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Veröffentlicht am 19.01.2026

Die Feinde rüsten auf

Die Chroniken von Wetherid II
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Vrenli und seine Freund sind ausgezogen, denn einmal mehr droht Wethered eine Gefahr: der Dämon Xaroth wurde beschworen und droht, Chaos auf den Kontinent zu streuen. Die Gefährten müssen die sieben Artefakte ...

Vrenli und seine Freund sind ausgezogen, denn einmal mehr droht Wethered eine Gefahr: der Dämon Xaroth wurde beschworen und droht, Chaos auf den Kontinent zu streuen. Die Gefährten müssen die sieben Artefakte finden, die als einziges Mittel gelten, um Xaroth wieder zurück in die Höllen zu verbannen ...

Wir sind also noch einmal nach Wetherid zurückgekehrt. Ich bin mir allerdings an dieser Stelle nicht ganz sicher, ob es sich bei diesem Band um einen Teil 2 oder einen Teil 2.2 handelt. Die Handlung setzt später in der Geschichte ein, doch dem Autoren sei Dank, er hat eine Zusammenfassung geschrieben, sodass der geneigte Leser gut informiert in dieses Buch einsteigen kann. Es gibt auch einen weiteren Band unter dem gleichen Titel, es könnte sich demnach tatsächlich um einen Teil 2.2 handeln, sicher bin ich mir dessen aber nicht, denn dieses Buch endet auf einen wirklich sehr bösen Cliffhanger - insofern also sei bereits eine Warnung ausgesprochen.

Was ich nach der Lektüre von Buch 1 letzte Woche anmerkte, kann ich hier und jetzt komplett in den Wind schreiben. So gut wie alle meine Kritikpunkte sind hinfällig. Die Figuren handeln überlegt, die Bösen haben ein Motiv und sind nicht nur böse, weil sie böse sind, die Naivität ist nahezu komplett verschwunden. Und wo sie noch auftaucht, da ist sie Teil des Plots und treibt diesen hervorragend voran.

Wir erleben hier auch den Großteil der Handlung aus der Sicht der "Bösen" und können tiefer in sie und ihre Motivation eindringen. Es erschließt sich mir immer noch nicht, warum sie so vehement Wetherid bekriegen wollen, denn sie haben einen eigenen Kontitent ganz für sich, aber in Hinblick auf den Dämon, der offensichtlich in die Herzen und Seelen hineinsehen und sie manipulieren kann,

Dölder hat seine Welt auch um einiges erweitert. Wir erfahren von neuen Inseln, von einem Eiskontinent, denn die Gemeinschaft ist um ein MItglied von dort angewachsen. Ebenso tauchen hier die Eiselfen auf, wir sind damit bei vier verschiedenen Elfenvölkern, die sich alle an ihre Umwelt angepasst haben.

Die Handlung selbst ist übersichtlich in Teile, hier Kapitel genannt, aufgeteilt. Hinter jedem Kapitel verbirgt sich ein neuer Abschnitt, meist mit einem neuen Handlungsort. So erfährt der Leser erster Hand, wie Verrat und doppelter Verrat die Wüstenvölker in einen neuen Krieg treibt (ich nehme jetzt einfach einmal an, dass die Menschen es sich nicht bieten lassen, was da passiert ist), oder wie sich deutliche Risse in dem Bündnis zwischen den Waldläufern und den Druiden bilden. Die Frage bleibt, was weiter im Glorreichen Tal geschehen wird und wie es um die Hauptstadt Astinhod steht nach dem offenen Verrat der Räten Lady Merdiva.

Dölder hat hier wirklich einen Quantensprung zur "Gabe der Elfen" hingelegt. Während dort die meisten Kämpfe seltsam müde und umständlich geschrieben, wirft er sie hier in einigen kurzen Sätzen hervorragend hin. Plötzlich funktioniert die Action, die Spannung, alles. Ich war vollkommen verblüfft darüber, wie es dem Autoren gelungen ist, eine solche schnelle Entwicklung hinzulegen. Es macht wirklich Spaß, dieses Buch zu lesen, und das von Anfang bis zum Ende.

