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Veröffentlicht am 27.11.2025

Wieder versöhnt

Ember King
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Mit „Ember King“ von Marie Niehoff findet die Dragenbound-Reihe ihr Ende. Nach dem ersten Band wäre ein Wunsch gewesen, dass es gerne ewig so weitergehen kann. Dann kam aber Band 2, der für mich viel zu ...

Mit „Ember King“ von Marie Niehoff findet die Dragenbound-Reihe ihr Ende. Nach dem ersten Band wäre ein Wunsch gewesen, dass es gerne ewig so weitergehen kann. Dann kam aber Band 2, der für mich viel zu einseitig eine Liebesgeschichte erzählt hat und dabei völlig vergessen hat, auch die Handlung voranzutreiben. Das war also Ernüchterung. Aber mir war klar, dass ich die Reihe sauber beenden will. Kann mich „Ember King“ also wieder mit der Reihe versöhnen?

Ich beantworte es gleich vorweg: Ja, ich wurde versöhnt. Zwar ist auch wieder nicht der Zauber von Band 1 erzeugt worden, aber das ist nach so einem schwachen Zwischenband auch echt schwierig. Zumal die Bücher auch echt gleichmäßig veröffentlicht wurden, sodass es sich erst recht wie aus einem Guss anfühlte und da verschwanden die Eindrücke aus Band 2 nicht einfach. Dennoch ist der große Kritikpunkt nicht noch einmal zu wiederholen. Denn diesmal stand die Handlung klar im Vordergrund und die Liebesgeschichte war deutlich mehr zurückgestellt. Als sie dann wieder mehr in den Fokus rücken kann, passiert das dennoch nicht so, wie es zuvor in dem Band war. Da war ich doch sehr dankbar, weil Yessa und Cassim so auch reifer und erwachsener miteinander wirkten. Und weil man umgekehrt merken konnten, dass sie sich einem Endziel verschrieben hatten, und nicht nur der Zweisamkeit.

Eins bleibt aber schade. Das World Building war in Band 1 sehr eng gehalten und da hat es auch wunderbar funktioniert, weil man wusste, es kommt ja noch was. Durch die enge Fokussierung auf Yessa und Cassim in Band 2 kam da aber auch nicht wesentlich mehr. Band 3 ist da schon am größten erzählt, ohne Frage, aber Ylving als Antagonist bleibt eine Präsenz im Off. Wir haben zwar eine dritte Perspektive, die ich aus Spoilergründen hier nicht näher benennen würde, aber ich hätte darauf sofort verzichtet, wenn wir einfach nicht immer nur erlebt hätten, wie Ylving es sich gemütlich macht und andere die Konfrontation suchen lässt. Wäre er ein richtiger Antagonist gewesen, dann hätte man das richtig ausbauen müssen. So haben Yessa und Cassim für mich eher keine unbekannte Größe agiert. Dabei lebt gerade Fantasy auch von einem Antagonisten, der einem idealerweise den Atem raubt. Obwohl Cassim Ylving sehr nah kennengelernt hat, aber auch davon bekommen wir recht wenig vermittelt. Da waren so einige andere Widersacher, die nicht dessen Macht haben, doch deutlich bedrohlicher.

Ansonsten bin ich aber doch sehr zufrieden, wie Band 3 erzählt wurde. Yessa musste viel für sich alleine agieren, aber so musste und konnte sie sich noch einmal anders beweisen. Wir haben zudem eine Splittung des Geschehens im Camp und bei den Rebellen gehabt. So haben alle nochmal einen Anteil gehabt und die Welten verschwammen so besser. Mir hat auch sehr gefallen, dass wir ganz neue Teamdynamiken angeboten bekommen hat. Man hat Charaktere, die nur kleinere Auftritte bis dato hatten, näher kennengelernt und sogar noch überraschend lieb gewonnen. Es gab auch noch ein paar enthüllte Geheimnisse, es gab gerade am Ende viele heroische Momente, die zwischen Spannung, Grausamkeit, Emotionen und doch auch Freude geprägt waren. Da waren die Rezepturen aus Band 1 dann deutlich zu spüren. Das zeigt mir im Nachhinein auch, dass die ganze Reihe großartig hätte werden können. Aber man lernt mit seinen Aufgaben.

