ich war nicht darauf vorbereitet so viel Gefühlschaos zwischen den Ermittlern zu erleben. Die Profilerin Viola mit der Interimschef der Abteilung, ihr Ex Jack mit der Tatortfotografin Berenice, hat aber einen Nebenbuhler, was seine Ermittlungsarbeit sehr beeinflusst. Dann mischt sich Jacks Vater, der sich jahrelang nicht um seine Frau und Jack gekümmert hat, ein und will seinem Sohn plötzlich helfen. Warum eigentlich? Das lässt die Ermittlungen schon mal zur Nebensache werden.
Was meine Geduld doch etwas auf die Probe stellte, war, dass mir viel zu schnell klar wurde, wer als Täter oder Täterin in Frage kam und Viola und auch Jack sich immer wieder in Gefahr brachten, weil sie ihrem Bauchgefühl nicht mehr trauten.
Also ganz glücklich war ich mit diesem Thriller nicht, obwohl er stellenweise spannend geschrieben ist.

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