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Veröffentlicht am 13.02.2026

Freunde nicht fürs Leben

Die Sonne und die Mond
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Als Jana von Mond im Bestattungsinstitut von Sonja »Sonne« Meling auftaucht, ist letztere nicht begeistert, was weniger an dem ungewöhnlichen Wunsch der Mond liegt, ihren Mann zusammen mit dessen Geliebten ...

Als Jana von Mond im Bestattungsinstitut von Sonja »Sonne« Meling auftaucht, ist letztere nicht begeistert, was weniger an dem ungewöhnlichen Wunsch der Mond liegt, ihren Mann zusammen mit dessen Geliebten zu bestatten, als daran, dass ihre Freundschaft bereits vor Jahren zerbrochen ist. Die Sonne und die Mond, das war einmal, denkt Sonja - Jana allerdings drängt mit aller Macht in ihr Leben und bringt das Chaos mit.

»Hatte sie keine Menschen, die sich um sie scheren? Kannte sie niemanden, den sie jederzeit anrufen konnte, ohne dafür bezahlen zu müssen? Niemand strahlte weniger Einsamkeit aus als Jana von Mond, aber irgendwie war das auch ihr Beruf, nicht einsam zu erscheinen, fand Sonne.« (Seite 157)

Der Klappentext versprach eine ungewöhnliche Geschichte und der Anfang war tatsächlich vielversprechend. Zwei vollkommen gegensätzliche Frauen, die früher ein trauriges und traumatisches Erlebnis verband, deren Freundschaft jedoch bestimmte Ereignisse nicht überstanden hat. Welche das sind, blieb zu Beginn im Dunkeln, erst allmählich entfaltete das damalige Drama sich vor meinen Augen und erklärte dadurch einiges. Ein ziemlich makabrer Humor zog sich durch das Buch, es gab viele amüsante, wenn auch oft respektlose Situationen rund um das Bestattungswesen, ich persönlich hatte damit aber keine Probleme, tot sind wir schließlich alle früh genug.

Leider ließ meine Begeisterung im Laufe der Geschichte ziemlich nach, was in erster Linie daran lag, dass ich beide Frauen äußerst unsympathisch fand und ihr Aufeinandertreffen meistens nur peinlich, die Charakterentwicklung ging nicht sehr tief. Die Rückblicke ihre Freundschaft betreffend und auch die Erzählungen zu anderen Personen in der Vergangenheit fand ich ungleich faszinierender, die Gegenwart interessierte mich einfach nicht genug. Dazu gab es für mich persönlich zu viele Längen, ein fast 600 Seiten langes Werk zu füllen, ist keine einfache Aufgabe. Insgesamt ein unterhaltsamer Roman, den ich trotzdem gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Wunderschön illustriert

Katzentage
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Als die Bahn streikt, stranden die Kollegen Paula und Peter in einer fremden Stadt. Seit längerer Zeit gibt es eine Anziehungskraft zwischen ihnen, nun wird sich zeigen, ob diese bei der unfreiwilligen ...

Als die Bahn streikt, stranden die Kollegen Paula und Peter in einer fremden Stadt. Seit längerer Zeit gibt es eine Anziehungskraft zwischen ihnen, nun wird sich zeigen, ob diese bei der unfreiwilligen Auszeit weiterhin Bestand haben wird.

»Es prickelte, so zu tun, als seien sie ein Paar. Als hätten sie gemeinsame Rituale. Auf der einen Seite sich darüber lustig zu machen und auf der anderen Seite auszuprobieren, wie es sich anfühlte. Mit dir, Paula. Mit dir, Peter.« (Seite 25)

Ich muss zugeben, ich bin ein wenig enttäuscht von der Geschichte, die überwiegend ein fast schon peinlicher Balz-Tanz zwei erwachsener Menschen voller Selbstzweifel ist. Sie möchte am liebsten die Devise von Harald Juhnke umsetzen, der einst sagte: »Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen«. Er hingegen nach einer miteinander verbrachten Nacht das Eheversprechen erhalten. Es gibt zwar einige vielversprechende Ansätze, die aber letztendlich nicht umgesetzt werden. Die Illustrationen von Florian Bayer hingegen sind eine Augenweide und der Grund dafür, dass meine Bewertung nicht ins bodenlose fällt. Die wunderschönen Bilder ergänzen die Erzählung und bereichern diese. Insgesamt eine nette Kurzgeschichte für zwischendurch, passend und perfekt bebildert.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Solide Unterhaltung

Das Internat
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Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten ...

Einen Tag nach Halloween wird in den Wäldern, am Fuße eines berühmt- berüchtigten Turms, die Leiche eines Mädchens gefunden, bekleidet mit einem weißen Kleid und einer seltsamen Vogelmaske im zerschmetterten Gesicht. Schnell ist klar, dass es sich um eine Schülerin des in der Nähe befindlichen Privatinternats handelt. Detective Ben Chase wird mit den Ermittlungen betraut, obwohl seine Tochter das Internat besucht, in dem seine Ex-Frau arbeitet, nicht ahnend, welche Verstrickungen es in diesem Zusammenhang gibt.