Fazit: „Ember King“ hat für mich zum Glück die Dragenbound-Reihe von Marie Niehoff versöhnlich zu Ende gebracht. Der große Knackpunkt aus Band 2 wurde genau umgekehrt. Zwar bleibt der große Böse nicht die Präsenz, die es bräuchte, aber trotzdem gab es noch genug Charakterentwicklung, viele Entwicklungen allgemein und ein episches Ende.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Überzeugendes Fantasydebüt

Heir of Illusion
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2025 ist wohl das Jahr, in dem ich seit Ewigkeiten wohl so viel Fantasy wie nie gelesen habe. Ich habe aber auch einige Reihen entdeckt, bei denen ich sehr gut mitkomme und mich für meine Verhältnisse ...

2025 ist wohl das Jahr, in dem ich seit Ewigkeiten wohl so viel Fantasy wie nie gelesen habe. Ich habe aber auch einige Reihen entdeckt, bei denen ich sehr gut mitkomme und mich für meine Verhältnisse sehr gut eindenken kann. Dank fehlender Vorstellungskraft ist kompliziertes World Building schon herausfordernd. Aber je mehr man liest, desto mehr leichter kommt man generell zurecht. Bei „Heir of Illusion“ war es nun einfach das Cover, das mich angezogen hat und so habe ich einfach mal reingelesen.

Es ist der Durchbruch von Madeline Taylor, der zunächst per Self-Publishing erschienen ist, ehe dann international immer mehr Verlage zugeschlagen haben. Ich muss auch sagen, dass man es der Autorin nicht anmerkt, dass sie zumindest öffentlich noch sehr unerfahren ist. Stattdessen bringt sie genau das, was ich oft bei Fantasy beobachte: eine komplizierte Einstiegsszene, die ich erstmal richtig sortieren und verstehen musste. Ich habe schon etwas Bauchgrummeln bekommen, weil ich befürchtete, gleich am Anfang den Anschluss zu verlieren. Letztlich hat sich das aber überhaupt nicht bewahrheitet. Im Gegenteil: Im Nachhinein ist es fast lächerlich, was ich für Sorgen hatte, denn ich war irgendwann einfach in der Geschichte drin und dann fügte sich auch alles zusammen. Es hat für mich letztlich auch den Grundton der Reihe gut erklärt. Mit Ivy als Assassine ist schon klar, dass es düster ist, aber die Geschichte ist allgemein sehr ernst, brutal und definitiv nicht cosy. Dementsprechend passt die Anfangsszene dann auch, denn man stößt sie gleich an der Inszenierung, aber kann dann auch schnell entscheiden, ob es etwas für einen ist.

Ich fand Ivy als Protagonistin sehr interessant. Wir haben immer mal Flashbacks, die klar machen, dass es einiges aus ihrer Vergangenheit gibt, was wir erst noch erfahren müssen. Aber es ist klar, dass sie durch das Halsband eine Gefangene ist, die dennoch alles ausreizt, um ihrer eigenen Moral nachgehen zu können. Dementsprechend ist sie sehr mutig. Ihre Fähigkeiten geben ihr natürlich auch gewisse Freiheiten und dennoch ist sie in ständiger Gefahr. Allgemein ist der Fantasy-Anteil nicht extrem ausgeprägt, zumal es auf allen Inseln (auf denen verschiedene Fähigkeiten dominieren) genug Menschen gibt. Aber die High Fae sind jetzt nicht so deutlich von anderen abgesetzt, was das Verständnis auch nicht kompliziert gemacht hat. Wir lernen auch relativ wenig von den anderen Inseln; hier könnte ich mir vorstellen, dass es auch für die Folgebände aufgespart wird. Mit dem Cliffhanger wird das sogar sehr wahrscheinlich. So verharren wir auf der Insel der Illusion und die Welt ist da relativ klein gedacht, aber das hat nichts von der Faszination weggenommen.

