Alles ging etwas zu schnell
Biest der HighlandsMeinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dichte Nebelschwaden krochen um krumme Birken und legten sich auf Wurzeln nieder, die rebellisch aus dem Moos ragten.
Das Cover ist ein ...
Meinung:
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!
Dichte Nebelschwaden krochen um krumme Birken und legten sich auf Wurzeln nieder, die rebellisch aus dem Moos ragten.
Das Cover ist ein Traum! Ich finde es so schön und es beinhaltet so viele Elemente aus dem Buch. Blumen, das Schloss, Loch Ness, das Biest und einen Kratzer vom Biest. Für mich passt es perfekt.
Der Schreibstil der Autorin war in Ordnung. Es hat lange gedauert, bis ich mich an den Stil gewöhnt habe und bis zum Ende bin ich noch über gewisse Phrasen gestolpert. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Adrianna.
Zu Beginn lernt man Adrianna kennen, die unter einem Pseudonym für eine Zeitung schreibt. Ihre nächste Story dreht sich um den Tod von zwei Schafen, dafür muss sie nach Norden zu den Ländereien von Earl Stirling, auf diesen hat sich nämlich ein Biest an den Schafen vergriffen. Adrianna will die Wahrheit herausfinden und Earl Stirling ist dabei mehr als hilfreich.
Der Einstieg in das Buch ist mir wirklich leicht gefallen. Man erfährt wieso Adrianna nach Norden muss, wie es ihr so ergeht im Leben und lernt auch schon ein bisschen was über Earl Stirling. Danach dauert es ein bisschen, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt, doch das fand ich in Ordnung als Einstieg.
Adrianna mochte ich gerne. Sie ist eine starke Frau und setzt sich für das ein, was sie will. Dass sie in dieser Männerbranche überhaupt schreiben darf fand ich toll und wie sie sich gegen die anderen Männer behauptet noch mehr. Ihre Schlagfertigkeit hat mir gefallen und später lernt man dann auch noch eine verletzliche Seite von ihr kennen. Sie hat viele Facetten und das macht sie zu einem tollen Charakter.
Earl Stirling, oder einfach Raymond, mochte ich vom ersten Moment an. Er ist im Prinzip ein großer Teddybär, denn er ist sanft, lieb und gut zu seinen Angestellten. Ich mochte ihn sofort und sein Umgang mit Adrianna hat nochmals bewiesen, dass er eine gute Seele ist. Er hat nur ein bisschen zu wenig Tiefe, denn alle seine Charakterzüge sind recht oberflächlich gehalten.
Die Geschichte hat viel Potential geboten, doch wurde dieses für mich nicht ganz ausgeschöpft. Dafür war das Buch einfach zu kurz. Das Geheimnis um das Biest ist eigentlich keines, zumindest nicht für den Leser und die Liebesgeschichte ging mir persönlich viel zu schnell. Diese beiden Punkte hätte mehr Raum in dem Buch gebraucht, 100-200 Seiten mehr hätten da nicht geschadet. Trotzdem hat mir die Idee auf anhieb gefallen und ich war gespannt, wie die Autorin das umsetzen würde.
Wie schon gesagt geht es um ein angebliches Biest, welches die Schafe zerfetzt hat. Adrianna recherchiert und befragt Leute dazu, bis sie schließlich bei Earl Stirling ankommt. Auf seinen Ländereien ist die Tat passiert und er gibt ihr auch Auskunft. Für mich gab es da kein großes Mysterium um das Biest, denn man wusste einfach, wie es kommen würde. Das fand ich etwas schade, denn die Autorin hätte sich etwas mehr Mühe geben können, auch mit der Auflösung. Es fühlte sich an, als wäre das Biest nur eine Nebenhandlung und als würde das eigentliche Augenmerk auf die Liebesgeschichter gerichtet sein, die ich aber nicht so sehr fühlte.
Was ich aber wirklich gut fand waren die Nebencharakter. Kitty, Mr. McRiley oder auch Ruby haben mir gut gefallen. Sie haben eine Frische in das Buch gebracht und waren allesamt liebenswert. Besonders Ruby habe ich schnell ins Herz geschlossen und ich habe mich immer gefreut, wenn sie oder ein anderer Nebencharakert aufgetaucht sind.
Die Liebesgeschichte war, wie schon gesagt, kein Highlight und nur in Ordnung für mich. Mir persönlich ging das zu schnell und besonders gegen Ende fühlte es sich sehr überstürzt an. Bei mir kam es nicht so an, als würden sie sich nun wirklich lieben, sondern eher so, als wäre Adrianna die erste Frau, die Earl Stirling seit langer Zeit ansieht und darum will er sie. Es wirkte nicht wie Liebe auf mich. Vielleicht liegt auch dies daran, dass das Buch so kurz ist.
Das Ende war dann schnell da. Ich habe mir noch eine große Enthüllung erwartet oder so etwas, aber das kam nicht. Es gab es wenig Drama um Adrianna und ihr Leben davor, aber in Sachen Biest hatte ich mir mehr erwartet. Es fühlte sich alles wie die einfache Lösung an und nicht wie ein gut durchdachtes Ende. Zwar gab es spannende Momente und auch ein paar sehr schöne Momente, aber alles in allem war das Ende zu flott abgehandelt.
Fazit:
Das Setting war sehr gut, die Idee war sehr gut, nur die Umsetzung war nicht ideal. Das Buch war zu kurz als dass sich die Charaktere komplett entfalten könnten und manches wirkte zu gehetzt, angefangen bei der Liebesgeschichte. Das Ende hat mir persönlich nicht so gut gefallen, aber das ist vermutlich Geschmackssache. Von mir kriegt das Buch 3 Sterne.