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Veröffentlicht am 13.01.2026

Mischung aus Slowburn und Fake-Dating - charmante Liebesgeschichte mit liebenswerten Charakteren, die sich und ihrem Glück etwas (zu) lange im Weg stehen

Yours Truly
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Briana arbeitet als Ärztin in der Notaufnahme des Royaume Northwestern Hospitals und steht dort kurz vor der Beförderung zur Oberärztin. Die Freude ist jedoch getrübt, denn sie sorgt sich um ihren jüngeren ...

Briana arbeitet als Ärztin in der Notaufnahme des Royaume Northwestern Hospitals und steht dort kurz vor der Beförderung zur Oberärztin. Die Freude ist jedoch getrübt, denn sie sorgt sich um ihren jüngeren Bruder Benny, der wegen einer Autoimmunerkrankung zur Dialyse muss und dem nur eine Spenderniere helfen kann. Zudem erhält sie mit einem neuen Kollegen Konkurrenz, der frisch angefangen, jedoch hervorragende Referenzen hat.
Briana lehnt Jacob deshalb wütend ab, wird aber bald eines Besseren belehrt, als er ihr einen lieben Brief schreibt und seine Situation erklärt. Sie geraten in einen intensiven Austausch, der bald mehr als nur freundschaftliche Gefühle in Briana weckt. Jacob hingegen steht unter dem Druck seiner Familie, eine Freundin als Begleitung für die Hochzeit seines Bruders zu präsentieren und da kommt eigentlich nur Briana in Frage...

Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren Briana und Jacob geschildert, wodurch man in beide Gefühlswelten eintauchen und ihre Situation sehr gut nachempfinden kann. Beide sind von der Liebe enttäuscht worden und nicht auf der Suche nach einer neuen Beziehung. Aus Kollegialität und Freundschaft wird jedoch bald mehr, worüber sie jedoch nicht sprechen. Die inszenierten Dates um Jacobs Familie zu überzeugen, verstärken die Gefühle, sorgen gleichzeitig aber auch für Unsicherheit.

"Yours Truly" ist eine Slow Burn-Romance, die sich in den Grundzügen einer Liebesgeschichte nicht überraschend entwickelt, aber durch die liebevollen Details im Umgang der Hauptfiguren miteinander so viel Charme und Authentizität ausstrahlt, dass man dennoch gebannt und gerührt von der Geschichte ist. Die Charaktere wirken lebensecht und haben ihr Herz auf dem rechten Fleck. Briana ist extrovertiert, aber einfühlsam, Jacob hat eine Sozialphobie, würde aber für seine Liebsten alles tun. Die Annäherung der beiden ist ganz natürlich und trotz ihrer Gegensätzlichkeit spürt man, wie gut sie zusammenpassen. Dass beide so lange die Gefühle des anderen falsch interpretieren wirkt trotz ihrer Liebenswürdigkeit mit der Zeit allerdings etwas aufgesetzt und ermüdend.

Die Kombination aus ernsthaften Themen, Humor und echten Gefühlen macht "Yours Truly" zu einer warmherzigen, amüsanten und gefühlvollen romantischen Geschichte aus dem "Royaume Northwestern Hospital"-Universum, wobei die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vergleich zu den medizinischen Aspekten klar im Vordergrund stehen.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Temporeicher, spannender Thriller über dunkle Machenschaften mit etwas viel Glück für die Ermittler

Zimmer 19
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Während der Berlinale wird ein Film vorgeführt, der die Tötung der Tochter des regierenden Bürgermeisters zeigt. Da sie Schauspielerin ist und die Leiche nicht gefunden wird, ist zunächst nicht klar, ob ...

Während der Berlinale wird ein Film vorgeführt, der die Tötung der Tochter des regierenden Bürgermeisters zeigt. Da sie Schauspielerin ist und die Leiche nicht gefunden wird, ist zunächst nicht klar, ob die Szene echt ist. Am vermeintlichen Tatort wird eine Aufschrift mit der Zahl 19 gefunden, was das Berliner LKA an einen Fall vor anderthalb Jahren erinnert, in dem ebenfalls eine Zahl eine Rolle spielte. Die Soko von damals wird erneut mit den Ermittlungen betraut.
Als von einem Bekannten des Bürgermeisters die Tochter entführt wird, wird von einem Zusammenhang beider Fälle ausgegangen. Offensichtlich ist, dass die beiden Männer etwas zu verbergen haben, wobei ihr Schweigen die Ermittlungen weiter erschwert.
Für Tom Babylon und Sita Johanns wird der Fall besonders prekär, als sie Verbindungen zu ihrer eigenen Vergangenheit feststellen.

