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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Eine Frau wie eine Naturgewalt

Asa
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Asa ist Alles und Asa ist Nichts, Asa ist anpassungsfähig ohne sich untreu zu werden. Asa ist wie eine ruhige Schneelandschaft, wie eine sich ruhig kräuselnde See, bis sie hervortritt und zur Lawine wird, ...

Asa ist Alles und Asa ist Nichts, Asa ist anpassungsfähig ohne sich untreu zu werden. Asa ist wie eine ruhige Schneelandschaft, wie eine sich ruhig kräuselnde See, bis sie hervortritt und zur Lawine wird, zu einem wütenden Orkan. Es gibt einen Unterschied zwischen Asa und der Natur, Asa kennt Gnade und gewährt sie auch.

Zum Inhalt: Asa wird als Jugendliche von ihrem Vater für eine Prüfung ausgebildet, die sich aus einer Tradition der Familie in ihrem Dorf und vielen weiteren etabliert hat. Diese Prüfung hat ihr alles genommen, deshalb will sie diese und die Verantwortlichen eliminieren.

Zoran Drvenkar lässt die Geschichte sich entwickeln, man wächst beim Lesen mit ihr, erfährt durch Rückblenden immer mehr Details und bleibt immer mit offenen Fragen zurück. Das Buch ist in einer besonderen Art erzählt, die ich hier nicht verraten möchte, man muss es selbst lesen, um zu verstehen wie besonders es ist. Man wird im Spannungsbogen immer wieder einen Moment zurückversetzt, damit sich dieser wieder weiter aufspannt und sich am Ende im Höhepunkt schließt. Es ist kein Thriller es ist eine geschriebene Sinfonie und die Wörter sind die Noten.

Auch wenn das Buch mit seinen 700 Seiten nicht gerade dünn ist, hätte es für mich länger sein könne, ich war regelrecht traurig das es vorbei war.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Ungezähmte Irrwege

Unsere letzten wilden Tage
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Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt ...

Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt sie zurück und glaubt sie muss sich ihrer ehemals besten Freundin Cutter stellen, mit der sie im Unguten auseinander gegangen ist. Doch es kommt anders, nachdem diese tot im Sumpf gefunden wird.
Loyal setzt es sich in den Kopf die Hintergründe aufzudecken, denn sie glaubt nicht daran das es ein Unfall war.

Die Geschichte spannt sich Seite um Seite auf, führt einen gedanklich in einige Sackgassen und Irrwege und gleicht sich damit der beschriebenen Natur, den Sümpfen mit all seinen Winkeln, Nebenarmen immer mehr an. Am Ende ergibt alles auf wunderbare Weise einen Sinn.

Anna Bailey hat mich mit den Beschreibungen der Umgebung und Natur sofort eingefangen, man spürt regelrecht wie sich die Hitze auf einen niederlegt, die Gräser im Wind rauschen.
Den Protagonisten hat die Autorin alle so authentisch gestaltet und es war menschlich schön zu lesen, wie man sich eben in diesen Charakteren teilweise getäuscht hat, wie man mit dem Gefühl zurück bleibt, das in jedem oft so viel mehr steckt, als es scheint.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es lass sich einfach, unkompliziert und es fügte sich alles ineinander. Ich empfehle es ohne ein „Aber“ weiter.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Außergewöhnlicher Blickwinkel

Die Ausweichschule
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Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. ...

Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. Diese Entscheidung war definitiv richtig und ich bin dankbar, es zum Lesen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Der Inhalt: Der Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium 2002. So könnte man es kurz umschreiben, was der Sache tatsächlich nicht gercht wird. Der Autor, zum Zeitpunkt des Geschehens 11 Jahre alt und Schüler an besagter Bildungseinrichtung, entscheidet sich ein Buch über die Tat und die Zeit danach zu schreiben und den Leser auf dieser Reise mitzunehmen.

Die Herangehensweise an die Thematik ist anders als man erwartet, sicherlich wird umschrieben, was an diesem Tag in Erfurt geschehen ist, aber das ist nicht der Hauptinhalt. Nachdem die Tat in ihrem Ablauf dargestellt wird, geht es vielmehr um das danach. Wie sind die Menschen damit umgegangen, wie wurde mit der Situation umgegangen.

