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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein Dorfroman mit starken Frauen

Die Riesinnen
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Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen ...

Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen von den anderen Dorfbewohnern, groß, schlank und rothaarig sticht jede von ihnen aus der Menge heraus.
Mit Liese beginnt die Geschichte in den 60er Jahren. Sie begeht einen schweren Fehler indem sie Bernhard heiratet, wohl aus Gründen der Vernunft und nicht aus Liebe. Bernhard soll die elterliche Metzgerei einmal übernehmen , ein einträgliches Geschäft um die junge Familie zu ernähren. Als sich Nachwuchs einstellt , ist es ein Mädchen, nicht der vom Vater erhoffte Sohn. Liese liebt ihre kleine Cora doch Bernhard wird immer unerträglicher, schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Nach seinem unerwarteten Tod übernimmt Liese die Metzgerei und muss sich das Handwerk und den Respekt der Belegschaft mühsam erarbeiten.
Wie gerne wäre sie weggegangen aus dieser dörflichen Enge, doch sie bleibt aus Verantwortung für ihre Tochter.
Diese wächst zu einer ebenfalls hochgewachsenen Rothaarigen heran, wird in der Schule fürchterlich gemobbt und hat ebenfalls den Wunsch als junge Erwachsene das Dorf weit hinter sich zu lassen. Doch es kommt anders. Cora kehrt schwanger zurück nach Wittenmoos und bringt ihre Tochter zur Welt und wir als Leser wechseln ein weiteres Mal die Perspektive und verfolgen die Entwicklung von Eva, vom Kind zur erwachsenen Frau.
Es gelingt der Autorin gekonnt sich aus dem Leben der Einen herauszuschleichen, um dann mit der Geschichte der Tochter und später mit der Enkelin weiterzuerzählen.Hannah Häffner schreibt sehr bildhaft und poetisch, aber oft auch sehr puristisch.
Sie thematisiert die Heimat im Unterschied zum Zuhause und formuliert unglaublich viele schöne Sätze, die man sich unbedingt merken möchte. Man spürt beim Lesen besonders die Verbundenheit mit der Natur bei allen drei Frauen. Der Wald ist immer wieder eine Kraftquelle, wenn man am Leben mal wieder verzweifeln könnte.

„ Ein Ort, an den man gehört, auch wenn man ihn sich nicht ausgesucht hat. Was ist Heimat, wenn nicht eine Zuflucht vor einer Angst, die du ohne sie nicht hättest?“

Am Ende fand ich es fast schade „die Riesinnen“ schon verlassen zu müssen.
Es war ein runder Schluß, bei dem alle offenen Fragen noch geklärt wurden.
Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.11.2025

Bissige , witzige Gesellschaftssatire

QualityLand (QualityLand 1)
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Oh je, die Zukunft, die Marc Uwe Kling in Qualityland beschreibt ist abschreckend und doch nur die Welt von heute ein Stückchen weitergedacht.

In dieser schönen, neuen Welt, werden den Menschen die Entscheidungen ...

Oh je, die Zukunft, die Marc Uwe Kling in Qualityland beschreibt ist abschreckend und doch nur die Welt von heute ein Stückchen weitergedacht.

In dieser schönen, neuen Welt, werden den Menschen die Entscheidungen abgenommen, denn der Algorithmus weiß sowieso was jeder will.



Geschichte:

Peter ( Arbeitsloser) ist sauer, weil ihm „The Shop“ einen rosafarbene Delfin-Vibrator geschickt hat, den er sich wohl unbewusst gewünscht hat. Er versucht das Teil erfolglos wieder loszuwerden und scheitert immer wieder.

Doch Peter gibt nicht auf und fixiert sich immer mehr auf die Idee, den Gründer von „ The Shop“ persönlich zu behelligen.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt von dem Androiden - Präsidentschaftskandidaten John of us , der im Wahlkampf gegen den rechtsradikalen Kandidaten zu bestehen versucht.