Denn mich hat „Heir of Illusion“ vor allem damit überzeugen können, dass die Mischung aus Action, ruhigeren, nachdenklichen Momenten, und dem Vorantreiben der Liebesgeschichte stimmte. Für mich sind einige Bände ähnlicher Reihen zuletzt bitter aufgestoßen, wenn man den Eindruck bekommen hat, dass es nur darum geht, wie zwei Figuren umeinander herumschwänzeln und alles um einander herum vergessen. Das ist mir zu wenig, dafür lese ich Liebesromane, aber keine Fantasy. Dementsprechend ist das hier gut gewählt. Es ist eher eine Slow Burn-Entwicklung zwischen Ivy und Thorne, die genug Raum gibt, dass sich beide Figuren auf Augenhöhe begegnen können. Thorne ist durch seine Fähigkeiten auf eine Art überlegen, aber sie kann sich dennoch als erzwungene Missionspartnerin beweisen und sich so seinen Respekt verdienen. Denn das ist auch der Unterschied zu Baylor als König der Insel, der zwar auch um ihre Fähigkeiten weiß, diese sich aber nur zunutze machen will. So wird ein gutes Gegengewicht gefunden.

Ivys Vergangenheit ist es dann vor allem, durch die wir die ruhigeren Momente bekommen. Es ist eine herzzerreißende Geschichte, die mit jedem Puzzleteil mehr Nähe zu ihrer Figur erzeugt. Es ist auch gut, dass Thorne an diesen Momenten teilhaben kann und sich selbst öffnet. Wir haben seine Perspektive nicht, deswegen erfahren wir zu ihm deutlich weniger, aber es gibt einschneidende, wichtige Momente, durch die wir ihn kennenlernen. Aber seine Rolle wird hoffentlich in Band 2 noch mehr Gewichtung bekommen. Bei den spannenden, actiongeladenen Szenen muss ich dann ein wenig Kritik anbringen. Manchmal wurde nicht ganz klar, was jeweils das Handlungsziel war. Gerade die erste gemeinsame Suche von Ivy und Thorne war etwas seltsam. Sie war spannend erzählt, ich bin nicht abgeschweift, aber ich hatte viele Fragezeichen. Danach hatte ich dann öfters mal das Gefühl, dass der Antrieb nicht immer konsequent verfolgt wurde. Stattdessen ist trotzdem Spannendes passiert, aber das waren Stellen, an denen habe ich eingehakt. Ich glaube auch, dass es einige logische Lücken gab, aber hier lasse ich die Unerfahrenheit von Taylor gerne gelten. Zumal wir umgekehrt einige gute Drehungen und Wendungen bekommen. Gerade mit dem Cliffhanger wird auch klar, dass es in Band 2 eigentlich erst richtig losgeht und so muss man auch erstmal die erste Zielgerade treffen.

Fazit: „Heir of Illusion“ hat zwar eine komplexe Szene zum Einstieg, aber danach war ich schnell am Haken. Ich mochte die Mischung aus allen Elementen, gerade weil die Liebesgeschichte nicht zu dominant wurde. Es gab zwar manchmal gewisse Lücken und unlogische Zwischenschritte, aber es hat mich im Lesefluss nicht gestört. Ich wurde immer wieder eingefangen und gerade das Ende ist richtig stark und macht Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Mehr Wohlfühlen als Miträtseln

Juniper Hill | Die Edens 2 |
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Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich ...

Die Eden-Reihe von Devney Perry hat vor allem im englischsprachigen Raum einen gewissen Hype erfahren, sodass ich sie schon weit vor Veröffentlichung in Deutschland auf dem Schirm hatte. Daher habe ich in Band 1 auch gerne reingelesen, auch weil mich das Genre mit Romantic Suspense angezogen hat. Zwar war die Geschichte kein Überflieger, aber auf jeden Fall interessant genug, um weiterlesen zu wollen.

Und da wären wir bei „Juniper Hill“ und der Geschichte von Memphis und Knox. Ein Kritikpunkt, den ich gleich zu Beginn ansprechen muss, ist wohl dieser deutlicher Genre-Wandel. Während „Indigo Ridge“ durch die Ermittlungen teilweise etwas sehr Düsteres und Bedrohliches hatte, war „Juniper Hill“ für mich eigentlich ausschließlich Wohlfühlatmosphäre. Es gab natürlich Themen, vor allem über Memphis, die ebenfalls viel Tiefgang haben, aber das Kleinstadtgefühl kommt viel stärker durch und auch die ganzen Eden-Szenen strahlen viel heller und sind fürs Herz. Nun weiß ich wirklich nicht, welchem Band ich das eigentlich negativ anlasten soll, aber ich finde schon, dass mit „Indigo Ridge“ eine Erwartung erzeugt wurde. Ich mag beide Genres, ich mag es romantisch, ich mag es auch spannend, aber wenn ich einmal so einen Anteil habe, dann erwarte ich ihn eigentlich auch im nächsten Band. Ich habe aber verstanden, dass Perry wohl doch eher zur klassischen Romance tendiert. Es gab zwar auch in „Juniper Hill“ am Ende einen Showdown, aber der war nicht wirklich mit Band 1 zu vergleichen. Mich stört es überhaupt nicht, die Eden-Geschwister nun bei ihren Happyends zu begleiten, aber Perry hat sich vielleicht nicht für jeden einen Gefallen getan, dass die beiden Bände stilistisch so unterschiedlich sind.