Alles in allem bleibt ein Buch, das Spaß macht und seinen Vorgänger um Welten überstrahlt. Kurzweilig und spannend, dass man am Ende Nägel kaut, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Das Geheimnis der Alchemie

Ein Pakt aus Asche und Blut
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Cat ist freie Photografin und träumt davon, durch China zu reisen. Ihr Leben geht eigentlich in geordneten Bahnen bis zu jenem Tag, als ihr Nachbar ihr den Auftrag gibt, die HInterlassenschaften eines ...

Cat ist freie Photografin und träumt davon, durch China zu reisen. Ihr Leben geht eigentlich in geordneten Bahnen bis zu jenem Tag, als ihr Nachbar ihr den Auftrag gibt, die HInterlassenschaften eines Waldbrandes zu fotografieren. Dort findet sie nicht nur einen nicht verbrannten Baum, sondern auch Mark, einen Feuerwehrmann, der während des Waldbrandes verletzt wurde.

Währenddessen müht Melanie sich ab damit, die Hinterlassenschaften ihrer plötzlich verstorbenen Mutter aus dem geerbten Haus zu werfen. Es gab kein enges Verhältnis zwischen Mutter und Tochter, und Melanie trauert noch immer um ihre Großmutter, die, ebenfalls in diesem Haus lebend, sie aufgezogen hat. Und dann sieht sie das Gesicht am Fenster, das eigentlich gar kein Gesicht ist ...

Im Jahre 1460 ist Helene verzweifelt, denn ihre Schwester Anna ist der Hexerei angeklagt. Ihr droht der Feuertod. Doch wie kann sie deren Unschuld beweisen?

Solche, Jahrhunderte übergreifende Thriller sind zumindest mir noch nicht allzu oft über den Weg gelaufen. Und von der Handvoll, die ich über die Jahre gelesen habe, kann ich ohne Zweifel "Ein Pakt aus Asche und Blut" als den besten bezeichnen. Die Recherche des mittelalterlichen Teils des Buches ist hervorragend, die Charaktere sind lebhaft (sowohl in Gegenwart wie auch in Vergangenheit) und die Handlung spannend geschildert mit einem dramatischen Höhepunkt am Ende. Was will ein Thriller-Leser mehr?

Riedel gelingt hier ein wahres Meisterstück. Zu Beginn ist der Leser verwirrt über die drei Handlungsorte. Was zum Kuckuck haben Ratingen in NRW, ein entlegenes Haus in der Lübecker Bucht und eine mittelalterliche Hexenjagd miteinander zu tun? Nun, das ergibt sich im Verlauf des Romans.

Die Charaktere sind, wie ich bereits geschrieben habe, sehr gut angelegt und springen geradezu aus den Seiten heraus dem Leser in den Kopf. Man sieht sie förmlich vor sich, und zwar alle. Sie wachsen, lernen und leiden, ausnahmslos alle. Selbst die Nebencharaktere, auch wenn sie blasser sind aus die Protagonisten, sind lebhaft geschildert und bereichern den Roman um vieles.

Die Handlungsorte, überwiegend Ratingen, dann noch die Bucht in der Nähe von Lübeck, sind klar skizziert, auch sie kann der Leser sich gut vorstellen, selbst wenn er noch nie dort gewesen ist. Mir ist zwar nicht ganz klar, wo genau das Haus von Melanies Familie sein soll, aber so gut kenne ich mich zugegebenermaßen auch nicht in der Umgebung von Lübeck aus. Bin immer noch zu neu hier oben im Norden. Ratingen ist mir dagegen noch ein Begriff, und ich weiß von zumindest einem Gesuch dort, aber das nur nebenbei.

