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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2025

Cosy Crime aus meiner Heimat

Tödliches Gold
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Vor einiger Zeit habe ich den dritten Teil der Reihe um Lou Conrad gelesen, der unweit meiner Heimat spielt und zwar in der wunderschönen Wachau.
Diesmal dreht sich alles um Honig, das gelbe Gold, welches ...

Vor einiger Zeit habe ich den dritten Teil der Reihe um Lou Conrad gelesen, der unweit meiner Heimat spielt und zwar in der wunderschönen Wachau.
Diesmal dreht sich alles um Honig, das gelbe Gold, welches plötzlich tödlich wird.

In wenigen Tagen soll auf Initiative eines örtlichen Imkers ein Bienen-Wanderweg eröffnet werden. Die feierliche Eröffnung steht kurz bevor und die Marienkirchner sind schon sehr aufgeregt. Doch bevor es soweit ist, wird am Beginn des Wanderweges eine junge Frau tot aufgefunden. Als im Dorf auch noch die Runde macht, dass eine Joggerin nur wenige Tage davor von einem Mann verfolgt wurde, geht die Angst in Marienkirchen um. Lou Conrads ehemalige Chefin Verena Badinger vom LKA in Sankt Pölten hat jedoch schnell einen Verdächtigen ausgemacht, der verhaftet wird. Lou hat hingegen Zweifel, ob der junge Mann tatsächlich der gesuchte Mörder ist. Sie beginnt sich umzuhören und stellt Nachforschungen über die Tote an, die als Weltenbummlerin und Fotografin auf Social Media wohl bekannt war. Wer kann ein Interesse daran haben, die junge Frau zu töten?

Diesmal dreht sich viel um das gelbe Gold, was mir Spaß gemacht hat, weil mein Mann seit etwas mehr als einem Jahr Imker ist und ich gerne über die Imkerei lese, um mehr zu erfahren.
Gemeinsam mit Sternekoch Fabio schnüffelt Lou im Umkreis der Toten, aber auch im örtlichen Marienkirchen herum. Die Einwohner beharren zwar darauf, dass der Täter kein Ortsansässiger sein kann, jedoch führen einige wenige Spuren auch ins idyllische Dörfchen.
Die locker leichte Erzählweise bringt uns die schönen Seiten der Wachau und auch die Kulinarik der Region wieder näher. Man sollte beim Lesen jedes Regionalkrimis um Lou Conrad keinen Hunger mitbringen oder bereits gut gegessen haben, denn hier bekommt man auf jeder Seite Köstlichkeiten vorgesetzt.
Das gewohnte Konzept der Autorin greift auch bei "Tödliches Gold" wieder. Spannung kommt eher erst im letzten Drittel auf.

Die Beziehung zwischen Fabio und Lou entwickelt sich diesmal jedoch kaum weiter. Beide schmachten sich an, aber keiner gesteht seine Gefühle. Das wirkt etwas aufgesetzt - vor allem in ihren Alter.
Trotzdem bin ich schon neugierig auf den nächsten Teil der Reihe.

Fazit:
Cosy Crime, der in meiner Heimat spielt und mit regionalen Köstlichkeiten aufwartet, die auch tödlich sein können... Kurzweilig und mit viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Kommt nicht an Happy Place heran

Safe Space
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Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat!
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der ...

Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat!
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der Leserunde mitlesen durfte. Das macht es umso interessanter, denn alle von uns haben wieder mitgerätselt und Ideen eingebracht.

Anna ist forensische Psychologin und tritt nach einem ausgezeichneten Studium ihre erste Stelle im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Hier werden die ganz schweren Fälle behandelt, doch Anna hat sich mit Absicht für die Stelle in der JVA Weyer beworben. Sie möchte wissen, was mit ihrer Schwester Sina passiert ist, die vor sechs Jahren spurlos verschwand. In ihrer Wohnung wurde damals nur eine Menge Blut gefunden, welches auf ein Gewaltverbrechen zurückzuführen scheint. Gemeinsam mit Sina ist auch deren Freund Samu unauffindbar und dessen Freund Sonny, der jedoch zur Tatzeit angeblich in Haft ist. Die Polizei konnte trotz intensiver Ermittlungen den Fall nicht abschließen. Anna vermutet indessen den Täter oder einen Mitwisser in Weyer.

