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Veröffentlicht am 28.12.2025

✎ Emily Henry - Great Big Beautiful Life

Great Big Beautiful Life
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„Great Big Beautiful Life“ ist kein Buch, welches ich selbst in die Hand genommen hätte. Familiengeschichten sprechen mich an, Liebesromane dagegen selten, weil mir ihre Dramaturgie oft austauschbar erscheint. ...

„Great Big Beautiful Life“ ist kein Buch, welches ich selbst in die Hand genommen hätte. Familiengeschichten sprechen mich an, Liebesromane dagegen selten, weil mir ihre Dramaturgie oft austauschbar erscheint. Dieses Buch landete dennoch bei mir, ausgeliehen von einer Bekannten, und bekam eine faire Chance. Das Ergebnis war solide Unterhaltung, ohne dass ich mich gegen meinen eigenen Lesegeschmack verbiegen musste.

Emily Henry war mir zuvor kein Begriff. Hypes aus sozialen Netzwerken erreichen mich kaum. Neugier entsteht bei mir eher durch Rezensionen oder einen überzeugenden Klappentext. In diesem Fall war es schlicht der Umstand, dass das Buch bereits da lag.

Der Stil erwies sich als zugänglich und flüssig. Über weite Strecken wollte ich weiterlesen, weil sich das Erzählen angenehm anfühlte. Gegen Ende traten kleinere Längen auf, die den Gesamteindruck jedoch nicht ernsthaft schwächten. Einige Entwicklungen ließen sich früh erahnen, was im Romance-Genre wenig überrascht. Gleichzeitig gab es Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte; ein zentraler Handlungsstrang löste sich zum Beispiel völlig anders auf, als ich es die ganze Zeit dachte.

Die Geschichte wird konsequent aus Alices Perspektive erzählt. Gerade im letzten Drittel fehlte mir stellenweise der Einblick in Gespräche zwischen Hayden und Margaret. Ihr wiederholtes Aufeinandertreffen über einen langen Zeitraum bleibt in entscheidenden Momenten ausgespart, was erzählerisch konsequent, emotional aber etwas unbefriedigend wirkt.

Vermutlich wird mir dieser Liebesroman nicht dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Als kurzweilige Lektüre funktioniert er jedoch und ich kann mir vorstellen, zwischendurch erneut zu einem Buch dieser Autorin zu greifen, ohne große Erwartungen, aber auch ohne Vorbehalte.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 25.12.2025

✎ Michael Stavarič - Als der Elsternkönig sein Weiß verlor

Als der Elsternkönig sein Weiß verlor
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Der Kunstanstifter Verlag veröffentlicht nach meiner bisherigen Erfahrung Bilderbücher, die bewusst mit Erwartungen brechen. Formal wirken sie wie Kinderliteratur, inhaltlich arbeiten sie jedoch mit Verdichtung, ...

Der Kunstanstifter Verlag veröffentlicht nach meiner bisherigen Erfahrung Bilderbücher, die bewusst mit Erwartungen brechen. Formal wirken sie wie Kinderliteratur, inhaltlich arbeiten sie jedoch mit Verdichtung, Andeutung und Brüchen. Der Sinn erschließt sich nicht beim schnellen Lesen, sondern erst durch genaues Hinsehen und das Wahrnehmen der Leerstellen zwischen den Zeilen.

Genauso habe ich „Als der Elsternkönig sein Weiß verlor“ von Michael Stavarič erlebt. Die Altersempfehlung ab fünf Jahren erscheint mir realitätsfern. Kindern fehlen dafür die biografischen Erfahrungen und inneren Konflikte, auf die der Text stillschweigend baut. Erst Jugendliche, noch deutlicher Erwachsene, können die sprachlichen Verschiebungen, die Mehrdeutigkeit und die emotionale Schwere vollständig erfassen.

Diese Distanz wird durch die Illustrationen verstärkt. Die Bildwelt bleibt überwiegend in Schwarzweiß, Farbe taucht nur punktuell auf. Für ein klassisches Kinderbuch fehlt der visuelle Reiz; stattdessen unterstützen die Bilder die melancholische Grundhaltung und die innere Spannung des Textes.

In dem kurzen Textraum verhandelt Stavarič eine erstaunliche Anzahl von Themen: Selbstakzeptanz und Fremdzuschreibung, Erwartungen von außen, Missgunst, innere Unzufriedenheit, Widerstand gegen vorgegebene Rollen und die Einsicht, dass nicht alles erklärbar oder auflösbar sein muss. Diese Motive stehen nicht nebeneinander, sondern greifen ineinander und erzeugen ein Gefühl von Unruhe, das bewusst nicht beruhigt wird.