Die Handlungen sind spannend geschildert. Als Leser hat man hier und da das Gefühl, entweder im Trüben zu fischen oder alles bereits zu wissen, nur um dann festzustellen, dass man doch nicht alles weiß und man sich sogar geirrt hat die eine oder andere Sache betreffend. Die angewandten Zauber sind der Epoche entsprechend und ebenfalls nachvollziehbar. Dass Helene an einer Stelle Flugsalbe herstellt war mir von dem Moment an klar, als sie das Fett erwähnte. Dass sie sie dann selbst benutzte aus Neugier und wie es geschildert wurde, das war ein weiterer Glanz dieses Romans.

Kommen wir zur Action, denn davon gibts genug in diesem Buch. Und sie ist ebenfalls gut geschildert. Hier und da ein wenig chaotisch, ja, aber das muss so sein und ist richtig. Niemand denkt klar und löst Matheaufgaben, während er oder sie um sein oder ihr Leben kämpft. Ein wenig war ich an einer Stelle überrascht, wie schnell Knochen brechen können, aber gut. Stellte sich dann ohnehin als Schwindel heraus.

Alles in allem kann ich nur sagen, ich bin begeistert von diesem Roman. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren. Dass ich am Ende falsch lag mit meiner Theorie stört mich nicht, im Gegenteil. Es ist so selten geworden, dass mir das passiert, dass ich es genieße, einmal daneben gelegen zu haben. Es zeigt, wie umsichtig die Autorin gewesen ist, falsche Fährten zu legen. Ein verdammt gutes Buch, das eine breite Leserschaft verdient!

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Ein kleines Buch mit großer Wirkung

Neun Leben
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Ginger verbraucht ihr achtes Leben, als sie von einem Auto angefahren wird. Doch sie ist nicht das einzige Opfer dieses Unfalls. Da gibt es noch das Mädchen Julia, das danach im Koma liegt und vielleicht ...

Ginger verbraucht ihr achtes Leben, als sie von einem Auto angefahren wird. Doch sie ist nicht das einzige Opfer dieses Unfalls. Da gibt es noch das Mädchen Julia, das danach im Koma liegt und vielleicht sterben wird. Kann Ginger Julia helfen?

Als ich dieses Buch bei Lovelybooks sah war es keine Frage für mich, mich auf die Leserunde zu bewerben. Und käme Hölle und Feuer, ich WOLLTE dieses Buch lesen! Ich wurde nicht enttäuscht.

Was den Leser erwartet ist kein normales Buch, es ist ein Bilderbuch mit einer kurzen Geschichte darin. Kein Kinder-Bilderbuch, sondern eher für Heranwachsende und Erwachsene gedacht. Etwas ungewöhnlich, gewiss, aber warum nicht etwas ungewöhnlichem eine Chance einräumen? Enttäuscht wird man bei diesem kleinen Buch sicher nicht.

Das Märchen wird aus Gingers Sicht berichtet. Es ist herzzerreißend, wie die Sanitäter sich um die schwer verletzte Julia kümmern, aber die Katze am Straßenrand liegenlassen. Tiere sind nach der deutschen Rechtssprechung noch immer "Dinge", etwas worüber ich mich schon seit Jahrzehnten aufrege. Tiere sind mehr als Dinge, es sind Lebewesen, und als solche haben sie etwas besseres verdient, als am Straßenrand elendig zu verrecken. Sicher, in der realen Welt hätte die Polizei sich vielleicht gekümmert und Ginger entweder zu einem Tierarzt gebracht oder es beendet. So ist es hier aber nicht. Ginger bleibt zurück, unfähig sich zu regen und muss zusehen, wie Autowrack und Verletzte abtransportiert werden, ehe sie allein in ihrem Schmerz zurückbleibt.

