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Veröffentlicht am 05.08.2024

Phantasievolle, tierische Weltreise mit etwas Luft nach oben

Die große Weltreise durch den Zoo
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Die Tiere im Zoo haben hart gearbeitet und sich eine Pause verdient. Was liegt da näher, als in Urlaub zu fahren? Kaum haben Zoodirektor Alfred Ungestüm und Ignaz Pfefferminz Igel diesen Plan gefasst beginnt ...

Die Tiere im Zoo haben hart gearbeitet und sich eine Pause verdient. Was liegt da näher, als in Urlaub zu fahren? Kaum haben Zoodirektor Alfred Ungestüm und Ignaz Pfefferminz Igel diesen Plan gefasst beginnt ein heiteres Chaos aus verschiedenen Wünschen und Charakteren, Reisezielen und subtil-lustigen Anspielungen, die auch erwachsene Vorleser zum Schmunzeln bringen.

Das Buch hatte auf Basis einer Leseprobe mein Interesse geweckt. Unheimlich warmherzige und lustige Dialoge, eingebettet in wunderbar kindgerecht illustrierte Seiten. Neben der Grundidee, dass die Tiere in verschiedene Länder ihrer Wahl reisen möchten, finden auch zahlreiche Anspielungen ihren Platz. So möchte zum Beispiel Anton Elefant unbedingt die ältesten Porzellanläden der Welt in China besuchen und die Lemminge unbedingt Bungeespringen ausprobieren. Die Namenswahl der Tiere ist für mich ein weiteres Highlight des Buches – da wird aus Ferdi Faultier plötzlich Jean Paul Faultier, um Gisela Giraffe ihren Wunsch zu erfüllen, die große Mode in Paris zu erleben.

Kurzum: Die Idee der Geschichte ist herrlich, warmherzig und lustig (lest unbedingt vor! Eddie Ameisenbär bringt die Zuhörer garantiert zum Lachen und die Vorleserin / den Vorleser an die Grenzen des Möglichen 😉).

Was ich persönlich ein bisschen schade fand, war, dass die Tiere nur relativ oberflächlich in ihren jeweiligen Urlaubsszenen zu erleben sind. An der Stelle hätte ich mir etwas mehr Zeit mit jedem einzelnen gewünscht, um die Charaktere hinter dem Urlaubsziel besser zu verstehen und damit auch Kindern (womöglich) einen besseren Zugang zu ihren eigenen Wünschen zu geben. Es gibt noch mehr Teile der Reihe, die wir nicht besitzen, in der Gesamtschau oder mit etwas Vorwissen ergibt sich bestimmt ein anderer Eindruck.

Das Ende empfand ich als zu abrupt. Eben noch in der Fledermausvilla, ergibt sich plötzlich eine komplett andere Szenerie und das Buch ist beendet. Als kleines Extra findet sich ganz hinten im Buch eine aufgeklebte und herauslösbare Postkarte von einem der Zoobewohner. Kleine Leserinnen und Leser können damit ihre ganz eigenen Urlaubsgrüße an ihre Lieben zuhause schicken – eine süße Idee!

In der Gesamtschau ist das Buch eine empfehlenswerte, schöne, leichte Geschichte für Kleinkinder, konnte meine Erwartungen auf Basis der Leseprobe aber nicht ganz erfüllen. Der erste Eindruck der Charaktere war so toll, lustig und positiv, dass ich gerne mehr Zeit mit Ignaz, Eddie und Co. verbracht hätte. Ein paar Seiten mehr Inhalt hätten der Geschichte gut gestanden und ein fließenderes Ende möglich gemacht.

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Veröffentlicht am 05.07.2024

Nachdenklich machende Geschichte mit viel Tiefgang

Die Mitternachtsbibliothek
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Nora ist vom Leben gebeutelt und müde - lebensmüde. Als sie eines nachts ihrem Leben ein Ende bereiten will, findet sie sich nicht, wie erhofft, im Jenseits wieder, sondern in einer magischen Bibliothek. ...

