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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2025

Nicht ganz einfach

Die Stimme im Licht
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"Die Stimme im Licht" markiert meinen ersten Ausflug in die Welt von Kornelia Schmid. Obwohl dieses Buch als Vorgeschichte zu ihrer Fantasy-Reihe dient, ist es als eigenständiges Werk konzipiert und auch ...

"Die Stimme im Licht" markiert meinen ersten Ausflug in die Welt von Kornelia Schmid. Obwohl dieses Buch als Vorgeschichte zu ihrer Fantasy-Reihe dient, ist es als eigenständiges Werk konzipiert und auch für neue Leser wie mich verständlich.

Ich muss ehrlich gestehen, dass der Einstieg in diese Geschichte sehr mühsam war. Selbst nach der Hälfte des Buches wirkten die zahlreichen Protagonisten noch fremd, und ihr Schicksal ließ mich anfänglich kalt. Ich habe tatsächlich kurz über einen Abbruch nachgedacht.

Glücklicherweise habe ich durchgehalten – was sich als die richtige Entscheidung erwies. Im letzten Drittel verwoben sich die losen Fäden zu einem schlüssigen Ganzen. Die Geschichte gewann an Sinnhaftigkeit und fand ein durchaus versöhnliches Ende.

Wir folgen hier abwechselnd verschiedenen Figuren der Steinzeit – darunter Schamanen, eine Häuptlingstochter und ein gestürzter Stammesführer. Sie alle sind gezeichnet von Zweifeln und befinden sich auf einer persönlichen Suche. Wir teilen ihre Gedanken und Erlebnisse, die manchmal verstörend, aber auch belustigend sein können. Die Magie in dieser steinzeitlichen Welt wird dabei sparsam, aber effektiv eingesetzt.

Unterm Strich ist "Die Stimme im Licht" ein Roman, der Ausdauer verlangt. Es ist gut möglich, dass die Handlung für Leser, die bereits mit der Trilogie vertraut sind, sofort zugänglicher und von größerer Bedeutung ist. Für mich war es letztendlich ein solides, wenn auch schwerfälliges Leseerlebnis, das aber mit einem befriedigenden Abschluss entschädigt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Nicht ganz stimmig

House of the Beast
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"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ...

"House of the Beast" von Michelle Wong ist ein wunderschön gestaltetes Buch. Ich habe mich auch sehr auf eine Fantasy-Geschichte gefreut, aber so richtig habe ich hier nicht reingefunden.
Alma lebt mit ihrer Mutter ein einsames, einfaches Leben. Sie ist einsam, wird aber sehr geliebt. Als ihre Mutter schwer erkrankt wendet sich Alma an ihren Vater, der ein Gefäß der Schreckensbestie ist und ein Vorstand des Hauses Avera.
Alma muss ein Opfer, ihren eigenen Arm, bringen und wird von niemanden anerkannt, auch auf diesem Anwesen ist sie allein.
Als ihre Mutter dann trotzdem stirbt, schwört sie Rache und stürzt sich in ihre Ausbildung, um stark und mächtig zu werden.
An ihrer Sete ist ein Gott, den sie sich selber als Kind ausgemalt hat und den niemand weiter sieht, der ihr seine Existenz aber beweisen kann.
Die Geschichte selbst ist etwas zerrissen, mal Fantasy, mal Liebesgeschichte, Götter, Dämonen und reelle Gefahren.
Auch, wenn man es geschafft hat, hier abzutauchen, fehlt mir hier die Spannung, ich habe immer wieder zu tun, die Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Mir war es letztlich zu flach, zu wenig Weltenbau und Charakterstudie, zuviel Romance und Nebensächlichkeiten. Nicht einmal die Entwicklung von Alma konnte ich nachvollziehen und habe mehr als einmal den Kopf geschüttelt über ihre Reaktionen.
Ansätze rund um das Schattenreich und die Götter, die Kämpfe waren gut, aber der Fokus lag eben nicht darauf.

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Veröffentlicht am 02.10.2025

Blieb mir fremd

Die Spur der Vertrauten
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"Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos ist schon ein Buch, welches mir länger im Kopf bleiben wird. Vor allem die Hauptfigur, Claire, hat bei mir Eindruck hinterlassen.
Claire ist eine Jugendliche, ...

"Die Spur der Vertrauten" von Christelle Dabos ist schon ein Buch, welches mir länger im Kopf bleiben wird. Vor allem die Hauptfigur, Claire, hat bei mir Eindruck hinterlassen.
Claire ist eine Jugendliche, die anders ist und das unbedingt verbergen muss. Es geht dabei um viel. Die Welt ist anders aufgebaut, sie ist in Sektoren eingeteilt und die Menschen nach ihren Instinkten. Das ist sowas wie eine Berufung, teilweise sehr zwanghaft.
Es gibt die Tugendhaften, mehrfache Lebensretter, die viel regeln und reglementieren.
Claire bemerkt, dass Schüler verschwinden und auch Goliath, ein Lebensretter steht ihr zur Seite. Beide sind sehr verschieden, arbeiten aber irgendwie zusammen und werden Freunde.
Die Geschichte geht um Gemeinschaft und Individualität, den Willer aller gegen Einzelschicksale, es geht um Entwicklung und den Einfluss darauf.
Das Worldbuilding empfand ich als sehr spannend, leider blieb hier vieles noch offen, hier hätte ich gerne noch mehr erfahren.
Die Protagonisten lernt man schon besser kennen, ihre Gedanken und Gefühle, auch wenn sie mir oft unverständlich bleiben.
Ich mag Dystopien, aber hier habe ich mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, weil ich nicht ganz verstand, wo die Geschichte hin möchte.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Zwischen den Fronten

A Dance of Lies
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A Dance of Lies von Brittney Arena präsentiert sich als äußerlich wunderbares Buch, das mit einem vielversprechenden Klappentext aufwarten kann. Dort wird eine Intrige zwischen Königreichen, Spionage und ...

