„Keine Zeit, kein Problem“ von Dr. med. Matthias Riedel und Bettina Matthaei ist ein Sachbuch zum Thema "gesunde Ernährung im Alltag".
Das Buch bietet zu Beginn hilfreiche Informationen; quasi Grundlagenwissen, ...
„Keine Zeit, kein Problem“ von Dr. med. Matthias Riedel und Bettina Matthaei ist ein Sachbuch zum Thema "gesunde Ernährung im Alltag".
Das Buch bietet zu Beginn hilfreiche Informationen; quasi Grundlagenwissen, wie man gesunde Ernährung mit wenig Zeitaufwand hinbekommmen kann. Das sogenannte „Tellerprinzip“ wird erklärt sowie die Bedeutung der Nährstoffe. Es gibt Küchentipps und Lifehacks, die einem gerade im hektischen Alltag gesundes Essen erleichtern kann.
Danach folgen 80 vielseitige Rezepte: „schnelle Rezepte“, One-Pot-Gerichte, Meal Prep Rezepte, Ofenrezepte, Pasta, und vieles mehr. Es gibt sowohl Rezepte mit Fisch und Fleisch als auch vegegarische Rezepte.
Das Buch ist gut strukturiert und optisch ansprechend gestaltet.
Für alle, die sich schon mit dem Thema „gesunde Ernährung“ befasst haben, bietet das Buch natürlich nicht nur Neues. Dennoch finde ich es sehr gelungen und gut geeignet, um sein „Wissen“ aufzufrischen bzw. sich wieder neu zu motivieren, auf gesündere Ernährung zu achten.
Dank der tollen Rezeptauswahl kann man hier viel Inspiration und Rezeptideen für den Alltag finden.
Ich werde definitiv in nächster Zeit viele der Rezepte noch ausprobieren und freue mich schon darauf.
Vielen Dank an den GU Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar!
Das Cover des Romans „Half his age“ von Jennette McCurdy polarisiert sicher, doch der Inhalt hat mich neugierig gemacht: Die 17jährige Waldo ist ein Kind der Unterschicht und sie hat ihren Platz in der ...
Das Cover des Romans „Half his age“ von Jennette McCurdy polarisiert sicher, doch der Inhalt hat mich neugierig gemacht: Die 17jährige Waldo ist ein Kind der Unterschicht und sie hat ihren Platz in der Gesellschaft noch nicht so recht gefunden. Ihre alleinerziehende Mutter ist kaum zuhause, sondern rennt irgendwelchen Männern hinterher. Währenddessen ist Waldo auf sich gestellt, muss neben der Schule noch jobben, um Geld zu verdienen. Und sie füllt ihr Leben mit bedeutungslosem Sex mit Gleichaltrigen und Onlineshopping.
„Natürlich weiß ich, dass man mit einem Rouge sein Leben nicht umkrempeln kann, aber trotzdem ist es schön, in den drei Tagen Lieferzeit daran zu glauben. Es ist schön, daran zu glauben, dass nur ein Rouge-Stift den Unterschied ausmacht zwischen Margot Robbie und mir. Es ist schön, an Versprechen zu glauben, auch wenn es bloß leere sind.“
Doch dann verliebt sie sich unsterblich in Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben. Der ist zwar nicht wirklich attraktiv und zudem verheiratet mit Kind, doch Waldo ist sich sicher: Nur mit ihm kann sie glücklich werden!
Wir sind bei Waldos heimlicher Affäre zu Mr. Korgy hautnah dabei, besonders die Einblicke in ihr Innenleben fand ich hier sehr gelungen. Die expliziten Schilderungen, was Waldos Körperlichkeiten und Gefühle angeht, mag nicht jedem behagen; aber gerade die brutale Ehrlichkeit empfand ich als eine Stärke des Romans.
„Er war von meinen Texten, die ich über meine Herkunft geschrieben habe, beeindruckt, aber es wirklich mit eigenen Augen zu sehen, ist eine andere Sache. Die Leute haben nämlich Angst, dass die Armut auf sie abfärben könnte. Und der schlechte Geschmack, der dazugehört. Sie lesen lieber ein Buch darüber. Oder gucken einen Film, in dem Jennifer Lawrence so tut, als wäre sie arm, während ihr Achthundert-Dollar-Highlighter in den Nahaufnahmen schimmert. Aber sie wollen nicht wissen, wie es tatsächlich ist, oder dem auf eine echte Art nahe kommen. Außer vielleicht mit einem Scheck über ein- oder zweitausend Dollar, den sie um die Feiertage herum an die Heilsarmee oder ans Rote Kreuz ausstellen. Aber setzt man sich der Armut damit überhaupt aus? Oder ist das nur wieder eine Art, sich noch mehr davon zu distanzieren?“
Mir hat Jennette McCurdys Roman über Klassenunterschiede und Armut, Liebe und Begehren, Sex, Konsum, Wut und Macht insgesamt sehr gut gefallen. Ihr Schreibstil ist schmerzhaft ehrlich und schonungslos direkt. Derb, aber nicht zu heftig. Es kamen alle Emotionen sehr gut rüber, es war mal lustig, aber auch erstaunlich tiefgründig.
