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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Ungezähmte Irrwege

Unsere letzten wilden Tage
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Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt ...

Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt sie zurück und glaubt sie muss sich ihrer ehemals besten Freundin Cutter stellen, mit der sie im Unguten auseinander gegangen ist. Doch es kommt anders, nachdem diese tot im Sumpf gefunden wird.
Loyal setzt es sich in den Kopf die Hintergründe aufzudecken, denn sie glaubt nicht daran das es ein Unfall war.

Die Geschichte spannt sich Seite um Seite auf, führt einen gedanklich in einige Sackgassen und Irrwege und gleicht sich damit der beschriebenen Natur, den Sümpfen mit all seinen Winkeln, Nebenarmen immer mehr an. Am Ende ergibt alles auf wunderbare Weise einen Sinn.

Anna Bailey hat mich mit den Beschreibungen der Umgebung und Natur sofort eingefangen, man spürt regelrecht wie sich die Hitze auf einen niederlegt, die Gräser im Wind rauschen.
Den Protagonisten hat die Autorin alle so authentisch gestaltet und es war menschlich schön zu lesen, wie man sich eben in diesen Charakteren teilweise getäuscht hat, wie man mit dem Gefühl zurück bleibt, das in jedem oft so viel mehr steckt, als es scheint.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es lass sich einfach, unkompliziert und es fügte sich alles ineinander. Ich empfehle es ohne ein „Aber“ weiter.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Außergewöhnlicher Blickwinkel

Die Ausweichschule
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Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. ...

Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. Diese Entscheidung war definitiv richtig und ich bin dankbar, es zum Lesen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Der Inhalt: Der Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium 2002. So könnte man es kurz umschreiben, was der Sache tatsächlich nicht gercht wird. Der Autor, zum Zeitpunkt des Geschehens 11 Jahre alt und Schüler an besagter Bildungseinrichtung, entscheidet sich ein Buch über die Tat und die Zeit danach zu schreiben und den Leser auf dieser Reise mitzunehmen.

Die Herangehensweise an die Thematik ist anders als man erwartet, sicherlich wird umschrieben, was an diesem Tag in Erfurt geschehen ist, aber das ist nicht der Hauptinhalt. Nachdem die Tat in ihrem Ablauf dargestellt wird, geht es vielmehr um das danach. Wie sind die Menschen damit umgegangen, wie wurde mit der Situation umgegangen.

Der Autor nimmt einen als Leser mit in seine Erinnerungen, seine Recherchen, seine Gedanken und Erfarungen. Man fragt sich unweigerlich, ob das was man ließt so wirklich zu diesem Buch geführt hat oder ob es fiktional geschrieben ist. Man fragt sich allgemein vieles beim Lesen des Buches, man reflektiert, denkt nach, hinterfragt.

Anfangs dachte ich, das der Titel, für den Inhalt nicht sonderlich gut gewählt ist, nachdem ich es beendet habe, sehe ich es anders, finde es trotzdem schade, das warscheinlich viele eben wegen des Titels, nicht auf den wichtigen Inhalt gestoßen werden.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist ein beeindruckendes Werk, es lässt einen zum Ende aufatmen um dann doch als Leser sprachlos zurückzubleiben.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Facetten des Frau-Seins

Zwischen zwei Leben
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Das Cover hat mich sofort angesprochen, es strahlt für mich eine Tiefe aus, die sich auch im Buch wiederspiegelt. Der kurze Klappentext, kündigt nur annähernd an, wieviel in diesem Buch steckt.

In Kürze ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen, es strahlt für mich eine Tiefe aus, die sich auch im Buch wiederspiegelt. Der kurze Klappentext, kündigt nur annähernd an, wieviel in diesem Buch steckt.

In Kürze könnte man das Buch in folgendem Satz beschreiben: Jenny Hill beendet ihr altes Leben mit ihrem untreuen Ehemann, nachdem die Kinder aus dem Haus sind und beginnt sich selbst zu suchen und zu finden.

Dieser Satz drückt aber nicht annähernd aus, was in diesem Buch steckt. Gefühlt findet sich wahrscheinlich jede Frau gedanklich auf die ein oder andere Weise in dem Buch wieder. Jenny Hill flüchtet aus ihrem goldenen Käfig, der sich Ehe, Haus und Verpflichtungen nennt und versucht, anfänglich sehr zaghaft, hat sie doch Jahrzehnte ihre Muster gelebt, die ihr eingtrichtert wurden, sich selbst zu entdecken, was sie will, was sie ausmacht, was tief in ihr verborgen ist.

Die Nebenrednerinnen, wohl allen als weibliche literarische Figuren bekannt, begleiten diesen Weg.

Dieses Buch könnte vom Titel problemlos auch "Zwischen all den Facetten des Frau-Seins" heißen. Das war es zumindest für mich. Eine Beschreibung all der Dinge die wohl in vielen Frauen stecken.

Der Text fließt, trotz der Tiefsinnigkeit, leicht langhin und wechselt zwischen zarten Gedanken, Andeutungen und ungeschönten ehrlichen Reflektionen. Es ließt sich einfach weg und trotzdem sollte man von Zeit zu Zeit inne halten, das Gelesene setzen lassen, erst dann wirkt dieses Buch. Man sollte sich Zeit nehmen.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, aber Achtung, man fängt vielleicht an sein Handeln selbst zu hinterfragen, zu reflektieren und ich denke, das hat die Autorin auch gewollt und es ist ihr wundervoll gelungen.

