Im 15. Band der Reihe "Women's Murder Club" bekommt es Lindsay Boxer mit einem Vierfachmord in einem Hotel zu tun. Zunächst gibt es nur Hinweise auf eine Frau, die im Zimmer eines der Opfer gewesen sein ...
Im 15. Band der Reihe "Women's Murder Club" bekommt es Lindsay Boxer mit einem Vierfachmord in einem Hotel zu tun. Zunächst gibt es nur Hinweise auf eine Frau, die im Zimmer eines der Opfer gewesen sein muss. Doch die Frau ist verschwunden und so tappt Boxer im Dunkeln, bis sich eine Verbindung zu ihrem Ehemann Joe Molinari ergibt, der sich plötzlich auch nicht mehr meldet. Als dann auch noch ein Flugzeug in San Francisco abstürzt, fragt sich Lindsay, ob ihr Ehemann wirklich der ist, der er vorgibt zu sein. Zudem wird sie von einer Gruppe chinesischer Männer verfolgt und bedroht. Lindsay versucht herauszufinden, wie die Fälle zusammenhängen.
Wie schon in Band 14 ist Detective Boxer auch in diesem Fall eher eine Einzelkämpferin. Die anderen Frauen des Clubs erscheinen eher randständig und tragen wenig zur Lösung des Falls bei. Vornehmlich wird Spannung durch das Verschwinden von Joe Molinari und Boxers Zweifel an diesem erzeugt. Die Geschichte, in der dann noch die CIA eine Rolle spielt ist manchmal etwas sehr konstruiert, dennoch handelt es sich bei der 15. Täuschung um einen soliden Thriller, der vor allem Fans der Reihe reizen dürfte, aber nicht an die Anfangsbände heranreicht. Wer noch keinen Band gelesen, sollte nicht mit diesem beginnen. Auch das Ende lässt übrigens einige Fragen offen.
Das Faultier hat angekündigt, dass es am nächsten Tag Muffins bäckt. Der Ameisenbär möchte auf jeden Fall etwas abbekommen und macht sich extra früh auf den Weg, um sich anzustellen. Doch dann drängelt ...
Das Faultier hat angekündigt, dass es am nächsten Tag Muffins bäckt. Der Ameisenbär möchte auf jeden Fall etwas abbekommen und macht sich extra früh auf den Weg, um sich anzustellen. Doch dann drängelt sich ein Tier nach dem anderen nach vorne oder wird vor gelassen, so dass der Ameisenbär ganz hinten in der Schlange steht. Als es dann Streit gibt, wird er jedoch für seine Geduld belohnt.
Ein Bilderbuch mit Faultier und Ameisenbär, zwei unserer liebsten Tiere, mit denen wir etwas verbinden. Da musste das Bilderbuch natürlich gelesen werden. Zunächst waren wir auch wirklich begeistert. Die tollen grünen Dschungellandschaften, die Blätter, durch die die Sonnenstrahlen nur vereinzelt fallen, die bunten Blumen - einfach richtig gut gelungen. Auch der Ameisenbär gefiel uns von Anfang an. Er zeigt Vorfreude auf die köstlichen Muffins des Faultieres und geht planvoll an die Sache heran. Wer früh da ist, bekommt etwas ab. Diesen Gedanken kann man sehr gut nachvollziehen. Und tatsächlich ist er das erste Tier, das beim Faultier geduldig wartet. Dann drängelt sich das erste Tier vor und er nimmt es hin. Dieses lässt noch seinen Freund vor und nach und nach wandert der gelassene Ameisenbär in der Schlange immer weiter nach hinten. Spätestens nach dem dritten Vordrängler fragte das Vorlesekind, warum er sich nicht beschwert. Aber gut, das ist noch mit seiner Geduld zu erklären. Die Tier sind natürlich toll zum Ansehen und alle total verschieden. Durch Gerangel und Streit landet der Ameisenbär wieder ganz vorne und endlich bekommt es die verdienten Muffins. Auch ok, schließlich war er zuerst da und musste lange warten. Die Letzten werden die ersten sein etwas verquer. Doch das Bild das dann folgt, hat uns wirklich umgehauen. Da sitzt der Ameisenbär mit einem ganzen Blech Muffins und dem Faultier auf der Picknickdecke und lässt sich ein Dutzend Gebäckstücke schmecken, während die andern Tiere in die Röhre schauen. Zurecht fragt man sich, warum er sich nicht zwei gönnt und die restlichen nach der Reihe des Erscheinens mit den anderen Tieren teilt. So schade, dass hier eine an sich gute und wundervoll illustrierte Geschichte nicht in eine passendere, sinnvollere Botschaft mündet. Selbst meine 5-Jährige fand das nicht ok und meinte er hätte genug zum Teilen. Aber vielleicht sollen die Kinder durch das fragwürdige Ende auch genau zu solchen Aussagen und Gedankengängen bewegt werden. Für mich sah es nicht danach aus. Daher 3,5 Sterne
Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. ...