"Zimmer 19" ist nach "Schlüssel 17" der zweite Band um den LKA-Ermittler Tom Babylon. Da es sowohl in Bezug auf die Ermittlungen, als auch im Hinblick auf Toms Vergangenheit Anspielungen auf den ersten Band gibt, ist es hilfreich, die Thrillerreihe chronologisch zu lesen.

Der Roman handelt an nur wenigen Tagen im Februar 2019. Darüber hinaus gibt es Rückblenden in das Jahr 2001, die traumatische Erfahrungen der noch jungen Sita schildern. Nicht weiter verwunderlich ist, dass diese dunklen Kapitel für den gegenwärtigen Kriminalfall eine Rolle spielen, aber auch Toms Vergangenheit holt ihn bei einem Leichenfund wieder ein. Zudem schöpft er weiterhin Hoffnung, das Verschwinden seiner jüngeren Schwester aufzuklären.

Wechselnde Orte und Perspektiven sorgen für Dynamik und ergeben viele kleine Puzzleteile, die erst am Ende zusammengesetzt werden. Durch Kapitelüberschriften mit Datums- und Ortsangaben fällt es nicht schwer, den Überblick über den Handlungsrahmen zu behalten.

Die Handlung ist temporeich, denn die Ermittler stehen aufgrund der entführten Kinder unter einem enormen Zeitdruck, den Täter zu fassen. Zudem sorgen die persönliche Involvierung von Tom und Sita in dem Fall sowie ihre Dämonen der Vergangenheit, die sie fortlaufend in Gefahr bringen, für anhaltende Spannung.

Am Ende fügen sich alle Handlungsstränge logisch zusammen und offenbaren ähnlich wie in Band 1 dunkle Machenschaften, die Jahrzehnte später gesühnt werden sollen. Tom und Sita gehen erneut eigenwillig vor, um den Fall zu lösen und gelangen dabei an ihre psychischen und physischen Grenzen. Ihr wiederholtes Glück, von den Tätern verschont zu werden und die Zufälle, die Vergangenheit und Gegenwart verknüpfen, empfand ich ein wenig weit hergeholt.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Herzerwärmende Weihnachtswunder-Geschichte mit winterlicher Atmosphäre, aber flacher Romantik

Weihnachten am Siljansee
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Inger und ihre Schwester Malena führen gemeinsam das Kinderheim "Villa Pusteblume" in einem Dorf in der Nähe von Leksand und kümmern sich liebevoll um ihre fünf ganz unterschiedlichen Schützlinge. Nachdem ...

Inger und ihre Schwester Malena führen gemeinsam das Kinderheim "Villa Pusteblume" in einem Dorf in der Nähe von Leksand und kümmern sich liebevoll um ihre fünf ganz unterschiedlichen Schützlinge. Nachdem die Inhaberin des Gebäudes gestorben ist, die den beiden jungen Frauen finanziell unter die Arme griffen hat, steht das Kinderheim Ende des Jahres vor dem Aus. Inger und Malena sind im Rückstand mit der Miete und der Neffe Per, der das Haus geerbt hat, zeigt sich bei seiner Ankunft am Siljansee abweisen und unbarmherzig und droht mit der Zwangsräumung.
Können Inger und die Kinder das Herz des Geschäftsmannes aus der Großstadt in der Vorweihnachtszeit erweichen?

Der Roman bietet trotz der dramatischen Eingangssituation eine heimelige Atmosphäre. Der kleine Ort, in dem jeder sich kennt, ist winterlich kalt und schneebedeckt. Der erste Advent steht bevor und Inger und Malena sind mit den Vorbereitungen auf Weihnachten beschäftigt. Eine feierliche Stimmung will jedoch nicht aufkommen, denn nach einigen Reparaturen und weiteren laufenden Kosten stehen die beiden Schwestern mit dem Kinderheim vor dem finanziellen Ruin.

