Leider nicht wie erwartet
Grand Hotel AvalonMit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: ...
Mit "Grand Hotel Avalon" wagt sich Maggie Stiefvater an ein ungewöhnliches Setting – ein luxuriöses, geheimnisvolles Hotel in den Appalachen während des Zweiten Weltkriegs. Die Idee klingt vielversprechend: Magie, Geschichte, eine starke Frau als Hauptfigur und ein Hauch von Mystery. Leider bleibt der Roman hinter seinen Möglichkeiten zurück.
June Porter Hudson leitet das traditionsreiche Grand Hotel Avalon – ein Ort, der mehr zu bergen scheint als nur elegante Gäste und gutes Essen. Zwischen Heilwasser, Kriegsängsten und familiären Geheimnissen muss June um das Überleben ihres Hotels kämpfen – und vielleicht auch um ihre eigene Seele.
Was zunächst nach einem atmosphärischen, geheimnisvollen Roman klingt, entpuppt sich als recht zähe und sprunghafte Erzählung. Die Sprache ist – typisch für Stiefvater – poetisch und detailverliebt, doch hier wirkt sie oft überladen und schwer zugänglich. Die Handlung entwickelt sich nur langsam, und die vielen Zeitsprünge sowie mystischen Andeutungen verlieren sich irgendwann im Nebel.
Die Geschichte verliert sich in Andeutungen, ohne je wirklich etwas aufzulösen. Am Ende bleibt ein Gefühl von Unschärfe – als hätte man einen Traum gelesen, der kurz vor der Klarheit endet.
"Grand Hotel Avalon" ist ein wunderschön geschriebenes, aber erzählerisch unausgewogenes Werk, das mehr verspricht, als es letztlich hält.