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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schonungslos ehrlich

RAINBOW 02
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„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort ...

„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir befinden uns im Jahr 1955, Japan hat den Krieg verloren und es herrschen erbärmliche Zustände im Land. Die Jungs, um die sich die Geschichte des Mangas dreht, sitzen in einer Jugendstrafanstalt für verschiedene Delikte, die sie teils gezwungen waren zu begehen - für ihre Verwandten, für Essen, fürs Überleben.

George Abe hat die Zustände des Nachkriegsjapans am eigenen Leib miterlebt. Er wurde in den 30er geboren und arbeitet mit „Rainbow“ seine Erfahrungen und Beobachtungen in einer solchen Strafanstalt auf.

Im Kern handelt die Geschichte vom Zusammenhalt der Jungs. Im ersten Teil wurden sie von „Bruder“ unter die Fittiche genommen. Dieser lehrte sie, dass solche Dinge wie Zusammenhalt und Freundschaft noch existieren, selbst in der Realität der Jugendstrafanstalt. George Abe setzt damit einen Kontrapunkt zu widerwärtigen Ärzten, sadistischen Wächtern und viel Blut und Leid, die in der Anstalt vorherrschen. Mir kam beim Lesen oftmals der Gedanke, dass das die Hölle auf Erden gewesen sein muss. Mir fehlten oft die Worte - aber die Zeichnungen, schonungslos und detailliert ehrlich, cineastisch und blutig, zeigen in vielen Schattierungen das Leben der Freunde.
Im zweiten Teil benötigt „Bruder“ Hilfe - denn sein Leben ist in Gefahr. Er weiß zu viel. Der, der die anderen anfangs immer beschützt hat, ist nun in einer aussichtslosen Lage. Im zweiten Teil zeigt sich, wie sehr sich die Jungs entwickelt haben und aneinander gewachsen sind. Sie stehen für sich ein und fassen Mut, weil anderen sie brauchen. Für mich ist das die große Stärke der Geschichte.

Es war wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die Lichtpunkte in diesem Manga setzen und den Leser auf bessere Tage hoffe lassen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Highlight

Wild Strawberry 02
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„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren ...

„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren sich von den Bewohnern. Im ersten Band stand die Geschwisterbeziehung zwischen Kingo und seiner kleinen Adoptivschwester im Fokus. Der Wille, sie zu beschützen stand ihm Fokus - steht es auch jetzt noch - nur aus einem anderen Blickwinkel.

Wieder bin ich von der Tiefe der Beziehungen begeistert, in der eigentlich lebensfeindlichen Welt. Kingo hat Freunde und Verbündete gefunden, die ihm bei seinem Ziel unterstützen. Zum einen den jungen Wissenschaftler Makino, der ihm nicht mehr von der Seite weicht und zum anderen die Special Flower Funeral Force, die aus drei Menschen und einem furchtbar niedlichen tierischen Begleiter besteht. Ich habe mein Herz an ihn verloren.

Hatte er sich mit seiner Adoptivschwester bedeckt gehalten und versteckt, lernt er jetzt Freundschaft und Zusammenhalt kennen. Dass man sich aufeinander verlassen kann, muss er aber erst langsam lernen.

Ich habe einiges über die tragische Backstory eines Mitglieds der Special FFF erfahren. Wie in dieser Serie trauriger Alltag dreht sich auch ihre Vergangenheit um Verlust, Trauer und den Willen und Mut zur Rache und dazu andere zu schützen. Das sind für mich starke Motive, die die wilden Actionszenen auf ein felsenfestes Fundament stellen.

Die Actionszenen sind einfach nur atemberaubend. Zwischen pflanzenüberwucherten Häusern kämpfen sie mit allen Mitteln - und ich bin mit dabei! Diesmal kam jedoch auch der Humor nicht zu kurz - vor allem die drei von FFF haben meistens einen trockenen Scherz auf den Lippen. Das schätze ich sehr.

Die Qualität der Zeichnungen ist herausragend. Die Panels wirken auf mich so, als könne ich jeden einzelnen Strich sehen. So etwas liebe ich sehr! Die Zeichnungen waren wunderschön und so dynamisch, dass es perfekt mit der actionreichen Handlung korrespondierte.