Per ist als Antagonist der klischeehafte Geschäftsmann aus Stockholm, der weder Interesse und Empathie für das Kinderheim zeigt, noch um seine verstorbene Tante trauert. Offensichtlich ist jedoch, dass mehr im Argen liegt und im stillen Kämmerlein zeigt er sein gutes Herz, wenn er sich einem verletzten Hund, eines unterkühlten Kindes oder einer dementen älteren Dame annimmt.

Dass es zu einem Happy End kommen wird, steht außer Frage, interessant ist vielmehr, wie die harte Schale Pers geknackt werden kann, um das Kinderheim zu retten. Eine Liebesgeschichte darf in einem Weihnachtsroman nicht fehlen, kommt in der Handlung jedoch arg kurz, da selbst 30 Seiten vor Schluss noch reine Abneigung zwischen Inger und Per herrscht. Liebeserklärungen ohne ein wirkliches Kennenlernen der beiden erscheinen dann nur wirklichkeitsfremd. Wenig realistisch ist auch, dass die beiden Schwestern trotz ihrer andauernden Sorgen keine Überlegungen anstellen, wie sie aus der Misere herauskommen möchten.

Dennoch: Winterliches Flair, Dramatik, Gemeinschaft, Hoffnung und Nächstenliebe machen das Buch zu einer herzerwärmenden Geschichte. Gerade zur Weihnachtszeit darf man noch an Wunder glauben, weshalb nicht jeder Konflikt eine tiefgreifende Lösung erfordert.

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Veröffentlicht am 27.12.2025

Verletzte Gefühle, Eifersucht und Rache - anhaltende Spannung wie ein Psychothriller, aber am Ende mit offenen Fragen

Ruf der Leere
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Felix hat anlässlich der Rückkehr seines Freundes Ben aus Australien ein gemeinsames Wochenende in der Jagdhütte seines Vaters geplant und dazu auch seine Studienkollegin Laura eingeladen. Da seine Freunde ...

Felix hat anlässlich der Rückkehr seines Freundes Ben aus Australien ein gemeinsames Wochenende in der Jagdhütte seines Vaters geplant und dazu auch seine Studienkollegin Laura eingeladen. Da seine Freunde zu seinem Missfallen noch weitere Personen zum Treffpunkt mitbringen, sind sie ungeplant zu siebt im Wald. Als die Stimmung ohnehin angespannt ist, klopft ein weiterer ungebetener Gast an die Tür und behauptet, "der Tod" zu sein. Er fordert sie auf, bis Mitternacht eine(n) von ihnen zu benennen, die/ der weiterleben darf. Obwohl die Freunde den Mann für geisteskrank halten, stellen sie Überlegungen an, wer es von ihnen verdient, am Leben zu bleiben. Die Frage gerät durch untereinander schwelende Konflikte fast in Vergessenheit, bis der alte Mann zurück ist und eine Antwort verlangt.

Neben der gegenwärtigen Handlung in der Hütte, die einem Countdown gleicht und aus verschiedenen Perspektiven der Feiernden geschildert ist, die sich mehr oder minder gut kennen und sich nicht alle wohlgesonnen sind, gibt es Rückblenden in die Monate davor, die primär erzählen, wie sich Felix und Laura bei ihrem Medizinethik-Studium angenähert haben.
Die Rückblenden geben Aufschluss über die Charaktere und offenbaren, wie die Sympathien in der Hütte verteilt sind. Felix' eigentliche Intention der Party bleibt dabei zunächst verborgen, doch auch er weiß nicht alles über seine Freunde - im Gegensatz zu dem alten Mann.

In Erwartung einer Eskalation ist die Atmosphäre des Romans durchweg angespannt. Mit der Aufforderung des Tods, einen Überlebenden zu benennen, wird dieser Erzählstrang eng mit den Rückblenden in die Studieninhalte von Felix und Laura verknüpft, die in einem Seminar Fragen über Ethik und Moral diskutierten.