Nora ist vom Leben gebeutelt und müde - lebensmüde. Als sie eines nachts ihrem Leben ein Ende bereiten will, findet sie sich nicht, wie erhofft, im Jenseits wieder, sondern in einer magischen Bibliothek. Der Beginn einer spannenden Reise, die eigentlich das Ende sein sollte, und viele kluge Fragen, was wir in unserem Leben ändern würden, hätten wir die Chance dazu.

Die ersten 50 Seiten dieses Buches haben mich nach unten gezogen. In die Welt einer Frau, die mit ihrem Leben abgeschlossen hat. Es ist, selbst beim Lesen, ein unheimlich intensives Erlebnis und schwer auszuhalten, sich mit so harten und verletztenden Gedanken zu konfrontieren, wie es Nora tut. Die Verzweiflung der unfassbar intelligenten Hauptfigur ist nahezu mit Händen greifbar. Doch dann betritt sie die Bibliothek und ihr stehen all die Leben offen, die sie nie gelebt hat, die Chance, Entscheidungen, die sie heute zutiefst bereut, ungeschehen zu machen. Das klingt unheimlich verlockend - auf den ersten Blick zumindest.

Matt Haig hat mit wunderbaren und klaren Worten einen Kosmos psychischer Tiefe, Verletzlichkeit und Wissenschaft geschaffen, der den Leser / die Leserin mit in unendliche Lebens-Möglichkeiten zieht.

Dieses Buch hat Gewicht und zugleich eine unheimliche Leichtigkeit, weil eines ganz klar wird: Es liegt an uns. Jede/r von uns kann zu jedem Zeitpunkt in ihrem/seinem Leben (wieder) Entscheidungen treffen und damit den Lauf der Dinge für immer verändern.

Eine absolute Empfehlung für alle, die Bücher mit Tiefgang lieben oder gerade selbst in einer Phase der Sinnsuche, Perspektive und Neuorientierung sind.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Ein gelungener Thriller, jedoch weniger stark als Band 1

Sie kann dich hören
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Millie ist zurück! Seit ihrem ersten Auftritt sind mehrere Jahre vergangen, Millie hat Fuß in der Gesellschaft gefasst und strebt gerade ihren College-Abschluss an. Noch immer finanziert sie sich ihren ...

Millie ist zurück! Seit ihrem ersten Auftritt sind mehrere Jahre vergangen, Millie hat Fuß in der Gesellschaft gefasst und strebt gerade ihren College-Abschluss an. Noch immer finanziert sie sich ihren Lebensunterhalt mit „Putzjobs“. Ihr neuer Auftraggeber Douglas Garrick scheint nett zu sein, zudem ist er überbordend reich. Bald erkennt Millie aber auch hier, dass Vieles nicht so ist, wie es scheint…

Der zweite Band der „Housemaid“-Serie beginnt mit einem mysteriösen und sehr vielversprechenden Prolog (mit grandioser Auflösung und Twist am Ende des Buchs), zieht sich jedoch hiernach unangenehm in die Länge. Erst nach rund 200 Seiten wurde es meinem Empfinden nach richtig spannend, temporeich und Millies bis dato oft unglaubwürdiges und in Teilen auch sehr naives Handeln und Denken kommen zu einem Ende. – Ab Teil 2 geht es dann jedoch Schlag auf Schlag.

Millie kommt in diesem Band nicht gut weg; kein Vergleich zu der toughen, starken und klugen Frau aus Band 1. Über etliche Passagen habe ich mich geärgert, wie naiv Millie in „Sie kann dich hören“ gezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund fiel es mir schwer, eine Stringenz in ihrer Persönlichkeit zu erkennen.

Die letzten rund 160 Seiten haben den schwachen ersten Eindruck jedoch in großem Umfang wettmachen können: Irre und unvorhersehbare Twists, üble Charaktere und zum Ende doch noch eine Millie, wie ich sie mir gewünscht und auch erwartet hätte.

Kurzum: Für mich schwächer als der erste Band, jedoch durchaus lesenswert!

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Wenn sich Vergangenheit und Gegenwart die Hand reichen…

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl ...

Hannah Borowski ist zurück und ihr Leben noch immer turbulent. Nach einer etwas ruhigeren Phase wird Hannah unvermittelt mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, ihr Vater steht plötzlich vor der Tür, obwohl er sich seit ihrer Geburt nicht um sie scherte. Und auch in der Gegenwart hält Veränderung Einzug bzw. Auszug und Hannah stellt sich einmal mehr die Frage, wer sie eigentlich ist und zu wem sie gehört.