Die Rettung kommt in Form einer Frau, die Ginger mit zu sich nach Hause nimmt und ihr hilft. Die Frau ist mehr als nur eine Frau, sie ist magisch und sie weiß Dinge. Dinge wie, dass Ginger nun ihr letztes, ihr neuntes Leben lebt. Dinge wie, dass das Mädchen am Straßenrand Julia heißt und im Krankenhaus um ihr Leben kämpft. Und sie weiß, dass Ginger und Julia miteinander verbunden sind. Ginger wird vor eine Wahl gestellt. Für einen Menschen eine schreckliche Wahl.

Wie weit würden wir gehen für einen Wildfremden, dessen Leben zu retten. Für Familienmitglieder ist es leicht(er). Es ist einerseits eine Pflicht zu helfen, andererseits wird man vielleicht vom Rest der Familie für den Rest seines Lebens schief angesehen, weil man eben nicht das entscheidene getan hat, um jenem Angehörigen zu helfen. Aber darum geht es nicht. Es geht um jemanden, den man nicht kennt, es geht um zwei Leben. Wer wäre wirklich bereit, sein Leben zu geben, um jemanden, den man einmal gesehen, nie ein Wort gesprochen hat? Wer würde dieses Opfer bringen? Und ich meine es hier ehrlich. Sehe in dein Herz, Leser, sehe tief hinein und stelle dir diese Frage: Würdest du dein Leben beenden, damit ein Wildfremder leben kann?

Es ist eine tiefgehende Frage, die sich hier stellt. So tiefgehend und ergreifend, dass es mir beim Lesen die Kehle zusammengeschnürt hat. Nein, nicht für jemanden, den ich nicht kenne. Nicht solange ich lebe. Ich habe einen Organspendeausweis, mit Ausnahme meiner rechten Augenhaut (weil erkrankt seit Kindertagen) können sich die Mediziner nach meinem Tod bedienen. Danach. Und dann ist es mir herzlich gleich, an wen meine Organe gehen. Ich werde dann hoffentlich auf dem Weg in ein besseres Leben sein. Aber vor die Frage gestellt zu werden, ob man geht, um einen anderen zu retten? Nein, diese Frage beantworte ich klar mit Nein. Und das von jemanden, der immer noch mit Suizidgedanken kämpft, wenn auch nicht mehr täglich.

Um von diesem schweren Thema wegzukommen noch einige Worte über die Bilder in diesem Bilderbuch: Sie wurden gemalt von einer 15 Jährigen. Jawohl, 15 Jahre ist die Künstlerin jung, und sie hat ihre Arbeit herausragend getan. Die Bilder sind wunderschön gestaltet, die Farben brillant, die Figuren erkennt man eindeutig. Sie machen einen guten Teil des Reizes und des Zaubers des Bandes aus und ich drücke der jugendlichen Künstlerin beide Daumen für ihren Lebensweg. Schon allein für die Bilder lohnt es sich, das Buch zu kaufen.

Ein wunderschöner kleiner Band, der aber harte Fragen in einer kleinen magischen Geschichte aufwirft. Das Buch ist für Kinder nicht oder nur bedingt geeignet, aber für Heranwachsende und Erwachsene sicherlich eine wunderschöne Erweiterung ihrer Bibliothek - und ein Band, zu dem man sicher immer einmal wieder greifen wird.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Am Anfang

Palineas: Erstes Buch - Aufbruch
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Palineas ist ein ganz normaler Junge - oder er glaubt es zu sein. Klar, er hat seine Träume, große Träume, in denen er die Welt bereist, aber am Ende ist er doch nur der Sohn des Wirtes - oder so war ...

Palineas ist ein ganz normaler Junge - oder er glaubt es zu sein. Klar, er hat seine Träume, große Träume, in denen er die Welt bereist, aber am Ende ist er doch nur der Sohn des Wirtes - oder so war es, ehe auf dem Dorfplatz ein eigenartiges Tor erscheint ...

Vor einigen Tagen besprach ich das zweite Buch der Reihe. Dank des Autors Mario Hackel, erhielt ich daraufhin die Möglichkeit, den ersten Teil seiner Triologie zu lesen. Dafür erst einmal einen großen Dank! Es war die Lektüre mehr als wert.

