Schwarzer Humor mit einer Prise Nachdenklichkeit
Betreutes MordenCarol wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, wo sie die letzten 35 Jahre als Serienmörderin eingesessen hat. Nun hat sie einen Platz in der Seniorenresidenz Sheldon Oaks gefunden und freut sich auf ...
Carol wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, wo sie die letzten 35 Jahre als Serienmörderin eingesessen hat. Nun hat sie einen Platz in der Seniorenresidenz Sheldon Oaks gefunden und freut sich auf den Beginn eines neues Lebens. Schnell findet sie dort in Margaret, Catherine und Geoffrey neue Freunde. Doch dann geschieht ein Mord und sofort fällt der Verdacht auf Carol – wer sollte es denn sonst gewesen sein? Wenn sie also ihre Freunde und ihren Platz in der Seniorenresidenz behalten will, muss Carol den wahren Täter finden.
„Betreutes Morden“ ist der Debütroman des Schauspielers, Komikers und Fernsehautors Fergus Craig; die deutsche Übersetzung stammt von Julian Haefs. Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Carol erzählt, was einen Einblick in ihre Gedankenwelt ermöglicht. Um andere Blickwinkel der Handlung zu beleuchten, wechselt der Erzähler aber auch zu Carols Freunden oder anderen Personen, die in dem Mordfall eine Rolle spielen. Die Anleihen an Richard Osmans „Donnerstagmordclub“ sind dabei deutlich; der Roman wird im Buch sogar erwähnt. Sie sind aber klar als Hommage gemeint und, abgesehen von den Grundstrukturen, unterscheiden sich beide Werke doch sehr.
In erster Linie ist „Betreutes Morden“ natürlich ein Kriminalroman mit Amateurdetektiven, auch wenn das vielleicht nur die halbe Wahrheit ist. Denn Margaret war früher einmal Innenministerin, Catherine Pathologin und Geoffrey Kriminalpolizist. Diese Berufe und die damit verbundenen Fähigkeiten spielen bei der Ermittlung natürlich eine große Rolle. Noch wichtiger ist aber das Thema der Resozialisierung. Es ist furchtbar, was Carol getan hat, aber hat nicht jeder Mensch im Leben eine zweite Chance verdient?
Eines ist der Roman jedoch auf jeden Fall: witzig! Carols Gedanken und Aussagen über ihre Zeit als Serienmörderin sind herrlich skurril. Früher, da hätte man sich noch gegenseitig ausgeholfen, wenn man sich beim Vergraben einer Leiche begegnet wäre! Und auch ihre Freunde weiß sie mit schwarzem Humor aufzuziehen. Das Ende kommt überraschend und gibt der Geschichte zwischen all dem Humor eine nachdenkliche Seite.