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Veröffentlicht am 17.01.2026

Wenn mitreißende Dark Fantasy und Spice kollidieren

Rabid
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Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig ...

Kurzmeinung: Atmosphärisch und intensiver Schreibstil, aber der furchtbare derbe Spice/Smut schadet der Geschichte mehr, als er ihr nutzt.

Einstieg & Atmosphäre

Der Einstieg ist vergleichsweise ruhig und introspektiv. Über einen längeren Abschnitt begleiten wir Seneca fast ausschließlich durch ihre Gedanken, ohne viele Interaktionen mit anderen Figuren. Diese lange Einleitung hat mir geholfen, eine emotionale Bindung zur Protagonistin aufzubauen und ihre innere Zerrissenheit zu verstehen.
Atmosphärisch ist das Buch durchgehend stark: düster, roh, intensiv – eindeutig Dark Fantasy / Dark Romance. Brutalität, Gewalt und eine sehr direkte Sprache gehören fest zum Ton der Geschichte und werden nicht beschönigt.

Schreibstil & Perspektive

Die Geschichte wird vollständig aus der Ich-Perspektive von Seneca erzählt. Wir erleben alles ausschließlich durch ihre Wahrnehmung, ihre Gefühle und vor allem ihre Gedankenwelt. Das Buch lebt stark von inneren Monologen: Senecas Ängste, Zweifel, Wut und ihre Auseinandersetzung mit dem Wolfsgeist nehmen deutlich mehr Raum ein als klassische Dialoge.
Der Schreibstil ist dabei sehr intensiv, fragmentiert und mitreißend. Kurze Sätze, Gedankensprünge und emotionale Einschübe erzeugen das Gefühl, direkt in Senecas Kopf zu stecken. Genau das macht das Lesen so fesselnd, man wird regelrecht durch die Geschichte getragen. Wer dialoglastige Romane bevorzugt, könnte das als anstrengend empfinden, für mich war es jedoch erfrischend und ungewöhnlich.

Welt & Fantasy-Aspekte

Besonders überzeugt hat mich die originelle Interpretation des Werwolf-Mythos. Die Gestaltwandler teilen sich ihren Körper mit einem eigenständigen Wolfsgeist, einem Wesen mit eigener Persönlichkeit, eigenen Instinkten. Dieses Konzept verleiht der Geschichte Tiefe und hebt sie deutlich von klassischen Gestaltwandler-Erzählungen ab.
Die Welt selbst ist modern angelegt, mit Handys, Autos und Bussen, doch diese Elemente bleiben bewusst im Hintergrund. Stattdessen dominiert ein starkes Natur- und Rudelsetting, was der Atmosphäre sehr zugutekommt. Die verschiedenen Wolfsrudel unterscheiden sich nicht nur kulturell, sondern auch visuell (von moderner Kleidung bis hin zu Leder und Leinen), was ihnen eine klare Identität verleiht.

Dark Elements & Brutalität

Das Buch spart nicht an harten Inhalten. Gewalt, Tod und psychische Traumata werden thematisiert. Auch die Wortwahl ist oft derb und provokant. Teilweise funktioniert das sehr gut und unterstreicht die raue Welt, teilweise wirkt es überzeichnet. Hier wird schnell klar: Dieses Buch ist nichts für zarte Gemüter.

Charaktere & Entwicklung

Seneca ist eine spannende, komplexe Hauptfigur. Ihre Flucht, ihr Trauma und ihr innerer Kampf mit dem Wolfsgeist sind gut dargestellt. Besonders gelungen fand ich die Dynamik zwischen ihr und dem zweiten Hauptcharakter, die sich langsam, über Gespräche, Nähe und gegenseitiges Verstehen entwickelt.
Auch die Nebenfiguren und das Rudel als Gemeinschaft sind stimmig ausgearbeitet und vermitteln ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Action- und Verwandlungsszenen sind intensiv geschrieben und gehören für mich zu den Highlights des Buches.

Der größte Kritikpunkt: Spice

Der Punkt, der mich fast zum Abbruch gebracht hätte, sind die expliziten Szenen. Auf rund 430 Seiten gibt es nur wenige (4) davon, aber insbesondere die erste wirkt extrem fehlplatziert. Sie kommt recht früh, mitten nach bzw. in einer traumatischen Phase der Protagonistin, ohne emotionale Vorbereitung oder nachvollziehbare Entwicklung. Die Szene fühlt sich komplett losgelöst von der Handlung an, ohne nachvollziehbaren Grund, und mit einer Wortwahl, die ich als überzogen und unangenehm empfunden habe. Ich war ehrlich gesagt schockiert und kurz davor, das Buch wegzulegen.