Ich mag wie gesagt eine gute Liebesgeschichte und die haben wir mit Memphis und Knox auf jeden Fall bekommen. Ich fand es bei Band 1 sehr übereilt, hier wurde es so erzählt, wie ich es am liebsten habe. Knox war erst sehr abweisend, aus vielfältigen Gründen, wie wir später ergründen, aber sie kommen sich immer näher und wie sie dann füreinander da sind, das hat mich sehr berührt. Viola Müller und Jesse Grimm haben für mich die beiden Charaktere zudem stimmlich sehr gut eingefangen. Ich habe da in den jeweiligen Kapiteln sehr gut mitfühlen können. Es war vielleicht etwas schade, dass die Geschichte von Memphis so dominant war. Sie hatte viele verschiedene Aspekte zu bieten, aber es ist immer gefährlich, wenn es wie so ein deutliches Ungleichgewicht wirkt. Aber mir haben die dargestellten Themen an sich gefallen. Memphis musste sich mutig durchs Leben schlagen. Ihr innerer Wandel ging zwar etwas schnell, aber ich fand es schön zu lesen, wie sie sich hat mitreißen lassen und ihrem alten Leben überzeugt den Rücken kehren konnte. Bei Knox hat mir sicherlich die Thematik seiner Vergangenheit am besten gefallen, weil es sehr beeinflusst hat, wie er auf Baby Drake reagiert hat.

Wir haben auch von unserem ersten Pärchen wieder viel gesehen, aber wir haben auch andere Geschwister mehr kennengelernt. Wir haben neue Geschichten bekommen und Andeutungen, wie die jeweiligen Bücher von ihnen laufen könnten. All das hat schon Lust gemacht.

Fazit: „Juniper Hill“ und „Indigo Ridge” unterscheiden sich schon sehr. Ich fand es nicht schlimm, weil für mich klar ist, dass es mehr eine Wohlfühlreihe, als Erwartung an Thrill ist. Ich mochte die Chemie zwischen Memphis und Knox sehr und haben durchgängig mitfühlen können.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Perfekt für die NA-Zielgruppe

Cozy baking time
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Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau ...

Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau richtig. Mich hat zusätzlich gereizt, dass die Ausgabe bei netgalley damit beworben wurde, ideal für New Adult-Bücher zu sein. Der Autorin Theresa Haubs bin ich online noch nicht begegnet, aber so war es erst recht reizvoll, da mal näher einzutauchen.

Zunächst ist sicherlich auffällig, dass Haubs eine durchgängig direkte Ansprache wählt. Nicht nur im Vorwort wendet sie sich direkt an uns, sondern auch die Tricks und Tipps und dann später die Rezepte klingen, als würde mir meine beste Freundin etwas einflüstern. Das hat für mich noch einmal die Zielgruppe unterstrichen. Es geht um junge Frau, vielleicht sogar in der Tendenz eher Anfängerinnen beim Backen, und dementsprechend ist der Umgangston. Auch wenn ich vielleicht schon ein Stückchen älter bin, aber ich habe das nicht als respektlos empfunden. Ich kann mir aber vorstellen, dass Ältere da lieber die Finger von lassen, wenn ich mir die Generation meiner Eltern zum Thema Duzen vorstelle. Haubs will es persönlich und das kommt auch rüber. So wird sie ihre Fans via Social Media ansprechen und das übernimmt sie in ihr erstes Backbuch.

