Höllentrip
KatabasisEin gewaltiges Buch legt Rebecca F. Kuang mit ‘Katabasis‘ vor, nicht nur bezüglich der Seitenanzahl, auch inhaltlich fordert es den Lesenden, intellektuell mitzuhalten. Die Kunst des Zauberns setzt fundierte ...
Ein gewaltiges Buch legt Rebecca F. Kuang mit ‘Katabasis‘ vor, nicht nur bezüglich der Seitenanzahl, auch inhaltlich fordert es den Lesenden, intellektuell mitzuhalten. Die Kunst des Zauberns setzt fundierte mathematische Kenntnisse voraus, die über das Triviale hinausgehen. Geringe Unachtsamkeiten enden nicht selten in einer Katastrophe. So geschehen, als ein fehlerhaftes Pentagramm den renommierten Professor für Magie der Universität in Cambridge Jacob Crimes, ein nicht gerade bequemer und herzensguter Zeitgenosse, in seine Einzelteile zerlegt und schließlich dieser in der Hölle landet. Seine Doktorandin der Analytischen Magie Alice Law fühlt sich für dieses Missgeschick verantwortlich, wohl auch nicht ganz unverschuldet. Also beschließt sie ihrem Doktorvater in die Hölle zu folgen, um ihn zurück ins Leben zu holen und ihr Unachtsamkeit damit wieder gut zu machen. Na ja, und außerdem braucht sie sein Empfehlungsschreiben für die anstehende Promotion. Ausgerüstet mit hilfreichen Aufzeichnungen differenten Inhalts, will sie diesen waghalsigen Höllentrip starten, als plötzlich Peter Murdock auftaucht, der nicht gerade ihr Lieblingskommilitone ist und sie dennoch davon überzeugt, dass er ihr hilfreich zur Seite stehen kann. Es folgt eine aufregende, nicht ganz ungefährliche Reise durch die Höfe der Hölle, die nicht zufällig Parallelen zur akademischen Maschinerie aufzeigen.
Die Geschichte zeichnet eine karrieresüchtige Protagonistin, die wenig Sympathie versprüht. Interessant sind die Beschreibungen der Unterwelt. Im Mittelteil verliert die Handlung jedoch stellenweise an Dynamik. Gespickt mit Diskursen zu mythologischen und philosophischen Fragen begibt sich der Fantasieroman schließlich in einen spektakulären finalen Schlagabtausch.