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Veröffentlicht am 09.03.2026

Bombastische Fantasy

The strength of the few
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„Kette deinen Zorn in der Dunkelheit an, und er wird nur wachsen. Aber manchmal sind Ketten der einzige Weg.“

Mit „The strength of the Few“ holt uns James Islington genau da ab, wo er uns im ersten Teil ...

„Kette deinen Zorn in der Dunkelheit an, und er wird nur wachsen. Aber manchmal sind Ketten der einzige Weg.“

Mit „The strength of the Few“ holt uns James Islington genau da ab, wo er uns im ersten Teil seiner Hierarchy- Reihe zurückgelassen hat. Strauchelnd, voller Trauer und den Cliffhanger-Moment noch in den Gliedern - und er fordert den Leser mit neuen Überraschungen, mit neuen Komplexitäten und neuen Welten heraus. Wisst ihr was? Das hat mir nicht das geringste ausgemacht! Seine Bücher starre ich sehr gerne sprachlos an, während mein Hirn versucht die Tetrissteine in die richtigen Lücken zu bugsieren.

Ich hatte „Will of the many“ zuvor nicht noch einmal gelesen, sondern ein Bonuskapitel, in dem Vis, der Protagonist und Ich-Erzähler, monologartig die Ereignisse von Band eins noch einmal rekapituliert. Mir hat das als Einstieg vollkommen ausgereicht und mir auch die nötige emotionale Grundrichtung eingeflüstert. Ihr könnt das Bonuskapiteln im Netz finden.

Ich musste mich zunächst zurechtfinden und klammerte mich an die schon bekannte Welt (Res) und an die Truppe, die zu Freunden geworden war. Neben dieser römisch inspirierten Welt hatte Islington noch zwei andere in Petto - Obiteum, eine entfernt an das alte Ägypten erinnernde Welt und Luceum, wo Druiden und Clankämpfe an der Tagesordnung sind. Wir erkunden alle drei. Ich persönlich fühlte mich auch in allen dreien zuhause nach einer gewissen Schnupperzeit. Islington hat bewusst auf die drei Welten zurückgegriffen: Res kannten wir schon auf dem letzten Buch, Luceum ist dem Fantasyleser bekannt mit seinen Driuden, Speeren und dem englisch-irischen Setting - so blieb für ihn eigentlich nur noch Obiteum, das er erklären musste und dass er auch als ein bisschen surreale Spielwiese gebrauchen konnte. Dadurch, dass alle paar Kapitel die Welten wechselten, wurde es für mich auch nie langweilig. Im Gegenteil, ich wollte unbedingt wissen, wie es in Luceum weitergeht, wenn ich die ersten Zeilen von Res gelesen hatte und umkehrt. Das brachte ein ständig wachsendes Gefühl der Dringlichkeit mit sich, das mich förmlich ans Buch klettete. Gleichzeitig gestaltete Islington seine Welten und Magiesystem, das auf dem Willen basiert, aus - und zwar so verteilt, dass trotz dessen dass es komplexer wurde und neue Komponenten hinzukamen, ich immer am Ball blieb - und Tetris spielte.

Aber warum? Normalerweise verzweifle ich doch beim Tetris und scheide schon bei den ersten Leveln aus! Die Figuren nahmen mich an die Hand: Vis, der voller Gram und Zorn trotzdem seine Freunde im Blick hatte, Aequa, voller Lebensfreude, Eidhin, immer ein Grinsen auf dem Gesicht - ganz zu schweigen von den neuen Freunden in anderen Welten! Es galt so viele actiongeladene Situationen zu meistern und so viele Intrigen zu unterwandern, dass man gar nicht dazu kam, irgendwo in dem Buch nach Längen zu suchen. Genau diese Balance zwischen World- und Characterbuilding ist James Islingtons große Stärke, mit der er reihenweise Tetriswürfel pulverisiert!

Er verknüpft eine spannende, komplexe Handlung mit tollen Charakteren und essentiellen Fragen, wie weit man bereit ist zu gehen.

Zum Schluss entlässt er uns mit einem großen Cliffhänger - ich hungere förmlich nach dem dritten Teil.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Das Ende einer Ära (vorerst)

Die Kinder des Seefahrers 2
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Ein Ende wie ein Rausch!

Die finale Schlacht um die Hexenholzkrone hat begonnen - und die war wirklich filmreif. Stellt euch Popcorn bereit! Ich habe einmal mehr gemerkt, wie fesselnd Tad Williams schreiben ...

Ein Ende wie ein Rausch!

