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Veröffentlicht am 31.03.2026

Wenn die Vergangenheit Dich nicht loslassen will

Ostseehölle
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Zum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.

In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme ...

Zum inzwischen 21. Fall muß die Kommissarin Pia Korittki erneut ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um in einem Mordfall zu ermitteln.

In der Marienkirche in Lübeck wird in einem der Türme eine Frauenleiche gefunden. Wie sich durch die Obduktion herausstellt wurde sie unmittelbar nach einer Führung in der Kirche ermordet. Erste Befragungen der anderen Teilnehmer dieser Führung und auch der Mitglieder des Chores, in dem die tote Sybille Freigang erst wenige Male mitgesungen hatte, bringen das Team um Pia nicht viel weiter.
Warum musste Sybille sterben? Da sie sehr zurückgezogen lebte, handelt es sich wohl möglich um eine Beziehungstat?

Der Autorin Eva Almstädt gelingt es bereits in dem gerade 3 Seiten langen Prolog eine starke Spannung aufzubauen, die sich durch den kompletten Kriminalroman hindurchzieht. Es werden zahlreiche Fäden während der Ermittlungen gesponnen, Verdachtsmomente geschildert und Beziehungen zwischen den Personen beschrieben, das wir Leser/innen bis zum Ende der Ermittlungen gespannt und aufregend mit ermitteln können.
Erfreulicherweise wird in diesem 21. Fall von Pia das Hauptaugenmerk auf die Fahndung nach der/ dem Mörder/in gelegt und das Privatleben von Pia und ihren Mitarbeiter/innen rückt in den Hintergrund. Obgleich genau die Schilderungen der privaten Probleme und Sorgen auch den einzigartigen Charme dieser Krimireihe ausmacht. Die Protagonisten wirken dadurch extrem authentischer und greifbarer und stellen beinahe einen reellen Bezug zum tatsächlichen Polizeidienst her.

Die Covergestaltung ist auch wieder sehr gut gelungen. Unter dem im strahlenden Weiß gehaltenen Titel "Ostseehölle" ist hinter einem Flusslauf die Silhouette zweier Kirchtürme unter einem bedrohlich verdunkelnden Wolkenhimmel zu sehen. Der Titel macht direkt neugierig und stellt auch einen nahen Bezug zum Inhalt dar.

Der Schreibstil von Eva Almstädt ist prägnant, sehr flüssig zu lesen und für Krimiliebhaber/innen mit der genau passenden verdeckt und irreführenden Wortwahl bestückt. Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge gehalten, so das zum einen der Zusammenhang nicht verloren geht und das Buch auch für Intervallleser/innen kein Problem darstellt.

Der 21. Fall gehört für mich zu einem der besten der Reihe.

Für Pia Korittki-Fans ein Muß! Für alle Krimiliebhaber/innen eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.03.2026

Sehr lebendig geschriebener Briefroman

Die Liste der Lebenden
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"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian ...

"Die Liste der Lebenden" von Stefan Kutzenberger ist ein sehr lebendig geschriebener Briefroman, der über die fiktive Korrespondenz zwischen Henriette Wulff und dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen uns das Schiffsunglück der "Austria" und die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten näher bringt.
Henriette (Jette) Wulff entschliesst sich Dänemark zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Ihr brüderlicher Freund, Hans Christian Andersen, jedoch - als treuer Anhänger der Monarchie - entscheidet sich in Dänemark zu verbleiben. Erhält er doch vom König Stipendien, um seine Werke weiter veröffentlichen und schreiben zu können. Während der Überfahrt nach Amerika gerät dann aber die "Austria" in Brand und zahlreiche Reisende als auch die Besatzung kommen dabei ums Leben. Jette kann sich völlig entblösst auf eine im Meer treibende Tür retten. Hilflos, sie auf dem Ozean treibend und er auf Nachricht von ihr wartend, beginnen beide eine fiktive Korrespondenz, in dem sie ihre Gefühle, Gedanken austauschen und ihr gemeinsames Leben Revue passieren lassen.

Mit diesem Briefroman ist Stefan Kutzenberger ein sehr überzeugender und wunderbar lebendig erzählter Roman gelungen. Er stellt uns Leser/innen nicht nur ein sehr authentisches Gesellschaftsbild der damaligen Zeit vor Augen, sondern bringt uns auch sowohl bildhaft als auch stilistisch die Verbundenheit der beiden Protagonisten näher. Besonders erwähnenswert sei hier die Verkettung der "Briefe" miteinander erwähnt. Jeder neue Brief greift das Schlusswort, den letzten Gedanken des vorherigen Briefes/ Gedanken des anderen wieder auf. Das ist zum einen sehr erfrischend zu lesen als auch emotional gekonnt in Szene gesetzt.
Wir tauchen bei der Lektüre tief in die Seele der beiden ein und erleben hautnah die Seekatastrophe und auch die zerrüttende Hoffnung und das schier endlose Bangen auf Nachricht mit.
Der Briefroman greift dabei auf sehr abwechslungsreiche Art und Weise das damalige Gesellschaftsbild auf; die Unabhängigkeitskriege, die nie völlig geklärte Homosexualität von Hans Christian Andersen und vieles mehr.