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Veröffentlicht am 29.03.2026

(K)ein Sachbuch

Ein Date mit deinem Gehirn
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„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ...

„Wer wir sind, ist ein Echo all dessen, was vor uns war.“ S.10, 1. Kap.

Dieses Buch war für mich kein klassisches Sachbuch & vor allem ist es kein Buch, was man abends vor dem Fernseher wegsnackt, dafür ist es viel zu komplex. Es Reihen sich Fakten & Fachwörter aneinander, was sich vielleicht erahnen lässt, wenn man bedenkt, dass der Autor zwei Doktortitel trägt. Und doch hat er ein Buch geschaffen, in dem ich mir so viele Stellen wie in keinem anderen Buch markiert habe. Die Kapitel sind gespickt mit metaphorischen & philosophischen Sätzen, die einem das ganze Thema gedanklich näherbringen, zum nachdenken anregen & auch dabei helfen, die ganzen Fachtermini besser zu verstehen.

„Wir leben nicht in einer Welt von Datenpunkten, sondern in einem Raum des Sinns.“ S. 207

Dieses Buch zeigt sehr eindrücklich, zu was unser Gehirn, nach Millionen von Jahren der Evolution fähig ist. Es beschreibt & erklärt Mechanismen die wir zwar spüren, aber selbst heute nicht vollständig wissenschaftlich erklären können, was uns prägt, was ein lebenlang Einfluss auf uns hat, was umgelernt werden kann & was vielleicht für immer in uns bleibt. Es zeigt das Wechselspiel zwischen Umwelt & unserem Inneren. Was die Nutzung von KI mit unserem Gehirn macht & somit mit unserem Inneren, warum man sie mit Bedacht nutzen sollte & was sie uns für Möglichkeiten bietet.

„Nicht die Ki ist das Problem, sondern unsere Bereitschaft, uns von ihr das Denken abnehmen zu lassen.“ S. 199

Dieses Date mit dem Buch, mit seinem Gehirn, empfehle ich jedem. Es verändert den Blickwinkel, auf vieles was uns Selbstverständlich ist, auf Dinge die wir nicht verstehen & auf Dinge, die wir glauben längst verstanden zu haben.

„Auf das, was ist, nicht auf das, was noch sein muss.“ S. 148

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Der Hype um die Auster?!

Real Americans
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Um das Buch mit der Auster & die dazugehörige Kampagne kommt man gerade nicht vorbei. Auch ich habe mich in den Sog ziehen lassen und ein Rezensionsexemplar erhalten. Aber worum geht es & sind die ersten ...

Um das Buch mit der Auster & die dazugehörige Kampagne kommt man gerade nicht vorbei. Auch ich habe mich in den Sog ziehen lassen und ein Rezensionsexemplar erhalten. Aber worum geht es & sind die ersten Lobeshymnen gerechtfertigt?

Der Roman ist in 3 Teile gegliedert, man könnet vereinfacht sagen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ganz so simpel lässt es sich dann doch nicht beschreiben. Es beginnt, recht logisch, mit dem ersten Teil und der Liebesgeschichte von Lily und Matthew. Eine Geschichte, die erst einmal sehr stereotypisch wirkt. Sie Tochter chinesischer Einwanderer, er Sohn einer der reichsten Familien Amerikas. Ich gebe zu, anfangs hatte ich die Befürchtung auf eine Art Pretty-Woman-Story getroffen zu sein und wurde, Gott seid Dank, eines Besseren belehrt. In diesem Abschnitt werden buchstäblich die ersten Samen für den Sinn des Buches gelegt & man erahnt langsam, was der Kern sein könnte.

In der Gegenwart, dem zweiten Teil, lernen wir Nick kennen, Lilys Sohn & erleben mit ihm die Zeit vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen. Man erlebt mit ihm Identitätskrisen, erste Entscheidungen zu treffen die sein Leben prägen werden und die Suche nach seinem Vater. Und es tauchen immer wieder ähnliche Fragen und Gedankengänge auf, nach dem Wieso, Warum, Weshalb, Wozu, nach dem Sinn, der Richtigkeit. Was genau muss jeder selbst erlesen.

Der dritte Teil, mein persönlicher Liebling, spielt zwar für das zeitliche Verständnis in der Zukunft, spannt genaugenommen aber den Bogen über die gesamte Geschichte. Hier geht es um May, Lilys Mutter und Nicks Großmutter. Sie erzählt die Geschichte, die wir alle hören wollen, sie gibt für mich der Handlung den Sinn den es braucht. Großartig – no words needed!

BTW wie gut ist dieses Buch nun?

Mein Resümee: Ich habe das Buch sehr gern gelesen, es ist ein gutes Buch mit flüssigen Schreibstil, der sich unkompliziert lesen lässt. Jedoch war es kein Highlight für mich, der erste Teil und auch stellenwiese der zweite Teil, empfand ich als langatmig bzw. unnötig in die Länge gezogen. Der dritte Teil, war perfekt, wundervoll zu lesen und das Ende hat mich mit dem Buch sehr versöhnlich gestimmt. Insgesamt hätte ich mir, weil ich es gerne mag, gewünscht, dass die Ebenen und Charaktere sich im Buch mehr abgewechselt hätten. Fazit eine schöne Lektüre und Leseempfehlung.

Zum Schluss noch ein großes Lob an den KiWi-Verlag für die Kampagne rings um das Buch, ich finde es eine außergewöhnliche Idee, die sehr schön umgesetzt wird und hoffe, dass sie für weitere Bücher erhalten bleibt und fortgeführt wird.

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