Fiktiver Dialog mit dem Propheten der Finsternis
Hitler – Prophet der FinsternisIn seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter ...
In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter vor dem Gericht des Nürnberger Prozesses erschienen.
Aus dieser These entwickelt sich ein permanenter Dialog zwischen Adolf Hitler, seinem Verteidiger Hellmut von Darda, den vier Chefanklägern der vier Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, der USA und Russland) und dem vorsitzenden Richter.
Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Ist der vor Gericht erschienene Mann wirklich Adolf Hitler oder ein perfekt instruierter Doppelgänger? Sowohl die ebenfalls angeklagten deutschen Kriegsverbrecher als auch die anwesenden Gesetzesvertreter können diese Frage nicht eindeutig beantworten. Allerdings ist diese Frage auch nicht so entscheidend, geht es doch vielmehr darum den Menschen Adolf Hitler in dieser Fiktion näher zu durchleuchten, ihn als den manipulativen, perfekt selbst inszenierten und nie eindeutig einzuordnenden Mann darzustellen, der bis heute eines der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben hat.
Durch den sehr lebendigen Schreibstil, der ausgezeichneten Recherche und den andauernden Dialog zwischen Hitler und den Vertretern des Gesetztes sind wir als Leser/innen durchweg und permanent Teil des Geschehens und haben das Gefühl, an der Vernehmung Hitlers direkt teilzunehmen. Christoph Fromm konfrontiert uns dabei mit Hitlers Art und Weise der Selbstinszenierung, der Kunst der verdeckten Lüge, der höchsten Form der Manipulation aber auch seiner Selbstüberschätzung: "Ich habe Kant, Bach, Beethoven, Schiller und Goethe ausgelöscht." Dieses ist Hitler, Gott sei Dank, nicht gelungen. Jedoch hat er es erschreckenderweise geschafft, das er neben diesen bedeutenden Menschen nun in den Geschichtsbüchern unseres Staates erscheint.
Bei der aufmerksamen Lektüre dieses Romans müssen wir immer wieder feststellen, das das Buch - ob gewollt oder nicht - sehr aktuelle Bezüge aufweist.
Allen Leser/innen, die sich für das finstere Kapitel der deutschen Geschichte und seiner Hauptperson immer schon interessiert haben, und dieses lebendig erzählt und nicht als nüchternes Sachbuch dargestellt bekommen möchten, kann ich diesen Roman sehr empfehlen.