Genau daher empfinde ich die Geschichte als zu düster, zu abstrakt, als emotional überfordernd für kleine Kinder - besonders im Kontext eines Bilderbuchs. Auch die Distanz der Sprache, die keine Identifikationsfigur anbietet, sondern Beobachtung verlangt, ist nichts, mit was Kinder in diesem Alter etwas anfangen können. Dies bestätigt für mich, dass das Buch nicht gefallen will, sondern fordert.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 09.12.2025

✎ Selma Noort - Das kleine Haus am Fluss

Das kleine Haus am Fluss
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Ich hatte mich auf die Lektüre des Kinderromans „Das kleine Haus am Fluss“ gefreut, weil der Klappentext eine dichte, gefühlsnahe Handlung versprach.

Der Einstieg liefert die erwartete Wucht. Der LKW-Unfall ...

Ich hatte mich auf die Lektüre des Kinderromans „Das kleine Haus am Fluss“ gefreut, weil der Klappentext eine dichte, gefühlsnahe Handlung versprach.

Der Einstieg liefert die erwartete Wucht. Der LKW-Unfall spielt direkt eine zentrale Rolle, doch die Erwähnung dessen nimmt dem Moment die notwendige Fallhöhe. Die Szene bleibt intensiv, verliert für mich aber sofort ihren Nachhall.

Selma Noort legt zahlreiche gesellschaftliche und familiäre Belastungen übereinander. Die älteren Figuren tragen die Folgen eines langen Lebens, welches sie teilweise zunehmend überfordert. Die nachfolgende Generation navigiert Migration, komplexe Familienstrukturen und psychische Krisen. Juss und Amber stehen als Kinder im Zentrum eines Geflechts aus Verlust, Übergang und stillen Brüchen, das sich in Gegenwart und Vergangenheit spiegelt. Diese thematische Fülle wird handhabbar erzählt, aber der erzählerische Zug bleibt gedämpft, weil es sehr viel auf engem Raum ist.

Die Szenen zwischen Juss und Amber bilden den lebendigsten Teil. Ihre impulsive Art wirkte auf mich stellenweise jünger, aber gerade diese Unmittelbarkeit bringt Energie und erinnert an eine Kindheit, die noch ohne ständige Selbstinszenierung auskommt. Ihre Freiheit wirkt nicht künstlich, sondern wie ein Rückgriff auf ein kindliches Erleben, das heute meiner persönlichen Erfahrung nach in städtischer Umgebung selten geworden ist.

Der Roman vermittelt trotz ernster Themen ein Gefühl von Zusammenhalt. Die leise Hoffnung, die zwischen den Zeilen aufscheint, entsteht nicht aus Dramatisierung, sondern aus der Beobachtung alltäglicher Verletzlichkeit. Verlust und Neubeginn liegen oft nah beieinander …

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 04.11.2025

✎ Leonardo Mazzeo - Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr

Tierische Helden
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Das Buch „Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr“ von Leonardo Mazzeo lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück …

Das Konzept ist einfach: Tiere werden zu Helden, ihre Geschichten werden erzählt - ...

Das Buch „Tierische Helden: Unglaublich & echt wahr“ von Leonardo Mazzeo lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück …

Das Konzept ist einfach: Tiere werden zu Helden, ihre Geschichten werden erzählt - zumindest aus ihrer Perspektive. Weil die Erzählung bewusst aus der Sicht der Tiere gehalten ist, erfährt man nur Bruchstücke der Handlung, also das, was meistens sie selbst getan und gefühlt haben.

Jede Geschichte bekommt zwei Doppelseiten im Buch. Bilder dominieren, der Text bleibt knapp. Das macht das Lesen für Kinder schnell möglich, aber auch oberflächlich.

Meine Tochter, gerade Zweitklässlerin, schnappte sich das Buch eigenständig und las eine Geschichte. Danach nutzten wir gemeinsam das Internet, um mehr über die Tiere zu recherchieren und vor allem, um Originalfotos zu sehen, denn im Buch gibt es nur Illustrationen.

Ich als Erwachsene kannte bereits ein paar der Geschichten und habe sogar 2 Filme gesehen, die meisten waren mir jedoch unbekannt.

