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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2025

Glaube * Liebe * Hoffnung

In den Scherben das Licht
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Das Cover dieses Buches war es nicht gerade, was mich danach hat greifen lassen. Es gefällt mir so gar nicht, passt aber optisch zu den vorangegangenen Werken der Autorin Carmen Korn. Ihre Jahrhundert ...

Das Cover dieses Buches war es nicht gerade, was mich danach hat greifen lassen. Es gefällt mir so gar nicht, passt aber optisch zu den vorangegangenen Werken der Autorin Carmen Korn. Ihre Jahrhundert Trilogie hatte mich seinerzeit absolut begeistert und so war ich sehr gespannt auf "In den Scherben das Licht", ein Roman, der in der Nachkriegszeit in Hamburg spielt.
Schauplatz ist das Haus der ehemaligen Volksschauspielerin Friede, das im Krieg zwar seine obere Etage verloren hat, jetzt, im Vergleich, aber noch sehr gut dasteht. Und so suchen zuerst Gert und dann Gisela, die beiden Minderjährigen, die ihre Familien verloren haben, in ihrem Keller Unterschlupf. Es bildet sich so etwas wie eine Freundschaft zwischen den Dreien. Im kalten Nachkriegswinter 1946 hilft man sich gegenseitig. In den folgenden Jahren wird aus der Wohngemeinschaft, der später auch noch Robert und Lulu angehören, fast so etwas wie eine Familie.
Die Autorin hat die damaligen Verhältnisse so authentisch beschrieben, dass ich mich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen konnte! Ich habe mit ihnen gefroren, gehungert und gehofft. Gehofft z.B. Gerts verschollene Schwester Barbara wiederzufinden. Friede, die früher wohl eher ein "leichtes" Leben führte, viel gefeiert u. gut gegessen hat und auch zwei Liebhaber gleichzeitig hatte, entpuppt sich als verantwortungsvoller Mensch und wird eine Art Ersatzmutter. Sie leidet unter der Schuld, nicht zu ihrer wahren Liebe Viktor, einem Juden, gehalten zu haben. Den, wohl nicht ganz sauberen Unternehmer Palutke, hatte sie seinerzeit nur eher ausgenutzt. Beide Männer haben den Krieg überlebt. Sie spielen zwar im Roman, nicht aber mehr in Friedes Leben eine Rolle. Der Roman ist so lebendig, da so vielfältige Charaktere auftauchen. Da ist z.B. Marta. Die Beiden verbindet eher eine Hassliebe. Oder der Professor, für den Gisela später arbeitet und in deren Leben auch noch einen wichtigen Platz einnimmt.
Alles in allem ist der Roman sehr interessant, spannend und geht zu Herzen. Für mich ein Highlight. Mit dem etwas eigenwilligen Schreibstil der Autorin komme ich sehr gut zurecht.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Tolle Fortsetzung

Kasino
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Endlich habe ich jetzt auch Band 2 der Kasino - Gesellschaftssaga von Martina Sahler und Heiko Wolz gelesen!

Nach "Alte Klassen neue Regeln" ist "Neues Spiel neues Glück" die Fortsetzung um die Geschichte ...

Endlich habe ich jetzt auch Band 2 der Kasino - Gesellschaftssaga von Martina Sahler und Heiko Wolz gelesen!

Nach "Alte Klassen neue Regeln" ist "Neues Spiel neues Glück" die Fortsetzung um die Geschichte der ersten weiblichen Croupière Claire im Kasino in Baden-Baden. Ich denke, dass es auf jeden Fall vorteilhaft ist, zuerst Band 1 zu lesen.

Es ist Claires zweite Saison in Baden-Baden. Ihr Chef ist verstorben und sein Sohn Edouard übernimmt die Geschäfte, was zunächst unklar ist und worüber alle Angestellten sich Sorgen machen. Wird es wie gewohnt weitergehen? Claude Duchamp, ein neuer Croupier, soll von Claire eingearbeitet werden. Neu in der Stadt sind Viktoria, Lehrerin, und ihre Schwester Sophie. Während Sophie nach einem geeigneten Ehemann Ausschau hält und ihren Vergnügungen nachgeht, gründet Viktoria den Verein "Junge Freiheit", in dem auch revolutionäres Gedankengut herrscht. Friedrich Leberecht, neuer Arzt in Baden-Baden, zu dem Claire sich Ende der letzten Saison noch so hingezogen fühlte, entpuppt sich jetzt als Besserwisser und Claire ist von ihrer Verliebtheit sofort geheilt. Was Theo, Claires väterlicher Freund und Viktoria verbindet und warum Sophie Claire aus dem Kasino mobben möchte ... lest unbedingt selbst!
Der Roman ist wieder so gut geschrieben und absolut spannend, geht es doch um Eifersucht, Neid, Missgunst, einen zurückliegenden Mord und den Fund einer (anderen) Leiche, um den Aufstand gegen die Obrigkeit (Politik), um Verkupplungsversuche, Liebe, um den Aufstieg und Fall einer jungen Frau und und und.
Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Wieder ein Highlight für mich!

