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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2025

Turbulent und empathisch- passender Abschluss der Triologie

Bussi Bussi - Kein Kind von Traurigkeit
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Der dritte Band um eine Dreiergruppe von Frauen, die sich seit ihren Zwanzigern kennen. Begleiteten die Vorgängerbände Herz verfehlt – Arsch getroffen, Eva, und Lecko Mio, Marina, auf in ihren Dreißigern, ...

Der dritte Band um eine Dreiergruppe von Frauen, die sich seit ihren Zwanzigern kennen. Begleiteten die Vorgängerbände Herz verfehlt – Arsch getroffen, Eva, und Lecko Mio, Marina, auf in ihren Dreißigern, widmet sich Bussi Bussi, der dritten im Bunde- Carmen.

Carmen, Anfang 40ig, ist Chefin der Eventagentur the Verve, einem doch noch etwas unbekannteren Player am Eventmanagementhimmel in Wien. Doch man bewirbt sich um den Opernball, nicht zuletzt, um auch finanziell aus den roten Zahlen zu kommen. Privat ist Carmen eher mit „kurzen Projekten“ beschäftigt. Auf einer Vernissage eines bekannten Künstlers kommt sie mit einem Unbekannten ins Gespräch, versteht sich und verbringt die Nacht miteinander – doch es nimmt ein doch eher rasantes Ende. Carmen fühlt sich danach verflucht, da die Sache mit den Männergeschichten nicht mehr so gut funktionieren und auch die Sache mit der Opernballbewerbung ist nicht einfach.

Es ist ein Roman, der mit viel Charme und Herz aufwartet. Die Geschichte trägt weiteres der scharfzüngige Witz mit Wiener Färbung und ein bisschen Spice. Doch es ist auch so viel mehr als leichte, witzige Unterhaltung, denn man begleitet Carmen als Leser bei einer Zeit, in der sie mit ihrem bisherigen Lebensentwurf hadert. Sie ist nicht nur unabhängig und stark, sondern bekommt von ihrem „Unbekannten“ auch einen Spiegel vorgehalten, der zur Reflexion anregt. Langsam wird sie sich den Auswirkungen ihrer Vergangenheit und den Schattenseiten ihres bisherigen Lebensentwurfs bewusst und hadert damit. Man leidet und fühlt mit und wundert sich teilweise, all dies, weil die Geschichte und die Entwicklung der Personen sehr authentisch sind.

Daher kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen, so wie die Vorgängerbände. Wichtig ist auch anzumerken, dass man sie nicht der Reihenfolge nach lesen muss.

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  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2025

Dorfpolizist Jupp Böttinger ermittelt wieder in unterhaltsamer Manier

Nur Gundula gärtnerte giftiger
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Gundula und Alfred Böttinger sind der Schrecken der Nachbarschaft, da sie immer Dinge finden, um sich über ihre Nachbarn zu beschweren – lärmende Kinder, falsch geparkte Autos, Lärm allgemein. Eines morgens ...

Gundula und Alfred Böttinger sind der Schrecken der Nachbarschaft, da sie immer Dinge finden, um sich über ihre Nachbarn zu beschweren – lärmende Kinder, falsch geparkte Autos, Lärm allgemein. Eines morgens findet Gundula ihren Mann tot auf – nach einem neuerlichen Streit mit den Nachbarn und einen Polizeieinsatz durch Jupp Backes. Der Notarzt erkennt bei der Untersuchung Schaum vor dem Mund des Toten und so bringt Dorfpolizist Jupp Backes den Toten und den vielleicht vergifteten Käsekuchen zur Untersuchung.

Neben den Ermittlungen in der verfeindeten Nachbarschaft, tauchen wir auch wieder ins Familienleben der Backes ein. Jupp und seine Frau Inge werden von Inges Mutter Käthe besucht, die die Insel Sylt und ihren neuen Partner hinter sich lässt, um in der Heimat abschalten zu können. Etwas das an Jupps Nerven zehrt. Auch Tochter Eva, die mit ihrer neuen Familie Mann Chung und Stiefsohn Wunderkind Luan ins renovierte Nachbarhaus gezogen ist, strapaziert seine Nerven.

