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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.01.2026

Tolle Geschichte

Bonjour Agneta
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Geh deinen eigenen Weg. Jetzt.

Folge keinen Menschen, die sich nur um sich selbst drehen, die keinen Paltz für dich haben und in deren Leben du kaum noch eine Rolle spielst. Steig aus und fange von vorn ...

Geh deinen eigenen Weg. Jetzt.

Folge keinen Menschen, die sich nur um sich selbst drehen, die keinen Paltz für dich haben und in deren Leben du kaum noch eine Rolle spielst. Steig aus und fange von vorn an. Es ist nie zu spät dafür.

Und genau das macht Agneta. Sie wagt den Schritt. Raus aus einem Zuhause was schon lange kein Zuhause mehr ist. Ihr Mann ist seiner Midlife Crisis völlig verfallen, die Kinder sehen in ihr nur noch den Geldautomaten. Alles was Spaß macht und die Lebensfreude steigern kann, ist verboten. Dafür gibt es viele Dinge, die Agneta nun (aus der Sicht des Ehemanns) machen soll, obwohl sie sich weder dafür interessiert (Vögel beobachten) noch begeistern kann (Schwimmen zu jeder Jahreszeit).

Sie zieht die Reißleine und zieht von Schweden nach Frankreich. Dort soll sie einen Mann betreuen. Wie sich herausstellt ist Einar Ü80 und dement. Seine sehr direkte und teilweise sexuell aufgeladene Art zu sprechen, schockt zunächst Agneta. Doch sie bleibt und sie lernt das Leben mit Einar und den Dorfbewohnern lieben.

Ich habe mir das Buch von Julia Dernbach vorlesen lassen und fand es sehr gut. Sie hat mich mit ihrer Stimme und ihrer Art die Charaktere zu sprechen schnell abgeholt und in die Geschichte gezogen. Das Kopfkino wurde direkt aktiviert. Die Gefühlsskala wurde einmal komplett durchgespielt. Von wütend bis traurig, herzlich lachend bis entsetzt war alles dabei. Die Charaktere von Agneta und Einar sind der Autorin richtig gut und sehr realistisch gelungen. Die Dorfbewohner waren mir zu wohlwollend und lieb, aber sie sorgten für schöne Sidekicks.

Eine schöne Geschichte von einer Frau, die das Leben wieder spüren will.

Veröffentlicht am 25.11.2025

Spannend und mehr Fokus auf die weiblichen Charaktere

Schatten über dem Wald
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Olivia Rönning wird in die verlassene Gegend rund um Slagtjärn abkommandiert. Dort soll sie einen Mord aufklären, der für viel Unruhe und Angst unter den Dorfbewohnern sorgt. Olivia trifft bei ihren neuen ...

Olivia Rönning wird in die verlassene Gegend rund um Slagtjärn abkommandiert. Dort soll sie einen Mord aufklären, der für viel Unruhe und Angst unter den Dorfbewohnern sorgt. Olivia trifft bei ihren neuen Kolleg:innen nicht nur auf Freunde. Zwei alteingesessene Herren Bengt und Arnold zeigen offen ihren Unmut über die junge Kollegin. Olivia muss fortan gegen die Vorurteile der beiden Kollegen ankämpfen. Doch sie bekommt Rückdeckung durch die Emmy Sunna, die ebenfalls an diesem Fall arbeitet und die gleichen Probleme mit den Kollegen hat. Fortan führen die Frauen das Team und weichen auch ungemütlichen und gefährlichen Situationen nicht aus.

Während der Ermittlungen um die Leiche ohne Kopf tauchen auch noch kleine Nebenschauplätze auf. Bedrohung, Körperverletzung und Tierquälerei sorgen für noch mehr Arbeit und Druck bei der Polizei. Nur langsam kommen sie voran. Dank einer Hellsehung und eines Hinweises kommen sie dem Täter auf die Spur. Doch ist es wirklich der Täter oder ist er auch nur das Opfer des tatsächlichen Täters?

Im neunten Fall von Olivia Röning bekommt sie die Hauptrolle. Mette Olsäter und Tom Stilton spielen nur noch eine untergeordnete Rolle, da sie nicht mehr im aktiven Polizeidienst stehen. Und doch können es die beiden nicht lassen und schalten sich beim Cold Case mit ein. Ein alter Fall, den Stilton nicht aufklären konnte, kommt nun wieder ans Licht.