Die Einblicke in die psychologische Arbeit innerhalb eines Hochsicherheitsgefängnissen, in dem Serienmörder und Psychopaten einsitzen, ist spannend. Allerdings beginnt Anna Fehler zu machen und gerät zunehmend unter Druck. Sie kann immer öfter ihre professionelle Maske nicht mehr aufrecht erhalten. Mit ihrer Figur bin ich nicht ganz warm geworden und als forensische Psychologin handelte
sie oftmals zu unreflektiert. Anna gerät zunehmend unter Druck und macht Fehler. Das spielt jedoch jemand perfekt in den Plan, denn Anna ist längst selbst das Opfer in diesem Katz und Maus Spiel...

Neben dem Handlungsstrang in der Gegenwart, die wir aus Annas Sicht erleben, lesen wir noch aus Sinas Tagebuch und über Leon, dessen gewaltreiche und lieblose Kindheit wir begleiten. Dies ist oftmals harter Tobak!
Sarah Bestgen ist die charakterliche Darstellung ihrer Figuren wieder großartig gelungen. Jedoch habe ich mich bei einigen gefragt, welche genaue Rolle sie im Endeffekt eigentlich gespielt haben und wie manche Stränge zusammenpassen. Da gab es für mich einige Irritationen.

Wie schon in ihrem Thrillerdebüt versteht die Autorin es hervorragend falsche Fährten zu legen, mit Erwartungen zu spielen und die Leser zu verwirren. Auch in "Safe Space" gelingt ihr das ausgezeichnet.
Sarah Bestgen lässt in menschliche Abgründe blicken. Während des Lesens spürt man die unheilvolle Stimmung und die bedrückende Atmosphäre.

Trotzdem konnte mich "Safe Space" nicht so abholen, wie "Happy End". Ich empfand manche Handlungen überzogen oder unglaubwürdig. Es gab Wiederholungen und es fehlte mir in der Mitte etwas die Spannung. Nichts zu bemängeln gibt es bei den Kapitellängen und den Schreibstil der Autorin, den ich bereits kannte und sehr mag.
Was Sarah Bestgen wieder absolut beherrscht sind die überraschenden Wendungen und Plot Twists! Das Ende ist ein Knaller.

Fazit:
Für mich leider um einiges schwächer als "Happy End", aber vor allem die Charakterisierungen der Figuren und die intensive beklemmende Atmosphäre ist der Autorin wieder hervorragend gelungen. Wegen einiger Wiederholungen, kleinen Längen und überzogenen Handlungen gebe ich 3 1/2 Sterne und runde auf anderen Plattformen auf.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Cozy Hexenvibes

A Dark and Secret Magic
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Ich denke diesen Herbst ist dieses wunderschön gestaltete Buch an nur wenigen vorbei gegangen. Da ich Hexengeschichten liebe, ist es auch sehr schnell auf meinen Wunschzettel gelandet. Eine Geschichte ...

Ich denke diesen Herbst ist dieses wunderschön gestaltete Buch an nur wenigen vorbei gegangen. Da ich Hexengeschichten liebe, ist es auch sehr schnell auf meinen Wunschzettel gelandet. Eine Geschichte perfekt für Halloween und zu diesem Zeitpunkt habe ich es auch gelesen. Die Rezension folgt leider erst heute.

Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Das Buch ist DIE perfekte Herbstlektüre und vermittelt cosy und herbstliche Vibes mit magischen Elementen. Ein kleines Hexenhäuschen am Rande eines Waldes und Merlin, ein schwarzer Kater...alles, was man sich wünschen kann.🐈‍⬛