»Zögernd lässt sie den Blick den Körper entlang nach oben wandern, auf der Suche nach einem Gesicht, doch da ist keins, da sind nur blau verfärbte Lippen, leicht geöffnet wie zu einem letzten Atemzug, darüber schimmerndes, schwarzes Gefieder, ein krummer Schnabel, der im Morgenlicht matt glänzt.« (Seite 17)

Ich habe das neue Buch von Hannah Richell sehnsüchtig erwartet, ihr letzter Thriller »Das Wochenende« ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Nach einem gruseligen Prolog sprang die Story direkt zum Abend des Verbrechens und dann ging es direkt auch schon los. Der Schreibstil der Autorin war hier sehr bildhaft, um nicht zu sagen ausschweifend, was zu Lasten der Geschichte ging, denn von einem Thriller erwarte ich nicht so viele Nebensächlichkeiten, wie mir hier präsentiert wurden. Die Spannung wurde hier regelrecht totgeredet, oft auch totgedacht, wenn einzelne Figuren sich gedanklich im Kreis drehten, was mich an mancher Stelle schier wahnsinnig machte. Dies ist schade, denn interessant genug war er ja der Plot. Insgesamt ein solider Spannungsroman, der mich auf den letzten Metern fast verloren hat. Für Fans ruhiger Bücher sicherlich die richtige Lektüre.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Was von uns bleibt

Heute kein Abschied
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Als Oskar plötzlich und unerwartet auf dem Flughafen zusammenbricht und stirbt, nehmen seine drei erwachsenen Kinder dies unterschiedlich auf. Ohne Chance auf ein letztes Gespräch oder darauf, sich verabschieden ...

Als Oskar plötzlich und unerwartet auf dem Flughafen zusammenbricht und stirbt, nehmen seine drei erwachsenen Kinder dies unterschiedlich auf. Ohne Chance auf ein letztes Gespräch oder darauf, sich verabschieden zu können, müssen sie mit sich selbst ausmachen, warum ihre Beziehung zum Vater zerrüttet war. Bei der Vorbereitung der Beerdigung erinnern sie sich an manche Situationen, die rückwirkend zeigen, dass sie ihren Vater nie richtig kannten, er eigentlich ganz anders gewesen sein muss.

Dies ist ein Buch über eine zerrüttete Familie und über Trauer, vorrangig darüber, wie unterschiedlich jeder trauert und was diese Trauer bei den Hinterbliebenen anrichten kann. Ich mochte keine der Figuren, weder Oskar, noch seine Kinder, die Ex-Frau Elise blieb mir zudem bis zuletzt fremd. Die Kinder waren jedes auf seine Art lebensunfähig, einzig die älteste Tochter war einigermaßen gefestigt, aber auch ihr Leben schien wie in einer Schwebe, irgendwie unfertig, die Zukunft unklar. Es war ein sehr anspruchsvoller Roman, der mich nicht durchgehend überzeugen konnte, lediglich die Konversationen fand ich amüsant, weil lebensnah. Insgesamt ein Buch, auf das man sich thematisch einlassen muss. Ich hatte mir mehr von erwartet, aber leider blieb es weit hinter meinen Erwartungen zurück.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Bunt und wild

Der Traum des Jaguars
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Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela ...

Als ein Neugeborenes auf den Stufen einer Kirche abgelegt und von einer stummen Bettlerin mitgenommen wird, ahnt noch niemand, dass Antonio Borjas Romero einst einer der berühmtesten Männer von Venezuela werden wird. Seine große Liebe Ana Maria macht ebenfalls eine Karriere als Ärztin, die gemeinsame Tochter Venezuela, geboren während der Revolution, macht ihr Glück perfekt. Diese wählt jedoch, anders als ihre Eltern, einen anderen Weg, um glücklich zu sein.

Als bunt, mitreißend und magisch wurde die Geschichte mir gegenüber angepriesen, und das war sie auch. In vier Abschnitten wurde nicht nur das Leben und Schaffen von Ana Maria und Antonio sowie deren Tochter und Enkel beleuchtet, sondern auch die historische Geschichte von Venezuela eingeflochten und eindrucksvoll erzählt. Dies führte jedoch dazu, dass die Figuren bis zuletzt blass blieben und ich keinerlei Bindung zu ihnen aufbauen konnte. Zu viel Drumherum passierte, zu viele Personen, Orte und Ereignisse mussten in dem schmalen Band untergebracht werden, sodass zu wenig Raum für große Gefühle blieb. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, danach die historischen Fakten recherchiert und dazugelernt über eine faszinierende Zeit, die für mich neu gewesen ist. Danke dafür.

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