Vor allem Waldo als Protagonistin mit all ihrer Direktheit fand ich sehr sympathisch. Auch die Beziehung zu ihrer Mutter und deren Verhalten war gut dargestellt; nur Mr. Korgy blieb als Charakter (vor allem anfangs) ein wenig blass für mich.
Waldos Wandlung im Laufe der Geschichte fand ich aber sehr gelungen und das Ende stimmig.
„Ich will, dass die Wut in mir hochkocht. Dass sie mich dazu bringt, ihre Schmuckschale an die Wand zu werfen und sie zur Rede zu stellen. Sie zu fragen, wie lange sie mich schon anlügt. Und sich selbst. Zu fragen, wann sie aufgehört hat, zu den Meetings zu gehen. Oder ob sie immer noch hingeht und sich zweiteilt wie Jekyll and Hyde. Ich will schreien. Oder heulen. Aber stattdessen starre ich sie bloß an, und dann werde ich von etwas Unbeschreiblichem überschwemmt.
Einer Welle der Erkenntnis. Des Friedens. Der Freiheit. Diese Art von Frieden und Freiheit, die sich nur einstellt, wenn man keine Erwartungen mehr an jemanden hat. Wenn man die Version einer Person, die man unbedingt haben wollte, die man gebraucht hätte, loslässt, und sobald man das loslässt, verschwindet auch all der Groll, der damit verbunden war.“
Vielen Dank an den Blumenbar Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!
In „Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel“ von Matthias Riedl, Viola Andresen, Silja Schäfer und Jörn Klasen geht es nicht um Diäten!
Das Sachbuch informiert vielmehr darüber, ...
In „Die Ernährungs-Docs – Gesund abnehmen mit der Anti-Entzündungs-Formel“ von Matthias Riedl, Viola Andresen, Silja Schäfer und Jörn Klasen geht es nicht um Diäten!
Das Sachbuch informiert vielmehr darüber, dass hinter zu vielen Kilos oft nicht mangelnde Disziplin, sondern um sogenannte „stille Entzündungen“ im Körper stecken. Diese können große Schäden anrichten, Krankheiten verursachen – und eben auch Sättigungshormone schwächen und Heißhunger fördern.
Für alle, die sich mit dem Thema Ernährung oder auch „stille Entzündungen“ schon beschäftigt haben, bietet das Buch jetzt nicht unbedingt sehr viel Neues. Im ersten Teil ist dieses Sachwissen jedoch sehr übersichtlich und hilfreich zusammengefasst. Dies kann auch neue Motivation und Klarheit bringen, wie man zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit finden kann. Ich fand diesen Teil also insgesamt sehr informativ und hilfreich.
Auch der Rezeptteil gefällt mir gut, da sind viele sehr kreative und lecker aussehende Rezepte enthalten (vom Frühstück über Mittag-/Abendessen bis hin zu kleineren Gerichten), von denen ich sicher die meisten mal ausprobieren werde. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Rezepte mit Familie/Kindern im Alltag mit Berufstätigkeit etc. sicher nicht einfach umsetzbar sind. Hier muss man sicherlich ein bisschen planen und improvisieren, denke ich.
Insgesamt jedoch ein sehr hilfreiches und übersichtliches Buch, dem ich 4 von 5 Sternen vergebe.
Vielen Dank an die ZS Edel Verlagsgruppe und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!
„Run Like A Girl“ von Amaka Egbe erzählt die Geschihte der 16jährigen Dera. Als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie zu ihrem Vater ziehen muss, ist das schon schlimm genug, denn ihr Vater hat sie und ihre ...
„Run Like A Girl“ von Amaka Egbe erzählt die Geschihte der 16jährigen Dera. Als ihre Mutter ihr eröffnet, dass sie zu ihrem Vater ziehen muss, ist das schon schlimm genug, denn ihr Vater hat sie und ihre Mutter verlassen, als Dera noch klein war. Doch als sie erfährt, dass es an ihrer neuen High Schook kein Leichtathletik-Team für Mädchen gibt, ist sie am Boden zerstört. Wie soll sie so ihr absolutes Ziel, bei den Olympischen Spielen anzutreten, erreichen?
Doch Dera lässt sich nicht unterkriegen: Sie erkämpft sich einen Platz im Lauf-Team der Jungs. Die sind natürlich nicht gerade begeistert von einem Mädchen im Team – obwohl oder gerade weil dieses Mädchen Bestzeiten läuft.
Deras Schulalltag ist die Hölle, sie wird gemobbt und auch mit ihrem Vater ist der Alltag ein Kampf. Nur der ruhige Gael aus ihrem Team lässt ihr Herz schneller schlagen ...
Wird Dera es schaffen, Gaels Herz zu erobern, sich mit ihrem Vater auszusöhnen und ihrem Traum von Olympia näherzukommen?
Dera hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen; auch die anderen Charaktere waren sehr sympathisch, vor allem Roz, Gael und Liam.
