Wenn die Vergangenheit Dich nicht loslassen will
OstseehölleZum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.
In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme ...
Zum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.
In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme eine Frauenleiche gefunden. Wie sich durch die Obduktion herausstellt wurde sie unmittelbar nach einer Führung in der Kirche ermordet. Erste Befragungen der anderen Teilnehmer dieser Führung und auch der Mitglieder des Chores, in dem die tote Sybille Freigang erst wenige Male mitgesungen hatte, bringen das Team um Pia nicht viel weiter.
Warum musste Sybille sterben? Da sie sehr zurückgezogen lebte, handelt es sich wohl möglich um eine Beziehungstat?
Der Autorin Eva Almstädt gelingt es bereits in dem gerade 3 Seiten langen Prolog eine starke Spannung aufzubauen, die sich durch den kompletten Kriminalroman hindurchzieht. Es werden zahlreiche Fäden während der Ermittlungen gesponnen, Verdachtsmomente geschildert und Beziehungen zwischen den Personen beschrieben, das wir Leser/innen bis zum Ende der Ermittlungen gespannt und aufregend mit ermitteln können.
Erfreulicherweise wird in diesem 21. Fall von Pia das Hauptaugenmerk auf die Fahndung nach der/ dem Mörder/in gelegt und das Privatleben von Pia und ihren Mitarbeiter/innen rückt in den Hintergrund. Obgleich genau die Schilderungen der privaten Probleme und Sorgen auch den einzigartigen Charme dieser Krimireihe ausmacht. Die Protagonisten wirken dadurch extrem authentischer und greifbarer und stellen beinahe einen reellen Bezug zum tatsächlichen Polizeidienst her.
Die Covergestaltung ist auch wieder sehr gut gelungen. Unter dem im strahlenden Weiß gehaltenen Titel "Ostseehölle" ist hinter einem Flusslauf die Silhouette zweier Kirchtürme unter einem bedrohlich verdunkelnden Wolkenhimmel zu sehen. Der Titel macht direkt neugierig und stellt auch einen nahen Bezug zum Inhalt dar.
Der Schreibstil von Eva Almstädt ist prägnant, sehr flüssig zu lesen und für Krimiliebhaber/innen mit der genau passenden verdeckt und irreführenden Wortwahl bestückt. Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge gehalten, so das zum einen der Zusammenhang nicht verloren geht und das Buch auch für Intervallleser/innen kein Problem darstellt.
Der 21. Fall gehört für mich zu einem der besten der Reihe.
Für Pia Korittki-Fans ein Muß! Für alle Krimiliebhaber/innen eine unbedingte Leseempfehlung.