Das Cover sieht übrigens genauso edel aus, wie bei Teil 1. Diesmal in grün und gold gehalten. Ein hilfreiches Figurenregister findet sich gleich vorne im Buch.

Absolute Leseempfehlung von mir!

(Unbezahlte Werbung)

martinasahler

heikowolz #kasinoneuesspielneuesglück

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Toller Cosycrime

Aurelia und die Jagd nach dem Glück
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Von Beate Maly habe ich zwar schon Romane gelesen, aber einen Cosy Crime bisher noch nicht. Da auf dem Cover von "Aurelia und die Jagd nach dem Glück" draufsteht, dass sie die 'Queen of Cosy Crime' ist, ...

Von Beate Maly habe ich zwar schon Romane gelesen, aber einen Cosy Crime bisher noch nicht. Da auf dem Cover von "Aurelia und die Jagd nach dem Glück" draufsteht, dass sie die 'Queen of Cosy Crime' ist, musste ich das natürlich nachholen. Dies ist der dritte von drei Teilen um Aurelia. Die ersten beiden kenne ich nicht, habe aber trotzdem wunderbar hineingefunden. Jeder Teil ist unabhängig voneinander lesbar.
Der historische Wien-Krimi spielt im Jahr 1872 während der Faschings Saison. Überall wird gefeiert und viele Leute geben sehr viel Geld für die Lotterie aus. Während dieser Zeit wird Freiherr von Sothen erschossen. Er galt als Lottokönig, hatte er bisher doch selbst viel Geld durch das Los-Glück und den Verkauf von Losanteilen verdient. Bei seinen Ermittlungen findet Oberinspektor Pokorny heraus, dass das Opfer ein schlechter Mensch war und viele Feinde hatte. Genauso seine Frau. Davon, dass es Wilderer waren, hält Pokorny nicht viel. Dann geschieht im Umfeld des Toten ein weiterer Mord, der auch aufgeklärt werden will. Die junge Gräfin Aurelia und ihr guter Spürsinn tragen maßgeblich zur Aufklärung bei. Sie ist verliebt in den Oberkommissar und auch er in sie. Beide wissen, dass diese Verbindung niemals sein darf ...
Die Autorin hat einen tollen, gut les- und verstehbaren Schreibstil. Einiges ist in (wienerischem oder Österreichischem?) Dialekt geschrieben, aber im Kontext auch für mich als Norddeutsche verständlich. Für mich klingt alles sehr authentisch und man erfährt sehr viel über die damaligen Gegebenheiten und Gesellschaftsordnungen bzw. Politik. Ich fand es interessant, alleine, wie schwer es für die Polizei war, an den Tatort zu gelangen und mit welch einfachen Mitteln gearbeitet wurde. Es ist also nicht nur ein Krimi, sondern auch ein Spiegel der Zeit und Gesellschaftsroman.
Besonders gut hat mir Pokorny gefallen, der sich aus der untersten Schicht hochgearbeitet hat und trotzdem nie die Schicht seiner Angebeteten erreichen wird.
Ich kann diesen spannenden Krimi uneingeschränkt empfehlen!

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Jahreshighlight

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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In "Little Germany - der Geschmack von Freiheit" entführt uns Autorin Maria Nikolai wieder ins New York, bzw in den dortigen Deutschen Stadtteil, der Jahrhundertwende.
Endete Teil eins der Dilogie noch ...

