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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.11.2025

Von der Außenwelt abgeschlossen

Knochenkälte
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Dr. David Hunter hat sich im dichten Nebel verfahren und strandet in einer extrem unwegsamen Gegend. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als im eigentlich geschlossenen Forest Hotel zu übernachten. Die ...

Dr. David Hunter hat sich im dichten Nebel verfahren und strandet in einer extrem unwegsamen Gegend. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als im eigentlich geschlossenen Forest Hotel zu übernachten. Die Eigentümer sind seltsam und als Hunter am nächsten Morgen im nahen Wald bei der Suche nach einem Platz, an dem sein Handy Empfang hat, Knochen findet und er feststellt, dass das Dorf durch den Sturm definitiv von der Außenwelt abgeschnitten ist, erwachen längst vergessene Geister zum Leben.

Nach einem echt großen Anlauf nimmt die Story dann doch noch Fahrt auf. Sie ist sehr dicht gewebt, alles wird ausführlich und bildstark geschildert. Die Figuren werden dadurch sehr klar gezeichnet und greifbar. Allerdings zieht sich die Story dadurch streckenweise auch etwas. Simon Becket lenkt sehr geschickt die Sympathien und Antipathien der Leser und Hörer auf seine Figuren und bringt damit falsche Fährten ins Spiel. Auch bedient er sich ordentlich an der Klischeekiste, aber ich stelle fest, es passt gut zusammen und macht auch auf besondere Weise Spaß.

Ganz besonders amüsiert haben mich die echt schrägen Bewohner, die allen Fremden gegenüber nicht gerade freundlich gestimmt sind und noch dazu untereinander zwei Lager gebildet haben. Hillbilly lässt grüßen. Dass es Hunter da ganz besonders schwer hat, hat schon wieder eine komische Komponente, vor allem, weil er sich geduldig alles gefallen lässt.

Für mich war das Krimiunterhaltung der ganz speziellen und besonderen Art. Becket spielt hier mit dem Genre und dem Leser, geht den Fall mal ganz anders an und das mag ich. Vielleicht ist dies kein Meisterwerk, aber doch richtig gute Unterhaltung. Daher gebe ich vier Sterne.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Tolle Inspirationen für die Weihnachtstafel!

Genussmomente: A very cosy Christmas
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Hier sind 25 weihnachtliche Rezepte aufgetischt aus den Kapiteln Kleine Kostbarkeiten – Vorspeisen; Fröhlicher Festschmaus – Hauptspeisen; Süße Bescherung – Desserts; Gläser voll Glanz – Drinks. Alles ...

Hier sind 25 weihnachtliche Rezepte aufgetischt aus den Kapiteln Kleine Kostbarkeiten – Vorspeisen; Fröhlicher Festschmaus – Hauptspeisen; Süße Bescherung – Desserts; Gläser voll Glanz – Drinks. Alles passt perfekt zusammen, egal wie man es kombiniert. Vorher bekommt man aber noch jede Menge Anregungen für die Vorbereitungen. Dazu gehören auch eine Bucket-List und Tischdeko.

Die Rezepte sind innovativ, frisch, modern und dennoch richtig schön weihnachtlich. Beispielsweise gleich mal die weihnachtliche Tomatensuppe ist ein grandioses Beispiel dafür. Mit ganz einfachen Mitteln wird eine Tomatensuppe super weihnachtlich und gefällt dabei Gaumen und Auge! Der Gänsebraten klappt auch mit einer anderen als einer Gillbachtal-Gans. Ich tendiere zu regionalen Erzeugnissen. Ob es unbedingt San Marzano Tomaten aus der Dose sein müssen, sei mal dahingestellt. Auch bin ich kein Freund von Zuckeraustauschstoffen, die im weihnachtlichen Käsekuchen eingesetzt werden. Ich nehme da lieber handelsüblichen Zucker. Ansonsten sind die Zutaten nicht sehr exotisch und gut im Handel zu bekommen. Es wird in den Rezepten übrigens recht viel Beifuß verwendet.

Zu jedem Rezept gibt es ein schönes, aussagekräftiges Foto. Das ist mir enorm wichtig, weil ich aus Erfahrung sonst die Rezepte übergehe. Die Rezepte sind für 4 bis 6 Personen ausgelegt. Der Aufbau folgt dem klassischen Muster von Zutatenlisten und daneben die Zubereitungsschritte. Diese sind ausführlich genug und gut verständlich gehalten. Sehr oft findet sich noch ein besonderer Tipp bei den Rezepten. Dafür wird auf die Angabe von Nährwerten verzichtet.