Hackel selbst schreibt im Vorwort, dass diese Story schon alt ist und er wenig daran geändert hat bevor der Veröffentlichung. Das geht einigen so, mir selbst inklusive. Vor einigen Jahren holte ich ein uraltes Manuskript hervor, das ich mit 13 schrieb, und ich war bas erstaunt darüber, welche Qualität ich damals bereits mein eigen nannte. Noch polieren und aufhübschen, das eine oder andere ändern, dann wäre es vielleicht bereit für eine weitere Runde durch die Verlage (seinerzeit hatte es schon mehr als 20 Verlage gesehen und wurde immer abgelehnt). Und ich denke, es ist immer richtig, wenn man sich auf seine alten Ideen verlässt. Die größte Kreativität besitzen wir Menschen in der Kindheit und Jugend. Warum also nicht die alten Ideen neu aufgreifen? Den Zyklus, an dem ich jetzt schreibe, fand seine Geburt, als ich 15 war.

Anyway, zurück zum Buch. Was mich in Teil 2 überwältigte waren die ganzen Figuren, mit denen Hackel aufwartete. Ich war froh um das Personenregister am Ende, sodass ich dort nachsehen konnte, wer welche Rolle spielt. Mit Band 1 haben sich da für mich noch offene Fragen geschlossen, die ich hatte. Ich bleibe dabei, man kann Band 2 lesen ohne die Kenntnis von Teil 1, aber es wird um einiges leichter, WENN man "Aufbruch" gelesen hat.

Die Welt, in die Hackel seine Leser entführt, ist keine märchenhafte, wenn aber doch bunte Weltt. Es herrscht ein Kalter Krieg zwischen Menschen und Elfen, letztere gewannen die letzte heiße Phase und schoben die Menschen in Gebiete ab, die sie für richtig hielten. Die Menschen wiederum sind alles andere als begeistert, doch die meisten wollen einfach nur ihr Leben leben. Da die Elfen sich weitestgehend aus den menschlichen Belangen heraushalten ist das kein zu großes Problem. Nur dort, wo beide Rassen aufeinandertreffen gibt es immer wieder böses Blut.

Hackel spart nicht an Blut, wenn auch nur bedingt in Schlachtenform. Die Spannungen und das Leben in Städten ist immer zu einem gewissen Maße auch gefährlich. Schade ist es, dass es vor allem Palineas trifft - oder auch nicht? So erhält sein Charakter die Chance zu wachsen und erwachsen zu werden, im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Charaktere sind interessant und teilweise mysteriös. Man muss einfach weiterlesen, weil man hinter die Masken sehen will, die die meisten in der Öffentlichkeit tragen. Nicht jeder, der gut ist, ist in seinem Herzen gut. Gerade bei Palineas trifft das auf doppelte Weise zu. Wie wir aus Buch 2 wissen, oder zu wissen glauben, ist da nicht nur Finsternis in ihm, doch er kann kaum gegen die dunkle Seite seiner Seele ankämpfen. Das macht ihn zu einem faszinierenden Charakter, der eigentlich nur die Wahl hat zwischen schlecht und richtig schlecht. Dennoch bleibt irgendwie die Hoffnung, dass er das Dunkle in sich bekämpfen kann so wie er sich auch einen Teil Naivität erhalten konnte.

Über das System der Drachen sprach ich bereits in meiner Rezension zum zweiten Teil, doch ich finde es immer noch faszinierend. Palineas, der keine Ahnung hat, wer dieser alte Greis ist, zu dem er geschleppt wird, weiß trotzdem, was sich unter der Verkleidung versteckt. Die größte Überraschung dagegen erlebt der Leser am Ende des letzten Kapitels. Auch wenn ich es wusste, es hat mich trotzdem überrascht. Diese Enthüllung war hervorragend gemacht!

