Die Feinde rüsten auf
Die Chroniken von Wetherid IIVrenli und seine Freund sind ausgezogen, denn einmal mehr droht Wethered eine Gefahr: der Dämon Xaroth wurde beschworen und droht, Chaos auf den Kontinent zu streuen. Die Gefährten müssen die sieben Artefakte ...
Vrenli und seine Freund sind ausgezogen, denn einmal mehr droht Wethered eine Gefahr: der Dämon Xaroth wurde beschworen und droht, Chaos auf den Kontinent zu streuen. Die Gefährten müssen die sieben Artefakte finden, die als einziges Mittel gelten, um Xaroth wieder zurück in die Höllen zu verbannen ...
Wir sind also noch einmal nach Wetherid zurückgekehrt. Ich bin mir allerdings an dieser Stelle nicht ganz sicher, ob es sich bei diesem Band um einen Teil 2 oder einen Teil 2.2 handelt. Die Handlung setzt später in der Geschichte ein, doch dem Autoren sei Dank, er hat eine Zusammenfassung geschrieben, sodass der geneigte Leser gut informiert in dieses Buch einsteigen kann. Es gibt auch einen weiteren Band unter dem gleichen Titel, es könnte sich demnach tatsächlich um einen Teil 2.2 handeln, sicher bin ich mir dessen aber nicht, denn dieses Buch endet auf einen wirklich sehr bösen Cliffhanger - insofern also sei bereits eine Warnung ausgesprochen.
Was ich nach der Lektüre von Buch 1 letzte Woche anmerkte, kann ich hier und jetzt komplett in den Wind schreiben. So gut wie alle meine Kritikpunkte sind hinfällig. Die Figuren handeln überlegt, die Bösen haben ein Motiv und sind nicht nur böse, weil sie böse sind, die Naivität ist nahezu komplett verschwunden. Und wo sie noch auftaucht, da ist sie Teil des Plots und treibt diesen hervorragend voran.
Wir erleben hier auch den Großteil der Handlung aus der Sicht der "Bösen" und können tiefer in sie und ihre Motivation eindringen. Es erschließt sich mir immer noch nicht, warum sie so vehement Wetherid bekriegen wollen, denn sie haben einen eigenen Kontitent ganz für sich, aber in Hinblick auf den Dämon, der offensichtlich in die Herzen und Seelen hineinsehen und sie manipulieren kann,
Dölder hat seine Welt auch um einiges erweitert. Wir erfahren von neuen Inseln, von einem Eiskontinent, denn die Gemeinschaft ist um ein MItglied von dort angewachsen. Ebenso tauchen hier die Eiselfen auf, wir sind damit bei vier verschiedenen Elfenvölkern, die sich alle an ihre Umwelt angepasst haben.
Die Handlung selbst ist übersichtlich in Teile, hier Kapitel genannt, aufgeteilt. Hinter jedem Kapitel verbirgt sich ein neuer Abschnitt, meist mit einem neuen Handlungsort. So erfährt der Leser erster Hand, wie Verrat und doppelter Verrat die Wüstenvölker in einen neuen Krieg treibt (ich nehme jetzt einfach einmal an, dass die Menschen es sich nicht bieten lassen, was da passiert ist), oder wie sich deutliche Risse in dem Bündnis zwischen den Waldläufern und den Druiden bilden. Die Frage bleibt, was weiter im Glorreichen Tal geschehen wird und wie es um die Hauptstadt Astinhod steht nach dem offenen Verrat der Räten Lady Merdiva.
Dölder hat hier wirklich einen Quantensprung zur "Gabe der Elfen" hingelegt. Während dort die meisten Kämpfe seltsam müde und umständlich geschrieben, wirft er sie hier in einigen kurzen Sätzen hervorragend hin. Plötzlich funktioniert die Action, die Spannung, alles. Ich war vollkommen verblüfft darüber, wie es dem Autoren gelungen ist, eine solche schnelle Entwicklung hinzulegen. Es macht wirklich Spaß, dieses Buch zu lesen, und das von Anfang bis zum Ende.
Alles in allem bleibt ein Buch, das Spaß macht und seinen Vorgänger um Welten überstrahlt. Kurzweilig und spannend, dass man am Ende Nägel kaut, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.