Der Aufwand für die Rezepte ist unterschiedlich, ebenso der Schwierigkeitsgrad. Je nach persönlichen Fähigkeiten würde ich jedoch behaupten, dass man auch mit weniger Erfahrung gut damit klarkommt und ein schönes, überraschendes und wunderbar weihnachtliches Menü mit den Rezepten auftischen kann. Für mich ist dieses kleine Themenkochbuch gut gelungen und auch als Geschenk für Kochbegeisterte geeignet. Abzüglich meiner kleinen Kritikpunkte erhält es vier glitzernde Sterne.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Stromberg, wie man ihn kennt!

Büro ist besser als richtig arbeiten. STROMBERG
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Zu diesem Hörbuch eine Rezension zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Immerhin gibt es hier ja nicht wirklich einen Handlungsstrang. Die einzelnen Episoden sind eben typisch Stromberg. Man muss das ...

Zu diesem Hörbuch eine Rezension zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Immerhin gibt es hier ja nicht wirklich einen Handlungsstrang. Die einzelnen Episoden sind eben typisch Stromberg. Man muss das mögen und auch verkraften, denn die Sprüche sind, so witzig sie sind und so ironisch das alles auch gemeint ist, teilweise schon heftig.

Trotzdem ist es auch köstlich, wie hier alle möglichen Aspekte, die einem ansonsten gar nicht so auffallen, aufs Korn genommen werden. Die Klischees werden rundum bedient, die Typisierungen sind so klasse, dass man seine Kollegschaft und vielleicht auch sich selbst wiedererkennt, die Erkenntnisse sind hart und böse, aber doch so erschreckend zutreffend.

Keiner könnte Stromberg besser verkörpern, als Christoph Maria Herbst. Auch die anderen Sprecher sind perfekt gewählt. Wäre schade gewesen, wenn es nicht die Originalbesetzung gewesen wäre. Ja, manche Stellen strengen schon an und es ist erstaunlich, dass sich die vier Stunden Hörzeit doch ziehen, obwohl sie kein bisschen langweilig sind. Aber Stromberg macht was mit einem und das ist beim Hörbuch nicht anders, als bei den Filmen oder der Serie.

Wer Stromberg noch nie mochte, wird auch diesmal kein gutes Haar an ihm lassen. Wer diese Art Humor versteht und eben auch verkraftet, wird das Hörbuch lieben. Von mir bekommt es jedenfalls vier Sterne.

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Ginas zweites Buch mit zweitem Namen

Holy
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Gina Sandrin hatte mich in bzw. mit ihrem ersten Buch, damals noch unter Gina Kaas, ein wenig vergräzt. Sie hatte in meinen Augen schlicht und ergreifend mit ihrem Leben geprahlt. Diesmal, eilige sieben ...

Gina Sandrin hatte mich in bzw. mit ihrem ersten Buch, damals noch unter Gina Kaas, ein wenig vergräzt. Sie hatte in meinen Augen schlicht und ergreifend mit ihrem Leben geprahlt. Diesmal, eilige sieben Monate nach dem ersten Buch, hält sie sich zwar auch nicht ganz zurück damit, ist aber weniger auf Fotos präsent, zumindest nach dem ersten Teil, also nach den Kapiteln Meine Gäste; Mein Genuss; Mein Stil; Meine Basics; Meine Challenge. Ein bisschen viel MEIN. Den Titel HOLY finde ich nebenbei ein bisschen unheilig!

Noch schöner ist, dass ich die Rezepte in diesem Buch weniger abgehoben und mehr alltagstauglich finde. Allerdings finde ich es doch etwas sehr selbstgefällig, bei den vorgestellten Rezepten zu sagen, es seien neu kreierte kulinarische Erlebnisse, eigene Rezepte. Nun ja!

Die Rezepte sind dann in die Kapitel All in one; Family and Friends; Salalte; Suppen und Eintöpfe; Snacks und Drinks; Süßes unterteilt. Und tatsächlich sprechen mich überall einige Rezepte an. Besonders mag ich die one-pots. Der Aufbau der Rezepte ist exakt wie im Vorgängerbuch. Auch hier sind neben den Angaben für die Zubereitungszeit und der Zutatenliste keine Nährwertangaben zu finden. Wenn zutreffend, ist am unteren Seitenrand angegeben, ob ein Gericht vegetarisch ist, frei von raffiniertem Zucker, laktosefrei, glutenfrei o.ä. Die Zubereitungsschritte sind im Fließtext gehalten, wobei die zu verwendenden Zutaten aus der Liste fett gedruckt sind.