Es ist bereits der neunte Fall, aber es wird nicht langweilig. Durch den Generationenwechsel sorgen die Autoren für frischen Wind. Die "alten Hasen" als Sidekick miteinzubauen ist gut gelungen und sorgt nicht nur für mehr Spannung, sondern auch für ein vertrautes Gefühl.

Und so ganz ohne Tom Stilton geht es nicht. Niemand ist so schön wortkarg und bissig, einsinnig und stur wie er.

Für mich war es wieder ein spannender und gut geschriebener Schwedenkrimi. Ich hoffe und warte auf den zehnten Fall.

Veröffentlicht am 26.09.2025

Eine klare Leseempfehlung.

Girls
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Zwei junge Frauen, eine kaputte Familie und ein Roadtrip, der einiges an das Tageslicht bringt.

Die Geschichte von Kirsty Capes hat mich gefesselt und mitgenommen. Die Charaktere werden von der Autorin ...

Zwei junge Frauen, eine kaputte Familie und ein Roadtrip, der einiges an das Tageslicht bringt.

Die Geschichte von Kirsty Capes hat mich gefesselt und mitgenommen. Die Charaktere werden von der Autorin langsam und sehr detailliert beschrieben. Mit jeder Seite dringt man mehr in die Gefühlswelt der Schwestern Mathilda und Nora ein. Beide sind die "Girls" von ihrer Mutter Ingrid Olssen, einer berühmten Künstlerin, die für ihre Exzentrik bekannt war. Doch wie war Ingrid als Mutter und Lebenspartnerin? Wie kamen die Kinder mit ihr zurecht und was wurde aus ihnen?

Mathilda ist eine alleinerziehende Mutter mit einer Teenagertochter. Sie hat Beanie mit der Liebe ihres Lebens sehr jung bekommen und führt ein geordnetes Leben. Nora ist Performancekünstlerin geworden und versucht dem Schatten ihrer Mutter zu entkommen. Sieben Mal ist sie bisher dem Tod von der Schippe gesprungen. Ihr Leben ist geprägt von Depressionen, Selbstzweifeln, Medikamenten, Suizidgedanken und finanziellen Problemen. Die Schwestern haben ein kompliziertes Verhältnis mit vielen Höhen und Tiefen und doch im Kern einer großen Liebe zueinander. Auf dem Roadtrip durch die USA, um endlich die Asche der Mutter loszuwerden, stellen sie sich der Vergangenheit und der Gegenwart.

Die Geschichte geht unter die Haut. Sie beschreibt eine tieftraurige Familienkonstellation. Vernachlässigte und teilweise verwahrloste Kinder in einem großen Haus mit einer oft abwesenden drogenabhängigen Alkoholikerin als Mutter und etlichen fremden Männern. Der Vater glänzt durch Abwesenheit und Desinteresse. Nur die Tante Karoline versucht die Kinder abzufangen, aber auch sie verdient ihr Geld mit Ingrid. Mathilda wird zur Ersatzmutter für Nora.

Je mehr man erfährt, desto schockierender wird die Geschichte. Die glänzende Fassade bröckelt immer schneller und die Kinder stehen mittendrin und versuchen irgendwie zurecht zu kommen. Es mangelt an Liebe, an Geld und Unterstützung.

Die Autorin hat eine Familiengeschichte mit vielen Facetten, Wendungen und Dramatik geschrieben. Jedoch fügt sie auch immer wieder glückliche, unterhaltsame und liebevolle Passagen, die den Lesenden durchatmen lassen, ein. Wer eine lockere Geschichte mit Roadtrip erwartet, wird überrascht und vielleicht auch enttäuscht werden. Diese Geschichte hat es in sich und wirkt auch noch nach dem Lesen nach.

Eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 12.09.2025

Spannend bis zum Schluss

Die Lotsin
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Es war mir wieder ein Fest Liewe Cupido und Xander Rimbach bei den Ermittlungen zu begleiten.

Sie hatten es auch diesmal nicht leicht. Sowohl private als auch dienstliche Probleme erschwerten die Suche ...

Es war mir wieder ein Fest Liewe Cupido und Xander Rimbach bei den Ermittlungen zu begleiten.

Sie hatten es auch diesmal nicht leicht. Sowohl private als auch dienstliche Probleme erschwerten die Suche nach dem Mörder. Oder war es doch Selbstmord, wie bisher die meisten annahmen? Doch warum springt eine junge Frau über Bord? Vieles spricht dafür, denn sie war müde, traurig und hatte mit traumatischer Erfahrung zu kämpfen. Doch reicht dies aus?