Das eine oder andere Klischee war wohl unvermeidbar, aber insgesamt ist das Buch leicht lesbar und sehr unterhaltsam.
Ein ermutigender Jugendroman über Mobbing, familiäre Probleme und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.
Vielen Dank an den Dragonfly Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!
„Liebe! Ein Aufruf“ von Daniel Schreiber ist ein unglaublich wichtiges Buch. Vielleicht schreckt der Inhalt manche erstmal ab - ist Nächstenliebe nicht nur etwas für religiöse Menschen?
Doch Daniel Schreiber ...
„Liebe! Ein Aufruf“ von Daniel Schreiber ist ein unglaublich wichtiges Buch. Vielleicht schreckt der Inhalt manche erstmal ab - ist Nächstenliebe nicht nur etwas für religiöse Menschen?
Doch Daniel Schreiber zeigt auf sehr persönliche und tiefgründige Art auf, um was es hier geht: Um mehr Menschlichkeit, Respekt und Akzeptanz – und gegen Hass und Menschenverachtung.
Viele von uns können wohl mit dem Autor mitfühlen: „Am besten ließ sich diese Einsicht als eine umfassende Desillusionierung beschreiben. Ich fühlte mich in der Gesellschaft, in der ich lebte, immer weniger zuhause. Die Nachrichtenlage ließ mich jeden Tag von Neuem bestürzt zurück, fassungslos und traurig. Mir war die Fähigkeit abhandengekommen, die Welt zu lieben. Und ich wusste nicht, wie ich den damit einhergehenden Gefühlen von Ohnmacht und Lähmung begegnen konnte.“
Die akuelle politische Lage weltweit, die Rhetorik des Hasses, all das prägt unser aller Leben. Doch wie kann es gelingen, dem Hass und dem aktuellen politischen Diskurs etwas entgegenzusetzen?
„Die Philosophin Martha Nussbaum etwa geht davon aus, dass wir Liebe nicht nur in unserem persönlichen, sondern auch in unserem politischen Leben zum Überleben brauchen. Damit meint sie natürlich nicht, dass wir für andere Menschen und erst recht nicht für Menschen, mit denen wir uns politisch nicht einigen können, so etwas wie romantische Liebe empfinden sollten. Wir müssten noch nicht einmal Sympathie für sie empfinden, wie wir es für unsere Freundinnen und Freunde tun, erklärt sie. Die Form der Liebe, die sie meint, besteht »lediglich darin, die andere Person als vollkommen menschlich anzusehen, als ein Wesen, das auf irgendeine Weise zum Guten und zur Veränderung fähig ist«. Was nach wenig klingt, ist bei genauerer Betrachtung genau das, was unserem politischen Miteinander seit einigen Jahren abgeht, das, was ich und viele andere Menschen in den politischen Auseinandersetzungen unserer Zeit so schmerzlich vermissen. Ohne diese Form der Liebe kann es keine Form demokratischer Zusammenarbeit geben, keinen Kompromiss, kein sinnvolles Zusammenleben, keine Hoffnung.
Ohne diese Form der Liebe kann es nur Zynismus geben. Kann es nur Auseinandersetzungen von Menschen geben, die herrschen, die siegen wollen. Ohne sie ist eine dissoziative Distanznahme von der Welt alles, was uns bleibt.“
Daniel Schreibers Art zu Schreiben, seine Wortwahl, hat mir sehr gut gefallen.
Anhand politischer, philosophischer und sozialhistorischer Beispiele zeigt er auf, dass die Liebe der Schlüssel zur Veränderung sein kann.
„Welche Haltung bleibt uns, um politisch aktiv zu werden? Wie kann es uns gelingen, wieder wirksam gesellschaftlich zu handeln? Immer wenn ich darüber nachdenke, komme ich auf die Liebe zurück, auf die Liebe im Allgemeinen und die Weltliebe im Besonderen. Ich muss an Hannah Arendt denken, die ihre politische Kraft reflektierte, an die Philosophie der Antike und die Theologie des Mittelalters, die ohne Liebeskonzeptionen nicht denkbar gewesen wären, an Philosophinnen und Philosophen wie Martin Buber, Emmanuel Lévinas oder Paul Ricœur, an Albert Schweitzer, Erich Fromm, bell hooks oder Martha Nussbaum, an die politischen Reflexionen von Mahatma Gandhi, Martin Luther King oder Nelson Mandela. Schon immer haben Menschen über Liebe nachgedacht, in all ihren Formen. Schon immer beriefen sich soziale, religiöse und politische Bewegungen auf ihre Kraft, oft mit überwältigendem Erfolg. Doch all die Einsichten, zu denen man kam, all die hart errungenen Wahrheiten, scheinen heute oft ungelesen als trivial oder unbedeutend abgetan zu werden.“
„Liebe! Ein Aufruf“ ist ein feines, kluges Buch, das die Hoffnung schürt, dass es anders gehen könnte.
"Letztlich stellt es keine Option dar, die Welt nicht zu lieben, auch wenn diese es einem durch ihre Ungerechtigkeit, durch Krieg, Hass und Gewalt schwer macht."
Vielen Dank an den Hanser Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar!