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Veröffentlicht am 02.12.2025

Spannendes Hin und Her

Rebel Witch. Der rote Nachtfalter, Band 2
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Nachdem mir „Heartless Hunter“ von Kristen Ciccarelli so gut gefallen hat, wollte ich mir den Abschlussband, „Rebel Witch“, nicht lange nach Erscheinung entgehen lassen. Ich habe wieder zum Hörbuch gegriffen, ...

Nachdem mir „Heartless Hunter“ von Kristen Ciccarelli so gut gefallen hat, wollte ich mir den Abschlussband, „Rebel Witch“, nicht lange nach Erscheinung entgehen lassen. Ich habe wieder zum Hörbuch gegriffen, weil Henriette Schreurs und Moritz Frinberg für mich Rune und Gideon so gut verkörpert haben, dass ich es auch so beenden wollte.

Der erste Band hat mich vor allem gereizt, weil beide Figuren gegenüber einander Skepsis empfunden haben und auch gegeneinander gearbeitet haben, aber dennoch etwas zwischen ihnen entstanden ist, was einen tollen Sog entwickelt hat. Für Band 2 war natürlich die Frage, kann diese Erzählweise erhalten bleiben? Wenn ja, funktioniert sie auch dann? Und wenn die Autorin sich für einen ganz anderen Hergang entschieden hat, wie würde das klappen? Ich war schon echt sehr gespannt, wie sich Band 2 aufbauen lässt, gerade nach dem Ende von Band 1. Die Antwort ist, die Zutaten aus Band 1 bleiben erhalten und ich war schon froh drum. Gerade durch die Ausgangssituation für den Abschluss ließ es sich gut durchziehen, dass Gideon und Rune wieder auf völlig unterschiedlichen Seiten stehen und gegeneinander arbeiten. Doch letztlich haben wir mit Cressida eine Figur, die nun im Licht agieren kann und sich zu einer Antagonistin entwickelt, die so einer Reihe verdammt gut tut. Ich finde sie furchtbar, sie ist kaum zu ertragen, aber sie ist wichtig, um die Handlung mit all ihren Wendungen zu erklären. Ich musste ein bisschen daran denken, dass Cressida ähnlich wie Jonathan Randall aus der „Outlander“-Reihe wirkt und das erklärt sicherlich viel, für jeden, der die Reihe kennt.

Denn sie ist auch der Grund, warum Rune und Gideon letztlich wieder in Kontakt kommen. Auch wenn Rune durch Gideon Seiten von Cressida erkennt, die sie verurteilt, so steht sie gleichzeitig für eine Chance für Hexen in Freiheit und es war daher mitreißend zu erleben, wie in Rune zwei Herzen schlugen, für was sie sich entscheiden soll. Es war auch in der Erzählung geschickt gemacht, dass wir in das Gefühlschaos von beiden Figuren intensiv gucken konnten und dass trotzdem manche Entscheidungen außen vorblieben, sodass wir dann überrascht wurden. Manchmal nervt mich das, wenn es bei anderen Büchern passiert, weil ich dann das Gefühl habe, es wirkt durch Geheimnisse künstlich. Das kann ich hier keinesfalls behaupten. Hier ist es einfach clever und gut gemacht. Zumal so auch die Chemie zwischen Rune und Gideon funktioniert. Denn gerade durch das, was wir nicht sofort erfahren, werden manche Szenen noch intensiver und schöner.

Was für mich an diesem zweiten Band aber schwierig ist, das ist das immer wieder aufkommende Rätsel, reichen nicht auch mal Dilogien anstatt von Trilogien? Ich bin eigentlich absolut dafür, aber die von Ciccarelli erschaffene Welt hat sich doch reicher als das herausgestellt, was hier nun angeboten wurde. Man hat sich in Band 1 unweigerlich mit den Hexen solidarisiert, weil sie in Gefahr leben. In Band 2 wiederum wandelt sich das Bild, weil mit Cressida ein schlimmes Exemplar die Macht an sich gerissen hat. Wir haben also komplette Gegensätze. Und was soll ich sagen: Da sagt meine Intuition, dass ein dritter Band dann genau richtig gewesen, um eine Balance zwischen den beiden Seiten herzustellen. Als ich „Rebel Witch“ als Hörbuch gestartet habe, hatte ich nicht mehr im Kopf, wie viele Bände geplant sind, aber irgendwann hat sich doch deutlich gezeigt, dass es ins Finale geht und da muss ich einfach sagen, dass diese Vermittlung zwischen lange verfeindeten Seiten zu simpel gehalten wurde. Man würde sich wünschen, es wäre so einfach, gerade angesichts der ganzen Konflikte in der Welt, aber das ist es nicht und Ciccarelli hätte sich selbst übertreffen können, indem sie das noch richtig angegangen wäre.