Verweise auf New Adult finden sich eigentlich nicht. Das ist auch an anderen Stellen als netgalley so nicht beworben worden, aber vielleicht als Idee für die Zukunft, wäre es sicherlich eine Idee, bekannte New Adult-Bücher einzubinden und mögliche passende Rezepte zu entwickeln oder zuzuordnen. Vielleicht sind ja sogar Kooperationen möglich, wer weiß da schon. Da New Adult, Young Adult etc. die Bücherbranche entscheidend mit am Leben erhalten, kann ich mir da schon eine gute Fusion vorstellen. Auch farblich ist viel von gewissen Zielgruppenverlagen wiederzuerkennen. Es gibt viel Pastell und das hat mich auf jeden Fall überzeugt. Die Bilder zu den jeweiligen Rezepten haben auch etwas Heimeliges. Insgesamt finde ich aber, dass es wenig Bilder gibt. Da ich inzwischen ein bisschen was nachgebacken habe, habe ich bei komplizierten Zwischenschritten gedacht, dass ein passendes Bild vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Das zeigt zwar keine Bewegungen, deutet sie aber immerhin an. Ansonsten wäre eine andere Idee, vielleicht Videos zur Verfügung zu stellen, auf die mit QR-Codes zugegriffen werden kann.

Kommen wir jetzt aber zu den Rezepten selbst. Da ich sehr viele Standardrezepte entdeckt habe, hat das für mich den Eindruck verstärkt, dass es sich auch mehr an Anfängerinnen richtet. Vieles habe ich schon in meinem Repertoire. Dennoch muss ich sagen, dass auch bei dem Kirschkuchen mit Mandeln oder bei dem Mohnkuchen Ideen dabei waren, die dem Rezept noch einmal eine frische Note gegeben haben. Hier ein Gewürz, hier eine Marmelade. Da merkt man doch, dass jede Familie eigene Ideen als Tradition weiterträgt. Gerade bei dem Mohnkuchen hat man die Marmelade deutlich herausgeschmeckt und das hat mir gut gefallen. Zwetschgenkuchen kenne ich überwiegend nur mit Hefe oder Rührteig, das hat sich mit dem Mürbeteig auch als Entdeckung erwiesen. Für mich völlig neu waren die Crookies, die sind als Trend wohl an mir vorbeigegangen, aber nun definitiv bei mir auf dem Radar. Es war zwar ein Rezept, bei dem ich mir gerne eine bessere Anleitung erhofft hätte, aber nachdem der Dreh einmal raus war, war das Ergebnis echt lecker. Auch die Scones habe ich ausprobiert, weil das letzte Mal schon echt lange her war, aber das war fix gemacht und war auch in seiner Einfachheit lecker.

Es gibt noch einige Rezepte, die ich noch nicht probiert und damit noch auf meiner Liste habe, aber der bisherige Eindruck sagt, dass die Rezepte eine Gelinggarantie haben. Wo mir die Beschreibungen nicht ausreichten, habe ich auf Erfahrung zurückgegriffen. Dementsprechend sehe ich zwar Schwächen, die man bei weiteren Backbüchern angehen könnte, aber es war eine süße Idee für diese Sammlung.

Fazit: „Cozy Baking Time“ ist für die intendierte Zielgruppe (Jugendliche, junge Frauen) sehr gut gelungen. Die Ansprache ist sehr vertraut, die Wortspiele sind witzig und frech. Die Rezepte sind sehr Standard, aber mit neueren Ideen. Die Beschreibungen sind nicht immer ausreichend und dann auch zu wenig Bilder, insgesamt aber empfehlenswert, gerade wenn man zur Zielgruppe gehört.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Persönlich und etwas überhastet

Falling Like Stars
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Der persönliche Schicksalsschlag von Emma Scott, der ist mir sehr ans Herz gegangen und wenn ich seitdem ein neues Buch von ihr lese, dann geht das irgendwie wo ganz anders hin. Denn schon vor dem Nachwort ...

Der persönliche Schicksalsschlag von Emma Scott, der ist mir sehr ans Herz gegangen und wenn ich seitdem ein neues Buch von ihr lese, dann geht das irgendwie wo ganz anders hin. Denn schon vor dem Nachwort war einfach zu spüren, wie viel Persönliches in „Falling Like Stars“ eingewoben waren. Ich bewundere sie einfach sehr für ihren Mut und ihre wiedergefundene Stärke und hoffe, dass sie uns als begeisterte Leser noch lange mit ihren Liebesgeschichten berührt.

