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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.11.2025

Gefühlvolle Romanze

Winterherzen in Chanting Hills
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Clara Sanders entführt uns in ‘Winterherzen in Chanting Hills‘ nach Cotswolds, einer Hügellandschaft im Südwesten England. Hier im beschaulichen Chanting Hills lernen wir Isla und ihren fünfzehnjährigen ...

Clara Sanders entführt uns in ‘Winterherzen in Chanting Hills‘ nach Cotswolds, einer Hügellandschaft im Südwesten England. Hier im beschaulichen Chanting Hills lernen wir Isla und ihren fünfzehnjährigen Sohn Ben kennen, die dem Trubel der Großstadt Manchester den Rücken gekehrt haben und nun in Islas Elternhaus einen Neuanfang starten wollen. Doch die junge Mutter muss sich weiterhin tapfer den täglichen Herausforderungen stellen. Nicht nur der mürrische Nachbar Harry macht ihr das Leben schwer mit seinen überzogenen Forderungen an die Tagesmutter von Fairyland, der jedes Kinderlachen als unakzeptable Ruhestörung anmahnt. Auch Ben bleibt weiterhin in sich zurückgezogen, lässt niemanden an sich heran. Und Oliver, dieser sympathische, gutaussehende Schreiner, den sie beim Weihnachtssingen kennenlernt, macht ihr das Herz schwer.
Doch Weihnachten naht, die Zeit, in der Liebe und Hoffnung immer einen Weg finden. Die Autorin zeichnet ihre Charaktere lebensecht und stellt sie vor ganz aktuelle Herausforderungen in unserem Alltag. Sie spricht wichtige Themen wie die Last alleinerziehender Mütter und Mobbing an, zeigt das Leid ihrer Protagonisten und welche Macht die Liebe besitzt, die gerade in den stimmungsvollen, vorweihnachtlichen Tagen Wunder bewirken kann.
Es ist eine Geschichte, die zu Herzen geht und eine zauberhafte Stimmung erzeugt, das winterliche, ländliche Leben verführerisch pittoresk beschreibt.
Das Hörbuch wird von Sabine Menne gesprochen, die mit ihrer schönen Erzählstimme, die Emotionen wunderbar transportiert.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Fokussiertes Handeln

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette Swift ist eine mutige, kluge junge Frau mit einem starken Charakter, die sich traut gegen enormen psychischen als auch physischen Druck anzukämpfen, sich nicht unterkriegen lässt auch bei anwachsendem ...

Bernadette Swift ist eine mutige, kluge junge Frau mit einem starken Charakter, die sich traut gegen enormen psychischen als auch physischen Druck anzukämpfen, sich nicht unterkriegen lässt auch bei anwachsendem Widerstand. Sie ist angekommen in ihrem Traumjob bei einem renommierte New Yorker Verlag und sie liebt Bücher über alles. Anfang der 1960er Jahre ist die Verlagsbranche männerdominiert. Als Lektorin hat sie es schon weit gebracht, wird allerdings von ihrem Vorgesetzten wiederholt ausgenutzt und aufgefordert Hilfsdienste zu leisten. Auch die Kollegen machen ihr das Leben schwer, belächeln sie. Doch sie bleibt stark und kämpft für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt, aber auch im privaten Bereich. Ihren Weg zu begleiten, ist wirklich spannend und bemerkenswert.
Bei all dem seelischen Schmerz, den sie ertragen muss, steht ihr tierischer Freund Frank, eine deutsche Dogge, stets tröstend und hilfreich zur Seite. In den immer wieder eingestreuten, mit jeder Menge Humor gespickten Kapiteln, kommt er zu Wort, spürt instinktiv, wenn es seinem Mädchen, so nennt er Bernadette, nicht gut geht und macht sich so seine Gedanken.
Eliza Knight, die Autorin von ‘Bernadette Swifts Gespür für Bücher‘ präsentiert einen großartigen Roman, der mich in seinem Schreistil überzeugte und auch inhaltlich erreichte, den ich daher sehr gern weiterempfehle. Das Thema Gleichberechtigung bleibt aktuell, solange es Ungerechtigkeiten in der Bewertung der Arbeitsaufgaben als auch in der Bezahlung gibt, dem respektvollen Umgang miteinander die Akzeptanz fehlt.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Im Spiegelbild der Zeit

Perspektivwechsel: Wie wir gesehen werden und was von uns erwartet wird.
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Auch in diesem Jahr veröffentlichte Thomas Mirow in der Reihe ‘Berichte zur Lage der Nation‘, erschienen im Murmann Verlag ein weiteres Sachbuch. Unter dem Titel ‘Perspektivwechsel: Wie wir gesehen werden ...

Auch in diesem Jahr veröffentlichte Thomas Mirow in der Reihe ‘Berichte zur Lage der Nation‘, erschienen im Murmann Verlag ein weiteres Sachbuch. Unter dem Titel ‘Perspektivwechsel: Wie wir gesehen werden und was von uns erwartet wird.‘ kommen Autorinnen und Autoren zu Wort, die ihre Sichtweise, ihre Gefühle und Erwartungen kundtun und damit ein aktuelles Bild unseres Land aus der Perspektive des äußeren Betrachters entwerfen. In Zeiten des Umbruchs, des Überdenkens von festgefahrenen, nicht zeitgemäßen Strukturen, geben diese Beiträge, die im geschichtlichen Kontext verbunden mit dem Zeitgeschehen stehen, Denkanstöße, die unser Handeln sicherlich beeinflussen können aber auch Chancen entstehen lassen, Veränderungen wahrzunehmen und positiv für ein friedliches Miteinander der gesellschaftlichen und politischen Vielfalt zu stehen und im besten Falle mitzugestalten. Eine herausfordernde Aufgabe, die kluge Köpfe mit visionären Blicken erfordert, die aber auch durch kleine Schritte im täglichen Leben für jeden von uns machbar ist.
Wer sich für die Zeichen der Zeit aus dem externen Blickwinkel interessiert, bekommt hier Informationen präsentiert, die zum Nachdenken animieren.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Einladung zum Rückblick und zur Vorausschau