Was bleibt ist ein solider erster Teil einer Triologie, die Leser von High Fantasy eigentlich verschlingen sollten. Sicher, es gibt ein paar Schwächen im Roman, aber die schiebe ich eher auf die Tatsache, dass der Autor eben viel vom Original übrig ließ. Der Geschichte an sich tut es keinen Abbruch, wirklich nicht. Ein gutes Buch, das man kaum aus der Hand legen kann, nachdem man mit dem Lesen begonnen hat.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

In einer magischen Kürbiswelt

Leni und die Flüsterkürbisse
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Leni ist eine aufgeweckte 7 Jährige, die gern bei ihrer Oma ist und voller Phantasie und Abenteuerlust. Ihre liebste Zeit ist rund um Halloween, denn sie mag es ein bisschen gruselig. Ihr bester Freund ...

Leni ist eine aufgeweckte 7 Jährige, die gern bei ihrer Oma ist und voller Phantasie und Abenteuerlust. Ihre liebste Zeit ist rund um Halloween, denn sie mag es ein bisschen gruselig. Ihr bester Freund ist Tim, der eher mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Bis ... ja, bis die beiden auf dem Wochenmarkt einen Kürbis hören, der leise flüstert. Und damit beginnt das Abenteuer.

Ich wünschte, zu meiner Zeit hätte es solche Bücher gegeben. Als Kind war Halloween nichts als ein Produkt aus den USA, dass man einmal im Jahr im Fernsehen sah mit Charlie Brown und seinen Freunden. Erst als ich älter war begriff ich, dass es wohl doch älter war, als es den Anschein hatte und was hinter diesem Tag (oder besser der Nacht) auf sich hatte. Der Halloween-Kult, der heutzutage herrscht, war mir als Kind vollkommen unbekannt.

Dennoch brachte die Autorin mich dazu, mich in Leni hineinversetzen zu können. Auch ich liebte als Kind den Dachboden, nur kam ich selten da hoch. Wenn, dann konnte ich dort oben Stunden verbringen zwischen zerbrochenem Spielzeug und allerlei Tand, der sich in den Jahren angesammelt hatte. Da es, wie gesagt, zu meiner Zeit noch kein Halloween wie heute gab, fand sich dort oben allerdings wenig bis gar nichts, was auf diesen einen Tag hingedeutet hätte.

Lenis magische Reise, die sie zusammen mit Tim und ihrem Kater Fauchi (besser Kinderbuchname ever!) antritt, beginnt ein wenig gruselig und überraschend. Mit dem Utensil, mit dem die drei es in die andere Welt verschlägt, hatte ich gar nicht mehr gerechnet, auch wenn es bereits im ersten Kapitel aufgetaucht war.

Die Sprecherin versteht ihren Job und bringt den Hörer mit sich in diese magische Welt, in der Leni, Tim und Fauchi ihr Abenteuer erleben. Man bangt selbst als Erwachsene mit, als Tim beinahe im Nebel versinkt oder später auf der Brücke. Da darf Fauchi als Held des Tages glänzen. Und er tut das mit der stoischen Ruhe aller Katzen. Was? Ich bin ein Held? Ich bin immer ein Held! Und putzt sich nonchalant die Pfote. Ein Bild, das ich wirklich vor Augen hatte und mich köstlich darüber amüsierte.

Der letzte Teil der Reise ist wunderbar magisch und herrlich beschrieben von der Autorin, und die Sprecherin vertont ihn sehr gut - wie sie überhaupt sehr gute Arbeit durch das ganze Buch leistet. Die Auflösung war nicht wirklich überraschend für mich als Erwachsene, doch das Kind in mir war trotzdem begeistert über den Ausgang.

Ein wunderbares kleines Hörbuch, das Kinder mit Sicherheit begeistern wird, vor allem junge Kinder. Ein Abenteuer voller Magie und genau der richtigen Würzung Grusel, der mehr spannend ist als Gänsehautcharakter besitzt. Ein herrliches Hörerlebnis!

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