Dort wohnt Hecate, genannt Kate, die für ihre Schwestern und den Hexenzirkel das anstehende Halloweenfest veranstalten soll. Sie ist eine Heckenhexe seit Geburt, was sie zur Ausnahme im Hexenzirkel macht. Heckenhexen sind Heilerinnen und Beschützerinnen.
Normaler Weise müssen sich die jungen Frauen an ihrem 31. Geburtstag für eine Hexenkategorie entscheiden. Dies hat jedoch bereits Kates Mutter bei ihrer Geburt übernommen.
Nun steht zu Samhain Kates 31. Geburtstag an und sie wird von großen Zweifeln eingeholt. Warum hat ihre Mutter diese Entscheidung schon vorab bei ihrer Geburt getroffen?
Als sie unerwarteten Besuch von Matthew, einem Magier aus dem Zirkel "Tor des Pazifiks" bekommt, wird ihr Leben durcheinandergewirbelt. Als Heckenhexe muss sie ihn aufnehmen, sonst verstößt sie gegen die Regeln. Matthew wirkt verschlossen und geheimnisvoll, lehrt Kate jedoch, dass sie einiges Hinterfragen sollte, bevor das Ritual an ihrem Geburtstag vollzogen wird. Als sie ein geheimnisvolles Grimoire ihrer Mutter findet, dessen Inhalt mit blutiger, verbotener Magie versiegelt ist, beginnt das Chaos. Was wollte ihre Mutter verbergen und warum verwehrt die oberste Hexe des Zirkels ihr die Antworten?

Wir lesen ausschließlich aus der Sicht von Kate. Sie ist eine sympathische Figur, wirkt jedoch manchmal etwas unreif für ihre dreißig Jahre. Ihre Zweifel und ihre Unsicherheit, wem sie trauen kann, macht sie verletzlich. Das macht sie zu einer nahbaren Protagonistin. Auch der Verlust ihrer Mutter und dessen verstörendes Geheimnis nagen an Kate.
Spannend fand ich auch ihre magischen Kochkünste. Ein paar Rezepte findet man am Ende des Buches.

Matthew als männlichen Gegenpart mochte ich ebenfalls. Ihn umgibt eine kühle Distanz und etwas Geheimnisvolles. Die wachsende Romanze zwischen den beiden ist fein gezeichnet, trat für mich aber mit der Zeit zu sehr und zu schnell in den Vordergrund. Außerdem konnte ich das gewisse Prickeln zwischen den beiden nicht komplett fühlen.
Insgesamt waren die Charaktere auch etwas flach. Obwohl ich mit Kate mitgefiebert habe, konnte ich mir alle Figuren nur schwer vorstellen.

Der Countdown bis zur Halloweennacht, der auch Kates Geburtstag ist, bilden einen tollen Rahmen. Das Magiesystem und die kreative Hexenarten, sowie die Bräuche des Zirkels fand ich spannend beschrieben. Gerne hätte ich noch mehr davon erfahren. An manchen Stellen wird die Geschichte emotional und mitreißend.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und es wird magisch und fantastisch. Wallis Kinney überrascht mit unerwarteten Wendungen und schockierenden Offenbarungen.


Fazit:
Ein perfektes Buch für die Herbstzeit, stimmungsvoll und mit liebevoller Alltagsmagie. Kein Highlight, aber die Atmosphäre ist perfekt eingefangen und verleiht der Geschichte etwas Heimeliges. Hexenkunst und das Böse, in Form des dunklen Königs, welcher im Hintergrund lauert, ergeben den Kontrast dazu.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Es gibt bessere Geschichten aus der Reihe

Das kleine Zuhause in Prag
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Der zwölfte Band der "Romantic Escape Reihe" spielt in einer meiner Lieblingsstädte: Prag. Deshalb habe ich mich schon sehr auf diese Geschichte gefreut, die in sich abgeschlossen ist, aber bei der man ...

Der zwölfte Band der "Romantic Escape Reihe" spielt in einer meiner Lieblingsstädte: Prag. Deshalb habe ich mich schon sehr auf diese Geschichte gefreut, die in sich abgeschlossen ist, aber bei der man meistens einen Charakter aus einem der Vorgängerbände wieder trifft.

Julie Caplins Bücher dieser Reihe sind für mich immer wieder wie ein Glückskeks. Manche verzaubern mich von Beginn an, andere wiederum lassen mich etwas enttäuscht zurück. Cosy sind sie aber alle und was ich am meisten mag ist, dass wir bei jedem ihrer Romane in ein anderes Land reisen dürfen.