Der zweite Band hat noch mal neue Maßstäbe gesetzt - und ich liebe die Truppe, die sich geformt hat, jetzt schon. Es versteht sich von selbst, dass ich um jeden einzelnen Angst habe, nicht wahr?

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Emotionaler Abschluss

Mein Nachbar Yokai 04
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Der Abschlussband von “Mein Nachbar Yokai” hat alles gehabt, was mein kleines Herz erhofft hat und was die vorherigen Bände versprochen haben. Der Manga war wunderbar herzerwärmend, actionreichen und hat ...

Der Abschlussband von “Mein Nachbar Yokai” hat alles gehabt, was mein kleines Herz erhofft hat und was die vorherigen Bände versprochen haben. Der Manga war wunderbar herzerwärmend, actionreichen und hat viele Themen, die in den vorherigen Bändel behandelt oder angerissen wurden, zu einem schlüssigen Ende geführt. Ich musste einige Male seufzen.

Schon in den vorherigen Bänden wird klar, dass Parallelwelten existieren und das sich immer wieder Risse auftun, durch die “Monster” die Welt terrorisieren. In diesem Band wird ein besonders großer Riss geschaffen - und es erfordert allen Mut und alle Stärke der Protagonisten - ob Yokai oder Mensch - um diejenigen, die sie lieben zu schützen.

Doch was macht den Manga, der sich in seinem detaillierten, feingliedrigen Zeichenstil bis zum Ende treu geblieben ist, so besonders für mich? Nun, eigentlich die Fragen, die den Figuren immer wieder in den Mund und ins Herz gelegt werden. Wie lange haben meine Lieben auf dieser Welt? Wie nutze ich die Zeit am Besten? Wie verbringe ich mein Leben? Oder wie beschütze ich die, die ich liebe? Diese Themen werden immer wieder in die Handlung eingeflochten und zu einem festen Band verwoben.

Die Action, die sich in diesem Band versteckt, kenne ich in der Form von den vorherigen Bänden nicht - und für mich war es eine großartige Überraschung. Die Figuren wachsen über sich hinaus, um die zu beschützen, die sie lieben. Eine schöne Botschaft.

Eine besondere grafische Überraschung erwartete mich ebenfalls in diesem Buch - auch die kurzzeitige Änderung war wirklich gut gelungen.

Ganz viel Liebe für diesen wunderbaren Abschlussband und für die gesamte Reihe. Es ist wirklich ein Juwel im SplitterManga+ Programm und ich freue mich schon sehr auf das einbändige Spinnoff.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Ein wunderschöner Manga, der wichtige Themen anspricht

Mein Nachbar Yokai 03
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„Wie überwindet man die Einsamkeit?“

Es ist Winter geworden in Fuchigamori, dem Dörfchen in den Bergen, in das ich immer wieder so gerne zurückkehre und meine Freunde begrüße, Yokai und Menschen gleichermaßen. ...

„Wie überwindet man die Einsamkeit?“

Es ist Winter geworden in Fuchigamori, dem Dörfchen in den Bergen, in das ich immer wieder so gerne zurückkehre und meine Freunde begrüße, Yokai und Menschen gleichermaßen. Dieser Winter hält einiges bereit! Bushios neuer Freund kämpft mit seinen tragischen Erinnerungen, während Jiro, der Krähen-Tengu, versucht schmerzhafte Erinnerungen einfach zu unterdrücken. Rein und Mu-Chan hadern mit ihren Gefühlen.

Der Manga ist einfach etwas fürs Herz. Die kleine Gemeinschaft hält, wenn es darauf ankommt, so fest zusammen, dass kein Haar mehr zwischen sie passt. Eingebettet in eine wunderbare Landschaft wachsen die einzelnen Schicksale zu einer Geschichte zusammen, die mir das Herz ein bisschen wärmer werden lässt. Die Gespräche zwischen den den einzelnen Charakteren werden liebevoll und bedacht dargestellt - und trotz aller Niedlichkeit werden Themen behandelt wie Einsamkeit oder Tod - vor allem Bushios Figur wird dazu genutzt, die unterschiedliche Lebensspanne von Menschen und Yokai darzustellen und die Erkenntnis, das einem immer nur eine bestimmte Zeit auf Erden gegeben ist, auszukleiden.

