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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.04.2026

Anna fängt nochmal neu an

Mirabellentage
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Ich habe bereits "Mühlensommer" der Autorin gelesen und erinnere mich nur noch daran, dass ich es gerne gelesen habe, in bleibender Erinnerung ist es mir leider nicht geblieben. Ich hoffte, dass es vielleicht ...

Ich habe bereits "Mühlensommer" der Autorin gelesen und erinnere mich nur noch daran, dass ich es gerne gelesen habe, in bleibender Erinnerung ist es mir leider nicht geblieben. Ich hoffte, dass es vielleicht bei diesem Buch anders käme. Es beginnt ja ganz interessant: Anna war viele Jahre lang die Haushälterin von Pfarrer Josef und hatte ein vertrautes Verhältnis zu ihm. Jetzt ist Josef ganz plötzlich gestorben, und für Anna wird sich einiges ändern.
Ich mag Bücher über Neuanfänge, und Anna war mir sympathisch. Es hat mich interessiert zu lesen, wie es für sie weiterging. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit an ihr Leben in dem Dorf las ich gerne.
Womit ich weniger anfangen konnte, war der Humor: Zum Beispiel, dass der neue Pfarrer nur Plattdeutsch spricht und keiner ihn versteht, sowas finde ich nicht besonders originell. Und dass er dann so tut, als würde er Latein reden, er aber nur ein italienisches Kochrezept rezitiert, sowas ist doch albern. Viele dieser angeblich lustigen Begebenheiten waren einfach nicht mein Humor und haben mich nur genervt, weshalb ich dem Buch nicht volle fünf Punkte gebe.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Harter Job

Liefern
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In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen ...

In dem Buch wird vom Leben von Menschen, die im Lieferdienst arbeiten, erzählt. Nicht nur in Deutschland, in diesem Fall Berlin, sondern auch in Neu Delhi, Tel Aviv, Istanbul, Buenos Aires. Die Bedingungen sind überall ähnliche: Man muss in diesem gefährlichen Job schnell und flexibel sein und bekommt wenig Geld dafür. Wir lesen nicht nur über die Arbeit der "Rider", sondern auch über ihr privates Leben, ihre Vergangenheit und ihre Träume für die Zukunft. Kaum jemand hat sich diesen Beruf freiwillig ausgesucht, und die meisten haben eine andere Ausbildung und hatten andere Karrierepläne. Alle im Buch stehen in irgendeiner engeren Verbindung oder einer Verbindung über mehrere Ecken zueinander. Die letzten Kapitel gehen über ein Mädchen in Kenia, das versucht, einen Job in einer der großen Plantagen zu erhalten, welche Schnittblumen für die ganze Welt anbauen.
Alle diese Geschichten sind spannend erzählt und ergreifend. Dem Leser wird bewusst gemacht, dass hinter jedem gesichts- und namenlosen Lieferanten ein Mensch steckt mit seiner ganz eigenen Geschichte, mit einer Familie und Vorstellungen für die Zukunft. Die Geschichten enden alle abrupt, ich hätte manche der Schicksale noch gerne weiterverfolgt. Andererseits waren es mir zu viele Personen und deren Hintergründe. Irgendwann wurde es anstrengend, den Überblick zu behalten und nachzuvollziehen, wer denn nun wo und wie mit wem in Verbindung stand.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Mütter und Töchter

Niemands Töchter
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"Niemands Töchter" erzählt von vier Müttern und Töchtern, eigentlich noch mehr, wenn man Oma und die kleinste Tochter dazuzählt. Die Geschichte beginnt 1981 und entwickelt sich von da an weiter, springt ...

"Niemands Töchter" erzählt von vier Müttern und Töchtern, eigentlich noch mehr, wenn man Oma und die kleinste Tochter dazuzählt. Die Geschichte beginnt 1981 und entwickelt sich von da an weiter, springt aber auch zwischen diesem Jahr und dem Jahr 2020 hin und her.
Marie bekommt in Berlin ein kleines Mädchen aber fühlt sich mit ihren siebzehn Jahren und ohne jede Hilfe von außen nicht reif für die Mutterrolle. Fast vierzig Jahre später ist Isabell Mutter einer Dreijährigen, eine überforderte Mutter. Alma ist bei Gabriele in der Eifel aufgewachsen und lebt nun in Berlin und fühlt sich hintergangen und enttäuscht. Wie hängen diese Lebensgeschichten zusammen, und wie gehen sie weiter?
Das war spannend und interessant zu lesen. Die Kapitel sind kurz, was ich eigentlich gut finde. Aber durch die ständigen Sprünge zwischen Zeiten und Orten habe ich lange gebraucht, um ins Buch reinzukommen. Und nach einer Lesepause musste ich jedesmal wieder überlegen, wer nun eigentlich wer ist. Und manche Personen gingen mir auch ganz schön auf die Nerven, vor allem Leonard. Genauer lernte man keine kennen, von jeder bekam ich nur ein oberflächliches, klischeehafte Bild. Insgesamt konnte ich mich also in keine der Figuren so recht reinversetzen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil es einfach zu viele waren und ich mich immer konzentrieren musste, wie sie miteinander verbunden sind. Diese Kritikpunkte klingen ziemlich hart, aber eigentlich habe ich das Buch gerne gelesen und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Acht junge Frauen

Was vor uns liegt
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Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. ...

Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. Den größten Raum nimmt Emanuela ein, die ein uneheliches Kind hat, welches aber in einem Internat lebt. Von dem Kind darf niemand wissen, nicht mal ihre Freundinnen im Konvikt und ihr Verlobter. Jede dieser jungen Frauen hat so ihre Geschichte, ihre Geheimnisse, ihre geheimen Wünsche und Pläne. Sie müssen sich mehr oder weniger ihren Lehrern, Eltern, Liebhabern unterordnen. Die großen politischen Ereignisse um sie herum haben nur wenig Einfluss auf ihr Leben. Ich frage mich, warum das Buch damals auf dem Index stand. Die Frauen führen ein völlig angepasstes Leben, ihre Wünsche leben sie nur sehr beschränkt und im Geheimen aus. Sogar das war damals in der sehr autoritären Gesellschaft wohl zu viel.
Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Leben der sehr unterschiedlichen Freundinnen hat mich berührt, jedes auf andere Weise. Trotzdem frage ich mich, was ich davon zurückbehalte. Keiner der Lebensläufe ist außergewöhnlich. Und traurigerweise auch nicht so viel anders als heutzutage, wenn auch die Erwartungen an eine junge Frau jetzt andere sind und ihr nicht mehr ganz so viele Steine in den Weg gelegt werden.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Bin zwiegespalten

Der unsichtbare Elefant
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Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, ...

Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, immer noch mein eigenes Leben beeinflussen? Wenn ja, wie kann ich mich davon befreien? Die Hauptperson im Buch, der sehr nette aber nicht unbedingt durchsetzungsfähige Rechtsanwalt Thomas, hat das jedenfalls nicht geschafft, er hat sich das Leben genommen. Die Kollegen María und Simon und der Krisenhelfer Victor versuchen, Thomas' Handeln nachträglich zu verstehen und graben dazu auch in der Vergangenheit seiner Familie. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen erscheint mir allzu einfach. Auch manches andere im Buch war mir zu platt, zum Beispiel, dass alle Personen irgendwie miteinander verbunden sind. Auch die Wiederholung mancher Motive, wie die Wildgänse, der Bergbau, usw., das war mir zu gewollt. Deshalb lässt mich das Buch zwiegespalten zurück. Einerseits hab ich es ja ganz gerne gelesen, andererseits hat mich vieles genervt.

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