A Dance of Lies von Brittney Arena präsentiert sich als äußerlich wunderbares Buch, das mit einem vielversprechenden Klappentext aufwarten kann. Dort wird eine Intrige zwischen Königreichen, Spionage und Verrat angedeutet, und genau dieser Funke zieht viele Leserinnen und Leser an. Im Fokus steht Vasalie, eine Tänzerin am Hof von König Illian, die als Favoritin und Kleinod gilt. Die Vorstellung, dass sie sich bis zur Unfreiheit manipulieren lässt und schließlich beinahe seelisch und körperlich zerbricht, erzeugt eine starke Spannung. Wenn Illian ihr Freiheit verspricht, entsteht der Eindruck eines Premierenbildes von Loyalität kontra Unterdrückung, das Potenzial für eine vielschichtige Charakterentwicklung andeutet.

Doch der Text bleibt hinter diesem Potenzial zurück. Die Protagonistin wirkt oft oberflächlich: Ihre Gedanken- und Gefühlswelt bleibt unausgeformt, wodurch nachvollziehbare Motivationen schwer fassbar bleiben. Nach den einschneidenden Erfahrungen müsste man erwarten, dass Vasalie andere Prioritäten entwickelt und schwerere, strategischere Ziele verfolgt. Stattdessen gerät sie gelegentlich in ein verwobenes Liebesdreieck, in dem politische und persönliche Entscheidungen miteinander konkurrieren. Die story bleibt dadurch zwischen Romantik und Fantasy eher unausgeglichen; der Fantasy-Anteil wirkt teils zu impulsiv in den Hintergrund gedrängt.

Auch der Spannungsbogen zeigt Schwächen. Der Mittelteil enthält Längen, die den Lesefluss stören und die Wahrnehmung der Weltrahmen verwässern. Die romantischen Elemente dominieren die Erzählung zu stark, wodurch sich der Eindruck verfestigt, dass strategische Pläne und Machtspiele nur am Rande eine Rolle spielen. Für Leserinnen und Leser, die sich eine klarere Trennung oder eine stärkere Fokussierung auf Spionage- und Intrigenstrukturen wünschen, kann dies enttäuschend sein. Wer jedoch eher eine atmosphärisch dichte Hofwelt mit deutlicheren Bezügen zu Loyalität, Verrat und innerem Konflikt sucht, könnte hier dennoch passende Momente finden.

Insgesamt bleibt A Dance of Lies eine vielversprechende Idee mit gelungenen Ansätzen, aber der Text bedarf stärkerer Figurenzeichnung, konsequenterer Spannungsführung und einer ausgewogeneren Balance zwischen Romantik und Fantasy, um dauerhaft zu überzeugen. Die Eindrücke schwanken zwischen faszinierender Kulisse und erzählerischer Oberflächlichkeit, weshalb sich der Lesekreis jenseits der ersten Fassung, der an romantischer Spannung interessiert ist, eher schwerer tut, die tieferen Ebenen der Geschichte zu greifen.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Erwartungen zu hoch

Katabasis
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Auf "Katabasis" von R.F. Kuang habe ich mich so sehr gefreut, weil ich "Babel" von der Autorin so geliebt habe. Vielleicht waren meine Erwartungen dieses Mal einfach zu hoch, denn dieses Werk lässt mich ...

Auf "Katabasis" von R.F. Kuang habe ich mich so sehr gefreut, weil ich "Babel" von der Autorin so geliebt habe. Vielleicht waren meine Erwartungen dieses Mal einfach zu hoch, denn dieses Werk lässt mich leicht enttäuscht zurück.
Nein, es ist kein schlechtes Buch, es ist nur nicht das Buch, welches ich gerne gelesen hätte. Der Klappentext war so interessant zu lesen. Zwei Doktoranden in der Magie, in Cambridge, reisen gemeinsam in die Hölle, um Professor Jacob Grimes, der nach einem Unfall dort gelandet ist, zurückzuholen.
Die beiden, Alice Law und Peter Murdoch, sind nicht unbedingt di besten Freunde und man braucht eine ganze Weile, um ihre Beziehung untereinander zu verstehen.
Allerdings versteht man sehr schnell, warum Grimes in der Hölle gelandet ist und dort auch hingehört.
Der Aufbau der Hölle nach Dantes Modell mit den Kreisen ist gut vorstellbar, es gibt im Buch sogar Skizzen dazu. Ich hätte mir da wirklich spannende Abschnitte gewünscht, die allerdings sehr oft in philosophischen und mathematischen Abhandlungen fast untergehen.
Auch die Protagonistin, Alice, ist mir nicht sonderlich sympathisch, wobei das absolut in Ordnung ist, in vielen Rückblicken wird sie langsam etwas verständlicher und auch menschlicher für mich. Peter mochte ich auf Anhieb, aber auch über ihn erfahren wir erst nach und nach in Rückblicken mehr und verstehen seine Gründe.
Das Universitätsleben wird hier irgendwie auf beiden Seiten gezeigt, im Hier und im Jenseits, das hätte ich mir, gerade in der Hölle, anders gewünscht.
Im Buch werden viele echte und wichtige Themen angesprochen und verarbeitet, sei es der Feminismus oder der Machtmissbrauch, Manipulation von Abhängigkeiten.
Dem Buch fehlte die Spannung, dafür gab es viele interessante Denkansätze, wahrscheinlich werde ich es auch noch einmal lesen.

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