In "Little Germany - der Geschmack von Freiheit" entführt uns Autorin Maria Nikolai wieder ins New York, bzw in den dortigen Deutschen Stadtteil, der Jahrhundertwende.
Endete Teil eins der Dilogie noch mit einem ganz fiesen Cliffhanger, so schließt dieser Teil direkt dort an. Es ist also ratsam, Teil 1 "Der Duft der neuen Welt" vorher gelesen zu haben!
Bei einer Schiffskatastrophe hat Lissi ihren Mann Paul verloren, ihre kleine Tochter dagegen wurde gerettet. Auch Julia hat überlebt. Sie wurde von ihrem Mann Frederic, der aus Deutschland da war, um sie zurück zu gewinnen, gerettet. Während Lissi nur schwer mit ihrem Verlust zurecht kommt, erholt Julia sich relativ schnell. Frederic und sie finden erstmal wieder zueinander. Das Deutsche Viertel "Little Germany" ist nicht mehr das, was es mal war. Viele Familien ziehen wegen der Erinnerungen weg. Und auch Lissi, Julia, Annedorle und Harry machen in der Upper Eastside einen Neuanfang. Wir Leser dürfen die Protagonisten bei ihrem Neuanfang mit dem Café begleiten und auch Frederic, der wieder zuhause ist und sich gegen die Kupplungsversuche und Intrigen seiner Mutter erwehren muss. Können er und Julia die Hindernisse überwinden und auf Dauer ihre Ehe retten? Kann Lissi vergessen und sich auf eine neue Liebe zum Arzt Tobias Frey einlassen?
Maria Nikolai hat einen so schönen Erzählstil, dass man den Roman richtig durch "suchtet". Es ist atmosphärisch, authentisch und richtiggehend spannend, zumal vieles auf historischen Tatsachen beruht. Dabei haben mir besonders gut auch die Passagen um Giovanni gefallen der sich nicht der Macht von Unterweltboss Paul Kelly erwehren konnte. Der Roman bietet alles: Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt, Macht und Ohnmacht, Intrigen, Katastrophen usw.
Am Ende des Buches findet sich noch ein umfangreicher Anhang mit Personenverzeichnis fiktiv/real, Erläuterungen und auch Rezepten, der seines gleichen sucht! Da wurde aber auch keine Information ausgelassen!
Dieser Roman bzw die komplette Dilogie war für mich ein Jahreshighlight!

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Humorvoll und spannend, was will man mehr?

Highland Crime – Der Tote im Whiskyfass
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Kirkby ist ein fiktives Örtchen in den Schottischen Highlands und Schauplatz von inzwischen 13 (!) Romanen der Autorin Charlotte McGregor (aka Charlotte Taylor, Carin Müller, C.C. Ravenmiller). "Der Tote ...

Kirkby ist ein fiktives Örtchen in den Schottischen Highlands und Schauplatz von inzwischen 13 (!) Romanen der Autorin Charlotte McGregor (aka Charlotte Taylor, Carin Müller, C.C. Ravenmiller). "Der Tote im Whiskyfass" ist der 3.Band der Highland Crime Reihe und erfreut den Leser als Cosy Crime.
Ja, leider, auch im beschaulichen Kirkby, mit seinen liebenswerten, teilweise eigenwilligen Einwohnern, hat das Verbrechen Einzug gehalten. Im nunmehr 3. Fall von King & König handelt es sich aber sozusagen um einen Cold Case, denn die Leiche, die bei einer Auktion in einem Whiskyfass entdeckt wird, dürfte schon an die 150 Jahre tot sein. Ganz Kirkby ist in heller Aufregung. Fanny König, die ständig von ihrem Dackel Rudi begleitet wird und ihr Nachbar George King sind wieder neugierig und erfahren hier und fort Einzelheiten. Schnell haben sie eine Theorie, wer der Tote sein könnte. Als dann noch bekannt wird, dass das Tatwerkzeug, ein Dolch aus Italien, der Cosa Nostra zugeordnet werden kann und eine zweite Leiche im Keller des Herrenhauses gefunden wird, verdichtet sich der Verdacht. Das Gute an der Geschichte: George fängt an, daraus einen historischen Krimi zu schreiben. Das Problem: seine Tarnung könnte auffliegen und auch die Mafia ist schon vor Ort ...
Was soll ich sagen ... ich liebe die Kirkby Romane ja sowieso, aber dieser Cosy Crime hat mich wieder voll überzeugt! Genau die richtige Mischung aus Spannung und (trockenem) Humor! Dazu das Verhältnis zwischen George und Fanny: sie zickt ihn dauernd an, obwohl sie sich wohl etwas anderes von ihm wünscht und auch er scheint nicht abgeneigt. Diese Beziehung ist noch ausbaufähig! Wieder begegnet man im Buch vielen alten Bekannten. Ein Figurenregister hilft beim Verständnis, wenn man noch keinen Kirkby Roman kennt. Neu ist, dass es auch Kapitel gibt, die in der Vergangenheit spielen. Das hat mir gut gefallen!
Eine absolute Leseempfehlung von mir!

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