Von der Außenwelt abgeschlossen
KnochenkälteDr. David Hunter hat sich im dichten Nebel verfahren und strandet in einer extrem unwegsamen Gegend. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als im eigentlich geschlossenen Forest Hotel zu übernachten. Die ...
Dr. David Hunter hat sich im dichten Nebel verfahren und strandet in einer extrem unwegsamen Gegend. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als im eigentlich geschlossenen Forest Hotel zu übernachten. Die Eigentümer sind seltsam und als Hunter am nächsten Morgen im nahen Wald bei der Suche nach einem Platz, an dem sein Handy Empfang hat, Knochen findet und er feststellt, dass das Dorf durch den Sturm definitiv von der Außenwelt abgeschnitten ist, erwachen längst vergessene Geister zum Leben.
Nach einem echt großen Anlauf nimmt die Story dann doch noch Fahrt auf. Sie ist sehr dicht gewebt, alles wird ausführlich und bildstark geschildert. Die Figuren werden dadurch sehr klar gezeichnet und greifbar. Allerdings zieht sich die Story dadurch streckenweise auch etwas. Simon Becket lenkt sehr geschickt die Sympathien und Antipathien der Leser und Hörer auf seine Figuren und bringt damit falsche Fährten ins Spiel. Auch bedient er sich ordentlich an der Klischeekiste, aber ich stelle fest, es passt gut zusammen und macht auch auf besondere Weise Spaß.
Ganz besonders amüsiert haben mich die echt schrägen Bewohner, die allen Fremden gegenüber nicht gerade freundlich gestimmt sind und noch dazu untereinander zwei Lager gebildet haben. Hillbilly lässt grüßen. Dass es Hunter da ganz besonders schwer hat, hat schon wieder eine komische Komponente, vor allem, weil er sich geduldig alles gefallen lässt.
Für mich war das Krimiunterhaltung der ganz speziellen und besonderen Art. Becket spielt hier mit dem Genre und dem Leser, geht den Fall mal ganz anders an und das mag ich. Vielleicht ist dies kein Meisterwerk, aber doch richtig gute Unterhaltung. Daher gebe ich vier Sterne.