Anna hat früh ihre Eltern verloren und wurde adoptiert. Ihre Adoptivfamilie besitzt eine Brauerei und deshalb ist sie schon früh mit der Bierbraukunst in Kontakt gekommen. Doch bisher durfte sie ihre eigenen Ideen nie umsetzen. Im Moment fühlt sie sich weder in der Familie, noch mit ihrer Beziehung wohl und freut sich über eine kleine Auszeit. Diese soll sie in Prag verbringen und bei einem Wettbewerb antreten. Sie will der Familie beweisen, dass sie sich in der Braukunst auskennt und will unbedingt gewinnen. Jeder der Teilnehmer muss sein eigenes Bier brauen und vorstellen. Dem Gewinner winkt ein toller Preis - ein komplette Ausstattung für die eigene Brauerei.
Anna verliebt sich sofort in die ihr zugeteilte Dachgeschoßwohnung in einer alten Villa mitten in der Stadt, in der sie einige Monate wohnen wird. Doch als sie ihren neuen Mitbewohner und Mitbewerber kennenlernt, fällt sie aus allen Wolken. Es ist Leo, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit hat. Und außerdem: Seit wann interessiert sich Leo fürs Bier brauen?
Beide werden in einer jeweils anderen ansässigen Brauerei eingeschult und versuchen sich mehr oder weniger aus dem Weg zu gehen und sich zu arrangieren. Doch so ganz klappt das nicht...

Die Ausgangssituation ist eine, die ich normaler Weise nicht mag: Eine Frau und zwei Männer, wobei Anna mit ihrem derzeitigen Freund Steve einen wirklichen Kotzbrocken an der Hand hat. Somit ist man als Leserin sofort auf Leos Seite und hofft auf ein kleines Happy End. Doch sowohl Anna, als auch Leo wollen ihre gemeinsame Vergangenheit hinter sich lassen.

Julie Caplin schreibt bildhaft und locker leicht. Die Ausflüge in die Welt der Braukunst ist spannend und fand ich interessant, auch wenn ich Bier überhaupt nicht mag. Nachdem ich erst 2023 wieder in Prag war, habe ich auch einige Plätze wiedererkannt und bin gerne mit Anna und Leo durch diese bezaubernde Stadt gelaufen.
Die Autorin versteht es sehr gut ihre gewählten Settings so zu beschreiben, dass man am liebsten gleich den Koffer packen möchte. Auch für das leibliche Wohl ist buchtechnisch mit tschechischen Spezialitäten gut gesorgt. Manche davon sind natürlich uns Österreicher bekannt, da wir selbst noch aus der Kaiserzeit viele böhmische Köstlichkeiten bei uns finden.

Die beiden Protagonisten lassen uns abwechselnd einen Blick in ihre Gedankenwelt erhaschen. Man versucht ihre Sichtweisen zu verstehen, die mich allerdings oftmals die Haare raufen ließen. Vor allem mit Anna und ihrer vorgefertigten Meinung über Leo hatte ich immer wieder zu kämpfen. Sie ist keine einfache Protagonistin. Auf der einen Seite liebenswert, aber auch stur und voller Selbstzweifel. Diese führten auch dazu, dass sie sich einfach von Leo trennte, bevor er sich von ihr trennen konnte. Eine Handlung, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte. Zusätzlich sprechen die Beiden nicht über die früheren Konflikte miteinander und Anna bildet sich einfach immer wieder ihre eigene Meinung - ohne Rücksicht auf Verluste.
Leo ist das komplette Gegenteil: offen, immer guter Laune und voller positiver Energie. Nach einer gescheiterten Beziehung, die ihm das Herz gebrochen hat, bleiben seine weiteren Beziehungen gewollt oberflächlich.
Die Nebencharaktere sind sehr sympathische Figuren, allen voran die netten Nachbarn Jan und Michaela, die den beiden auch das Land etwas näher bringen.

