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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2025

Die Vergangenheit beeinflusst uns immer

Großmutters Geheimnis
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Ein Roman der in zwei Zeitebenen ja auch Perspektiven erzählt wird: Alexander und Alexanders Großmutter Ruth.

Alexander, im Jahr 2015 in Kopenhagen, Musiker in einer Fernsehshow, Nachkomme einer bekannten ...

Ein Roman der in zwei Zeitebenen ja auch Perspektiven erzählt wird: Alexander und Alexanders Großmutter Ruth.

Alexander, im Jahr 2015 in Kopenhagen, Musiker in einer Fernsehshow, Nachkomme einer bekannten Musikerfamilie, von der er eigentlich nur seine (eher egozentrische) Mutter Liliane kennt. Als Fernsehmusiker verdient er sein Geld, lebt etwas das Musikerklischee von Drogen und Alkoholkonsum. Er versucht mit seiner langjährigen Freundin ein Kind durch künstliche Befruchtung zu bekommen. Greifbare Selbstzweifel von Alexander begleiten den Leser durch diese Abschnitte.

Ruth, Musikerin und Überlebende aus Theresienstadt, nimmt zu einem unbestimmten Zeitpunkt, allerdings schon in höherem Alter, in New York Tonbänder für ihren Enkel Alexander auf. Neben Beschreibungen ihres derzeitigen Alltags in einem Pflegeheim, erkundigt und sehnt sie sich nach Alexander, den sie nicht kennt. Sie spricht auf den Tonbändern ihre Lebensgeschichte nieder von einer glücklichen Jugend, die durch Musik geprägt war, bis hin zu schrecklichen Zeit in Theresienstadt ab 1943

Ein Roman der einerseits lange ist und andererseits auch wieder nicht. Während in Alexandersteilen über weite Strecken wenig passiert (kein Fortschritt, man dreht sich im Kreis), stolpert man mit Ruth, doch recht rasant durch ihr Leben, oder sagen wir prägendsten Jahre. Wir begleiten sie in ihrer Erinnerung von der Jugend bis kurz nach dem Ende ihrer Zeit in Theresienstadt. Auch das Ende kommt dann etwas rasch.

Speziell Ruths Kapitel, fand ich trotz eines gewissen Tempos schwer zu lesen, da sie natürlich sehr berührend ja bedrückend waren. Dies ist natürlich neben dem Thema auch dem entsprechendem Erzählstil geschuldet.

Ein Roman sehr tief in die Welt der Musik eintaucht und jedes Musikstück, egal in welcher Umgebung es gespielt wird feiert. Es ist bewundernswert mit welcher Hingabe Musikstücke beschrieben werden – Stimmen, Musikinstrumente, Tonarten.

Ein weiteres bzw. das zentrale Thema des Buches ist Generationentrauma. Wie beeinflusst das Leben der vorherigen Generationen das eigene, auch wenn man das Trauma so nicht mit erlebt hat. Ein denke ich sehr wichtiges Thema um viele Konflikte zu verstehen, denn Trauma gibt es ja in unterschiedlichsten Gestalten.

Für mich war es definitiv ein lesenswertes Buch, da ich das Thema Generationentrauma wichtig finde. Ich werde bei Gelegenheit auch das Vorgängerbuch Annas Lied lesen. Auch dabei erwarte ich wie hier kein Buch, dass sich leicht nebenbei lesen lässt.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

spannender Abschluss einer Reihe

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Man entdeckt eine Leiche in einer Schlossruine auf Öland, eine Journalistin. Das Ermittlerpaar Maya Topelius und Pär Stenqvist, reisen für Ermittlungen dorthin, auch weil es schon der zweite Todesfall ...

Man entdeckt eine Leiche in einer Schlossruine auf Öland, eine Journalistin. Das Ermittlerpaar Maya Topelius und Pär Stenqvist, reisen für Ermittlungen dorthin, auch weil es schon der zweite Todesfall dieser Art ist. Doch es bleibt nicht ruhig, ein weiterer Mord geschieht und Spuren führen ins rechtsextremistische Milieu.

Auch wenn dies der dritte Band der Serie um Ermittlerin Maya Topelius ist, lässt er sich ohne Probleme auch als Einzelwerk lesen. Der Schreibstil ist flüssig, locker, angenehm und enthält viele bildhafte Beschreibungen, die das Eintauchen erleichtern. Rasch kommt man durchs Buch, die Spannung steigt kontinuierlich an. Die mögliche Verknüpfung mit einem ungeklärten Fall aus Mayas Schulzeit erhöht die Spannung und die Brisanz des Falles.
Auch die familiären und freundschaftlichen Aspekte der Kriminalbeamten wurden gut gewählt und liefern ein gut balanciertes Werk.

Besonders gelungen fand ich auch den Glossar fürs Schwedische, am Ende des Buches, wie auch die Rezepte aus Mayas Familie.

Für mich ein sehr gelungener Krimi, der mich dazu veranlasst hat auch die Vorgängerbücher nachzulesen.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

interaktiv Italienisch lernen mit etwas Escape Room Flair

Il segreto di Roma
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Ein kleiner Sprachlernroman für Italienisch Lernende im Sprachlevel A2. Besonders an diesem Werk ist, dass er in Form eines Escape-Room Buch Abenteuers aufgebaut ist.

Ansprechend fand ich das Design und ...

Ein kleiner Sprachlernroman für Italienisch Lernende im Sprachlevel A2. Besonders an diesem Werk ist, dass er in Form eines Escape-Room Buch Abenteuers aufgebaut ist.

Ansprechend fand ich das Design und die landeskundlichen Informationen, die eingestreut wurden. Vokabel wurden in einem kleinen Hinweis auf der Seite und im Glossar erklärt. Unterstützend gibt es auch noch nie Möglichkeit die Vokabel in einer Vokabeltrainer-App zu wiederholen.

Die Rätsel, die einen Escape Room Charakter vermitteln, jagen einen durch Rom an verschiedenen Sehenswürdigkeiten vorbei und lässt einen auch etwas in die allgemeine Kultur schnuppern. Für Hardcore Rätselfans werden die Rätsel wohl zu leicht sein, allerdings steht bei diesem Buch ja auch der Spracherwerb im Vordergrund.

Für mich war der kurze Roman ein Ansporn mich wieder etwas mehr mit Italienisch zu beschäftigen, das ich Jahre lang nicht verwendet habe. Ich denke auch für andere, schon etwas fortgeschrittene Leser, ist es eine angenehme, kurzweilige Unterbrechung im sturen lernen von Vokabeln und Grammatik.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Spannung - und so viele Wendungen

Seventeen Years Later
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Sloane Abbot ist gefeierte Podcasterin in Australien und arbeitet sich durch diverse True-Crime Fälle. Von ihrer Mitarbeiterin Tara, wird sie auf einen Fall in Neuseeland aufmerksam gemacht: Vor siebzehn ...

Sloane Abbot ist gefeierte Podcasterin in Australien und arbeitet sich durch diverse True-Crime Fälle. Von ihrer Mitarbeiterin Tara, wird sie auf einen Fall in Neuseeland aufmerksam gemacht: Vor siebzehn Jahren soll der junge Maori Bill Kareama, damals Koch, die Familie Primrose getötet haben, bei der er angestellt war und gewohnt hat. Um den Fall neu aufrollen zu können, wendet sie sich an den Gefängnispsychologen TK, der lange für eine Wiederaufnahme gekämpft hat. Bill selbst bestreitet die Tat bis heute vehement.

Erzählt wird die Geschichte grundlegend aus zwei bzw. drei parallelen Perspektiven, die der Ermittler Sloane und TK und aus Erinnerungen von Bill, aus einem von ihm verfassten Manuskript. Natürlich dreht sich die Handlung um das Finden des Täters, jedoch lernt man währenddessen auch die Welt der Maori etwas kennen -Bräuche, Rituale und den Hürden denen sie im Alltag begegnen.

Schichtweise taucht man ein, die Spannung wird im Zuge der Geschichte immer höher, mit kleinen Peaks schon zuvor. Wie bei einem typischen guten Thriller, und so rätselt man auch permanent mit wer den der Täter ist, ob man gerade belogen wird. Besonders hervorheben möchte ich, dass ich selten so lange bei einem Thriller gerätselt habe und mich auf falsche Fährten habe führen lassen wie bei diesem. Denn im Prinzip ist es an einem Punkt möglich, dass jeder der im Umfeld der Familie ist, mit den Morden zu tun hat. Nichtsdestotrotz wird dieses Rätsel schlussendlich minutiös aufgelöst und alle Teile fallen logisch in ihren Platz.

Ein Thriller den ich wärmstens empfehlen kann, auf Grund von exzellenter Spannung, Wendungen, Dramatik und spannender Figuren. Aber Achtung sorgfältig lesen, damit einem keine Spur entgeht.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Agentin back to the roots- aktionreicher Agententhriller

Kälter
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Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch ...

Auf Amrum arbeitet Luzy Morgenroth zur Wendezeit als Dorfpolizistin. Ruhig beschaulich, wie man sich einen ca.2000 Personen Ort vorstellt, noch dazu ist im Herbst 1989 die Touristensaison vorbei. Doch schlagartig ändert sich dies: zuerst ein Gast mit gefälschten Papieren im Hotel, dann wird ein Besatzungsmitglied der Fähre vermisst. Weiter Ermittlungen bringen weitere Gefahren zu tage. Luzy muss sich wehren und wird zur Luzy der Vergangenheit – eine gut ausgebildete Personenschützerin, mit viel Erfahrung und Training. Ja fast eine Waffe.

Trotz des doch sehr ruhigen, beschaulichen Beginns taucht man rasch in die Welt der Personenschützer und Geheimdienste allgemein ein. Ja dies erfordert ein gewisses, spezielleres Vokabular, doch auch dies hat man rasch im Lesefluss verinnerlicht. Das Tempo wird immer wieder hochgetrieben, jedoch wird auch in all der Spannung und der Action nicht an Details gespart. Spannend, fesselnd, rasant erzählt, wie ein guter Thriller ist. Aber auch mit gewissem Witz, (schwarzem) Humor und generell dem Talent, die Sache atmosphärisch sehr dicht zu gestalten.

Die Hauptfigur Luzy Morgenroth ist eine Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Schon bald zu Beginn wird einem dies sehr rasch klar. Sie ist spannend, interessant, getrieben. Für Andreas Pflüger ist ein solch starker Frauencharakter nicht überraschend, allerdings in der Thriller-Agentenwelt, doch speziell erwähnenswert.

Etwas geschichtliches Hintergrundwissen kann sicher nicht schaden, da man so manche Facette damit leichter versteht. All dies zeigt allerdings auch, dass man einen gut recherchierten Thriller vor sich liegen hat, und sein Autor sich auch im Politikalltag auskennen dürfte.

Es empfiehlt sich, sich etwas Zeit für den Thriller zu nehmen, ob der Fülle an Information und der Fülle an Charakteren, Agenten, Codenamen.
Für mich war dies definitiv ein lesenswerter Thriller, der allerdings doch etwas härter in der Sprache ist, als man auf den ersten Blick glaubt.

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