Rauhnächte – Reguliere dein Nervensystem und schaffe die Basis für persönliches Wachstum
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Tanja Suppiger präsentiert mit ‘Rauhnächte – Reguliere dein Nervensystem‘ ein Handbuch, dass sich mit den Sperrnächten vom 8. bis zum 19. Dezember, der Sonnenwende und den Rauhnächten vom 24. Dezember ...

Tanja Suppiger präsentiert mit ‘Rauhnächte – Reguliere dein Nervensystem‘ ein Handbuch, dass sich mit den Sperrnächten vom 8. bis zum 19. Dezember, der Sonnenwende und den Rauhnächten vom 24. Dezember bis zum 6. Januar beschäftigt. In der Vorweihnachtszeit wird es hektisch und das Nervenkostüm ist angespannt. Besonders hochsensible Menschen leiden unter dieser mentalen Belastung, aber nicht nur diese. Die Autorin erklärt leicht verständlich wie unsere Atmung das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen und damit zu mehr Wohlbefinden beitragen kann. Die vorgeschlagenen Übungen wirken entspannend und sind im Alltag gut anwendbar.
Nach einer alten bäuerlichen Tradition werden in den Sperrnächten die Arbeiten zum Abschluss gebracht, die Werkzeuge gesäubert. Es ist die Zeit das vergangene Jahr zu beenden und damit auch gedanklich zu resümieren als auch abzuschließen. Es kommt die Zeit des wiederkehrenden Lichtes mit der Wintersonnenwende, des Neubeginns in den Rauhnächten, die noch heute im traditionellen Bewusstsein in manchen Haushalten verankert sind.
Die Verbindung zwischen überlieferter Spiritualität und modernem Körperbewusstsein, um zur inneren Ruhe zu kommen und neue Kraft zu tanken, begleitet die Autorin sehr anschaulich und informativ. Besonders gefallen hat mir die grafische Gestaltung des Buches. Wer mag kann auch dem kostenlosen, achtsam begleiteten Online-Retreat folgen.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Unüberwindbare Hindernisse für die große Liebe

Kohlenträume
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Wer die Schriftstellerin Annette Oppenlander kennt, weiß wie genau sie recherchiert, bevor sie ihre historischen Geschichten auf Papier festhält. Daher bringen ihre Romane nicht nur den vollen Lesegenuss, ...

Wer die Schriftstellerin Annette Oppenlander kennt, weiß wie genau sie recherchiert, bevor sie ihre historischen Geschichten auf Papier festhält. Daher bringen ihre Romane nicht nur den vollen Lesegenuss, man lernt auch so ganz nebenbei die Historie der Landstriche, über die schreibt, sehr gut kennen.
In ‘Kohlenträume‘ hat sie sich hauptsächlich mit einem Abschnitt des deutschen Zeitgeschehens zwischen den Jahren 1943 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt und ihre Fiktion um zwei verlorene Seelen nach Bochum in eine Steinkohlenzeche platziert. Mit viel Feingefühl und Sprachempfinden für eine keineswegs leichte Thematik werden wir mit dem Alltag einer jungen Frau, deren Mann an der Front kämpfen muss, bekannt gemacht, die sich allein auf sich gestellt auf einem Bauerngut durchschlagen muss. Dabei bereitet ihr die Neugier der Nachbarin, deren Bruder auch noch ein eiskalter SS-Offizier ist, mehr und mehr Unbehagen. Als eben jener Nazi Marie ihre letzten Tiere, ein paar Ziegen, mit denen sie sich mehr schlecht als recht finanziell durchgeschlagen hatte, wegnimmt, sie beschlagnahmt, weil sie für das Vaterland gebraucht werden, bricht für sie eine Welt zusammen. Doch Marie besitzt eine Kämpfernatur. Sie bewirbt sich erfolgreich um einen Bürojob auf der Zeche. Dort lernt sie den französischen Zwangsarbeiter Adrien kennen, der ihr mit seinen Sprachkenntnissen hilft, in ihrer neuen Tätigkeit Fuß zu fassen. Beide verbindet erst Sympathie, aus der sich mehr entwickelt, nicht zuletzt auch durch Maries großes Herz, die das Leid dieser zwangsverpflichteten Menschen erkennt und zu mildern versucht. Sie spürt nicht nur am eigenen Leib mit welch unbarmherziger Härte die Nazis gegen Menschen vorgehen, die nicht ihre Gesinnung teilen und sie erlebt die alles zerstörenden Bombenangriffe der Alliierten auf Bochum und ihre Folgen hautnah.
Annette Oppenlander zeigt in ihrem Roman, dass es Menschen gibt, die sich nicht brechen lassen, die ihre Überzeugung leben und dafür bezahlen, bitter bezahlen.
Ein fesselnder Roman, der das Herz berührt und zeigt, welche seelischen und körperlichen Schäden Menschen, die den Krieg erleben, ihr restliches Leben mit sich tragen.

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