So wirkte es am Ende zu einfach und zu lapidar. Deswegen sind letztlich auch zwei Antagonisten, neben Cressida noch jemand, am Ende relativ schnell abgearbeitet worden, weil es Raum brauchte, um mal eben die Weltordnung umzustoßen. Natürlich hätte man nicht nur eine inhaltliche Annäherung erzählen können, aber es ist auch nicht meine Aufgabe, was man noch hätte machen können. Aber um die Magie noch mehr zu verstehen etc., da war genug Potenzial da. Ich würde so einen dritten Band sicherlich nicht leichtfertig einfordern. Unterm Strich war es aber eine Reihe, die mich mit einer frischen Prämisse überzeugen konnte.

Fazit: „Rebel Witch“ war erneut ein wildes Abenteuer, das die clevere Erzählweise aus Band 1 wieder aufgreift und wieder funktioniert. Das Hin und Her zwischen Gideon und Rune ist einfach voller Sog. Gleichzeitig bleibt aber Bedauern, dass es sich die Autorin am Ende doch etwas einfach gemacht hat. Ein dritter Band wäre eigentlich fast schon sinnvoll gewesen.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Wieder versöhnt

Ember King
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Mit „Ember King“ von Marie Niehoff findet die Dragenbound-Reihe ihr Ende. Nach dem ersten Band wäre ein Wunsch gewesen, dass es gerne ewig so weitergehen kann. Dann kam aber Band 2, der für mich viel zu ...

Mit „Ember King“ von Marie Niehoff findet die Dragenbound-Reihe ihr Ende. Nach dem ersten Band wäre ein Wunsch gewesen, dass es gerne ewig so weitergehen kann. Dann kam aber Band 2, der für mich viel zu einseitig eine Liebesgeschichte erzählt hat und dabei völlig vergessen hat, auch die Handlung voranzutreiben. Das war also Ernüchterung. Aber mir war klar, dass ich die Reihe sauber beenden will. Kann mich „Ember King“ also wieder mit der Reihe versöhnen?

Ich beantworte es gleich vorweg: Ja, ich wurde versöhnt. Zwar ist auch wieder nicht der Zauber von Band 1 erzeugt worden, aber das ist nach so einem schwachen Zwischenband auch echt schwierig. Zumal die Bücher auch echt gleichmäßig veröffentlicht wurden, sodass es sich erst recht wie aus einem Guss anfühlte und da verschwanden die Eindrücke aus Band 2 nicht einfach. Dennoch ist der große Kritikpunkt nicht noch einmal zu wiederholen. Denn diesmal stand die Handlung klar im Vordergrund und die Liebesgeschichte war deutlich mehr zurückgestellt. Als sie dann wieder mehr in den Fokus rücken kann, passiert das dennoch nicht so, wie es zuvor in dem Band war. Da war ich doch sehr dankbar, weil Yessa und Cassim so auch reifer und erwachsener miteinander wirkten. Und weil man umgekehrt merken konnten, dass sie sich einem Endziel verschrieben hatten, und nicht nur der Zweisamkeit.

Eins bleibt aber schade. Das World Building war in Band 1 sehr eng gehalten und da hat es auch wunderbar funktioniert, weil man wusste, es kommt ja noch was. Durch die enge Fokussierung auf Yessa und Cassim in Band 2 kam da aber auch nicht wesentlich mehr. Band 3 ist da schon am größten erzählt, ohne Frage, aber Ylving als Antagonist bleibt eine Präsenz im Off. Wir haben zwar eine dritte Perspektive, die ich aus Spoilergründen hier nicht näher benennen würde, aber ich hätte darauf sofort verzichtet, wenn wir einfach nicht immer nur erlebt hätten, wie Ylving es sich gemütlich macht und andere die Konfrontation suchen lässt. Wäre er ein richtiger Antagonist gewesen, dann hätte man das richtig ausbauen müssen. So haben Yessa und Cassim für mich eher keine unbekannte Größe agiert. Dabei lebt gerade Fantasy auch von einem Antagonisten, der einem idealerweise den Atem raubt. Obwohl Cassim Ylving sehr nah kennengelernt hat, aber auch davon bekommen wir recht wenig vermittelt. Da waren so einige andere Widersacher, die nicht dessen Macht haben, doch deutlich bedrohlicher.

