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Veröffentlicht am 24.11.2025

Gehaltene und ungehaltene Reden

Mein Unglück beginnt damit, dass der Stromkreis als Rechteck abgebildet wird
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Gehaltene und ungehaltene Reden

Sehr zu Recht wurde der deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. In diesem Büchlein sind nun einige seiner Dankesreden sowie ...

Gehaltene und ungehaltene Reden

Sehr zu Recht wurde der deutsch-bosnische Schriftsteller Saša Stanišić schon mit vielen Preisen ausgezeichnet. In diesem Büchlein sind nun einige seiner Dankesreden sowie Reden zu anderen Anlässen und auch noch gar nicht gehaltene versammelt. Jede einzelne davon sollte man sich genüsslich auf der Zunge zergehen lassen. Nicht weil sie so lieblichen Inhalts sind, sondern weil Saša Stanišić einfach genial mit der Sprache spielt. Der Inhalt dagegen ist oft sehr ernst. Hier geht es um den Krieg in Ex-Jugoslawien, um Missstände in unserer Gesellschaft, um Menschen in Not, aber auch um Mut und Hoffnung.

Mit einem unglaublich leichten Schreibstil und pointiertem Witz wechselt der Autor zwischen Fakten und Fiktion, zwischen Erinnerungen und philosophischen Überlegungen. Stanišić nimmt dabei jeden Einzelnen von uns in die Pflicht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Packen wir’s an!

★★★★★

Veröffentlicht am 24.11.2025

Beeindruckend und bedrückend

Feuer
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Beeindruckend und bedrückend

Freya, die wir bereits in „Erde“ kennen gelernt haben, ist in diesem dritten Band der Elemente-Tetralogie die Hauptfigur. Als Leser*in ist man ganz nah an diesem Charakter ...

Beeindruckend und bedrückend

Freya, die wir bereits in „Erde“ kennen gelernt haben, ist in diesem dritten Band der Elemente-Tetralogie die Hauptfigur. Als Leser*in ist man ganz nah an diesem Charakter dran und das verlangt einem schon einiges ab. Freya wurde als Kind zum Opfer, und als Erwachsene richtet sie ihr ganzes Leben auf Rache aus. Wie sie das macht, ist harter Tobak und hat mich wirklich geschockt.

Erzählt wird in zwei Zeitebenen, die sich immer wieder abwechseln: Freya als Zwölfjährige und Freya heute mit sechsunddreißig Jahren. Dabei kommen nach und nach immer mehr Details ans Tageslicht, die sich schließlich zu einem vollständigen Bild zusammensetzen. Der Autor schafft es dabei mit seiner sensiblen Schreibweise, in mir ein Verständnis zu entfachen für Dinge, die eigentlich unverständlich sind.

„Feuer“ ist der dritte von vier Kurzromanen aus der Feder des großen irischen Schriftstellers John Boyne, die locker zusammenhängen, aber problemlos unabhängig voneinander gelesen werden können. Das Buch erschien im Oktober 2025 im Piper Verlag. Übersetzt wurde es von Maria Hummitzsch.

Die Elemente:
1. Wasser
2. Erde
3. Feuer
4. Luft

★★★★★

Veröffentlicht am 22.11.2025

Fesselnder Kurzroman

Erde
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Fesselnder Kurzroman

„Erde“ ist der zweite von vier Kurzromanen aus der Feder des großen irischen Schriftstellers John Boyne, die locker zusammenhängen, aber problemlos unabhängig voneinander gelesen ...

Fesselnder Kurzroman

„Erde“ ist der zweite von vier Kurzromanen aus der Feder des großen irischen Schriftstellers John Boyne, die locker zusammenhängen, aber problemlos unabhängig voneinander gelesen werden können. Das Buch erschien im Oktober 2025 im Piper Verlag. Übersetzt wurde es von Nicolai von Schweder-Schreiner.