Vor mehr als 30 Jahren verschwanden auf der Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche am Ende eines Schullandheimaufenthaltes. Während das Mädchen vollkommen verstört wieder auftaucht, bleibt der Junge verschwunden. Annika Lundt, die damals auf der Insel aufwuchs, ist nun Polizistin bei der Mordkommission und kehrt wegen persönlicher Probleme und um ihre kranke Mutter zu unterstützen auf die Insel zurück. Dabei ahnt sie nicht, dass einige der Passagiere, die mir ihr auf der letzten Fähre vor einem großen Sturm auf die Insel kommen, ebenfalls in diesem schicksalhaften Sommer auf der Insel weilten. Doch was zieht sie nach so vielen Jahren zurück nach Neuwerk? Kaum ist die Insel wegen des Sturms vom Festland abgeschnitten, überschlagen sich die Ereignisse.
Als großer Fan der Elbmarsch-Krimis von Romy Fölck musste ich diesen Standalone-Thriller von ihr unbedingt lesen. Die aufwendige Aufmachung mit Schnitteffekt auf dem Cover und dem Farbschnitt des aufbrausenden Meeres sind echte Hingucker. Der Einstieg in die Geschichte packte mich sofort. Nach einer kurzen Rückblende ins Jahr 1995 zum Verschwinden der Jugendlichen, wechselt die Perspektive zu den verschiedenen Personen, die nun in der Jetzt-Zeit auf die Insel zurückkehren. Die Erzählstränge sind nicht immer chronologisch angeordnet, doch durch Datumsangaben kann man die Abläufe sehr gut nachvollziehen. Von Anfang an herrscht eine bedrohliche Atmosphäre, die nicht nur vom herannahenden Orkan herrührt, sondern auch durch die Gründe ausgelöst wird, warum die einzelnen Personen, die anfangs nicht miteinander zu tun haben scheinen, auf die Insel begeben. Seltsame Briefe und eine Vergangenheit, die keinen von ihnen losgelassen hat, werfen bei mir jede Menge Fragen auf, der Wunsch nach Antworten trieb mich förmlich durch die Geschichte. Schon zu Beginn kommt es zu dramatischen Szenen, auch ein Leichenfund lässt Böses erahnen und so manche Situation sorgte bei mir dann auch dafür, dass ich mich allein nachts lesend unwohl gefühlt habe.
Handwerklich, also vom Aufbau und Halten der Spannung auf hohem Niveau, ist der Thriller wirklich meisterlich verfasst. Hin und wieder und gegen Ende vermehrt schleichen sich logische Fehler ein, die man leider nicht immer ignorieren kann. Es gibt viele Unsicherheiten bei den Protagonistinnen und damit auch viele Vermutungen bei mir, was denn passiert sein könnte vor 30 Jahren und auch in der Gegenwart. Wer hält hier die Fäden in der Hand. Obwohl Neuwerk so klein ist, gibt es noch genug Möglichkeiten, die man durchdenken, überprüfen und ggf. wieder verwerfen kann. Sehr rätselhaft sind z.B. Aussagen von Annikas dementer Mutter, aus denen man nicht schlau wird, die aber zeigen, dass hier irgendetwas ganz und gar nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Weitere Rückblicke aus Sicht des verschwundenen Mädchens bringen die Leserinnen dem Tag des Verschwindens näher und mit der Zeit schließen sich auch die Verbindungen der Charaktere untereinander. Was diesen Teil des Buches betrifft, war ich beim Lesen wirklich begeistert. Allerdings stellte ich mir irgendwann die Frage, warum das Ganz nun passiert und ob es dafür überhaupt eine stimmige Auflösung geben kann. Meinen Verdacht wollte ich schließlich auch überprüft wissen.