Der neue Band schließt gut an die Gestaltung und Art der Vorgängerbände an – ist aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos lesbar. Jupp ermittelt etwas unkonventionell und lässt sich von seinem Bauchgefühl leiten. Sehr zum Schrecken der Kollegen, ist da teilweise auch schon die ganze Familie über die Ermittlung im Bilde. Der Dorfpolizist ist wie für einen Dorfpolizisten üblich auch Ansprechpartner für die kleinsten Probleme und stolpert so auch manchmal zufällig über Informationen. Erheiternd ist die oft politisch nicht so korrekte Art mit der Jupp Dinge angeht oder Sachen versteht.

Schlussendlich, nach vielen Wendungen ist aber auch dieser Fall wieder logisch gelöst und die Bauchmuskeln können sich von den Lachanfällen erholen.

Veröffentlicht am 25.11.2025

ein spannendes, rasantes Abenteuer eines Diebes in Ausbildung

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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Robin the Hood ist ein Nachfahre des berühmten Robins Hood und wie er ein Meisterdieb. Gemäß seinem Motto stiehlt er von den Reichen und gibt den Armen. Ganz im Gegensatz zu seinen Eltern, die ein Luxusleben ...

Robin the Hood ist ein Nachfahre des berühmten Robins Hood und wie er ein Meisterdieb. Gemäß seinem Motto stiehlt er von den Reichen und gibt den Armen. Ganz im Gegensatz zu seinen Eltern, die ein Luxusleben führen und sich wenig um Robin kümmern. Loretta wurde mit der Aufgabe betraut Robin auszubilden und ihm Gesellschaft zu leisten. Eines Tages wird er mit einem unwiderstehlichen Schatz konfrontiert, der „unklaubar“ sein soll. Doch all dies war die Falle eines internationalen Geheimdienstes. Um einer Strafe zu entgehen, bzw. auch um seine Großmutter zu befreien, wird er für eine Mission engagiert. Gemeinsam mit Mary, - der Hand- muss er eine Stadt klauen, die ein für die Menschheit tödliches Virus enthält.

Das Buch richtet sich an Leser ab zehn Jahren, unterhält aber auch ältere Leser.

In recht kurzen Kapiteln schreitet die Geschichte rasch dahin. Der Schreibstil ist leicht, witzig mit klarer Sprache. Unterbrochen werden die Textseiten immer wieder durch Comic Passagen, die auflockern, aber eben auch die Geschichte erzählen und nicht nur Dekoration sind.

Wir lernen Robins Familie kennen, und deren unterschiedlichen Wertvorstellungen. Robin im Sinne der Robin Hood Tradition, auch dem Wohle der Ärmeren verpflichtet und seiner Großmutter. Seine Eltern die Gegenpole. Sein Rückhalt ist einerseits seine Ausbildnerin Lauretta und im Ermitteln Mary. Die beiden ergeben ein interessantes Duo. Robin, der sehr auf Gerechtigkeit bedacht ist, ein paar Ängste mit sich trägt, sehr clever ist. Mary, die Hand, die eher etwas draufgängerischer ist, mutiger wie es so manchmal scheint, und die stiehlt, weil ihr fad ist.

Eine spannende Kriminalgeschichte, ja sogar mit Thriller-Elementen und am neuesten Stand der Technik. Man freut sich auf Band zwei.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

turbulente Ballsaison im historischen Wien - Aurelia ermittelt wieder

Aurelia und die Jagd nach dem Glück
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Freiherr von Sothen hat mit dem Verkauf Lotterielosen Geld gemacht und wird erschossen in seinem Schlösslein aufgefunden.1872 in Wien -Mitten in der Ballsaison- ist die Ermittlung in höheren Kreisen für ...

Freiherr von Sothen hat mit dem Verkauf Lotterielosen Geld gemacht und wird erschossen in seinem Schlösslein aufgefunden.1872 in Wien -Mitten in der Ballsaison- ist die Ermittlung in höheren Kreisen für Oberinspektor Janek Pokorny nicht so einfach. Umso besser ist es, dass er von der jungen Gräfin Aurelia von Kolowitz, ihres Zeichens Hobbykriminalistin, unterstützt wird.

Obwohl dies der dritte Band einer Reihe um Aurelia von Kolowitz ist, lässt sich dieser Band wunderbar auch eigenständig lesen.

