Freiheit
Die SchwarzgeherinVor der Kulisse der Tiroler Alpen Ende des 19. Jahrhunderts zeichnet die Autorin den beschwerlichen Weg einer Frau, die sich den althergebrachten Zwängen ihrer Dorfgemeinschaft und dem vorherbestimmten ...
Vor der Kulisse der Tiroler Alpen Ende des 19. Jahrhunderts zeichnet die Autorin den beschwerlichen Weg einer Frau, die sich den althergebrachten Zwängen ihrer Dorfgemeinschaft und dem vorherbestimmten Weg als Ehefrau widersetzt und einen hohen Preis dafür zahlen muss. Alles, wofür Theres gekämpft hat, bleibt ihrer Tochter Maria jedoch unverständlich, die das entbehrungsreiche und einsame Leben in der abgeschiedenen Hütte leid ist.
Regina Denk hat einen sehr dichten, atmosphärischen Roman geschrieben, bei dem man auf jeder Seite mit den Figuren mitfiebert. Die Handlung ist geschickt aufgebaut und wird aus den Perspektiven von Mutter und Tochter auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Eingefasst in eine Rahmenhandlung und unterbrochen von Beschreibungen eines Adlerweibchens, die Ruhepunkte zwischen der spannenden und teilweise leidvollen Handlung bieten, setzt sich der Lebensweg von Theres und Maria zusammen.
Neben dem Aufbau der Handlung, hat mir vor allem auch die Sprache gefallen, die den Figuren Authentizität verleiht. Insgesamt schreibt die Autorin in einem der Stimmung des Buches absolut passenden Stil, der etwas sperrig und hölzern daherkommt, aber die Atmosphäre in der Dorfgemeinschaft oder im Wald wunderbar spiegelt. Die dialektale Einfärbung tut ein übrigens und man fühlt sich beim Lesen wie in einem Film.
Ich habe den Roman in einem Lesekreis gelesen und wir hatten viel zu diskutieren, da es zahlreiche Themen gibt, über die man sich austauschen kann. Eine klare Leseempfehlung für alle, die historische Romane mit Anspruch mögen und keinen Heile-Welt-Heimatroman erwarten.