"Das kleine Zuhause in Prag" hat viele Momente, die ich sehr mochte. Leider gab es aber auch einige Handlungsstränge, die irgendwie ins Leere liefen. Außerdem fand ich einige Handlungen etwas sehr weit hergeholt, wie zum Beispiel, dass Anna und Leo die einzigen Teilnehmer bei diesen hoch dotierten Wettbewerb sind oder generell ihr Zusammentreffen.


Fazit:
Eine nette Unterhaltung, die mir an manchen Stellen zu unlogisch war. Dafür ist das Setting wieder toll gewählt. Die kleinen Wohfühlmomente dieser Reihe sprechen mich immer wieder an und lassen mich regelmäßig zu den Büchern der "Romantic Escape Reihe" greifen.

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Lehrerin in Nachkriegs-Wien

Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
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"Zeit der Hoffnung" ist der erste von zwei Teilen. Angelehnt ist die Geschichte an die Lebensgeschichte von Stella Klein-Löw.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt die junge Stella Herzig aus London ...

"Zeit der Hoffnung" ist der erste von zwei Teilen. Angelehnt ist die Geschichte an die Lebensgeschichte von Stella Klein-Löw.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt die junge Stella Herzig aus London in ihre Heimat Wien zurück, aus der 1938 geflohen ist. Als Einzige ihrer Familie hat sie den Holocaust überlebt. Die ehemalige Wohnung ihrer Familie wurde arisiert. Obwohl sie einen Antrag auf Restitution gestellt hat, um wieder in ihre elterliche Wohnung einziehen zu können, wurde dies abgelehnt. Ihre beste Freundin Feli nimmt sie bei sich auf. Im Lindengymnasium findet Stella eine Anstellung als Englischlehrerin. Nicht nur ihre jüdischen Wurzeln bereiten ihr Probleme, sondern auch ihre fortschrittlichen Lernmethoden finden beim Großteil des Lehrerkollegiums keinen Anklang. Stellas Reformpädagogik, die strikt gegen Gewalt und Prügel als Erziehungsmaßnahme ist, ist für die Kollegen und manche Kolleginnen unverständlich. In ihren Köpfen schwirren einfach noch zu viele Nazi-Ideologien herum. Aber auch bei den Eltern der Kinder trifft Stella auf Unverständnis. Einzig ihr Vorgesetzter ist von ihrer Arbeitsweise angetan und unterstützt sie. Doch seine Pensionierung steht schon fest und Stellas ärgster Feind an der Schule, ist der mögliche Nachfolger. Wird Stella ihre Arbeit behalten können? Zusätzlich verschwindet in der Schulküche immer wieder rationiertes Essen für die Kinder, welches die Alliierten zur Verfügung stellen.
Auch Feli kämpft gegen ihr Pflichtgefühl und ein Versprechen, welches sie vor dem Krieg gegeben hat. Beide Frauen versuchen auf ihre Weise gegen alte verzopfte Vorstellungen anzukämpfen.

"Zeit der Hoffnung" ist der erste Teil der Trümmerschule Dilogie. Wie immer hat Beate Maly die historischen Hintergründe großartig recherchiert und den Zeitgeist perfekt eingefangen.
Ein sehr wichtiges Thema ist für die Autorin immer wieder die Pädagogik nach Maria Montessori, über deren Lebensgeschichte sie unter Laura Baldini geschrieben hat. Selbst ausgebildete Pädagogin für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, weiß sie wovon sie schreibt.
In diesem Roman steht neben der Pädagogik vor allem der Antisemitismus und die Nachkriegszeit im Vordergrund. Stella hat große Hoffnung, dass nach dem Krieg alles anders ist. Sie muss jedoch enttäuscht feststellen, dass noch viel zu viel Gedankengut des Nationalsozialismus in den Menschen steckt.

Der Schreibstil von Beate Maly ist leicht und lässt sich schnell und kurzweilig lesen. Den damaligen Zeitgeist hat die Autorin wieder wunderbar eingefangen. Trotzdem fehlte es mir hier ein bisschen an Tiefe.
Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung, die im Januar 2026 erscheinen wird.

Fazit:
Der erste Teil der Dilogie hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht so überzeugen, wie manche anderen Romane der Autorin über Frauen, die sich der Pädagogik widmen. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzung.

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