Fantasy von Emma Scott, das war nicht so meins, aber mit „Falling Like Stars“ ist sie genau wieder da, wo ich sie lieben gelernt habe: eine Liebesgeschichte. Da es das erste Buch ist, das sie nach ihrem persönlichen Verlust geschrieben hat, kann ich auch verstehen, dass es ein Standalone ist, weil es inhaltlich ganz deutlich eine Aufgabe hatte. Das ist vor allem mit Hauptfigur Rowan verbunden, die ebenfalls einen schweren Verlust erlebt. Es ist gleich für den Einstieg in die Geschichte eine echte emotionale Hausnummer, die aber zeigt, so ist das Leben. Alles scheint gut oder zumindest zu bewältigen und dann schlägt das Schicksal zu. Danach haben wir einen Zeitsprung und wir erleben Rowan als junge Frau, die sich alles verbietet, was sie sich einst erträumt hat, weil sie Schuldgefühle der Überlebenden hat. Scott hat im Nachhinein zugegeben, dass in diesem Teil viel ihrer eigenen Gedankenwelt drinsteckt und das habe ich mir beim Lesen schon gedacht. Man merkt einfach, wenn sich etwas echt anfühlt, entweder weil man das Gefühl selbst kennt oder weil es so intensiv ist, dass es auf mich als Leserin selbst übergeht, dass es nicht aus der Luft gegriffen sein kann.

Ich fand angesichts von Rowans Lebensgeschichte gut, dass sie nicht als verletzliches Püppchen erzählt wurde, das im Leben angeleitet werden muss. Nein, sie hat sich tough und mit Durchhaltevermögen entwickelt. Sie hat aufgrund ihres Traumas eine verdrehte Gedankenwelt, aber sie ist absolut überlebensfähig. Genau deswegen hat für mich dann die Liebesgeschichte auch gut funktioniert. Natürlich ist Zach als Protagonist auch ein echtes Goldstück, aber trotz seines Berufs war es von Anfang eine Begegnung auf Augenhöhe. Er musste sie nicht retten und das habe ich erleichtert zur Kenntnis genommen. Das hätte man nämlich leicht anders erzählen können. Ich muss an dieser Stelle einwenden, dass ich nicht auf so eine emotionale Ebene gekommen bin, wie ich das bei Scott-Büchern schnell erreichen kann, aber das liegt einfach daran, dass ein sehr stetiges Erzähltempo da ist und manchmal wäre Luft holen besser gewesen. Es passiert zwar nicht alles innerhalb weniger Tage oder Wochen, nein, wir haben einen größeren Zeitrahmen, aber es fühlt sich anders an. Und wenn ich weiß, was Scott kann, dann weiß ich auch, dass sie diese Tiefe und das Luft holen kann. Der letzte Funke fehlte so unterm Strich.

Kommen wir aber zurück zum Pärchen. Rowans Weg, wie sie sich Hilfe sucht, auch hier ist mit viel Authentizität gearbeitet worden (auch hier Stichwort Nachwort). Genauso fand ich es aber bewegend, welchen Knackpunkt sich Scott für Zach ausgedacht hat. Er hat eine so tolle Familie, die es als Anker brauchte und deswegen musste etwas anders her. Das Thema ist allgemein so wichtig, aber es ist genauso wichtig, dass es auch Männer betrifft. Hier war dann clever, dass Zach berühmt ist, weil es dieses ‚wem glaubt man‘ auf die Spitze getrieben hat. Auch wenn es schwer zu lesen war, aber Hut ab für die Darstellung. Ich fand auch das ganze Filmbusiness sehr gut dargestellt. Alles rund um die Preisverleihungen war leicht übertrieben, aber alles andere hat die Welt überhaupt nicht rosarot gezeichnet, sondern sehr realitätsnah. Sowohl der Einfluss von Social Media, aber auch der Druck durch ein Team aus Agenten, Manager etc. Die Welt lässt sich gerne als wunderschön gestalten, aber so war es genau so, wie die ganzen Skandalen in der realen Welt es uns immer wieder beweisen.

Fazit: „Falling Like Stars“ ist eine sehr persönliche Geschichte von Emma Scott, weswegen vor allem die Entwicklungen der beiden Hauptfiguren individuell sehr berührend waren. Als Paar zusammen habe ich schon was ganz anderes der Autorin geboten bekommen. Da wäre Luft holen mal nötig gewesen, aber einzelne Momente waren dennoch sehr fürs Herz.

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