Zum Glück bleibt es dabei nicht dauerhaft so. Nach dieser Szene verlagert sich der Fokus deutlich auf Handlung, Charakterentwicklung und Beziehungen. Spätere Annäherungen sind zwar weiterhin sehr direkt formuliert und Geschmackssache, aber emotional nachvollziehbarer, weil sie auf einer tatsächlichen Dynamik und Entwicklung basieren. Dennoch hätte das Buch für mich mit deutlich weniger oder sogar ganz ohne diese Szenen besser funktioniert.

Kritik an Zeit & Trauma-Darstellung


Ein weiterer Kritikpunkt ist der sehr kurze erzählte Zeitraum. Die Handlung spielt sich innerhalb von etwa 4- ca.10 Tagen ab – in dieser Zeit geschehen extrem viele einschneidende Dinge. Die Verarbeitung schwerer Traumata wirkt dadurch unrealistisch schnell.

Positiv hervorzuheben ist zunächst, dass das Buch diese Erfahrungen nicht romantisiert. Seneca benennt immer wieder, dass ihr Schreckliches widerfahren ist, und die Gewalt wird klar als das dargestellt, was sie ist. Dennoch bleibt ihre eigene psychische Verarbeitung auffallend vage. Obwohl sie sich noch mitten im Trauma befindet, wird dieses selten wirklich reflektiert oder eingeordnet. Es entsteht stellenweise der Eindruck, als sei das Erlebte für sie „einfach passiert“ und müsse nun hingenommen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich um eine Kombination aus sexualisiertem Trauma und sehr expliziten spice Szenen handelt, die für mich in dieser Form nicht stimmig zusammenpassen.

Besonders auffällig ist, dass Begriffe wie PTBS zwar im Buch auftauchen, jedoch ausschließlich in Bezug auf Nebenfiguren – nie explizit auf Seneca selbst angewendet werden. Gerade weil wir die Geschichte vollständig aus ihrer Ich-Perspektive erleben, hätte ich mir hier deutlich mehr innere Auseinandersetzung, Benennung und Raum für Verletzlichkeit gewünscht.

Fazit

Lange Zeit schwankte meine Bewertung zwischen 2,5 und 3 Sternen, hauptsächlich wegen der expliziten Inhalte. Doch wenn man diese Szenen ausklammert oder überspringt, bleibt eine überraschend starke, originelle und atmosphärische Geschichte mit einem intensiven Schreibstil, spannender Fantasy-Idee und einer überzeugenden Hauptfigur. Das Ende ist rund, emotional stimmig und hat letztlich dafür gesorgt, dass ich das Buch deutlich positiver in Erinnerung behalte.

Wer mit Dark Fantasy, Brutalität und sehr direkter Sprache umgehen kann und bereit ist, einzelne Szenen zu überspringen, bekommt hier eine wirklich mitreißende Story mit viel Atmosphäre, Action und innerer Tiefe.


Bewertung: 3,5 bis 4 Sterne – trotz (und nicht wegen) des Spices.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Überraschend tiefgründige Romantasy

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Ich habe dieses Buch zunächst ohne große Erwartungen begonnen, eigentlich ausschließlich wegen des Covers und weil es mir auf Social Media immer wieder begegnet ist. Der Einstieg fiel mir überraschend ...

Ich habe dieses Buch zunächst ohne große Erwartungen begonnen, eigentlich ausschließlich wegen des Covers und weil es mir auf Social Media immer wieder begegnet ist. Der Einstieg fiel mir überraschend leicht: Ich war schnell in der Geschichte drin und fand mich rasch in der Handlung zurecht.

Als ich dann jedoch genauer gelesen habe, dass es sich um eine spicy Fantasy Rom-Com im Schottland der 1920er Jahre handelt, wurde ich ehrlich gesagt skeptisch. Aktuell bin ich kein großer Fan von plumpen Spicy-Büchern, bei denen der Fokus stark auf expliziten Szenen liegt. Umso positiver war meine Überraschung, denn genau das ist hier nicht der Fall.