Der junge Profifußballspieler Evan Keogh steht zusammen mit seinem Freund Robbie in einem Vergewaltigungsprozess vor Gericht. Die beiden beteuern hartnäckig ihre Unschuld, müssen sich aber mit dem Shitstorm in den sozialen Medien und der vorläufigen Suspendierung ihres Vereins auseinandersetzen.

Wir begleiten Evan durch die Prozesstage, wobei die Erzählung immer wieder durch Rückblenden zu Evans Vergangenheit unterbrochen wird. So erfährt man langsam, wie Evan zu dem wurde, der er nun ist: ein junger Mann, der sich ein Leben lang nach Liebe gesehnt hat, aber immer nur zurückgewiesen oder ausgenutzt wurde, vor allem ausgerechnet von den Menschen, die ihm am Herzen lagen.

Obwohl Evan nicht wirklich sympathisch erscheint, kann man seine Handlungsweisen gut nachvollziehen. Hier hat der Autor wirklich gute Arbeit geleistet. Mich hat Evans Geschichte tief berührt. Der versöhnliche Schluss hat mir besonders gut gefallen.

Die Elemente:
1. Wasser
2. Erde
3. Feuer
4. Luft

★★★★★

Veröffentlicht am 03.11.2025

Mehr als eine traurige Geschichte

Da, wo ich dich sehen kann
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Mehr als eine traurige Geschichte

Inhalt:
Frank Kopmann drangsaliert seine junge Frau Emma psychisch und physisch - bis er sie eines Tages umbringt. Damit stürzt die ganze Welt der neunjährigen Tochter ...

Mehr als eine traurige Geschichte

Inhalt:
Frank Kopmann drangsaliert seine junge Frau Emma psychisch und physisch - bis er sie eines Tages umbringt. Damit stürzt die ganze Welt der neunjährigen Tochter Maja in sich zusammen. Sie muss von Hamburg ins weit entfernte Glauberg zu Emmas Eltern ziehen, die sie kaum kennt. Auch Majas Patentante, Emmas beste Freundin Liv, lebt dort in der Nähe. Die drei Erwachsenen bemühen sich um das traumatisierte Mädchen, kommen dabei aber mit ihrer eigenen Trauer und ihren Schuldgefühlen nicht wirklich klar.

Meine Meinung:
Wie gewohnt konnte mich Jasmin Schreiber auch mit ihrem neuesten Werk begeistern. Das schwere Thema liegt ihr persönlich am Herzen; das spürt man in jeder Zeile. Zunächst empfand ich den Schreibstil als relativ distanziert und war sehr froh darüber. Mich tiefer in die Geschichte hineinziehen zu lassen, wäre mir nicht gut bekommen, denke ich. Gegen Ende wird es doch noch sehr emotional, was an dieser Stelle dann aber auch gut ist. Eingestreute Zeitungsartikel, Gerichtsurteile und Ähnliches lassen den Roman sehr realistisch erscheinen.

Die Charaktere, vor allem Liv und Maja, aber auch Emma, die wir in Rückblenden näher kennenlernen, sind tiefgründig ausgearbeitet und offenbaren von Seite zu Seite immer mehr ihrer Facetten. Sowohl die Hauptfiguren wie auch die diversen Nebenfiguren wirken authentisch und realitätsnah. Als Astrophysikerin erzählt Liv Maja viel über die Sterne. Dies war durchaus auch für mich lehrreich.

In kurzen Kapiteln mit wechselnden Perspektiven (Liv, Maja, Brigitte, Per) begleiten wir die Hinterbliebenen in ihrer Trauer. Alle fühlen sich dabei auch irgendwie schuldig an Emmas Tod. Hätten sie ihn verhindern können, wenn sie an irgendeiner Stelle genauer hingeschaut, mehr nachgefragt, anders reagiert hätten? In drei schwarz hinterlegten Kapiteln, die eine alternative Realität aufzeigen, erfahren wir, was eventuell möglich gewesen wäre. Doch Brigittes Therapeutin bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt:

»Wenn eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet wird, ist niemand schuld, Brigitte. Niemand außer dem Mann, der die Tat begeht.«

Die Autorin untermauert ihren literarischen Aufruf an die Gesellschaft, Femizide zu stoppen, mit Zahlen und Fakten. Für Betroffene und Angehörige sind im Anhang diverse Telefonnummern und Webseiten aufgeführt, wo man Hilfe bekommen kann.