Ansonsten bin ich aber doch sehr zufrieden, wie Band 3 erzählt wurde. Yessa musste viel für sich alleine agieren, aber so musste und konnte sie sich noch einmal anders beweisen. Wir haben zudem eine Splittung des Geschehens im Camp und bei den Rebellen gehabt. So haben alle nochmal einen Anteil gehabt und die Welten verschwammen so besser. Mir hat auch sehr gefallen, dass wir ganz neue Teamdynamiken angeboten bekommen hat. Man hat Charaktere, die nur kleinere Auftritte bis dato hatten, näher kennengelernt und sogar noch überraschend lieb gewonnen. Es gab auch noch ein paar enthüllte Geheimnisse, es gab gerade am Ende viele heroische Momente, die zwischen Spannung, Grausamkeit, Emotionen und doch auch Freude geprägt waren. Da waren die Rezepturen aus Band 1 dann deutlich zu spüren. Das zeigt mir im Nachhinein auch, dass die ganze Reihe großartig hätte werden können. Aber man lernt mit seinen Aufgaben.

Fazit: „Ember King“ hat für mich zum Glück die Dragenbound-Reihe von Marie Niehoff versöhnlich zu Ende gebracht. Der große Knackpunkt aus Band 2 wurde genau umgekehrt. Zwar bleibt der große Böse nicht die Präsenz, die es bräuchte, aber trotzdem gab es noch genug Charakterentwicklung, viele Entwicklungen allgemein und ein episches Ende.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Überzeugendes Fantasydebüt

Heir of Illusion
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2025 ist wohl das Jahr, in dem ich seit Ewigkeiten wohl so viel Fantasy wie nie gelesen habe. Ich habe aber auch einige Reihen entdeckt, bei denen ich sehr gut mitkomme und mich für meine Verhältnisse ...

2025 ist wohl das Jahr, in dem ich seit Ewigkeiten wohl so viel Fantasy wie nie gelesen habe. Ich habe aber auch einige Reihen entdeckt, bei denen ich sehr gut mitkomme und mich für meine Verhältnisse sehr gut eindenken kann. Dank fehlender Vorstellungskraft ist kompliziertes World Building schon herausfordernd. Aber je mehr man liest, desto mehr leichter kommt man generell zurecht. Bei „Heir of Illusion“ war es nun einfach das Cover, das mich angezogen hat und so habe ich einfach mal reingelesen.

Es ist der Durchbruch von Madeline Taylor, der zunächst per Self-Publishing erschienen ist, ehe dann international immer mehr Verlage zugeschlagen haben. Ich muss auch sagen, dass man es der Autorin nicht anmerkt, dass sie zumindest öffentlich noch sehr unerfahren ist. Stattdessen bringt sie genau das, was ich oft bei Fantasy beobachte: eine komplizierte Einstiegsszene, die ich erstmal richtig sortieren und verstehen musste. Ich habe schon etwas Bauchgrummeln bekommen, weil ich befürchtete, gleich am Anfang den Anschluss zu verlieren. Letztlich hat sich das aber überhaupt nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Im Nachhinein ist es fast lächerlich, was ich für Sorgen hatte, denn ich war irgendwann einfach in der Geschichte drin und dann fügte sich auch alles zusammen. Es hat für mich letztlich auch den Grundton der Reihe gut erklärt. Mit Ivy als Assassine ist schon klar, dass es düster ist, aber die Geschichte ist allgemein sehr ernst, brutal und definitiv nicht cosy. Dementsprechend passt die Anfangsszene dann auch, denn man stößt sie gleich an der Inszenierung, aber kann dann auch schnell entscheiden, ob es etwas für einen ist.