Erzählperspektive & Schreibstil

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Catherine und Ethan erzählt. Mir persönlich hat Catherines Perspektive etwas besser gefallen, vor allem in Bezug auf ihre Gedankenwelt und die Dialoge. Ethans Sicht war zwar ebenfalls interessant, wirkte stellenweise aber etwas distanzierter.

Der Schreibstil ist insgesamt angenehm, bildlich und stellenweise überraschend poetisch. Kritiken, dass die 1920er Jahre sprachlich nicht exakt eingefangen seien, kann ich nur bedingt nachvollziehen. Für ein Fantasybuch muss meiner Meinung nach keine historische Perfektion herrschen. Im Gegenteil: Besonders bei Ethan ist mir eine etwas gehobenere Sprache aufgefallen, die gut zu seiner Herkunft und seinen Kreisen passt und einen schönen Kontrast zu Catherines Alltag bildet.

Hörbuchproduktion & Sprecherleistung

Die Hörbuchproduktion hat mir insgesamt sehr gut gefallen, insbesondere durch das gelungene Zusammenspiel der beiden Sprecher:innen. Ein großes Lob möchte ich dabei Yeşim Meisheit aussprechen, die Catherines Perspektive mit unglaublich viel Gefühl und Intensität vorträgt. Gerade in den romantischen und emotionalen Szenen bringt sie so viel Emotion hinein, dass man sich Catherine sehr nahe fühlt und tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen kann. In Kombination mit dem ohnehin poetischen und klangvollen Schreibstil entstehen hier sehr eindringliche Momente, die niemals plump wirken, sondern vielmehr atmosphärisch und berührend sind. Für mich fühlte es sich stellenweise fast so an, als wäre ich nicht nur Zuhörerin, sondern stille Beobachterin von Catherines Innerstem.

Auch die männliche Sprecherstimme empfand ich als sehr angenehm und ruhig, was gut zur eher zurückhaltenden Art von Ethan passt. Zwar hat mich Catherines Stimme emotional etwas stärker abgeholt, dennoch ergänzen sich beide Sprecher hervorragend und sorgen für ein stimmiges, hochwertiges Hörerlebnis.

Atmosphäre & Setting

Das 1920er-Jahre-Setting in Kombination mit Fantasy-Elementen fand ich ausgesprochen gelungen. Der Flair ist atmosphärisch, mystisch und bildhaft beschrieben. Neben Vampirelementen gibt es weitere Fantasiewesen, was der Welt zusätzliche Tiefe verleiht. Auch die Nebencharaktere, insbesondere Catherines Freundinnen bekommen Raum zur Entfaltung und wirken nicht wie bloßes Beiwerk. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Handlung & Charaktere

Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Studentin Catherine Campbell, deren Leben durch ein äußerst ungünstiges Missgeschick eine völlig unerwartete Wendung nimmt: Sie wird mit dem Bibliothekar Ethan Hawthorne verheiratet. Besonders spannend ist dabei, dass Catherine Vampire aus tiefster Überzeugung hasst, was der Beziehung von Beginn an eine starke innere und äußere Spannung verleiht.

Catherine habe ich als Figur als besonders interessant empfunden. Sie ist stur, eigensinnig und widersetzt sich bewusst Regeln und Anweisungen, nicht aus Trotz, sondern weil sie ihren eigenen Weg gehen und Fehler selbst machen möchte. Während Catherine ihren freien Willen kompromisslos verteidigt, steht ihr mit Ethan ein deutlich zurückhaltenderer Charakter gegenüber, der viel beobachtet, schützt und im Hintergrund agiert. Auch wenn ich zu ihm insgesamt eine etwas größere Distanz hatte als zu Catherine, konnte ich in den Momenten aus seiner Perspektive, besonders wenn es um sie ging, sehr gut nachvollziehen, was er für sie empfindet und warum er so handelt. Gerade diese Gegensätzlichkeit hat die Beziehung für mich glaubwürdig und emotional gemacht.

Was mir sehr gefallen hat: Die Geschichte nimmt sich Zeit. Die Annäherung der beiden fühlt sich authentisch und organisch an. Es gibt zwar zu Beginn eine intime Szene, doch danach rückt der Fokus klar auf Dynamik, Tension, Dialoge und gemeinsame Erlebnisse. Genau dadurch konnte ich eine starke emotionale Verbindung zu den Figuren aufbauen.

