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Veröffentlicht am 22.12.2025

Acht junge Frauen

Was vor uns liegt
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Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. ...

Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. Den größten Raum nimmt Emanuela ein, die ein uneheliches Kind hat, welches aber in einem Internat lebt. Von dem Kind darf niemand wissen, nicht mal ihre Freundinnen im Konvikt und ihr Verlobter. Jede dieser jungen Frauen hat so ihre Geschichte, ihre Geheimnisse, ihre geheimen Wünsche und Pläne. Sie müssen sich mehr oder weniger ihren Lehrern, Eltern, Liebhabern unterordnen. Die großen politischen Ereignisse um sie herum haben nur wenig Einfluss auf ihr Leben. Ich frage mich, warum das Buch damals auf dem Index stand. Die Frauen führen ein völlig angepasstes Leben, ihre Wünsche leben sie nur sehr beschränkt und im Geheimen aus. Sogar das war damals in der sehr autoritären Gesellschaft wohl zu viel.
Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Leben der sehr unterschiedlichen Freundinnen hat mich berührt, jedes auf andere Weise. Trotzdem frage ich mich, was ich davon zurückbehalte. Keiner der Lebensläufe ist außergewöhnlich. Und traurigerweise auch nicht so viel anders als heutzutage, wenn auch die Erwartungen an eine junge Frau jetzt andere sind und ihr nicht mehr ganz so viele Steine in den Weg gelegt werden.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Bin zwiegespalten

Der unsichtbare Elefant
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Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, ...

Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, immer noch mein eigenes Leben beeinflussen? Wenn ja, wie kann ich mich davon befreien? Die Hauptperson im Buch, der sehr nette aber nicht unbedingt durchsetzungsfähige Rechtsanwalt Thomas, hat das jedenfalls nicht geschafft, er hat sich das Leben genommen. Die Kollegen María und Simon und der Krisenhelfer Victor versuchen, Thomas' Handeln nachträglich zu verstehen und graben dazu auch in der Vergangenheit seiner Familie. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen erscheint mir allzu einfach. Auch manches andere im Buch war mir zu platt, zum Beispiel, dass alle Personen irgendwie miteinander verbunden sind. Auch die Wiederholung mancher Motive, wie die Wildgänse, der Bergbau, usw., das war mir zu gewollt. Deshalb lässt mich das Buch zwiegespalten zurück. Einerseits hab ich es ja ganz gerne gelesen, andererseits hat mich vieles genervt.

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