Fazit:
Ein sehr berührender und bedrückender Roman, der stark an der leider grausamen Realität orientiert ist. Absolut lesenswert und wichtig!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 15.10.2025

Heiße Verbrechen eiskalt serviert

Lügennebel
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Heiße Verbrechen eiskalt serviert

Inhalt:
Sechs Studierende aus Uppsala, zwei Frauen und vier Männer, wollen in einem Luxus-Ferienhaus in Åre ihre Skiferien verbringen. Schon auf der Zugfahrt gibt es ...

Heiße Verbrechen eiskalt serviert

Inhalt:
Sechs Studierende aus Uppsala, zwei Frauen und vier Männer, wollen in einem Luxus-Ferienhaus in Åre ihre Skiferien verbringen. Schon auf der Zugfahrt gibt es Hinweise auf Spannungen in der Gruppe. Unmengen von Alkohol und Drogen machen die Sache nicht besser. Und dann liegt eine der Frauen morgens halbnackt und mausetot im Schnee vor dem Haus. Hanna Ahlander und Daniel Lindskog von der Polizei rennen gegen eine Mauer von Lügen an.

Meine Meinung:
Zunächst einmal vielen Dank an den Verlag, dass die Reihe nun unter „Die Åre-Morde“ läuft und nicht mehr unter „Polarkreis-Krimi“, denn die Handlungsorte sind doch noch sehr weit vom Polarkreis entfernt.

„Lügennebel“ ist bereits Band 4 der Reihe um die Polizisten Hanna Ahlander und Daniel Lindkog, kann jedoch auch problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen; Notwendiges zum Privatleben der Ermittlerinnen wird noch einmal kurz angerissen.

Viveca Sten schreibt unheimlich fesselnd und atmosphärisch. Die beschriebenen tiefen Minusgrade im Januar kriechen einem sogar beim Lesen im warmen heimischen Wohnzimmer unter die Haut. Vielleicht lag meine Gänsehaut aber auch an den üblen Ereignissen, die sich hier abspielen? Jedenfalls wirken die Vorkommnisse wie auch die polizeilichen Ermittlungen sehr realistisch.

Die Autorin versteht es, falsche Fährten zu legen und so die Lesenden an der Nase herumzuführen. Erst nach und nach fallen die wahren Puzzleteilchen an ihren Platz und ergeben zuletzt ein für mich überraschendes Bild, das jedoch in sich absolut logisch ist. Ich konnte also wunderbar miträtseln, ohne dass zu früh bekannt wurde, wer hinter den Taten steckt. Genau so wünsche ich mir das bei einem Kriminalroman.

Doch nicht nur der Kriminalfall hat mich begeistert, sondern auch die privaten Verwicklungen der Polizisten. Beziehungen und Gefühle, von denen niemand wissen soll, Probleme mit der Trennung von der Partnerin, ein unmöglich erscheinendes Outing. All dies erleichtert den Ermittler
innen ihre Arbeit nicht gerade. Dass sie am Ende doch erfolgreich sein werden, ist unter anderem ihrem tollen Teamgeist geschuldet.

Fazit:
Auch Band 4 der Reihe konnte mich vollauf begeistern. Ich hatte spannende Lesestunden mit einem sympathischen Ermittlerteam und freue mich schon auf den nächsten Fall für Hanna Ahlander.

Die Åre-Morde:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
4. Lügennebel

★★★★★