Der Autor nimmt einen als Leser mit in seine Erinnerungen, seine Recherchen, seine Gedanken und Erfarungen. Man fragt sich unweigerlich, ob das was man ließt so wirklich zu diesem Buch geführt hat oder ob es fiktional geschrieben ist. Man fragt sich allgemein vieles beim Lesen des Buches, man reflektiert, denkt nach, hinterfragt.

Anfangs dachte ich, das der Titel, für den Inhalt nicht sonderlich gut gewählt ist, nachdem ich es beendet habe, sehe ich es anders, finde es trotzdem schade, das warscheinlich viele eben wegen des Titels, nicht auf den wichtigen Inhalt gestoßen werden.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist ein beeindruckendes Werk, es lässt einen zum Ende aufatmen um dann doch als Leser sprachlos zurückzubleiben.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Facetten des Frau-Seins

Zwischen zwei Leben
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Das Cover hat mich sofort angesprochen, es strahlt für mich eine Tiefe aus, die sich auch im Buch wiederspiegelt. Der kurze Klappentext, kündigt nur annähernd an, wieviel in diesem Buch steckt.

In Kürze ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen, es strahlt für mich eine Tiefe aus, die sich auch im Buch wiederspiegelt. Der kurze Klappentext, kündigt nur annähernd an, wieviel in diesem Buch steckt.

In Kürze könnte man das Buch in folgendem Satz beschreiben: Jenny Hill beendet ihr altes Leben mit ihrem untreuen Ehemann, nachdem die Kinder aus dem Haus sind und beginnt sich selbst zu suchen und zu finden.

Dieser Satz drückt aber nicht annähernd aus, was in diesem Buch steckt. Gefühlt findet sich wahrscheinlich jede Frau gedanklich auf die ein oder andere Weise in dem Buch wieder. Jenny Hill flüchtet aus ihrem goldenen Käfig, der sich Ehe, Haus und Verpflichtungen nennt und versucht, anfänglich sehr zaghaft, hat sie doch Jahrzehnte ihre Muster gelebt, die ihr eingtrichtert wurden, sich selbst zu entdecken, was sie will, was sie ausmacht, was tief in ihr verborgen ist.

Die Nebenrednerinnen, wohl allen als weibliche literarische Figuren bekannt, begleiten diesen Weg.

Dieses Buch könnte vom Titel problemlos auch "Zwischen all den Facetten des Frau-Seins" heißen. Das war es zumindest für mich. Eine Beschreibung all der Dinge die wohl in vielen Frauen stecken.

Der Text fließt, trotz der Tiefsinnigkeit, leicht langhin und wechselt zwischen zarten Gedanken, Andeutungen und ungeschönten ehrlichen Reflektionen. Es ließt sich einfach weg und trotzdem sollte man von Zeit zu Zeit inne halten, das Gelesene setzen lassen, erst dann wirkt dieses Buch. Man sollte sich Zeit nehmen.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, aber Achtung, man fängt vielleicht an sein Handeln selbst zu hinterfragen, zu reflektieren und ich denke, das hat die Autorin auch gewollt und es ist ihr wundervoll gelungen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Reportage in Romanform

Protokoll eines Verschwindens
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Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der ...

Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der durch die Medien ging und so tiefgründig von ihm wiedergegeben wird ohne fiktiv zu werden oder zu wirken.

Ein Mann verschwindet spurlos in Hamburg, die Familie sucht unablässig nach ihm, während in der Wohnung eines für sie vollkommen Fremden, die Leiche des Vermissten 4 Monate im Gästezimmer liegt. In dem Roman lässt Rupflin die Geschichten der der Familie und des Täters parallel zueinander herlaufen. So wie es damals in der Realität auch passiert ist. Nichts verbindet diese Leben bis auf den einen Punkt. Der Autor erzählt mit viel Feingefühl, sprachlichen Bildern und seinem diplomatischen Schreibstil die Zeit vom Verschwinden bis zum Punkt des Findens. Er geht darüber hinaus, berichtet vom Prozess gegen den Täter, von Gesprächen mit den Beteiligten und bleibt hierbei so diplomatisch, dass er Dinge nicht erfindet, fiktiv nichts hinzufügt. Er äußert seine Meinung über Abläufe die im bis heute nicht aufgeklärt sind, zieht Rückschlüsse ohne unbewiesene Behauptungen aufzustellen.

Dieses Buch ist ein gut recherchiertes Werk und ich würde es jedem empfehlen.

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