Romance & „Spice“

Entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen ist der Romance-Anteil sehr gefühlvoll und nicht aufdringlich umgesetzt. Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass in den romantischen Szenen der Fokus sehr klar auf Catherines Wahrnehmung und Empfindungen gelegt wird. Die Wortwahl bleibt dabei stets zurückhaltend, gefühlvoll und atmosphärisch-poetisch, ohne überzogen oder derb zu wirken, was für mich viel zur emotionalen Tiefe und zur Authentizität der Beziehung beigetragen hat. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht jede intime Situation bis ins Detail ausgeschrieben wird, sondern teilweise bewusst ausgeblendet und zum nächsten Morgen übergangen wird. Dadurch wirkt alles deutlich romantischer und weniger plakativ.

Kritik & Fazit

Etwa zur Mitte des Buches hatte ich kurz das Gefühl, dass es ein potenzielles Fünf-Sterne-Buch werden könnte. Gegen Ende ließ diese Begeisterung etwas nach, auch weil einige Fragen offenblieben und mich der Abschluss emotional nicht ganz so stark abgeholt hat. Dennoch sehe ich eine mögliche Vorbereitung auf die Folgebände.

Ein klarer Kritikpunkt für mich: Eine Rom-Com ist dieses Buch definitiv nicht. Es gibt zwar einzelne Situationen, in denen Catherine sehr stur ist, aber wirklichen Humor im klassischen Rom-Com-Sinne habe ich hier kaum gesehen.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein sehr positives Fazit:
Ich bin von Skepsis zu echter Überraschung gelangt. Bite the Bride bietet mehr Tiefe, Atmosphäre und emotionale Entwicklung, als ich erwartet hätte, und macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Mehr Perspektiven, neue Geheimnisse

Cursebound
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„Cursebound – Battle of the Drumfire“ setzt die Geschichte nahtlos an das Ende von Band 1 an. Schon zu Beginn gibt es eine ausführliche Zusammenfassung des ersten Bandes, sodass man theoretisch nicht zwingend ...

„Cursebound – Battle of the Drumfire“ setzt die Geschichte nahtlos an das Ende von Band 1 an. Schon zu Beginn gibt es eine ausführliche Zusammenfassung des ersten Bandes, sodass man theoretisch nicht zwingend Band 1 vorher lesen müsste, ich selbst habe es aber nochmal getan, was die Rückkehr in die Welt von Mosima noch einmal sehr erfrischend gemacht hat.

Wir begleiten erneut Yeeran und Lettle, aber eine Besonderheit dieses Bandes ist, dass wir zusätzlich zwei weitere Perspektiven bekommen. Der personale Erzähler ermöglicht so noch tiefere Einblicke in die komplexe Welt von Mosima und entfaltet nach und nach kleine Mysterien. Politische Situationen und Intrigen spielen wieder eine zentrale Rolle, während die Liebesgeschichte eher in den Hintergrund rückt. Gerade diese Fokussierung auf politische Dynamiken hat in vielen Szenen für Spannung gesorgt.

Allerdings war mein Lese- bzw. Hörerlebnis nicht ganz optimal: Zunächst habe ich das Hörbuch gehört, das leider fehlerhaft war, mehrere Kapitel fehlten, wodurch der Fluss und das Zusammenspiel der Geschichte stark beeinträchtigt wurden. Erst zwei Wochen später habe ich die vollständige Version nachgeholt. Dieser Umstand könnte meine Bewertung ein wenig beeinflussen.

Abgesehen davon hat mir das Buch erneut viel Freude bereitet, insbesondere durch die zusätzlichen Perspektiven, die neue Einblicke in die Welt und ihre Figuren erlauben. Gleichzeitig konnte es mich nicht ganz so packen wie Band 1. Die Erzählung ist etwas langsamer, die Handlung stärker auf politische Themen fokussiert, und die bekannten Protagonisten Yeeran und Lettle bekommen leider weniger Raum für die Charaktertiefe, die man im ersten Band so lieben gelernt hat.

Fazit:
In „Cursebound – Battle of the Drumfire“ werden einige der bisherigen Mysterien weiter aufgedeckt, was die Welt von Mosima noch greifbarer macht. Der Band ist insgesamt etwas ruhiger und konzentriert sich stärker auf politische Dynamiken und neue Perspektiven, wodurch die bekannten Hauptcharaktere zeitweise in den Hintergrund treten. Dennoch gelingt es dem Ende, neugierig auf Band 3 zu machen und Spannung für die Fortsetzung aufzubauen.