"Die Liste der Lebenden" ist trotz des basierenden Schiffsunglücks eine sehr positiv erzählte Geschichte, die obgleich der historisch belegten Fakten über die Toten der Katastrophe seine Spannung durch die beiden Persönlichkeiten und deren lebendigen Austausches bezieht. Eine wunderbare Verknüpfung zwischen Fiktion und Historie in dem heute doch eher ungewöhnlichen Kleid eines Briefromans gestaltet. Ein Muss für Liebhaber von Historienromane!

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Sehr blutige Version eines Horror-Psycho-Thrillers

Hör auf zu bluten
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Und wieder kann mich Matthias Krause auch mit dem Horrorthriller "Hör auf zu bluten!" absolut überzeugen.

Dabei ist der Titel Programm.

In jungen Jahren werden Jakob und seine Freundin Wiebke Zeugen, ...

Und wieder kann mich Matthias Krause auch mit dem Horrorthriller "Hör auf zu bluten!" absolut überzeugen.

Dabei ist der Titel Programm.

In jungen Jahren werden Jakob und seine Freundin Wiebke Zeugen, wie der kleine Nachbarsjunge Ludwig vor ihren Augen ein Kanninchen brutal ermordet und die beiden im Anschluss mit einer Machete verfolgt. Jahre später stellt Jakob fest, das er hochgradig erregt ist, wenn ihm körperliche Schmerzen zugefügt werden. Weder seine Frau und seine Tochter noch sein Psychologe, dem er von Ludwig und seinen Brüdern berichtet, die für ihren Vater alle Dämonen töten sollen, können ihm helfen. Während dessen haben die Polizisten Coco und Berno immer häufiger mit grausam ermordeten Leichenfunden zu tun. Besteht eine Verbindung zwischen den Leichenfunden und Oswin und seinen Söhnen? Kann Jakob seinen Fetisch erfolgreich bekämpfen?

Matthias Krause erzählt uns die Geschichte von Jakob und Ludwig im gewohnt atemberaubenden und blutigen Stil. Da wird auch das ekeligste Detail nicht groß verschleiert, sondern offen dargelegt. Ich habe mich bei dieser Lektüre oft an die Filme von Quentin Tarantino erinnern müssen. Die Figuren werden in diesem Horror-Thriller bewußt überspitzt beschrieben und dargestellt, um die Grausamkeit der Protagonisten noch deutlicher hervorzuheben. Selbstverständlich kommt auch der besondere Humor von Matthias Krause bei allem Blut nicht zu kurz.

Bereits das Cover macht sehr überzeugend deutlich was die Leser/innen inhaltlich erwartet. Ein vom Kampf gezeichneter Mann, der einen Baseballschläger über der Schulter trägt und dem unter der Gürtellinie im kräftigen Blutrot erscheinenden Buchtitel.

Mein Fazit:

Matthias Krause beschreibt wieder sehr überzeugend einen sehr blutigen und ungewöhnlichen Zweikampf zweier völlig verschiedener Charaktere. Eine unbedingte Leseempfehlung an alle Leser/innen, die sich im Horror-Genre zu Hause fühlen und die Lektüre nicht gleich beim ersten Blutstropfen beenden würden.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Fiktiver Dialog mit dem Propheten der Finsternis

Hitler – Prophet der Finsternis
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In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter ...

In seinem dialogischen Roman "Hitler - Prophet der Finsternis" nimmt der Autor Christoph Fromm einmal an, der damalige Reichskanzler Adolf Hitler hätte keinen Selbstmord begangen, sondern sei als Angeklagter vor dem Gericht des Nürnberger Prozesses erschienen.

Aus dieser These entwickelt sich ein permanenter Dialog zwischen Adolf Hitler, seinem Verteidiger Hellmut von Darda, den vier Chefanklägern der vier Siegermächte (Großbritannien, Frankreich, der USA und Russland) und dem vorsitzenden Richter.

Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Ist der vor Gericht erschienene Mann wirklich Adolf Hitler oder ein perfekt instruierter Doppelgänger? Sowohl die ebenfalls angeklagten deutschen Kriegsverbrecher als auch die anwesenden Gesetzesvertreter können diese Frage nicht eindeutig beantworten. Allerdings ist diese Frage auch nicht so entscheidend, geht es doch vielmehr darum den Menschen Adolf Hitler in dieser Fiktion näher zu durchleuchten, ihn als den manipulativen, perfekt selbst inszenierten und nie eindeutig einzuordnenden Mann darzustellen, der bis heute eines der finstersten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben hat.