Mich spricht dieser Stil nicht wirklich an, auch wenn der Text gut verständlich und nachvollziehbar ist. Für mich ist es nicht übersichtlich genug und ich bevorzuge Absätze zwischen den Angaben anstelle der fettgedruckten Punkte. Die Zutaten sind okay. Hin und wieder werden Fertigprodukte mit eingearbeitet. Das mag ich weniger. Beim Hähnchen Stroganoff wundere ich mich über die fehlenden Essiggurken. Aber ich freue mich sehr über das Zutaten- und Rezeptregister.

Die Rezepte eignen sich gut dafür, nicht allein in der Küche zu stehen, während die Gäste schon da sind, aber auch, um Zeit mit den Kindern zu verbringen, während es quasi fast von selbst kocht. Anfänger schaffen die Gerichte problemlos und alte Hasen in der Küche bekommen neue Impulse. Viel besser als ihr erstes Buch. Dieses erreicht knapp den vierten Stern! Mit ein bisschen weniger Selbstdarstellung, weniger Nobelmarkenshow, mehr Natürlichkeit und wirklich selbst entwickelten Rezepten besteht die Chance auf das Erreichen der vollen Sterne beim nächsten Buch, das sicher kommen wird.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Origamimädchen

Ein Herz aus Papier und Sternen
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Pip ist noch immer bei ihren Eltern, obwohl ihre Tochter inzwischen 16 Jahre alt ist und sie selbst 32. Seit sie so jung Mutter wurde, ist die Zeit für ihre Eltern stillgestanden und auch Pip hat nichts ...

Pip ist noch immer bei ihren Eltern, obwohl ihre Tochter inzwischen 16 Jahre alt ist und sie selbst 32. Seit sie so jung Mutter wurde, ist die Zeit für ihre Eltern stillgestanden und auch Pip hat nichts daran geändert. Ihr einziger Widerstand sind ihre Origami-Kunstwerke. Das hat mich anfangs so wütend gemacht, dass ich fast abgebrochen hätte. Die ganze Gängelei, die Vorschriften, die sich Pip gefallen lässt, regt mich wirklich enorm auf.

Ich kann nach wie vor nicht nachvollziehen, warum sich Pip alles hat gefallen lassen, sowohl von ihren Eltern, als auch von Sammy Wolverson. Warum Jamie nicht irgendwann eingegriffen hat, ist mir ebenfalls ein Rätsel. Immerhin ist ihre Tochter kein kleines Kind mehr und mal im Ernst, wie soll sie denn Achtung, Respekt, Anerkennung für ihre Mutter und den Vater empfinden, wenn diese sich stets und ständig duckt? So ein bisschen Gilmore-Girls in arm und zu devot kommt da rüber. Ich hätte die Story akzeptiert, bis Pip und Jamie Anfang 20 wären, aber mit 32 ist mir das zu krass. Pips Origamigedichte, ihr winziges Zimmer, ihr eingeschränktes, kontrolliertes Leben und dann noch der Kuppelversuch mit dem Ekelpaket Sammy verlangten sehr viel Ausdauer von mir ab, der Story weiter zu folgen. Man hat hier das Gefühl, dass die Story aus der Zeit gefallen ist und eigentlich in die Zeit von vor 100 Jahren spielt. Da wäre das Verhalten der Figuren stimmiger gewesen.

Auch wenn alle regelrecht unterwürfig die Familienmitglieder der Wolversons behandeln und ihnen alles durchgehen lassen, weil der halbe Ort dort arbeitet, schwillt mir der Kamm. Pips Schweigen zu allem, dass sie niemals etwas sagt, sondern alles nur denkt, wenn es nicht dem entspricht, was ihre Eltern erwarten, macht mich enorm wütend. Bis sich daran etwas ändert, vergeht viel zu viel Zeit. Man ahnt zwar von Anfang an, wie die Story enden wird, aber das stört mich nicht. Mich stört dagegen total, wie lang Pip braucht, um sich zu entwickeln und auszubrechen, obwohl schnell klar wird, dass die Menschen in ihrem Umfeld sie sehr mögen.

Warum gebe ich dann doch vier Sterne, wenn ich mich so ärgere? Weil die Story an sich sehr gut geschrieben ist und ich Sandra Voss sehr gern gelauscht habe. Pips Verhalten war blöd, nicht aber die Schreibkunst der Autorin. Und irgendwie ist es doch auch eine Leistung, eine Leserin oder Hörerin so auf die Palme zu bringen mit der Protagonistin, oder etwa nicht?

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