Eventuell bewegt sich die Bewertung zwischen 3,5 und 4 Sternen was auf das fehlerhafte Hörerlebnis zurückzuführen ist !

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Unterhaltsam mit ein paar Schwächen

These Ancient Flames 1: Awake
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Der Einstieg in die Geschichte ist mir überraschend leicht gefallen. Melanie Lane nimmt sich zu Beginn viel Raum für ausschmückende Beschreibungen, wodurch ich direkt ein gutes Bild von der Welt und den ...

Der Einstieg in die Geschichte ist mir überraschend leicht gefallen. Melanie Lane nimmt sich zu Beginn viel Raum für ausschmückende Beschreibungen, wodurch ich direkt ein gutes Bild von der Welt und den Figuren im Kopf hatte. Der Umstand, dass Mei als Leibwache des Fürstensohns Tao fungiert, wird atmosphärisch und klar eingeführt. Insgesamt ein gelungener, bildreicher Start, der mich neugierig gemacht hat.

Lesefluss & Perspektiven

Der Roman wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt: aus Meis Sicht und aus der des Fürstensohns Raven, der aus einem benachbarten Clan stammt. Diese doppelte Ich-Perspektive hat mir ausgesprochen gut gefallen, da sie eine unmittelbare Nähe zu den Gefühlen und Motiven der Figuren schafft. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, insbesondere die Dialoge wirken lebendig und natürlich. Dadurch lässt sich das Buch sehr gut lesen, ohne anstrengende Längen oder unnötige Stolpersteine.

Atmosphäre, Worldbuilding & Magiesystem

Die Welt um Valtherra ist eine Mischung aus moderner Technologie und Magie und genau das hat mich einerseits fasziniert, andererseits aber auch ein wenig herausgerissen. Das Magiesystem, das auf Kraftlinien und der alten Macht der Drachen basiert, fand ich originell und spannend. Dass Drachen in dieser Welt seit über hundert Jahren verschwunden sind, gibt der Geschichte einen mystischen Unterton, der mir wirklich gut gefallen hat.

Beim Worldbuilding dagegen hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht. Zwar gibt es interessante Elemente wie die Einteilung des Landes in Kantone, die alle eigene Fürsten und Kraftlinien besitzen, aber insgesamt blieb die Welt für mich teilweise etwas blass. Die Mischung aus High-Fantasy-Elementen (Magie, Drachen, Fürsten, Leibwache mit Schwertern) und moderner Technik (Handys, Flugzeuge, Wolkenkratzer) konnte ich mir nicht immer gut vorstellen und es hat mich ab und an aus der Atmosphäre gerissen. Das Konzept ist innovativ aber für meinen Geschmack hätte es stärker ausgearbeitet sein dürfen, um wirklich zu wirken.

Charaktere

Die Figuren sind eindeutig eine der größten Stärken dieses Romans. Mei als Leibwächterin, ihr Freund Tao, der charmante Fürstensohn, hat mich mit seiner frechen, humorvollen Art immer wieder begeistert. Raven und sein eigener Wächter Cole bilden ein abwechslungsreiches Quartett. Jede Figur hat eine erkennbare Persönlichkeit, die Gruppendynamik der vier ist lebendig, humorvoll und gut geschrieben Die Figurenkonstellation funktioniert hervorragend und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Reise der vier trotz kleinerer Spannungsflauten Spaß macht. Genau hier entfaltet das Buch einen Großteil seiner Stärke in den Interaktionen, kleinen Neckereien und emotionalen Nuancen.

Mei & Raven - Nähe & Spice

Neben der Gruppendynamik erhält auch die Beziehung zwischen Mei und Raven besonderen Fokus. Die Dynamik zwischen Mei und Raven, insbesondere aus Ravens Perspektive, hat mir dennoch gut gefallen. Sie ist schön zu lesen, unterhaltsam und emotional nachvollziehbar, wenn auch nicht herausragend intensiv. Der Spice-Anteil ist bewusst eingesetzt und präsentiert eine selbstbewusste May, die weiß, was sie will. Das hat mir gut gefallen und ihren Charakter greifbarer gemacht. Allerdings muss ich sagen, dass diese Spice-Szenen für meinen Geschmack der eigentlichen Fantasy-Handlung nicht immer dienlich waren, sie haben nicht unbedingt zur Story beigetragen, sondern wirkten eher wie eine charakterbezogene Ergänzung.