Und auf einer 3. Erzählebene geht es um das Ehepaar Martyn ( Politiker) und Denise( Ehefrau und Mutter) . Martyn ist eifersüchtig auf den digitalen Freund seiner Frau.

Die Geschichten werden nebeneinander erzählt und ergeben nicht wirklich einen Zusammenhang. Trotzdem ist jede Situation, in die die Figuren geworfen werden sehr unterhaltsam und witzig.
.

Ich würde sagen, alle die die Känguru Geschichten mochten, werden auch an Qualityland ihre Freude haben. Denn auch hier sprüht der Autor wieder vor Ideen und es macht einfach Spaß ihm zuzuhören.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Phänomen „Tradwife“

Heimat
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Dieses Phänomen „ Tradwife“ , was ich bisher nur vage aus Amerika wahrgenommen habe und das jetzt offensichtlich auch bei uns angekommen ist, finde ich sehr befremdlich. Umso neugieriger war ich auf den ...

Dieses Phänomen „ Tradwife“ , was ich bisher nur vage aus Amerika wahrgenommen habe und das jetzt offensichtlich auch bei uns angekommen ist, finde ich sehr befremdlich. Umso neugieriger war ich auf den Roman „ Heimat“ von Hannah Lühmann, der sich genau damit beschäftigt.

Protagonistin Jana zieht mit ihrem Mann aufs Land. Mit ihren 2 Kindern und ihrer erneuten Schwangerschaft fühlt sie sich schnell überfordert. Ihr Mann ist verärgert, weil sie unabgesprochen, vorzeitig ihren Job kündigt, das Gehalt aber bei der Finanzierung des Hauses eingeplant war.

Als Jana auf Karo trifft, meint sie endlich im Dorf angekommen zu sein und eine wirkliche Freundin gefunden zu haben. Karo scheint ganz mühelos ihren Alltag mit 5 Kindern zu bewältigen. Sie kümmert sich ganz traditionell um ein gemütliches Heim, während ihr Mann die Familie versorgt. Auf ihrer Webseite postet sie ihr Bilderbuchleben, ihre Naturverbundenheit, Rezepte die sie mal eben nebenher zaubert. Jana ist fasziniert von dieser Frau und merkt nur am Rande, dass Karo auch eine sehr konservative, rechte Ideologie verkörpert. Das ist aber so subtil, dass Jana es nicht wahrhaben will und sich auch selbst verändert. Auch Anzeichen für häusliche Gewalt in Karo‘s Zuhause wischt sie von sich weg. Zu schön ist die Idylle in ihrem Kopf, an der sie festhalten will.


Das Thema fand ich wirklich spannend. Besonders diese schleichende Veränderung von Jana war erschreckend. Ich hätte mir vieles ausführlicher gewünscht. So trennt sich z.b Jana‘s Ehemann mit nur einem einzigen Satz und Jana nimmt es kommentarlos hin. Durch die Kürze des Textes bleibt vieles an der Oberfläche. Man ist als Leser gefordert zwischen den Zeilen zu lesen. Das Ende ist skurril und offen, und wenn man dann noch einmal den Prolog liest, ist es richtig gruselig.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Bewährte Spannungslektüre

Gefährliches Komplott
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Auf der Suche nach einem unterhaltsamen, nicht zu blutigen Thriller, habe ich auf „Alt Bewährtes“ zurückgegriffen.

Von David Baldacci habe ich schon früher gerne mal den ein oder anderen Thriller gelesen ...

Auf der Suche nach einem unterhaltsamen, nicht zu blutigen Thriller, habe ich auf „Alt Bewährtes“ zurückgegriffen.

Von David Baldacci habe ich schon früher gerne mal den ein oder anderen Thriller gelesen und fühlte mich eigentlich immer gut unterhalten.



Schön war, dass hier 2 starke Frauen im Mittelpunkt der Geschichte stehen.

Mickey Gibson ist eine alleinerziehende Mutter und ehemalige Polizistin. Seit sie Kinder bekommen hat, arbeitet sie für eine private Firma, die sich darauf spezialisiert hat veruntreute Gelder ausfindig zu machen.

Ein neuer Job, der ihr von der vermeintlichen Assistentin ihres Vorgesetzten angeboten wird, macht Mickey deshalb auch nicht stutzig. Sie soll in einer alten Villa eine Bestandsaufnahme für einen Gläubiger erstellen. In dem alten Haus entdeckt sie jedoch eine Leiche, und gerät selbst unter Mordverdacht.

Der Tote ist nicht irgendwer, sondern ein aus dem Zeugenschutzprogramm verschwundener ehemaliger Mafiabuchhalter.

Wer die fremde Frau am Telefon war, der Mickey dieses Schlamassel zu verdanken hat, bleibt rätselhaft, auch wenn sich die Fremde immer wieder meldet. Immer tiefer verstrickt sich Mickey in den Fall, denn ist man einmal Polizistin, so ist man das wohl immer.

Die Spannung steigt stetig und man möchte mit Mickey zusammen die Identität der geheimnisvollen Frau aufdecken. Außerdem geht es um viel Geld, dass der tote „ Drecksack“ versteckt hat und dass Begehrlichkeiten weckt.

Nicht immer ganz realistisch, hat das Buch dennoch genau das gehalten, was ich mir von ihm versprochen hatte. Beste Thrillerunterhaltung!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Atmosphärisches Buch zur Klimakrise

Die Rettung
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Charlotte McConaghy befasst sich in diesem Buch erneut mit Umweltthemen. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen für alles Leben auf diesem Planeten sind das zentrale Thema ihres neuesten Roman‘s.

Die ...


Charlotte McConaghy befasst sich in diesem Buch erneut mit Umweltthemen. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen für alles Leben auf diesem Planeten sind das zentrale Thema ihres neuesten Roman‘s.

Die Insel Shearwater, Schauplatz der Geschichte, ist zwar fiktiv, hat aber reale Vorbilder. Nach einer Sturmnacht wird eine junge Frau ( Rowan)auf die Insel gespült, mehr tod als lebendig überlebt sie nur knapp.

Da die Insel durch den immer höher steigenden Meeresspiegel bald zu versinken droht, gibt es hier auch nur noch Dominic und seine 3 Kinder, die die Stellung halten. Es gilt den Saatgutbunker, mit dem Samenschatz der ganzen Erde in Kisten zu verpacken, bis das Versorgungsschiff in wenigen Wochen kommt und die Familie sowie die Kisten einsammeln kommt. Das ursprüngliche Forschungsteam ist schon längst nicht mehr da. Umso spannender die Frage, was Rowan auf dieser Insel zu suchen hat.

Man lernt viel über Flora und Fauna, da Dominic‘s Kinder ihr Wissen nur allzu gern mit Rowan und den Lesern teilen. Nach anfänglichem Mißtrauen gegenüber der Fremden wird langsam Vertrauen aufgebaut. Geheimnisse und eine Natur, die sich nicht an die von Menschen gemachte Zeitpläne hält, drohen den Inselmenschen zum Verhängnis zu werden.

Ich mochte das Hörbuch ganz gerne, auch wenn es kein Highlight für mich war. Ich fand die Sprecherin gar nicht schlecht. Allerdings wußte ich manchmal kurz nicht, von welcher Person gerade die Rede war, weil Rowan und Dominic stimmlich kaum zu unterscheiden waren.

Die Handlung war spannend, die Charaktere mochte ich auch, obwohl der kleine Orly mir ein bißchen zu altklug rüberkam. Ich hatte schon davon gehört, dass es tatsächlich einen Saatgutbunker gibt, um ausgestorbene Arten nachzüchten zu können. Die Geschichte soll natürlich nachdenklich machen, denn sie ist leider nur allzu realistisch. Trotz teilweise apokalyptischer Stimmung schwingt zum Glück immer auch etwas Hoffnung mit.

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