Die Mythologie, die dieser gesamten Reihe zu Grunde liegt, genieße ich einfach nur sehr. So lernen wir verschiedene Arten von Dämonen kennen, verschiedene Rituale und Gebräuche - so ganz nebenbei. Im Fokus steht das Zusammenleben von Mensch und Yokai, die Stärke, die sie trotz der Andersartigkeit einander geben. Und diese Botschaft ist es, die der Reihe einen besonderen Platz in meinem Herzen beschert.

Die Panels und den Zeichenstil finde ich einfach nur unglaublich liebevoll und detailliert - ich bin froh, dass mir noch ein Band bleibt, den ich genießen kann und ein Zusatzband, bevor ich mich von den Figuren verabschieden muss.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Herausragendes Porträt vom Japan der Nachkriegszeit

RAINBOW 01
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„Auf Wahrscheinlichkeiten und gute Chancen bauen nur verwöhnte Glückspilze. Wir als Abschaum der Gesellschaft müssen noch auf die kleinste Chance unser Leben setzen, sonst sind wir verloren. Deswegen ist ...

„Auf Wahrscheinlichkeiten und gute Chancen bauen nur verwöhnte Glückspilze. Wir als Abschaum der Gesellschaft müssen noch auf die kleinste Chance unser Leben setzen, sonst sind wir verloren. Deswegen ist unser letzter Rettungsanker unser Mut.“

Der Regenbogen hat sieben Farben - Sieben Jugendliche sind für unterschiedliche Delikte in einer Jugendstrafanstalt inhaftiert. Es ist 1955, Japan hat den 2. Weltkrieg verloren und es herrscht Armut vor allem unter den Schwächsten der Gesellschaft. In der Jugendstrafanstalt sollte das Recht für Ordnung sorgen. Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus: Sadistische Wärter, perverse Ärzte und gewalttätige Mithäftlinge splittern die Seele der Jugendlichen und verwandeln den Aufenthalt in die Hölle selbst. Doch es gibt auch Licht in all der Dunkelheit.

Der Autor ist Jahrgang 37 und hat den erbärmlichen Zustand Japans und dessen Bevölkerung in der Nackriegszeit hautnah miterlebt. Er thematisiert im Manga seine persönlichen Erfahrungen.

„Rainbow“ erzählt eine Geschichte über Gräultaten und Sadismus, darüber wie die Mächtigen ihre Macht missbrauchen um Schutzbefohlene zu misshandeln und zu drangsalieren - teilweise nach dem Motto „Ich gebe die Tritte, die ich von oben erhalte nach unten weiter“. Insbesondere die ersten Szenen, in denen die Jugendlichen in der Strafanstalt ankommen, gibt dem Lesenden einen grausigen Vorgeschmack auf die Brutalität des Manga. Bei der Leibesvisitation musste ich tief durchatmen. Aber auch die Ausgrenzung aus der Gesellschaft wird gleich zu Beginn sehr deutlich - durch die Sprache und Story von George Abe und durch die realistischen Zeichnungen von Masumi Kakizaki.

Der Manga ist voller Gewalt - psychischer wie physischer. Doch eines hat mich bei der Lektüre wirklich beeindruckt. Der Zusammenhalt der Jugendlichen, die unabdingbare Brüderlichkeit. Ihr Lachen im Angesicht der Dunkelheit. Mut und Freundschaft - das ist es, was das Licht in „Rainbow“ strahlen lässt und letztendlich auch die Umrisse der Figuren voneinander abhebt. In diesem ersten Band ist die Backstory von einigen aufgerollt worden, manchmal eng verknüpft mit den Kriegsgeschehnissen und ihre Einzelschicksale haben mich bewegt.

Der Artstyle ist wirklich herausragend - ich wurde so in die Geschichte herein gezogen, als würde ein Film vor meinem Auge ablaufen. Aber wirklich großartig fand ich die ganzseitigen Formate, auf denen die sieben Jugendlichen gemeinsam zu sehen waren. Diese Zeichnungen sind das Herz von „Rainbow“- denn genau darum geht es: Um den festen Zusammenhalt im Angesicht des Schreckens.

Der Auftakt ist ein Meisterwerk, das uns das Schicksal der Bevölkerung Japans in der Nachkriegszeit mit einer Mischung aus thematischer Dunkelheit und Hoffnung näher bringt.

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