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Veröffentlicht am 29.03.2026

(K)ein Sachbuch

Ein Date mit deinem Gehirn
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„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ...

„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ist es viel zu komplex. Es Reihen sich Fakten & Fachwörter aneinander, was sich vielleicht erahnen lässt, wenn man bedenkt, dass der Autor zwei Doktortitel trägt. Und doch hat er ein Buch geschaffen, in dem ich mir so viele Stellen wie in keinem anderen Buch markiert habe. Die Kapitel sind gespickt mit metaphorischen & philosophischen Sätzen, die einem das ganze Thema gedanklich näherbringen, zum nachdenken anregen & auch dabei helfen, die ganzen Fachtermini besser zu verstehen.

„Wir leben nicht in einer Welt von Datenpunkten, sondern in einem Raum des Sinns.“ S. 207

Dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, zu was unser Gehirn, nach Millionen von Jahren der Evolution fähig ist. Es beschreibt & erklärt Mechanismen die wir zwar spüren, aber selbst heute nicht vollständig wissenschaftlich erklären können, was uns prägt, was ein lebenlang Einfluss auf uns hat, was umgelernt werden kann & was vielleicht für immer in uns bleibt. Es zeigt das Wechselspiel zwischen Umwelt & unserem Inneren. Was die Nutzung von KI mit unserem Gehirn macht & somit mit unserem Inneren, warum man sie mit Bedacht nutzen sollte & was sie uns für Möglichkeiten bietet.

„Nicht die Ki ist das Problem, sondern unsere Bereitschaft, uns von ihr das Denken abnehmen zu lassen.“ S. 199

Dieses Date mit dem Buch, mit seinem Gehirn, empfehle ich jedem. Es verändert den Blickwinkel, auf vieles was uns Selbstverständlich ist, auf Dinge die wir nicht verstehen & auf Dinge, die wir glauben längst verstanden zu haben.

„Auf das, was ist, nicht auf das, was noch sein muss.“ S. 148

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Der Hype um die Auster?!

Real Americans
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Um das Buch mit der Auster & die dazugehörige Kampagne kommt man gerade nicht vorbei. Auch ich habe mich in den Sog ziehen lassen und ein Rezensionsexemplar erhalten. Aber worum geht es & sind die ersten ...

Um das Buch mit der Auster & die dazugehörige Kampagne kommt man gerade nicht vorbei. Auch ich habe mich in den Sog ziehen lassen und ein Rezensionsexemplar erhalten. Aber worum geht es & sind die ersten Lobeshymnen gerechtfertigt?

Der Roman ist in 3 Teile gegliedert, man könnet vereinfacht sagen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ganz so simpel lässt es sich dann doch nicht beschreiben. Es beginnt, recht logisch, mit dem ersten Teil und der Liebesgeschichte von Lily und Matthew. Eine Geschichte, die erst einmal sehr stereotypisch wirkt. Sie Tochter chinesischer Einwanderer, er Sohn einer der reichsten Familien Amerikas. Ich gebe zu, anfangs hatte ich die Befürchtung auf eine Art Pretty-Woman-Story getroffen zu sein und wurde, Gott seid Dank, eines Besseren belehrt. In diesem Abschnitt werden buchstäblich die ersten Samen für den Sinn des Buches gelegt & man erahnt langsam, was der Kern sein könnte.

In der Gegenwart, dem zweiten Teil, lernen wir Nick kennen, Lilys Sohn & erleben mit ihm die Zeit vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen. Man erlebt mit ihm Identitätskrisen, erste Entscheidungen zu treffen die sein Leben prägen werden und die Suche nach seinem Vater. Und es tauchen immer wieder ähnliche Fragen und Gedankengänge auf, nach dem Wieso, Warum, Weshalb, Wozu, nach dem Sinn, der Richtigkeit. Was genau muss jeder selbst erlesen.

Der dritte Teil, mein persönlicher Liebling, spielt zwar für das zeitliche Verständnis in der Zukunft, spannt genaugenommen aber den Bogen über die gesamte Geschichte. Hier geht es um May, Lilys Mutter und Nicks Großmutter. Sie erzählt die Geschichte, die wir alle hören wollen, sie gibt für mich der Handlung den Sinn den es braucht. Großartig – no words needed!

BTW wie gut ist dieses Buch nun?

Mein Resümee: Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es ist ein gutes Buch mit flüssigen Schreibstil, der sich unkompliziert lesen lässt. Jedoch war es kein Highlight für mich, der erste Teil und auch stellenwiese der zweite Teil, empfand ich als langatmig bzw. unnötig in die Länge gezogen. Der dritte Teil, war perfekt, wundervoll zu lesen und das Ende hat mich mit dem Buch sehr versöhnlich gestimmt. Insgesamt hätte ich mir, weil ich es gerne mag, gewünscht, dass die Ebenen und Charaktere sich im Buch mehr abgewechselt hätten. Fazit eine schöne Lektüre und Leseempfehlung.