Durch den sehr lebendigen Schreibstil, der ausgezeichneten Recherche und den andauernden Dialog zwischen Hitler und den Vertretern des Gesetztes sind wir als Leser/innen durchweg und permanent Teil des Geschehens und haben das Gefühl, an der Vernehmung Hitlers direkt teilzunehmen. Christoph Fromm konfrontiert uns dabei mit Hitlers Art und Weise der Selbstinszenierung, der Kunst der verdeckten Lüge, der höchsten Form der Manipulation aber auch seiner Selbstüberschätzung: "Ich habe Kant, Bach, Beethoven, Schiller und Goethe ausgelöscht." Dieses ist Hitler, Gott sei Dank, nicht gelungen. Jedoch hat er es erschreckenderweise geschafft, das er neben diesen bedeutenden Menschen nun in den Geschichtsbüchern unseres Staates erscheint.

Bei der aufmerksamen Lektüre dieses Romans müssen wir immer wieder feststellen, das das Buch - ob gewollt oder nicht - sehr aktuelle Bezüge aufweist.

Allen Leser/innen, die sich für das finstere Kapitel der deutschen Geschichte und seiner Hauptperson immer schon interessiert haben, und dieses lebendig erzählt und nicht als nüchternes Sachbuch dargestellt bekommen möchten, kann ich diesen Roman sehr empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Besser kann man eine Trilogie kaum abschliessen

Wishkeeper, Band 3 - In der Eiswelt von Eterna
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Die Fantasie-Erzählung "Wishkeeper - In der Eiswelt von Eterna" ist der letzte Band der Wishkeeper-Trilogie um das jugendliche Trio von Lexi, Milo und Talon.

Als die drei wieder nach Everwish über das ...

Die Fantasie-Erzählung "Wishkeeper - In der Eiswelt von Eterna" ist der letzte Band der Wishkeeper-Trilogie um das jugendliche Trio von Lexi, Milo und Talon.

Als die drei wieder nach Everwish über das Portal kommen, müssen sie zu ihrem großen Erschrecken feststellen, das die Wunschwelt in einen tiefen Schlaf gefallen ist. Zudem ist das Wunschbuch Libros spurlos verschwunden. Damit ist Everwish das Gedächtnis verloren gegangen. Zusammen mit den Wunschwesen Sirabelle, Hope und Baxter machen sich die drei auf die Suche nach einem ehemaligen Wishkeeper namens Raklis und nach vier benötigten Materialien aus den verschiedenen Regionen von Everwish, um ihre geliebte Welt zu retten und Libros wiederzufinden. Aber wird es ihnen auch gelingen?

Erneut bin ich absolut fasziniert von der Geschichte an sich als auch von Barbara Labans Schreibstil. Die Story ist so herrlich lebendig erzählt, die Figuren inzwischen so intensiv vertraut, das man beim Lesen das Gefühl hat Lexi, Milo und Talon auf Schritt und Tritt zu begleiten. Wer, wie ich, die beiden vorherigen Bände bereits gelesen hat, hat Everwish außerdem so lieb gewonnen, das wir mit den drei Jugendlichen mitfiebern, bangen und hoffen, ob es gelingt, diese herrliche Wunschwelt zu retten.

Neben dem Verschwinden von Libros, dem Tiefschlaf von Everwish ist darüber hinaus durch das erneute Auftauchen von Tremoris, einem so genannten Horroxer, für ausreichend und permanente Spannung gesorgt Tremoris will um alles in der Welt verhindern, das Everwish gerettet wird.

Neben der sehr spannenden und liebevoll erzählten Geschichte sind wieder einmal die wunderbaren Illustrationen von Alessia Trunfio hervorzuheben, die zur Lebendigkeit und Verdeutlichung der Erzählung sehr schön beitragen.

Natürlich kann dieses Buch durchaus auch für sich gelesen werden. Ich empfehle jedoch in jedem Fall die Bände 1 und 2 vorab zu lesen, um erheblich besser in Everwish eintauchen zu können und einen Gesamteindruck zu erhalten.

Wer Barbara Laban noch nicht entdeckt hat, sollte sich schnellstens auf die Suche machen.

Allen Leser/innen, die für jegliche Wünsche offen sind, die es lieben fantasievolle Kinder-/Jugendbücher zu lesen kann ich diesen dritten und leider letzten Band der "Wishkeeper" nur sehr empfehlen. Mehr Spannung, gepaart mit sympathischen Protagonisten und Fantasiewesen und liebevollen menschlichen Details kann man kaum bekommen. Unbedingt lesen!!

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