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Veröffentlicht am 24.12.2021

Ein eindrucksvoller Cocktail von Dramatik, Action und Geheimnissen

Ein neuer Horizont
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Schon die „Space Girls“ fand ich großartig und auch hier beweist Maiken Nielsen ihr Gespür für richtig gute historische Romane. Mit gründlicher Recherche, feinem Erzählstil und einigem Fingerspitzengefühl ...

Schon die „Space Girls“ fand ich großartig und auch hier beweist Maiken Nielsen ihr Gespür für richtig gute historische Romane. Mit gründlicher Recherche, feinem Erzählstil und einigem Fingerspitzengefühl hält sie elegant die Balance zwischen Historie und Abenteuer, Schicksalsroman und Liebesgeschichte.

Es geht direkt mitten hinein ins Getümmel. Nellie ist Journalistin und wird spontan nach Korea geschickt, als sich die Lage dort zuspitzt. Es ist spannend und nervenzerfetzend. Kriegsreporter zu sein ist gefährlich und als Frau erst recht. In den 50er Jahren hat es eine Frau doppelt schwer, in einer Männerdomäne zu bestehen. Die Atmosphäre ist toll eingefangen, man hat das Gefühl, man wäre da.

Hier liegen einige Rätsel auf dem Tisch. Nellies Zwillingschwester ist verschollen, seit Jahren schon und Jake, ihr Liebster, hat Schlimmes erlebt und in Deutschland noch eine Rechnung offen.

Sehr elegant werden Parallelen aufgezeigt. Der Ost-West-Konflikt hat weltweite Auswirkungen, ob nun in Korea, Amerika oder in Deutschland. Es kann Karrieren beenden, als Sowjet-Sympathisant entlarvt zu werden.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist wirklich mitreißend erzählt, überlege aber, ob nicht vielleicht ein bisschen zu viele dramatische Nebenschauplätze aufgeworfen werden. Es ist schon ein ordentlicher Cocktail von Dramatik, Action und Geheimnissen.

Trotzdem hat es mir sehr gefallen. Ich habe höchst unterhaltsam wirklich viel gelernt.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Mythen, Geheinisse, viel Moor und viel Frauenpower

Spiegelland
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Das Teufelsmoor in der Nähe von Worpswede ist ein Naturschutzgebiet um das sich Legenden ranken. Rebecca Frank hat sich damit beschäftigt und einfühlsam und kunstvoll eine Geschichte hineingesponnen, die ...

Das Teufelsmoor in der Nähe von Worpswede ist ein Naturschutzgebiet um das sich Legenden ranken. Rebecca Frank hat sich damit beschäftigt und einfühlsam und kunstvoll eine Geschichte hineingesponnen, die Generationen überspannt.

Drei Zeiten, drei Schicksale und ein Problem, das wohl die Zeit überdauert:

1756 möchte die junge Aletta lieber mit der Familie ihres Bruders mühsam ein Stück Moorland erschließen, als einen Mann zu heiraten, der brutale Züge zeigt.

1999 flieht Cato bei Nacht und Nebel aus ihrem Zuhause in Bremen vor ihrem Ehemann, der sie einmal zu oft verprügelt hat. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter versteckt sie sich im Haus in Teufelsmoor, das sie geerbt hat.

2025 sucht auch Elias Unterschlupf bei seiner Oma in Teufelsmoor. Er hat etwas Schreckliches getan und weiß nicht mehr weiter.

Hier ist man direkt gefesselt, jede einzelne Geschichte ist spannend, düster und lebendig erzählt. Es gibt jede Menge Geheimnisse, die ergründet werden wollen.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge sind sehr geschickt miteinander verknüpft. Es gibt clevere kleine Cliffhanger, immer wieder Parallelen, die Spaß machen und auch verbinden. Und dann tauchen auch noch Moorleichen auf, die extra Rätsel bieten.

Übergeordnetes Thema ist häusliche Gewalt, eigentlich sogar im Wandel der Zeiten. Es ist herzzerreißend, wie Aletta um ein selbstbestimmtes Leben kämpft und immer wieder grausamen Repressalien ausgesetzt wird. Auch Catos Kampf um Unabhängigkeit 200 Jahre später ist spannend und aufwühlend. Einzig die Geschichte von Elias hat mich weniger überzeugt. Sie rundet das Thema ab, ist aber längst nicht so lebendig und nachvollziehbar wie die anderen beiden Geschichten, ist ein wenig die moralisierende Kirsche auf der Torte.

In Summe hat mir das Buch aber sehr gefallen. Es ist ein Buch mit ganz viel Inhalt und erzählt gleich mehrere mitreißende Geschichten, die leidvoll sind, aber Mut machen. Dazu ist es noch eine Familiengeschichte voller Mythen und Geheimnisse, eine Liebeserklärung an Teufelsmoor und ein Aufruf für mehr Frauenpower. Nieder mit dem Patriarchat!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Viel Geschichte zwischen den Zeilen

Moosland
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1949 reisten ca. 300 junge deutsche Frauen nach Island, um dort zu arbeiten. Eine davon begleitet man hier.

Sie ist traurig und verstört, traumatisiert, gerät in Panik, wenn sie Hühnern begegnet, keine ...

1949 reisten ca. 300 junge deutsche Frauen nach Island, um dort zu arbeiten. Eine davon begleitet man hier.

Sie ist traurig und verstört, traumatisiert, gerät in Panik, wenn sie Hühnern begegnet, keine guten Voraussetzungen für die Arbeit auf einem Bauernhof. Von dem, was ihr passiert ist, erfährt man nicht sehr viel, ab und an gibt es Erinnerungsschnipsel.