Zum Schluss noch ein großes Lob an den KiWi-Verlag für die Kampagne rings um das Buch, ich finde es eine außergewöhnliche Idee, die sehr schön umgesetzt wird und hoffe, dass sie für weitere Bücher erhalten bleibt und fortgeführt wird.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Reportage in Romanform

Protokoll eines Verschwindens
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Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der ...

Eine Kriminalgeschichte die keine ist, weil sie wahr ist und trotzdem hat es Alexander Rupflin geschafft daraus eine Geschichte zu machen, eine Romanreportage. Eine Geschichte über einen Kriminalfall der durch die Medien ging und so tiefgründig von ihm wiedergegeben wird ohne fiktiv zu werden oder zu wirken.

Ein Mann verschwindet spurlos in Hamburg, die Familie sucht unablässig nach ihm, während in der Wohnung eines für sie vollkommen Fremden, die Leiche des Vermissten 4 Monate im Gästezimmer liegt. In dem Roman lässt Rupflin die Geschichten der der Familie und des Täters parallel zueinander herlaufen. So wie es damals in der Realität auch passiert ist. Nichts verbindet diese Leben bis auf den einen Punkt. Der Autor erzählt mit viel Feingefühl, sprachlichen Bildern und seinem diplomatischen Schreibstil die Zeit vom Verschwinden bis zum Punkt des Findens. Er geht darüber hinaus, berichtet vom Prozess gegen den Täter, von Gesprächen mit den Beteiligten und bleibt hierbei so diplomatisch, dass er Dinge nicht erfindet, fiktiv nichts hinzufügt. Er äußert seine Meinung über Abläufe die im bis heute nicht aufgeklärt sind, zieht Rückschlüsse ohne unbewiesene Behauptungen aufzustellen.

Dieses Buch ist ein gut recherchiertes Werk und ich würde es jedem empfehlen.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Ungeschönte Familienbiografie im neuen Israel

Adama
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Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor ...

Lavie Tidhar ist mit Adame eine lebendige Verknüpfung einer Familiengeschichte mit den Geschehnissen des neuen Staates Israel gelungen. Alles in diesem Buch ist miteinander verwoben und so spinnt der Autor das Netz seiner Geschichte Seite für Seite, bis sich zum Schluß alle Fäden in der Mitte zusammenfinden und am Ende doch voneinander entfernen.

Den Inhalt, die Geschichte von Ruth, ihrer Familie und dem Kibbuz Trashim von 1946 bis 2009, erzählt der Autor in einzelnen Zeitabschnitten wo immer eines der Familienmitglieder die Hauptperson ist. Im Hintergrund, wie ein Schatten, immer Ruth, immer das gemeinsame Leben im Kibbuz, das Leben für Adame, die heilige Erde. Und wie in dem Buch an einer Stelle gesagt wird, Adama gibt es nicht ohne Dam, das hebräische Wort für Blut. Und eben auch das zieht sich wie ein buchstäblich roter Faden durch, die Geschichte von Israel, die Leiden, Entbehrungen und Taten der Bevölkerung.

Die Geschehnisse werden sehr trocken wiedergegeben, geschehen fast beiläufig, wie ein tägliches Geschäft. Man könnte sagen, dass der Handlung hier zu wenig emotionaler Raum entgegengebracht wird. Ich finde jedoch, es ist genau das richtige Maß, Dinge zu beschreiben, die wir uns so nicht

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Als wäre man selbst Rechtsmedizinerin

Mit kalter Hand
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Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen ...

Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen Tsokos erwartet, wie ich ihn kenne und wurde nicht enttäuscht. Trotzdem ist die Yao-Reihe anders. Das Buch ist gespickt mit rechtsmedizinischen, pathologischen und kriminalistischen Fachbegriffen, man fühlt sich regelrecht als wäre man Teil des Sektions- bzw. Ermittlungsteams, welches aus dem Gesehenen und Geschehenen seine Schlüsse zieht.

Inhaltlich wurden hier drei Fälle aufgegriffen, wobei der Hauptfall, in diesem Buch der Fund einer zerstückelten Leiche, den Fokus auf sich hat. Die anderen Fälle sind aber nicht minder spannend und tragen dazu bei, dass man sich eben in den Alltag der Protagonistin vollends mitgenommen fühlt. Trotz das man frühzeitig darüber im bilde ist, wer der Täter ist, tut dies der Spannung in dem Buch keinen Abbruch, weil es eher darum geht, wie die Kollegen ihn an Hand ihrer fundierten Arbeit aufspüren.

Das einzig negative was ich an dem Buch fand, das es häufige Wiederholungen gab. Wiederholungen in dem Sinne, dass es erst festgestellt wurde und bei der Auswertung bzw. weiteren Ermittlung, dann nochmal ein Kund getan wurde, um entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Ich würde dieses Buch trotzdem uneingeschränkt weiterempfehlen, wer Romane schätzt, die sachlich und fachlich gut recherchiert sind.

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