Nach mehreren brenzligen Situationen, die die Spannung noch einmal hochtreiben, wird dann auch die Auflösung präsentiert. Leider muss ich gestehen, dass ich nach so einem tollen Verwirrspiel das Ende einfach nur mau fand. Manche Zusammenhänge ergeben einfach keinen Sinn. Eine Person, die tatsächlich weiß, was passiert ist, dies aber zu einem vollkommen hanebüchenen Zweck nutzt, anstatt den Verantwortlichen einzuheizen... tut mir leid, das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Zudem gibt es am Ende Dinge, die man eigentlich bei der Durchkämmung der Insel, die im Buch erwähnt wird, entdeckt haben müsste (das äußert sogar eine der Figuren relativ früh selbst). Realistisch gesehen, müssten gewisse Personen schon längst im Gefängnis sitzen. Dass der spannende Plot so unbefriedigend endet, ist natürlich schade. Ich habe mich zwar nicht geärgert, aber mich schon gefragt, warum so etwas im Lektorat nicht aufgefallen ist. Dennoch vergebe ich für die Spannung, die über weite Teile der Geschichte anhielt, wohlwollende 3,5 Sterne. Bis auf das Ende fühlte ich mich gut unterhalten und habe das Buch verschlungen.
Die beiden Schwestern Ruby und Wren haben Geldsorgen. Da kommt das seltsame Angebot der mysteriösen Mrs Blackgate ncht ungelegen. Ohne groß zu überlegen, sagen sie zu, ein Wochenende lang die Enkeltöchter ...
Die beiden Schwestern Ruby und Wren haben Geldsorgen. Da kommt das seltsame Angebot der mysteriösen Mrs Blackgate ncht ungelegen. Ohne groß zu überlegen, sagen sie zu, ein Wochenende lang die Enkeltöchter der alten Dame bei einem Familientreffen aus Hegemony Manor zu spielen. Ausgestattet mit allen wichtigen Informationen tauchen die drei dort auf. Doch dann stirbt die Gastgeberin, eine echte Hexe, und ihr Geist präsentiert ihnen ein seltsames Rätselspiel um ihr Erbe. Niemand kann das Grundstück verlassen. Von nun an schweben die Schwestern in großer Gefahr, denn es ist ihnen klar, was die anderen Hexen mit ihnen machen, wenn sie den Betrug entdecken. Dabei ist gerade der Elementarmagier einer von ihnen sehr zugetan.
Die Inhaltsbeschreibung des Buch klingt einfach zu gut, um es nicht zu lesen. Dass es so hexisch und magisch zugehen würde, war mir jedoch nach diesem nicht klar gewesen. Ruby und Wren fand ich als Protagonistinnen manchmal etwas anstrengend. Sie sind sehr unterschiedlich, eine eher spontan, die andere hingegen sehr überlegt und zurückhaltend. Das sorgt manchmal für Frust unter den Schwestern. Schon die Zusage an die ihnen völlig unbekannte Mrs Blackgate, die Enkeltöchter zu spielen, empfand ich als etwas blauäugig. Dafür reagieren sie relativ kurz und fast zu ruhig auf ihre schier ausweglose Locked Room Situation und die Erkenntnis, dass die anderen alle Hexen und Hexer sind. Dass eine der Personen trotzdem vom Grundstück verschwindet sorgte bei mir aber für Neugier. Leider hatte ich viel zu früh den richtigen Riecher, denn für mich war nur eine Lösung möglich.