Der Hof, auf dem sie landet, ist weit ab von allem. Die Familie züchtet Schafe, lebt einfach und naturnah, trifft selten andere Menschen und hat auch ihre Probleme. Die beiden Söhne sind nicht immer zufrieden mit dem Leben in der Einöde. Und eine Tochter muss es auch gegeben haben, wo ist die?

Ganz allmählich kommt sie an in diesem neuen Leben, das ihr eröffnet wird, das sie aber nur zaghaft angeht. Sie versteht die Sprache nicht und ist fremd in jeder Hinsicht. Die Familie hat Geduld mit ihr, aber auch wenig Zeit für Zaudereien.

Das Buch ist sehr atmosphärisch geschrieben, transportiert ganz viel ursprüngliches Island mit wilder Natur, viel Schnee und Wind und harter Arbeit. Trauer und Melancholie schwingt mit, auch ein bisschen Verzweiflung hier und da. Der Erzählstil ist so karg wie das Land, hat aber einen rauen Charme. In Summe war mir es dann aber doch ein wenig zu fragmentarisch. Vom spannenden historischen Kontext erzählt hauptsächlich das Nachwort. Die Kriegserlebnisse, die das Mädchen traumatisiert haben, bleiben sehr vage. Auch ihr Name bleibt ein Geheimnis, das erst auf den letzten gelüftet wird. Warum?

Bei diesem Buch habe ich das Gefühl, die eigentliche Geschichte liegt zwischen den Zeilen. Ich habe es gerne gelesen, hätte mir aber doch mehr Greifbares gewünscht.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Spaß mit Tiefgang und Feminismus

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Dieses Buch ist wirklich hübsch und beinahe wäre es das Buch geworden, das ich unbedingt all meinen Freundinnen schenken muss.

Herrlich abgeklärt, mit liebevollem Sarkasmus und ordentlich Selbstironie ...

Dieses Buch ist wirklich hübsch und beinahe wäre es das Buch geworden, das ich unbedingt all meinen Freundinnen schenken muss.

Herrlich abgeklärt, mit liebevollem Sarkasmus und ordentlich Selbstironie erzählt Nina von ihrer Situation. Nina, beinahe 50, geschieden, hat nicht darüber nachgedacht, was genau in ihrem Ehevertrag stand, als sie ihn unterschrieb. Jetzt hat sie eine kleine Wohnung in Kreuzberg und sortiert die Akten einer Filmgesellschaft, währen ihr Exmann mit seiner viel zu jungen Freundin in der Villa lebt und Partys feiert. Trotzdem ist sie zufrieden mit ihrem neuen Leben, das ihr neu vor Augen führt, sie ist mehr als nur eine Frau an einer Seite. Als sich ein weitaus jüngerer Mann für sie interessiert, ist sie sogar ganz jemand anderes.

Ihre Schwester Lena hat lieber geordnete Verhältnisse. Eine Vorzeigefamilie mit frisch gebügelten Kindern ist ihr Traum, der reichlich ins Wanken gerät, als sie merkt, dass die berufliche Karriere ihres Mannes vielleicht nicht ganz so vorbildlich abläuft.

Was auf den ersten Blick klingt wie eine normale Frau-in-den-Wechseljahren-Geschichte, bekommt sehr schnell noch eine andere Ebene mit einigem feministischen Thrill. Es geht auch um Lebensmodelle, um Diskriminierung von Frauen in unterschiedlichen Spielarten und um sexuelle Belästigung im Filmgeschäft. Alles unterfüttert mit Ninas klug-ironischen Betrachtungen, das ist Spaß mit Tiefgang.

Das Ende des Buches ist leider ein wenig glatt, da lösen sich plötzlich alle Probleme von selbst. Das ist ein bisschen schade und das hat ein Buch, das so liebevoll komponiert wurde eigentlich nicht verdient.

Das Hörbuch wird wunderbar gelesen von Katja Riemann und Anna Maria Mühe, die die Rollen der beiden ungleichen Schwestern perfekt verkörpern. Man glaubt ihnen jedes Wort. Es ist nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2026 in der Kategorie "Beste Unterhaltung" und dauert 12 Stunden und 35 Minuten. Der Preis wird am 10. März 2026 verliehen, ich bin sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Unterhaltsam informativ und sehr berührend

Katzen und Kapitalismus
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Man stelle sich vor, man mietet ein lauschiges, abgelegenes Haus, zieht ein und stellt fest, drumherum leben 30 verwilderte Katzen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich fände es traumhaft. Genau ...

Man stelle sich vor, man mietet ein lauschiges, abgelegenes Haus, zieht ein und stellt fest, drumherum leben 30 verwilderte Katzen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber ich fände es traumhaft. Genau wie Courtney Gustafson, der das passiert ist und die mit diesem Buch davon erzählt.

Courtney ist fasziniert und fängt an, sich um diese Katzen zu kümmern, sie zu füttern, zu päppeln und zum Tierarzt zu bringen. Sie erstellt einen Instagram Account, auf dem sie darüber berichtet und erhält sogar Spenden und Unterstützung von Fans. Sehr bald schon haben diese Katzen Courtneys Leben komplett verändert.

Courtney Gustafson erzählt von so manchem Katzenschicksal, aber auch, wie sehr es sie selbst berührt. Katzen zu helfen wird für sie Mission und Therapie gleichermaßen. Bald schon ist sie eine Tierrettungsexpertin und hilft anderen, die auch helfen möchten. Und dann verdient sie tatsächlich auch noch Geld damit, sie kann es selbst kaum glauben, aber sie hat durch einen Zufall ihren Traumjob gefunden.

Dieses Buch ist der Bericht einer ganz besonderen Frau, pure Katzenliebe und auch ein wenig ein modernes Märchen. Es liest sich leicht, mit einer kleinen Prise amerikanischem Pathos, ist unterhaltsam informativ und sehr berührend.

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