Man taucht durch den flüssigen, lebendigen Erzählstils von Beate Maly rasch in die Geschichte ein. Charaktere werden interessant gezeichnet. Man schließt vor allem Aurelia und Janek rasch ins Herz.

Man merkt die Geschichtskenntnis und Wienkenntnis der Autorin deutlich. Die Lebensumstände der Schichten werden detailliert wiedergegeben, wie auch die allgemeine Situation der Frau, die immer Abhängig ist. Eben auch eine Frau aus den oberen gesellschaftlichen Schichten, wie Aurelia.

Der Fall wird souverän mit den Methoden der damaligen Zeit gelöst – kriminalistischen Spürsinn, Tipps und Zufällen. Auch das Privatleben von Aurelia – die Anziehung zu Janek und den Druck einen Fabrikanten zu heiraten unterstützen die Geschichte.

Ein definitiv gelungener historischer Cozy Crime.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Die Vergangenheit beeinflusst uns immer

Großmutters Geheimnis
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Ein Roman der in zwei Zeitebenen ja auch Perspektiven erzählt wird: Alexander und Alexanders Großmutter Ruth.

Alexander, im Jahr 2015 in Kopenhagen, Musiker in einer Fernsehshow, Nachkomme einer bekannten ...

Ein Roman der in zwei Zeitebenen ja auch Perspektiven erzählt wird: Alexander und Alexanders Großmutter Ruth.

Alexander, im Jahr 2015 in Kopenhagen, Musiker in einer Fernsehshow, Nachkomme einer bekannten Musikerfamilie, von der er eigentlich nur seine (eher egozentrische) Mutter Liliane kennt. Als Fernsehmusiker verdient er sein Geld, lebt etwas das Musikerklischee von Drogen und Alkoholkonsum. Er versucht mit seiner langjährigen Freundin ein Kind durch künstliche Befruchtung zu bekommen. Greifbare Selbstzweifel von Alexander begleiten den Leser durch diese Abschnitte.

Ruth, Musikerin und Überlebende aus Theresienstadt, nimmt zu einem unbestimmten Zeitpunkt, allerdings schon in höherem Alter, in New York Tonbänder für ihren Enkel Alexander auf. Neben Beschreibungen ihres derzeitigen Alltags in einem Pflegeheim, erkundigt und sehnt sie sich nach Alexander, den sie nicht kennt. Sie spricht auf den Tonbändern ihre Lebensgeschichte nieder von einer glücklichen Jugend, die durch Musik geprägt war, bis hin zu schrecklichen Zeit in Theresienstadt ab 1943

Ein Roman der einerseits lange ist und andererseits auch wieder nicht. Während in Alexandersteilen über weite Strecken wenig passiert (kein Fortschritt, man dreht sich im Kreis), stolpert man mit Ruth, doch recht rasant durch ihr Leben, oder sagen wir prägendsten Jahre. Wir begleiten sie in ihrer Erinnerung von der Jugend bis kurz nach dem Ende ihrer Zeit in Theresienstadt. Auch das Ende kommt dann etwas rasch.

Speziell Ruths Kapitel, fand ich trotz eines gewissen Tempos schwer zu lesen, da sie natürlich sehr berührend ja bedrückend waren. Dies ist natürlich neben dem Thema auch dem entsprechendem Erzählstil geschuldet.

Ein Roman sehr tief in die Welt der Musik eintaucht und jedes Musikstück, egal in welcher Umgebung es gespielt wird feiert. Es ist bewundernswert mit welcher Hingabe Musikstücke beschrieben werden – Stimmen, Musikinstrumente, Tonarten.

Ein weiteres bzw. das zentrale Thema des Buches ist Generationentrauma. Wie beeinflusst das Leben der vorherigen Generationen das eigene, auch wenn man das Trauma so nicht mit erlebt hat. Ein denke ich sehr wichtiges Thema um viele Konflikte zu verstehen, denn Trauma gibt es ja in unterschiedlichsten Gestalten.

Für mich war es definitiv ein lesenswertes Buch, da ich das Thema Generationentrauma wichtig finde. Ich werde bei Gelegenheit auch das Vorgängerbuch Annas Lied lesen. Auch dabei erwarte ich wie hier kein Buch, dass sich leicht nebenbei lesen lässt.

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