Handlung & Spannung

Die Handlung begleitet die vier Protagonist*innen auf einer Reise, die über mehrere Wochen geht und sie einem übergeordneten Ziel näher bringt: der Suche nach den seit Jahrhunderten verschollenen Drachen. Dieses Ziel ist klar gesetzt und bietet einen spannenden Aufhänger jedoch hatte ich zeitweise das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren ging.

Zwischendurch fehlte mir der „Pepp“, der Antrieb, der die Spannung kontinuierlich trägt. Es kam zu Abschnitten, in denen die Figuren gefühlt einfach nur weitergesucht haben, ohne dass die Handlung wirklich vorangetrieben wurde. Einige Ereignisse haben zwischendurch wieder Spannung aufgebaut, aber nicht durchgehend genug, um mich immer aktiv mitfiebern zu lassen.

Das Ende hingegen fand ich äußerst gelungen. Der finale Abschnitt hat mich begeistert, war stark inszeniert und macht extrem neugierig auf den zweiten Band. Es wirkt wie ein gut gemachter Auftaktband, der bewusst viele Grundlagen legt, während das wirklich große Geschehen wohl erst im Folgeband entfaltet wird.

Fazit

These Ancient Flames 1: Awake ist für mich ein solides Buch, das mir insgesamt Spaß gemacht hat, mit einer interessanten Magie-Idee, sympathischen Figuren und einer wunderbaren Gruppendynamik. Für mich persönlich gab es dennoch ein paar Schwächen: vor allem mit dem eher technisch-modernen Worldbuilding, das mich nicht komplett abgeholt hat, und mit einigen Passagen, in denen die Handlung etwas vor sich hinplätscherte.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, besonders durch seine Charaktere, die Emotionalität, die originelle Drachen-Kraftlinien-Magie und das starke Ende. Insgesamt würde ich dem Buch 4 von 5 Sternen geben und freue mich darauf, wie es in Band 2 weitergeht.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Unterhaltsam mit ein paar Schwächen

These Ancient Flames 1: Awake
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Der Einstieg in die Geschichte ist mir überraschend leicht gefallen. Melanie Lane nimmt sich zu Beginn viel Raum für ausschmückende Beschreibungen, wodurch ich direkt ein gutes Bild von der Welt und den ...

Der Einstieg in die Geschichte ist mir überraschend leicht gefallen. Melanie Lane nimmt sich zu Beginn viel Raum für ausschmückende Beschreibungen, wodurch ich direkt ein gutes Bild von der Welt und den Figuren im Kopf hatte. Der Umstand, dass Mei als Leibwache des Fürstensohns Tao fungiert, wird atmosphärisch und klar eingeführt. Insgesamt ein gelungener, bildreicher Start, der mich neugierig gemacht hat.

Hörbuch-Umsetzung

Die Hörbuch-Umsetzung hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Zu Beginn mochte ich besonders die Sprecherin, da sie Meis Gefühle und Ton sehr passend eingefangen hat. In der Mitte konnte mich dann der männliche Sprecher stärker überzeugen, weil er Ravens Perspektive sehr authentisch rübergebracht hat. Gegen Ende hin fand ich schließlich beide gleichermaßen gelungen, sodass die Geschichte insgesamt sehr stimmig vertont wurde.

Lesefluss & Perspektiven

Der Roman wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt: aus Meis Sicht und aus der des Fürstensohns Raven, der aus einem benachbarten Clan stammt. Diese doppelte Ich-Perspektive hat mir ausgesprochen gut gefallen, da sie eine unmittelbare Nähe zu den Gefühlen und Motiven der Figuren schafft. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, insbesondere die Dialoge wirken lebendig und natürlich. Dadurch lässt sich das Buch sehr gut lesen, ohne anstrengende Längen oder unnötige Stolpersteine.

Atmosphäre, Worldbuilding & Magiesystem

Die Welt um Valtherra ist eine Mischung aus moderner Technologie und Magie und genau das hat mich einerseits fasziniert, andererseits aber auch ein wenig herausgerissen. Das Magiesystem, das auf Kraftlinien und der alten Macht der Drachen basiert, fand ich originell und spannend. Dass Drachen in dieser Welt seit über hundert Jahren verschwunden sind, gibt der Geschichte einen mystischen Unterton, der mir wirklich gut gefallen hat.