Die finale Schlacht um die Hexenholzkrone hat begonnen - und die war wirklich filmreif. Stellt euch Popcorn bereit! Ich habe einmal mehr gemerkt, wie fesselnd Tad Williams schreiben kann und wie meisterhaft er die Erzählstränge, am Beginn der Reihe angelegt, jetzt verwebt - und plötzlich ergeben sie alle einen Sinn. Die Schlacht ist in meinem Kopf wie ein Actionfilm abgelaufen. Splitternde Schilde, dumpfe Schläge von Äxten auf weiches Fleisch oder widerstandsfähige Kettenhemden, Schreie und strahlendes Leben oder grausamer Tod. Was habe ich um meine liebsten Figuren belangt!

Was eine Menge waren, muss ich sagen: Allen voran Jiriki vom Feenvolk, Morgan und Nezeru oder Binabik, der Troll. Und natürlich das Paar unter dem Hochkönigsbann. Ich habe ihnen so gern gelauscht.

Tad Williams schlägt in diesem letzten Band Töne der Demokratie und der Verständigung an - ein wenig kann man die Fantasypolitik auf die Realpolitik beziehen - und bei manchen Sätzen konnte ich nur zustimmend nicken. Neue Zeiten brechen in Osten Ard an - und die Völker haben aus den alten Fehlern gelernt.

Tad Williams nimmt sich viel Zeit für das, was nach der großen Schlacht geschieht. Ich persönlich finde das grandios - es ist so viel schlimmes passiert und so viel musste unerledigt im Land zurückgelassen werden, um die große Schlacht zu schlagen. Da finde ich es wichtig, dass Williams viel Raum dafür lässt, was danach geschieht und mich noch ein bisschen am Leben der Figuren teilhaben lässt. Um sie geht es schließlich - und um die Veränderungen, politisch, menschlich, sozial, die sie durchgemacht haben.

Einige Erzählstränge verknotet er nicht - lässt sich also Raum, um nach Osten Ard zurückzukehren. Die nächste Geschichte ist schon angekündigt. Ich bin glücklich, noch nicht ganz Abschied von dem Reich nehmen zu müssen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Schonungslos ehrlich

RAINBOW 02
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„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort ...

„Wenn man keine Flügel zum fliegen hat, klettert man eben. Wenn man keinen Schlüssel hat, macht man sich einen. So viel muss einem die Freiheit schon wert sein.“

Der zweite Band von Rainbow setzte dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir befinden uns im Jahr 1955, Japan hat den Krieg verloren und es herrschen erbärmliche Zustände im Land. Die Jungs, um die sich die Geschichte des Mangas dreht, sitzen in einer Jugendstrafanstalt für verschiedene Delikte, die sie teils gezwungen waren zu begehen - für ihre Verwandten, für Essen, fürs Überleben.

George Abe hat die Zustände des Nachkriegsjapans am eigenen Leib miterlebt. Er wurde in den 30er geboren und arbeitet mit „Rainbow“ seine Erfahrungen und Beobachtungen in einer solchen Strafanstalt auf.

Im Kern handelt die Geschichte vom Zusammenhalt der Jungs. Im ersten Teil wurden sie von „Bruder“ unter die Fittiche genommen. Dieser lehrte sie, dass solche Dinge wie Zusammenhalt und Freundschaft noch existieren, selbst in der Realität der Jugendstrafanstalt. George Abe setzt damit einen Kontrapunkt zu widerwärtigen Ärzten, sadistischen Wächtern und viel Blut und Leid, die in der Anstalt vorherrschen. Mir kam beim Lesen oftmals der Gedanke, dass das die Hölle auf Erden gewesen sein muss. Mir fehlten oft die Worte - aber die Zeichnungen, schonungslos und detailliert ehrlich, cineastisch und blutig, zeigen in vielen Schattierungen das Leben der Freunde.
Im zweiten Teil benötigt „Bruder“ Hilfe - denn sein Leben ist in Gefahr. Er weiß zu viel. Der, der die anderen anfangs immer beschützt hat, ist nun in einer aussichtslosen Lage. Im zweiten Teil zeigt sich, wie sehr sich die Jungs entwickelt haben und aneinander gewachsen sind. Sie stehen für sich ein und fassen Mut, weil anderen sie brauchen. Für mich ist das die große Stärke der Geschichte.

Es war wieder der Zusammenhalt und die Freundschaft, die Lichtpunkte in diesem Manga setzen und den Leser auf bessere Tage hoffe lassen.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Highlight

Wild Strawberry 02
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„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren ...