Der Roman ist anhaltend spannend, denn es ist unvorhersehbar, ob alles nur ein absurdes Spiel oder bitterer Ernst ist und wer tatsächlich die Oberhand hat. Anders als gedacht, gibt es trotz des Dilemmas, vor dem die Gruppe steht, keine tiefgreifende Diskussion, welches Leben lebenswerter als das andere ist. Stattdessen packt die Frage nach Felix' Hintergedanken und seine offenbar von langer Hand geplante Manipulation und was der alte Mann in der Jagdhütte provozieren möchte.
In "Ruf der Leere" geht es um verletzte Gefühle, Eifersucht und Rache, wobei sich die Geschichte durch das Ausmaß am Niederträchtigkeit zu einem regelrechten Psychothriller entwickelt. Das Ende präsentiert nicht für alles eine Erklärung, sondern lässt Raum für eine eigene Interpretation eines Spiels zwischen Macht und Wahn.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Ehrliches und warmherziges Porträt über den Wandel der Ehe im Verlauf der letzten Jahrzehnte - humorvoll und mit Lokalkolorit vom Niederrhein

Mädelsabend
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Ruth und Walter sind seit knapp 65 Jahren verheiratet und wohnen seit Kurzem in einem Seniorenstift bei Xanten. Während Ruth nach einem Unfall zu Hause dort regelrecht aufblüht und ihre neu gewonnen Freiheit ...

Ruth und Walter sind seit knapp 65 Jahren verheiratet und wohnen seit Kurzem in einem Seniorenstift bei Xanten. Während Ruth nach einem Unfall zu Hause dort regelrecht aufblüht und ihre neu gewonnen Freiheit sowie die sozialen Kontakte genießt, möchte Walter wieder zurück in seine gewohnte Umgebung und Ruth wie schon seit jeher bevormunden.
Sara, die ein enges Verhältnis zu ihren Großeltern hat, sieht sie dort gut aufgehoben. Sie selbst ist Ärztin, derzeit in Elternzeit und glücklich mit Sohn Paul und ihrem Lebensgefährten Lars. Als sie ein Angebot für ein Stipendium in Cambridge erhält, muss sie sich entscheiden, ob sie für ihr berufliches Vorankommen ihre kleine Familie gefährdet.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden weiblichen Hauptfiguren Ruth und Sara geschildert. Neben der gegenwärtigen Handlung gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, die Aufschluss über das Eheleben von Ruth und Walter geben, die 1953 geheiratet haben.

Die Geschichte spielt am Niederrhein und sprüht vor Lokalkolorit und Liebe für die Figuren. Gerade die älteren Charaktere haben ihren ganz eigenen Charme und gestalten die Geschichte lebendig.
Wie die Autorin in ihrer Danksagung erwähnt, ist die Geschichte aus dem Leben gegriffen und wirkt trotz manch skurriler Einfälle lebensecht und authentisch.

Neben dem Älterwerden geht es insbesondere um Beziehungen und Partnerschaft, Rollenbilder sowie Selbstverwirklichung, Emanzipation und dem Wunsch nach Freiheit. Dabei wird der Wandel der Gesellschaft und die Stärkung der Frauenrechte plastisch durch die Ehe von Ruth und Walter sowie die Beziehung von Sara und Lars dargestellt. Die unterschiedlichen Generationen stehen auch für die unterschiedlichen Vorstellungen von Ehe. Obschon patriarchale Strukturen oder gar Gewalt in Beziehungen gegenwärtig keinen Platz mehr haben, ist es dennoch für Frauen schwer, für ihre Wünsche einzustehen und Familie und Beruf zu vereinbaren.

Die Charaktere sind nahbar und ihre inneren Konflikte sehr gut nachzuempfinden. Sara kämpft mit einem schlechten Gewissen, während Ruth gegen ihren Mann aufbegehrt. Trotz aller Fortschritte in Sachen Emanzipation ist es für beide schwer, Entscheidungen zu treffen und zu ihnen zu stehen.

Die Geschichte beschreibt ernste Themen auf humorvolle Weise. Sie ist ein ehrliches und warmherziges Porträt über den Wandel der Ehe im Verlauf der letzten Jahrzehnte, über die Fortschritte, die errungen wurden, aber auch die Notwendigkeit eines alltäglichen Kampfes zum Erhalt dafür.

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