Ich fand Ivy als Protagonistin sehr interessant. Wir haben immer mal Flashbacks, die klar machen, dass es einiges aus ihrer Vergangenheit gibt, was wir erst noch erfahren müssen. Aber es ist klar, dass sie durch das Halsband eine Gefangene ist, die dennoch alles ausreizt, um ihrer eigenen Moral nachgehen zu können. Dementsprechend ist sie sehr mutig. Ihre Fähigkeiten geben ihr natürlich auch gewisse Freiheiten und dennoch ist sie in ständiger Gefahr. Allgemein ist der Fantasy-Anteil nicht extrem ausgeprägt, zumal es auf allen Inseln (auf denen verschiedene Fähigkeiten dominieren) genug Menschen gibt. Aber die High Fae sind jetzt nicht so deutlich von anderen abgesetzt, was das Verständnis auch nicht kompliziert gemacht hat. Wir lernen auch relativ wenig von den anderen Inseln; hier könnte ich mir vorstellen, dass es auch für die Folgebände aufgespart wird. Mit dem Cliffhanger wird das sogar sehr wahrscheinlich. So verharren wir auf der Insel der Illusion und die Welt ist da relativ klein gedacht, aber das hat nichts von der Faszination weggenommen.

Denn mich hat „Heir of Illusion“ vor allem damit überzeugen können, dass die Mischung aus Action, ruhigeren, nachdenklichen Momenten, und dem Vorantreiben der Liebesgeschichte stimmte. Für mich sind einige Bände ähnlicher Reihen zuletzt bitter aufgestoßen, wenn man den Eindruck bekommen hat, dass es nur darum geht, wie zwei Figuren umeinander herumschwänzeln und alles um einander herum vergessen. Das ist mir zu wenig, dafür lese ich Liebesromane, aber keine Fantasy. Dementsprechend ist das hier gut gewählt. Es ist eher eine Slow Burn-Entwicklung zwischen Ivy und Thorne, die genug Raum gibt, dass sich beide Figuren auf Augenhöhe begegnen können. Thorne ist durch seine Fähigkeiten auf eine Art überlegen, aber sie kann sich dennoch als erzwungene Missionspartnerin beweisen und sich so seinen Respekt verdienen. Denn das ist auch der Unterschied zu Baylor als König der Insel, der zwar auch um ihre Fähigkeiten weiß, diese sich aber nur zunutze machen will. So wird ein gutes Gegengewicht gefunden.

Ivys Vergangenheit ist es dann vor allem, durch die wir die ruhigeren Momente bekommen. Es ist eine herzzerreißende Geschichte, die mit jedem Puzzleteil mehr Nähe zu ihrer Figur erzeugt. Es ist auch gut, dass Thorne an diesen Momenten teilhaben kann und sich selbst öffnet. Wir haben seine Perspektive nicht, deswegen erfahren wir zu ihm deutlich weniger, aber es gibt einschneidende, wichtige Momente, durch die wir ihn kennenlernen. Aber seine Rolle wird hoffentlich in Band 2 noch mehr Gewichtung bekommen. Bei den spannenden, actiongeladenen Szenen muss ich dann ein wenig Kritik anbringen. Manchmal wurde nicht ganz klar, was jeweils das Handlungsziel war. Gerade die erste gemeinsame Suche von Ivy und Thorne war etwas seltsam. Sie war spannend erzählt, ich bin nicht abgeschweift, aber ich hatte viele Fragezeichen. Danach hatte ich dann öfters mal das Gefühl, dass der Antrieb nicht immer konsequent verfolgt wurde. Stattdessen ist trotzdem Spannendes passiert, aber das waren Stellen, an denen habe ich eingehakt. Ich glaube auch, dass es einige logische Lücken gab, aber hier lasse ich die Unerfahrenheit von Taylor gerne gelten. Zumal wir umgekehrt einige gute Drehungen und Wendungen bekommen. Gerade mit dem Cliffhanger wird auch klar, dass es in Band 2 eigentlich erst richtig losgeht und so muss man auch erstmal die erste Zielgerade treffen.

Fazit: „Heir of Illusion“ hat zwar eine komplexe Szene zum Einstieg, aber danach war ich schnell am Haken. Ich mochte die Mischung aus allen Elementen, gerade weil die Liebesgeschichte nicht zu dominant wurde. Es gab zwar manchmal gewisse Lücken und unlogische Zwischenschritte, aber es hat mich im Lesefluss nicht gestört. Ich wurde immer wieder eingefangen und gerade das Ende ist richtig stark und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Mehr Wohlfühlen als Miträtseln

Juniper Hill | Die Edens 2 |
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Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich ...

Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich in Band 1 auch gerne reingelesen, auch weil mich das Genre mit Romantic Suspense angezogen hat. Zwar war die Geschichte kein Überflieger, aber auf jeden Fall interessant genug, um weiterlesen zu wollen.

Und da wären wir bei „Juniper Hill“ und der Geschichte von Memphis und Knox. Ein Kritikpunkt, den ich gleich zu Beginn ansprechen muss, ist wohl dieser deutlicher Genre-Wandel. Während „Indigo Ridge“ durch die Ermittlungen teilweise etwas sehr Düsteres und Bedrohliches hatte, war „Juniper Hill“ für mich eigentlich ausschließlich Wohlfühlatmosphäre. Es gab natürlich Themen, vor allem über Memphis, die ebenfalls viel Tiefgang haben, aber das Kleinstadtgefühl kommt viel stärker durch und auch die ganzen Eden-Szenen strahlen viel heller und sind fürs Herz. Nun weiß ich wirklich nicht, welchem Band ich das eigentlich negativ anlasten soll, aber ich finde schon, dass mit „Indigo Ridge“ eine Erwartung erzeugt wurde. Ich mag beide Genres, ich mag es romantisch, ich mag es auch spannend, aber wenn ich einmal so einen Anteil habe, dann erwarte ich ihn eigentlich auch im nächsten Band. Ich habe aber verstanden, dass Perry wohl doch eher zur klassischen Romance tendiert. Es gab zwar auch in „Juniper Hill“ am Ende einen Showdown, aber der war nicht wirklich mit Band 1 zu vergleichen. Mich stört es überhaupt nicht, die Eden-Geschwister nun bei ihren Happyends zu begleiten, aber Perry hat sich vielleicht nicht für jeden einen Gefallen getan, dass die beiden Bände stilistisch so unterschiedlich sind.

Ich mag wie gesagt eine gute Liebesgeschichte und die haben wir mit Memphis und Knox auf jeden Fall bekommen. Ich fand es bei Band 1 sehr übereilt, hier wurde es so erzählt, wie ich es am liebsten habe. Knox war erst sehr abweisend, aus vielfältigen Gründen, wie wir später ergründen, aber sie kommen sich immer näher und wie sie dann füreinander da sind, das hat mich sehr berührt. Viola Müller und Jesse Grimm haben für mich die beiden Charaktere zudem stimmlich sehr gut eingefangen. Ich habe da in den jeweiligen Kapiteln sehr gut mitfühlen können. Es war vielleicht etwas schade, dass die Geschichte von Memphis so dominant war. Sie hatte viele verschiedene Aspekte zu bieten, aber es ist immer gefährlich, wenn es wie so ein deutliches Ungleichgewicht wirkt. Aber mir haben die dargestellten Themen an sich gefallen. Memphis musste sich mutig durchs Leben schlagen. Ihr innerer Wandel ging zwar etwas schnell, aber ich fand es schön zu lesen, wie sie sich hat mitreißen lassen und ihrem alten Leben überzeugt den Rücken kehren konnte. Bei Knox hat mir sicherlich die Thematik seiner Vergangenheit am besten gefallen, weil es sehr beeinflusst hat, wie er auf Baby Drake reagiert hat.

Wir haben auch von unserem ersten Pärchen wieder viel gesehen, aber wir haben auch andere Geschwister mehr kennengelernt. Wir haben neue Geschichten bekommen und Andeutungen, wie die jeweiligen Bücher von ihnen laufen könnten. All das hat schon Lust gemacht.

Fazit: „Juniper Hill“ und „Indigo Ridge” unterscheiden sich schon sehr. Ich fand es nicht schlimm, weil für mich klar ist, dass es mehr eine Wohlfühlreihe, als Erwartung an Thrill ist. Ich mochte die Chemie zwischen Memphis und Knox sehr und haben durchgängig mitfühlen können.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Perfekt für die NA-Zielgruppe

Cozy baking time
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Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau ...

Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau richtig. Mich hat zusätzlich gereizt, dass die Ausgabe bei netgalley damit beworben wurde, ideal für New Adult-Bücher zu sein. Der Autorin Theresa Haubs bin ich online noch nicht begegnet, aber so war es erst recht reizvoll, da mal näher einzutauchen.