Auf einer zweiten und dritten Zeitachse lernen wir Marlen kennen. Es stellt sich die spannende Frage, wie genau die Leben der beiden Frauen miteinander verbunden sind.

Alena Schröder hat abermals einen tollen Roman aufgelegt, der durch leichte und zugängliche Sprache besticht. Die Charaktere sind gut gezeichnet, konnten mich jedoch nicht ganz überzeugen oder so berühren wie es die Geschichte in manchen Szenen grundsätzlich zugelassen hätte. Jemand wie die kernige Evelyn Borowski fehlt, der Charakter der Wilma kommt ihr nahe, kann aber nicht gleichziehen.

Die verschiedenen Zeitebenen sind klar gestaltet und ersichtlich. Die dritte Zeitebene (1989/90) spielt auch nur ganz am Rande eine Rolle, was eine gute Orientierung konstant möglich macht.

Neben bereits bekannten Charakteren lernt die Leserin / der Leser neue Personen kennen, die mit Hannahs Leben verbunden sind. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ lässt sich auch unabhängig von den beiden Vorgängerbänden lesen. Es erschließen sich jedoch einige Details und Kontext unter Kenntnis der beiden ersten Bände „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ und „Bei euch ist es immer so unheimlich still“. Eine Mehrgenerationen-Frauen-Saga, wenn man so möchte.

Ich empfand die Handlung des aktuellen Bandes in Teilen als etwas gedehnt, auch aufgrund des mäßig ausgeprägten Spannungsbogens. Die Auflösung am Ende konnte mich auch nicht ganz überzeugen, aber Enden sind und bleiben Geschmackssache!

Für Fans von Alena Schröder mit Sicherheit wieder ein toller Roman; für Erst-Leser:innen der Autorin empfehle ich allerdings „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Wenn Todessehnsucht auf das Leben trifft - ein gelungener Spagat und tolle Unterhaltung!

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch ...

Phoebe ist lebensmüde. Lebensmüde, als sie mitten in eine pompöse Hochzeitsfeier platzt und der Braut ihren endgültigen Plan offenbart. Doch so leicht lässt Lila, die Braut, Phoebe nicht abtreten und auch Phoebe erkennt in einer verrückten Hochzeitswoche, dass das Leben mehr für sie bereithält, als sie noch vor wenigen Tagen dachte.

Alison Espachs Roman wurde im Sommer 2025 auf zahlreichen Kanälen beworben, immer wieder rezensiert und schlussendlich konnte ich nicht anders und wollte mir selbst einen Eindruck verschaffen über dieses sagenumwobene Buch. "Wedding People" hat für mich gute 80 Seiten gebraucht, um in Schwung zu kommen. Bis dahin ist das Buch für meinen Geschmack zäh, Phoebe versinkt immer wieder in ihrer Depression und das war für mich kein angenehmes Lesen. War dieser Punkt jedoch überwunden, nahm die Geschichte Schwung auf, der Humor wurde direkter, bissiger, teilweise sogar derb.

Phoebe auf ihrer Reise zu begleiten, und mir dabei selbst die Frage zu stellen, wie ich in manchen Situationen antworten würde, gäbe es keinen Grund, mich oder andere vor der Wahrheit schützen zu wollen und hätte ich keine Angst vor der Reaktion oder den Konsequenzen meines Tun und Handelns, war eine wunderbare Gelegenheit, ein sehr ernstes Thema in einem außergewöhnlichen Setting wirken zu lassen. Die Entwicklung der verschiedenen Charaktere, ihrer Geheimnisse und der Seiten, die sie lieber nicht offebar werden lassen wollten, war einfach herrlich und eine außergewöhnliche, tolle Unterhaltung.

Ein wenig Abzug gibt es meinerseits für den schleppenden Einstieg und einen, für meinen Geschmack, in die Länge gezogenen Abschluss sowie leider einige Lektoratsfehler in der deutschen Übersetzung.

Alles in allem nichtsdestotrotz ein definitiv empfehlenswertes Buch mit außergewöhnlicher Story!

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