Mich schockiert, dass es eine Geschichte wie die von Laika, der Hündin, die ins Weltall flog, in das Buch geschafft hat.

Auf den ersten Blick klingt das heroisch und erstaunlich. Doch bei genauerem Hinsehen und Nachlesen wird klar, dass es sich hier um Tierversuche handelte, und Laika sogar wenige Stunden nach dem Start verstarb. Für uns war dies keine Heldinnengeschichte, sondern eine, die traurige Fragen aufwirft.

Im Rückblick überzeugt das Buch durch seine Bilder und durch den Ansatz, Kinder mit wahren Tiergeschichten zu erreichen. Es fehlt jedoch Tiefe. Kurztexte und Illustrierbarkeit reichen nicht immer aus, wenn komplexere Themen wie Mut, Loyalität oder ethische Dimensionen angesprochen werden.

Ich finde: Wer ein kindgerecht gestaltetes Tierbilderbuch ab etwa sechs Jahren sucht, ist gut bedient, doch wer nach inhaltlicher Tiefe, Reflexion oder kritischer Auseinandersetzung sucht, wird unzufrieden sein. Vor allem denke ich, dass Erwachsene die Geschichten mit zusätzlicher Recherche begleiten sollten, wenn sie nicht bloß oberflächlich bleiben wollen.

Die illustratorische Gestaltung von Bianca Austria ist stark und trägt das Buch visuell, der Textumfang jedoch limitiert die Tiefe.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 02.10.2025

✎ Jo Rioux - Suri, die Monsterjägerin 1 Der goldene Faden

Suri, die Monsterjägerin
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Comics haben in unserer Schulbibliothek einen festen Platz, denn egal ob Eltern sie als „richtige Bücher“ anerkennen oder nicht - jedes Kind, das liest, macht mich froh. Auch wenn es „nur“ eine Zeitschrift ...

Comics haben in unserer Schulbibliothek einen festen Platz, denn egal ob Eltern sie als „richtige Bücher“ anerkennen oder nicht - jedes Kind, das liest, macht mich froh. Auch wenn es „nur“ eine Zeitschrift ist!

Wir entschieden uns für „Suri, die Monsterjägerin 1 Der goldene Faden“ von Jo Rioux, weil meine 7½-jährige Tochter Monster einfach fasziniert.

Der Einstieg des Comics wirkt etwas holprig. Es gibt einen Prolog, der kurioserweise kaum Einfluss auf den restlichen Verlauf hat und man wird ohne große Einführung mitten in die Handlung geworfen. Viele Details - Suris Welt, ihre Beziehungen, die Gefahren - entfalten sich erst nach und nach. Diese Erzählweise kann spannend sein, verlangt aber Aufmerksamkeit und Geduld, vor allem von jungen Lesenden.

Was mich besonders beeindruckt, sind die Illustrationen und Suris Charakterzeichnung. Suri ist ein Mädchen und eine PoC, was in Kindercomics leider viel zu wenig zu finden ist.

Sie ist zudem facettenreich: Sie zeigt Mut, setzt sich für ihre Ziele ein, kämpft mit Ängsten und ist zugleich fürsorglich. Diese Mischung macht sie glaubwürdig und liebenswert, nicht perfekt, aber menschlich. Als Hauptfigur ist sie toll gelungen.

Die Bilder schaffen Suris Welt atmosphärisch gut: oft dunkel, aber nicht undeutlich. Sie unterstreichen die Balance zwischen Grusel und Abenteuer, ohne völlig in Horrorszenerien abzurutschen.

Der Verlag empfiehlt das Buch ab ca 8 Jahren, was ich uneingeschränkt mittrage. Die Schrift ist klar und leserfreundlich gestaltet, was Leseanfänger*innen entgegenkommt. Nur sollte das Kind verständlicherweise keine Scheu vor Monstern oder düsteren Szenen und der Dunkelheit haben.

Das Ende bleibt offen, was bei Serien, vor allem Comics, häufig vorkommt - zumindest hatte ich diesen Effekt bereits mehrfach. Ebenso viele lose Fäden, die hoffentlich im nächsten Band geklärt werden, findet man hier. Versteckt in den Zeichnungen fordert und fördert dies die Aufmerksamkeit der Kleinen.

Insgesamt ist der Kindercomic „Suri, die Monsterjägerin 1 Der goldene Faden“ ein gelungener Auftakt für eine neue Abenteuer-Graphic Novel.

©2025 Mademoiselle Cake