Rimbach geht zunächst allein auf das Schiff, um die Besatzung zu befragen, die jedoch recht wortkarg ihm gegenüber auftreten. Er kann nichts finden, aber er bekommt das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, nicht los. Da das Schiff das Hoheitsgebiet zweier Staaten gekreuzt hat, bricht wieder die Diskussion der Zuständigkeit aus. Rimbach gerät dazwischen und mit seinem Chef aneinander. Liewe Cupido wird hinzugezogen und so ermitteln beide weiter.

In diesem Fall führt eher Xander Rimbach die Ermittlungen. Er holt sich jedoch immer wieder den Rat von Cupido. Die Kombination aus dem eher wortkargen, verschlossenen und ruhig ermittelnden Cupido und des aufgewühlten, zu viel redenden Rimbach macht Spaß. Beide ergänzen sich gut und Rimbach kommt immer mehr auf die Augenhöhe von Cupido. Die Bindung zwischen den beiden Ermittlern wird langsam stärker.

Neben den Ermittlungen erfährt man diesmal auch etwas mehr aus dem Privatleben von Cupido. Seine Mutter und das schwierige Verhältnis zu seiner Schwester stehen im Mittelpunkt und zeigen eine andere Seite von dem Ermittler.

Die Verwicklungen von Forschung, Macht und Profit, die Einblicke in die Klimaforschung und die Schiffsfahrt und die Querelen zwischen den Behörden sorgten wieder für einen spannenden und interessanten Fall. Mathijs Deen beschreibt seine Charaktere und die Umgebung so gut, dass sie greifbar werden. Man spürt beim Lesen den Wind, die Kälte auf dem Geisterschiff und die Trauer der Charaktere.

Für mich war es wieder ein gelungener Fall und ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Liewe Cupido & Xander Rimbach.

Veröffentlicht am 06.03.2025

Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

Der Schattengarten
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Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

Sowohl Christine von Brühl als auch ihren Mann konnte ich verstehen. Die Begeisterung von Christines Mann für ein wildes Waldgrundstück konnte ich nachvollziehen, ...

Ich habe diese Geschichte so gefühlt.

Sowohl Christine von Brühl als auch ihren Mann konnte ich verstehen. Die Begeisterung von Christines Mann für ein wildes Waldgrundstück konnte ich nachvollziehen, aber auch das Entsetzen von der Autorin. Ich habe mit ihr gelitten, beim Schleppen der Gerätschaften, Wasser und Kindersachen über einen steinigen und steilen Weg zum Grundstück. Den Frust bei der Entscheidung für den gravierenden Einschnitt ins Familienleben nicht involviert gewesen zu sein. Ihre Bedenken, ihr zögerliches Verhalten und ihre nur langsam wachsende Liebe zum Grundstück waren für mich nachvollziehbar und verständlich.

Jedoch konnte ich die Begeisterung von ihrem Mann Franz für das Waldgrundstück auch verstehen. Diese Traurigkeit als die, vom Borkenkäfer befallenden, Bäume gefällt werden mussten, fühlte ich direkt und ich erinnerte mich an unsere Borkenkäferbaumfällaktionen. Auch mir blutete das Herz als ein Baum nach dem anderen umkippte, nur weil ein kleiner Käfer sie absterben ließ. Dadurch konnte ich auch nachvollziehen, dass er mit dem "neuen" Bild des Grundstücks haderte. Auch mir ging es so. Das was man sich mal mit großer Freude und Begeisterung gekauft und mit viel Liebe aufgebaut hatte, wurde innerhalb von kürzester Zeit vernichtet. Auch die Geschichte vom Sturm und dem Feuer auf dem Grundstück ließen mir einen leichten Schauer über den Rücken laufen. Erlebt habe ich das, Gott sei Dank noch nicht.

Seine Pflanzaktionen habe ich innerlich gefeiert, denn auch mir ging es so. Dank der Rehe ist fast nichts geblieben und irgendwann setzt die Akzeptanz ein, dass es so sein soll. Wachsen lassen, was wachsen will und diese Pflanzen und Bäume genießen und beim Wachsen beobachten. Was für ein befriedigendes Gefühl.

Es ist ein unterhaltsames Buch über einen Schattengarten, der anfangs nur teilweise gewollt war und am Ende geliebt wurde. Die vielen kleinen Illustrationen unterstützten den gut zu lesenden Text der Autorin und sorgten dafür, dass man sich noch besser in die Geschichte hineinversetzen konnte.

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