„So sehr ich mich freue, so sehr leide ich auch.“

Wow! Ich war schon vom ersten Band begeistert, obwohl die Grundidee nicht neu ist. Pflanzen - sogenannte Jinka - haben Tokio überschwemmt und nähren sich von den Bewohnern. Im ersten Band stand die Geschwisterbeziehung zwischen Kingo und seiner kleinen Adoptivschwester im Fokus. Der Wille, sie zu beschützen stand ihm Fokus - steht es auch jetzt noch - nur aus einem anderen Blickwinkel.

Wieder bin ich von der Tiefe der Beziehungen begeistert, in der eigentlich lebensfeindlichen Welt. Kingo hat Freunde und Verbündete gefunden, die ihm bei seinem Ziel unterstützen. Zum einen den jungen Wissenschaftler Makino, der ihm nicht mehr von der Seite weicht und zum anderen die Special Flower Funeral Force, die aus drei Menschen und einem furchtbar niedlichen tierischen Begleiter besteht. Ich habe mein Herz an ihn verloren.

Hatte er sich mit seiner Adoptivschwester bedeckt gehalten und versteckt, lernt er jetzt Freundschaft und Zusammenhalt kennen. Dass man sich aufeinander verlassen kann, muss er aber erst langsam lernen.

Ich habe einiges über die tragische Backstory eines Mitglieds der Special FFF erfahren. Wie in dieser Serie trauriger Alltag dreht sich auch ihre Vergangenheit um Verlust, Trauer und den Willen und Mut zur Rache und dazu andere zu schützen. Das sind für mich starke Motive, die die wilden Actionszenen auf ein felsenfestes Fundament stellen.

Die Actionszenen sind einfach nur atemberaubend. Zwischen pflanzenüberwucherten Häusern kämpfen sie mit allen Mitteln - und ich bin mit dabei! Diesmal kam jedoch auch der Humor nicht zu kurz - vor allem die drei von FFF haben meistens einen trockenen Scherz auf den Lippen. Das schätze ich sehr.

Die Qualität der Zeichnungen ist herausragend. Die Panels wirken auf mich so, als könne ich jeden einzelnen Strich sehen. So etwas liebe ich sehr! Die Zeichnungen waren wunderschön und so dynamisch, dass es perfekt mit der actionreichen Handlung korrespondierte.

Der zweite Band hat noch mal neue Maßstäbe gesetzt - und ich liebe die Truppe, die sich geformt hat, jetzt schon. Es versteht sich von selbst, dass ich um jeden einzelnen Angst habe, nicht wahr?

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Emotionaler Abschluss

Mein Nachbar Yokai 04
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Der Abschlussband von “Mein Nachbar Yokai” hat alles gehabt, was mein kleines Herz erhofft hat und was die vorherigen Bände versprochen haben. Der Manga war wunderbar herzerwärmend, actionreichen und hat ...

Der Abschlussband von “Mein Nachbar Yokai” hat alles gehabt, was mein kleines Herz erhofft hat und was die vorherigen Bände versprochen haben. Der Manga war wunderbar herzerwärmend, actionreichen und hat viele Themen, die in den vorherigen Bändel behandelt oder angerissen wurden, zu einem schlüssigen Ende geführt. Ich musste einige Male seufzen.

Schon in den vorherigen Bänden wird klar, dass Parallelwelten existieren und das sich immer wieder Risse auftun, durch die “Monster” die Welt terrorisieren. In diesem Band wird ein besonders großer Riss geschaffen - und es erfordert allen Mut und alle Stärke der Protagonisten - ob Yokai oder Mensch - um diejenigen, die sie lieben zu schützen.

Doch was macht den Manga, der sich in seinem detaillierten, feingliedrigen Zeichenstil bis zum Ende treu geblieben ist, so besonders für mich? Nun, eigentlich die Fragen, die den Figuren immer wieder in den Mund und ins Herz gelegt werden. Wie lange haben meine Lieben auf dieser Welt? Wie nutze ich die Zeit am Besten? Wie verbringe ich mein Leben? Oder wie beschütze ich die, die ich liebe? Diese Themen werden immer wieder in die Handlung eingeflochten und zu einem festen Band verwoben.

Die Action, die sich in diesem Band versteckt, kenne ich in der Form von den vorherigen Bänden nicht - und für mich war es eine großartige Überraschung. Die Figuren wachsen über sich hinaus, um die zu beschützen, die sie lieben. Eine schöne Botschaft.

Eine besondere grafische Überraschung erwartete mich ebenfalls in diesem Buch - auch die kurzzeitige Änderung war wirklich gut gelungen.

Ganz viel Liebe für diesen wunderbaren Abschlussband und für die gesamte Reihe. Es ist wirklich ein Juwel im SplitterManga+ Programm und ich freue mich schon sehr auf das einbändige Spinnoff.

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