Ein ehrlicher, warmherziger Coming-of-Age-Roman
Und morgen dann erwachsenDie Geschichte ist ein einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden mit all seinen Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Katastrophen. Im Mittelpunkt steht eine (namenslose) Hauptfigur, die sich zwischen ...
Die Geschichte ist ein einfühlsamer Roman über das Erwachsenwerden mit all seinen Unsicherheiten, Hoffnungen und kleinen Katastrophen. Im Mittelpunkt steht eine (namenslose) Hauptfigur, die sich zwischen jugendlicher Freiheit und den Erwartungen der Erwachsenenwelt wiederfindet und das auch in seiner Freundesgruppe, in den verschiedensten Formen miterlebt.
Ein wichtiges Motiv ist dabei auch der Vergleich zwischen dem was nach außen sichtbar ist und den inneren Krisen der Figuren: Für Außenstehende wirken die Partys, Witze und Social Media-Posts vielleicht zunächst sorglos, innerlich kämpfen die Protagonisten aber mit Krisen, Leistungsdruck und dem Gefühl, hinter den eigenen und gesellschaftlichen Erwartungen zurückzubleiben. Das geheimnisvolle Notizbuch ( es wirkt ein wenig, als wäre es wie eine erste Version des Buches) bündelt diese Konflikte symbolisch sehr schön, weil es dazu zwingt, die Dinge konkret zu benennen und sich auch damit auseinander zu setzen.
Insgesamt wirken die Figuren allesamt lebendig und glaubwürdig. Ihre Dialoge sind realistisch, oft humorvoll und spiegeln die typischen Gedankengänge einer Generation wider, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Sehr gut gelungen ist dabei für mich auch die Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe. Neben witzigen Momenten gibt es auch immer wieder nachdenkliche Passagen, die zum Innehalten einladen.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht verständlich, sodass man schnell in die Geschichte eintaucht. Auch dass auf "typische" Jugendsprache verzichtet wird, tut dem Lesegenuss keinen Abbruch, im Gegenteil, es hilft, besser in die Geschichte hineinzukommen, weil man eben nicht sofort in einem Chaos aus ( für einen selbst eventuell total zusammenhangslosen) Anglizismen/Neologismen, etc. landet.
Alles in allem gelingt es Lenssen, die Atmosphäre einer Jugend voller Träume und Zweifel einzufangen, ein Gefühl, mit dem eigentlich alle auf irgendeine Art etwas anfangen können, denn jung sind/ waren wir alle mal !