Trotzdem ist das Buch lesenswert, vor allem wegen der sich langsam entwickelnden Gefühle zwischen zwei Charakteren und der Rätsel, die es zu lösen gilt. Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Hexen und um das Leben der vollkommen unmagischen Schwestern, die dummerweise in die Sache hineingeschlittert sind. Die häufigen Diskussionen und Streitgespräche unter den Familienmitgliedern waren insofern ganz gut, als dass sie die Handlung und das Rätsellösen vorangebracht haben. Nur der allzu machtgierige Onkel, der immer wieder das Erbe einfordert, war mit etwas too much. Das abwechslungsreiche Setting, die unvorhersebaren Wendungen und auch die verschiedenen Magiearten hingegen fand ich faszinierend und richtig gut geschildert. Daher gibt es 3,5 Sterne.
Nilo zockt gern sein Lieblingsspiel am Handy und vergisst darüber die Welt. Dabei vernachlässigt er aber auch die Schule, Freunde und sogar die Körperhygiene. Nach einem dramatischen Vorfall zu Hause, ...
Nilo zockt gern sein Lieblingsspiel am Handy und vergisst darüber die Welt. Dabei vernachlässigt er aber auch die Schule, Freunde und sogar die Körperhygiene. Nach einem dramatischen Vorfall zu Hause, bringt ihn seine Mutter in die stationäre Therapie. Das passt Nilo gar nicht. Er möchte spielen. Genau wie Faris, den er dort kennenlernt. Und dann ist da noch das geheimnisvolle Mädchen mit den Piercings, das auf der Akutstation aufgenommen wird sich nachts aus dem Haus schleicht. Kurzerhand folgen ihr die Jungs und erleben einen realen Roadtrip.
Mich hat das Thema Mediensucht bei Jugendlichen angesprochen, da ich tagtäglich mit jungen Leuten zu tun habe. Zudem hatte ich von Autor schon einiges gehört und wollte endlich mal ein Buch von Martin Schäuble lesen. Heldentage ist leicht und in lockerem Ton geschrieben, enthält keinerlei kompliziertes Vokabular und dürfte so für die meisten Jugendlichen gut zugänglich sein. Motivierend und gut für den rasanten Fortgang der Handlung ist auch die Einteilung in kurze Kapitel. Der Einstieg ins Buch zeigt gleich sehr eindrücklich, was beim Protagonisten Nilo schief läuft. In einer Leserunde wurde sehr auf das Fehlverhalten auch der Mutter eingegangen. Zum Glück wird das im Buch jedoch nicht hochgekocht, das rechne ich dem Autor hoch an. Denn der Vater von Nilo ist so gut wie gar nicht vorhanden, was nicht moniert wurde. Das nur am Rande. Der Beginn dürfte die jungen Leser neugierig machen.
Sobald Nilo in der Klinik ist, geht alles ganz schnell. Eine Entscheidung führt zu einem teilweise unglaublichen Roadtrip. Manchmal ist er auch recht unglaubwürdig, denn der Zufall spielt den drei Flüchtenden oft in die Hände und auch so mancher Erwachsene trifft seltsame Entscheidungen, die es real wohl niemals geben würde. Auch hat Nilo mehrmals so etwas wie (Tag-)Träume, die ziemlich abgedreht fantasievoll sind. Das Mädchen aus der Akutstation gibt beim Roadtrip den Ton an, man wird allerdings nicht recht schlau aus ihr und muss sich gedulden, um mehr über sie zu erfahren. Allerdings ging es mir bei ihr, wie auch beim Thema Mediensucht nicht tief genug rein in das Leben der Jugendlichen. Mir fehlte zum Beispiel eine Info darüber, wie und wo Mayla bisher gelebt hat und wie es dort war. Man kann sich als Leser*in jedoch gut hineinversetzen in die Probleme. Das Ende hat mir gut gefallen, war jedoch auch wieder sehr ideal gedacht. Insgesamt lässt das Buch sehr viel Raum für eigene Mutmaßungen, gibt aber für ein Gespräch zum Thema Mediensucht nicht allzu viel her. Einiges hätte ich gar nicht mit eingebunden, wie z.B. ein mit der Protagonistin rivalisierendes Duo. Um wirklich authentisch zu sein fehlte mir jegliche Form von Jugendsprache, wie sie bei 15-Jährigen heute nicht wegzudenken ist. Fazit: Nicht nur die Handlung lief etwas zu glatt. 3,5 Sterne