Zunächst ist sicherlich auffällig, dass Haubs eine durchgängig direkte Ansprache wählt. Nicht nur im Vorwort wendet sie sich direkt an uns, sondern auch die Tricks und Tipps und dann später die Rezepte klingen, als würde mir meine beste Freundin etwas einflüstern. Das hat für mich noch einmal die Zielgruppe unterstrichen. Es geht um junge Frau, vielleicht sogar in der Tendenz eher Anfängerinnen beim Backen, und dementsprechend ist der Umgangston. Auch wenn ich vielleicht schon ein Stückchen älter bin, aber ich habe das nicht als respektlos empfunden. Ich kann mir aber vorstellen, dass Ältere da lieber die Finger von lassen, wenn ich mir die Generation meiner Eltern zum Thema Duzen vorstelle. Haubs will es persönlich und das kommt auch rüber. So wird sie ihre Fans via Social Media ansprechen und das übernimmt sie in ihr erstes Backbuch.

Verweise auf New Adult finden sich eigentlich nicht. Das ist auch an anderen Stellen als netgalley so nicht beworben worden, aber vielleicht als Idee für die Zukunft, wäre es sicherlich eine Idee, bekannte New Adult-Bücher einzubinden und mögliche passende Rezepte zu entwickeln oder zuzuordnen. Vielleicht sind ja sogar Kooperationen möglich, wer weiß da schon. Da New Adult, Young Adult etc. die Bücherbranche entscheidend mit am Leben erhalten, kann ich mir da schon eine gute Fusion vorstellen. Auch farblich ist viel von gewissen Zielgruppenverlagen wiederzuerkennen. Es gibt viel Pastell und das hat mich auf jeden Fall überzeugt. Die Bilder zu den jeweiligen Rezepten haben auch etwas Heimeliges. Insgesamt finde ich aber, dass es wenig Bilder gibt. Da ich inzwischen ein bisschen was nachgebacken habe, habe ich bei komplizierten Zwischenschritten gedacht, dass ein passendes Bild vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Das zeigt zwar keine Bewegungen, deutet sie aber immerhin an. Ansonsten wäre eine andere Idee, vielleicht Videos zur Verfügung zu stellen, auf die mit QR-Codes zugegriffen werden kann.

Kommen wir jetzt aber zu den Rezepten selbst. Da ich sehr viele Standardrezepte entdeckt habe, hat das für mich den Eindruck verstärkt, dass es sich auch mehr an Anfängerinnen richtet. Vieles habe ich schon in meinem Repertoire. Dennoch muss ich sagen, dass auch bei dem Kirschkuchen mit Mandeln oder bei dem Mohnkuchen Ideen dabei waren, die dem Rezept noch einmal eine frische Note gegeben haben. Hier ein Gewürz, hier eine Marmelade. Da merkt man doch, dass jede Familie eigene Ideen als Tradition weiterträgt. Gerade bei dem Mohnkuchen hat man die Marmelade deutlich herausgeschmeckt und das hat mir gut gefallen. Zwetschgenkuchen kenne ich überwiegend nur mit Hefe oder Rührteig, das hat sich mit dem Mürbeteig auch als Entdeckung erwiesen. Für mich völlig neu waren die Crookies, die sind als Trend wohl an mir vorbeigegangen, aber nun definitiv bei mir auf dem Radar. Es war zwar ein Rezept, bei dem ich mir gerne eine bessere Anleitung erhofft hätte, aber nachdem der Dreh einmal raus war, war das Ergebnis echt lecker. Auch die Scones habe ich ausprobiert, weil das letzte Mal schon echt lange her war, aber das war fix gemacht und war auch in seiner Einfachheit lecker.

Es gibt noch einige Rezepte, die ich noch nicht probiert und damit noch auf meiner Liste habe, aber der bisherige Eindruck sagt, dass die Rezepte eine Gelinggarantie haben. Wo mir die Beschreibungen nicht ausreichten, habe ich auf Erfahrung zurückgegriffen. Dementsprechend sehe ich zwar Schwächen, die man bei weiteren Backbüchern angehen könnte, aber es war eine süße Idee für diese Sammlung.

Fazit: „Cozy Baking Time“ ist für die intendierte Zielgruppe (Jugendliche, junge Frauen) sehr gut gelungen. Die Ansprache ist sehr vertraut, die Wortspiele sind witzig und frech. Die Rezepte sind sehr Standard, aber mit neueren Ideen. Die Beschreibungen sind nicht immer ausreichend und dann auch zu wenig Bilder, insgesamt aber empfehlenswert, gerade wenn man zur Zielgruppe gehört.

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