Beim Worldbuilding dagegen hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht. Zwar gibt es interessante Elemente wie die Einteilung des Landes in Kantone, die alle eigene Fürsten und Kraftlinien besitzen, aber insgesamt blieb die Welt für mich teilweise etwas blass. Die Mischung aus High-Fantasy-Elementen (Magie, Drachen, Fürsten, Leibwache mit Schwertern) und moderner Technik (Handys, Flugzeuge, Wolkenkratzer) konnte ich mir nicht immer gut vorstellen und es hat mich ab und an aus der Atmosphäre gerissen. Das Konzept ist innovativ aber für meinen Geschmack hätte es stärker ausgearbeitet sein dürfen, um wirklich zu wirken.

Charaktere

Die Figuren sind eindeutig eine der größten Stärken dieses Romans. Mei als Leibwächterin, ihr Freund Tao, der charmante Fürstensohn, hat mich mit seiner frechen, humorvollen Art immer wieder begeistert. Raven und sein eigener Wächter Cole bilden ein abwechslungsreiches Quartett. Jede Figur hat eine erkennbare Persönlichkeit, die Gruppendynamik der vier ist lebendig, humorvoll und gut geschrieben Die Figurenkonstellation funktioniert hervorragend und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Reise der vier trotz kleinerer Spannungsflauten Spaß macht. Genau hier entfaltet das Buch einen Großteil seiner Stärke in den Interaktionen, kleinen Neckereien und emotionalen Nuancen.

Mei & Raven - Nähe & Spice

Neben der Gruppendynamik erhält auch die Beziehung zwischen Mei und Raven besonderen Fokus. Die Dynamik zwischen Mei und Raven, insbesondere aus Ravens Perspektive, hat mir dennoch gut gefallen. Sie ist schön zu lesen, unterhaltsam und emotional nachvollziehbar, wenn auch nicht herausragend intensiv. Der Spice-Anteil ist bewusst eingesetzt und präsentiert eine selbstbewusste May, die weiß, was sie will. Das hat mir gut gefallen und ihren Charakter greifbarer gemacht. Allerdings muss ich sagen, dass diese Spice-Szenen für meinen Geschmack der eigentlichen Fantasy-Handlung nicht immer dienlich waren, sie haben nicht unbedingt zur Story beigetragen, sondern wirkten eher wie eine charakterbezogene Ergänzung.

Handlung & Spannung

Die Handlung begleitet die vier Protagonist*innen auf einer Reise, die über mehrere Wochen geht und sie einem übergeordneten Ziel näher bringt: der Suche nach den seit Jahrhunderten verschollenen Drachen. Dieses Ziel ist klar gesetzt und bietet einen spannenden Aufhänger jedoch hatte ich zeitweise das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren ging.

Zwischendurch fehlte mir der „Pepp“, der Antrieb, der die Spannung kontinuierlich trägt. Es kam zu Abschnitten, in denen die Figuren gefühlt einfach nur weitergesucht haben, ohne dass die Handlung wirklich vorangetrieben wurde. Einige Ereignisse haben zwischendurch wieder Spannung aufgebaut, aber nicht durchgehend genug, um mich immer aktiv mitfiebern zu lassen.

Das Ende hingegen fand ich äußerst gelungen. Der finale Abschnitt hat mich begeistert, war stark inszeniert und macht extrem neugierig auf den zweiten Band. Es wirkt wie ein gut gemachter Auftaktband, der bewusst viele Grundlagen legt, während das wirklich große Geschehen wohl erst im Folgeband entfaltet wird.

Fazit

These Ancient Flames 1: Awake ist für mich ein solides Buch, das mir insgesamt Spaß gemacht hat, mit einer interessanten Magie-Idee, sympathischen Figuren und einer wunderbaren Gruppendynamik. Für mich persönlich gab es dennoch ein paar Schwächen: vor allem mit dem eher technisch-modernen Worldbuilding, das mich nicht komplett abgeholt hat, und mit einigen Passagen, in denen die Handlung etwas vor sich hinplätscherte.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, besonders durch seine Charaktere, die Emotionalität, die originelle Drachen-Kraftlinien-Magie und das starke Ende. Insgesamt würde ich dem Buch 4 von 5 Sternen geben und freue mich darauf, wie es in Band 2 weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere