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Veröffentlicht am 29.10.2023

Eine (zucker)süße Weihnachtsgeschichte in 24 Kapiteln

Fräulein Gewürzzauber - Zimtküsse und Honigduft
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"Fräulein Gewürzzauber - Zimtgüsse und Honigduft" ist eine süße und weihnachtliche Geschichte, die in 24 Kapiteln aufgebaut ist und dementsprechend als Adventskalender genutzt werden kann und Weihnachtsstimmung ...

"Fräulein Gewürzzauber - Zimtgüsse und Honigduft" ist eine süße und weihnachtliche Geschichte, die in 24 Kapiteln aufgebaut ist und dementsprechend als Adventskalender genutzt werden kann und Weihnachtsstimmung vermittelt. Es ist bereits der zweite Teil einer Reihe, aber man kann mühelos auch ohne den ersten Teil die Handlung gut verstehen.

Lena hat eine Bäckerei mit dem Namen "Fräulein Gewürzzauber" und liebt es über alles, neue süße Verführungen zu kreieren. Wie der Name schon sagt, ist es ihre besondere Gabe, Gewürze geschickt einzusetzen, sodass es jedes Mal eine Geschmacksexplosion gibt. Auch ich hätte oftmals beim Lesen gerne ihre Kreationen probiert. Das Tagebuch einer ihrer Vorfahrinnen bietet ihr dafür auch einige Ideen. Turbulent hinzu kommt, dass die Tante ihres Lebensgefährten Max zu Besuch kommt. Und dann soll sie schließlich gegen das Social Media Sternchen Bella in einem Backwettbewerb antreten....

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich süß. Sie verwendet so viel Vokabular aus der Zuckerküche, dass es manchmal schon übertrieben wirkt. Fast jeder der Charaktere hat einen zuckersüßen Namen und selbst Flüche wirken zuckersüß. Auch wenn Max seine Freundin "Mein Gewürznäschen" nennt, merkt man schnell, dass vieles in diese Richtung geht. Ich muss gestehen, dass mir das manchmal einfach too much war.

Die Geschichte ist aber sehr schön (wenn auch sehr vorhersehbar!). Besonders die Ausschnitte aus dem Tagebuch der Ur-Ur-Oma haben mir besonders gut gefallen und waren beim Lesen stets ein Highlight.

Ich bin sehr dankbar, dass am Ende des Romans einige Rezepte aus der Handlung wieder auftauchen, da ich so auf jeden Fall ein paar der köstlichen Backwerke nachbacken kann!

Vor allem wenn man "Fräulein Gewürzzauber" als Adventskalender liest, verleiht er einem sicherlich viel Weihnachtsstimmung.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Eine Geschichte, die nicht vom Fall, sondern von den Charakteren lebt

Refugium
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"Refugium" von John Ajvide Lindqvist stellt einen spannenden Auftakt einer neuen Reihe dar, der vor allem durch die spannenden Charaktere lebt, aber leider Abstriche beim Fall selbst machen muss.

In "Refugium" ...

"Refugium" von John Ajvide Lindqvist stellt einen spannenden Auftakt einer neuen Reihe dar, der vor allem durch die spannenden Charaktere lebt, aber leider Abstriche beim Fall selbst machen muss.

In "Refugium" werden die beiden Protagonisten Julia und Kim Zeugen eines furchtbaren Mittsommar-Verbrechens. Eine Gruppe von Menschen wird kaltblütig ermordet und darunter befindet sich auch ein ehemaliger Jugendfreund von Julia. Nur dessen Tochter Astrid überlebt. Auch wenn Julia schon längst nicht mehr bei der Polizei arbeitet, sondern als Autorin tätig ist, begibt sie sich zusammen mit Kim Ribbing auf die Suche nach den Tätern. Dies gefällt ihrem Exmann, der immer noch bei der Polizei tätig ist, natürlich nicht besonders.

Die beiden Charaktere, Julia und Kim, haben mir von Anfang an gut gefallen.
Julia Malmros hat mich besonders in ihrer Funktion als Autorin sehr interessiert. Sie schreibt die überaus erfolgreiche Millenium-Trilogie weiter und besonders am Anfang des Thrillers erfährt man viel über ihren Schreibprozess. Vor allem wenn man selbst Fan dieser Reihe ist, macht es natürlich großen Spaß, mit Julia gemeinsam herauszufinden, was weiter mit Lisbeth Salander und Michael Blomkvist passieren wird. Genau aus diesem Grund stößt auch Julia auf den Hacker Kim, der ihr bei der Recherche helfen soll.

Auch Kim Ribbing ist ein sehr interessanter Charakter. Er ist Hacker und arbeitet an einem Projekt über Pädophile, was sicherlich für niemanden eine einfache Arbeit darstellen würde. Im Verlaufe des Thrillers wird immer deutlicher, dass Kim selbst auch eine schlimme Vergangenheit hatte und als Leser:in möchte man unbedingt wissen, was genau damals passiert ist und wieso Kim eine so große Verbundenheit zu Astrid, der einzig Überlebenden, verspürt.

Was jedoch meiner Meinung nach vollkommen untergeht, ist der Fall selbst. Diesen fand ich sogar ziemlich langweilig. Die illegalen Geschäfte mit China konnten mich einfach nicht packen. Was mich am Lesen gehalten hat, waren auf jeden Fall Julia und Kim. Auch die Passagen der Polizei fand ich im Vergleich zu den Passagen mit Julia und Kim eher schwach. Trotzdem hat mich "Refugium" gut unterhalten.

Auffällig an der Handlung sind jedoch die Parallelen zur Millenium Trilogie. Die Charaktere weisen starke Parallelen zu Lisbeth Salander und Michael Blomkvist auf. Es scheint, als wären nur die Geschlechterrollen vertauscht worden. Kim ist, genau wie Lisbeth, Hacker und Julia schreibt ebenfalls Texte wie Michael Blomkvist.

Wer einen Thriller lesen möchte, der vor allem durch seine Charaktere lebt und weniger Fokus auf den Fall selbst legt, der sollte zu "Refugium" greifen.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

mehr Parfüm bitte

The French Escape - Love & Lavender, Band 1
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Ich bin mit ziemlich klaren Erwartungen an The French Escape herangegangen: eine sinnliche Romance rund um Düfte, Kreativität und die Magie von Parfüm. Das Cover mit dem Parfümflakon hat diese Hoffnung ...

Ich bin mit ziemlich klaren Erwartungen an The French Escape herangegangen: eine sinnliche Romance rund um Düfte, Kreativität und die Magie von Parfüm. Das Cover mit dem Parfümflakon hat diese Hoffnung noch verstärkt. Umso größer war leider meine Enttäuschung, dass genau dieser Aspekt im Buch nur eine sehr kleine Rolle spielt.

Im Mittelpunkt steht Timothée, Erbe einer berühmten Parfümdynastie, der trotz seines außergewöhnlichen Geruchssinns an der entscheidenden Prüfung zum Parfümeur scheitert. Auf der Flucht vor seinen eigenen Ansprüchen landet er in Cannes. Dort trifft er auf Amber, einen gefeierten Hollywoodstar, der zwar im Scheinwerferlicht lebt, sich aber innerlich oft allein fühlt. Ihre Begegnung bei den Filmfestspielen wirkt zunächst wie ein Schicksalsmoment – sie inspiriert Timothée neu, sie fühlt sich von ihm angezogen.

Die Grundidee klingt wunderschön, doch in der Umsetzung lag für mich das Problem: Statt sich intensiv mit Düften, Emotionen und der Parfümherstellung zu beschäftigen, dreht sich die Geschichte überraschend viel um Hollywood, Ruhm und das Leben im Rampenlicht. Das Parfüm-Thema bleibt eher Beiwerk, obwohl es eigentlich das Herz der Geschichte sein sollte.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Timothée und Amber konnte mich emotional nicht richtig abholen. Ihre Verbindung blieb für mich zu oberflächlich, ich habe die Tiefe und das Knistern zwischen den beiden kaum gespürt. Vieles wird erzählt, aber wenig wirklich fühlbar gemacht.

Insgesamt ist The French Escape kein schlechtes Buch – es liest sich flüssig und hat eine schöne Kulisse –, aber es blieb für mich hinter seinem Potenzial zurück. Wer eine glamouröse Geschichte über Cannes und Hollywood sucht, wird hier eher fündig als Leser:innen, die sich auf eine intensive Duft-Romance freuen.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

6 besondere Tage

Tage des Lichts
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Tage des Lichts erzählt von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie sehr Zufall, Sehnsucht und gesellschaftliche Erwartungen ein Leben formen können. Die Idee hinter dem Roman hat ...

Tage des Lichts erzählt von sechs entscheidenden Tagen im Leben einer Frau und davon, wie sehr Zufall, Sehnsucht und gesellschaftliche Erwartungen ein Leben formen können. Die Idee hinter dem Roman hat mir gut gefallen, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht ganz überzeugen.

Im Mittelpunkt steht Ivy, eine junge Frau im England des Jahres 1938, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht und von einem außergewöhnlichen Leben träumt. Sie möchte Tänzerin, Künstlerin oder vielleicht etwas ganz anderes werden – Hauptsache, ihr Leben wird so besonders wie das ihrer Familie. Doch ein tragisches Ereignis an einem Ostersonntag bringt alles durcheinander und lenkt ihr Leben in ganz andere, überraschend gewöhnliche Bahnen: Ehe, Kinder, Anpassung. Erst viele Jahre später, als Ivy Frances wieder begegnet – der Frau, die sie an jenem Ostersonntag kennengelernt hat –, wird ihr bewusst, wie leer sie sich fühlt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine verbotene, leidenschaftliche Liebe, die keinen Platz in der damaligen Zeit hat.

Thematisch fand ich den Roman sehr stark: Es geht um verpasste Möglichkeiten, unterdrückte Wünsche, Schuld und die Frage, wie viel Kontrolle wir über unser eigenes Leben wirklich haben. Leider bin ich emotional nicht richtig in die Geschichte hineingekommen. Die Figuren blieben für mich etwas distanziert, sodass ich ihre Entscheidungen und inneren Konflikte eher verstand als fühlte. Dadurch fehlte mir die emotionale Bindung, die mich wirklich hätte fesseln können.

Tage des Lichts ist ruhig, nachdenklich und sprachlich fein, aber für mich blieb der Roman trotz der guten Idee und der wichtigen Themen etwas zu kühl. Drei solide Sterne für ein Buch, das viel wollte, mich aber nicht ganz erreicht hat.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

vorhersehbar

Verbrenn das Negativ
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„Verbrenn das Negativ“ von Josh Winning hat mich definitiv gut unterhalten – so richtig vom Hocker gerissen hat es mich aber leider nicht.
Die Grundidee ist stark: Laura kommt nach L.A., um über das Remake ...

„Verbrenn das Negativ“ von Josh Winning hat mich definitiv gut unterhalten – so richtig vom Hocker gerissen hat es mich aber leider nicht.
Die Grundidee ist stark: Laura kommt nach L.A., um über das Remake einer verfluchten Horrorserie zu berichten – und wird direkt mit einem grausigen Todesfall konfrontiert, der sie an ihre eigene Vergangenheit erinnert. Denn als Kind spielte sie in einem Horrorfilm der 90er mit, bei dessen Dreh mehrere Menschen unter mysteriösen Umständen starben. Der Film zerstörte ihr Leben, sie tauchte ab und änderte ihre Identität. Doch nun scheint der „Fluch“ erneut zuzuschlagen, sobald sie wieder in die Produktion involviert ist …
Der Einstieg und die Atmosphäre sind wirklich gelungen und teilweise richtig spannend. Trotzdem fehlte mir am Ende das gewisse Etwas, das ein gutes Buch zu einem herausragenden macht.
Was mir besonders gefallen hat, waren die schwarzen Seiten am Anfang der Kapitel. Diese fiktiven Internet-Berichte, Posts oder Forenauszüge geben der Geschichte einen modernen, multimedialen Touch und haben für mich viel zur Stimmung beigetragen – ein echtes Highlight.
Leider konnte das Ende für mich nicht mithalten. Die Auflösung war mir zu vorhersehbar, und genau deshalb hat sie mich emotional auch nicht gepackt. Hier hätte ich mir mehr Überraschung, mehr Risiko, mehr Mut zum Ungewöhnlichen gewünscht.
Fazit: Spannend, atmosphärisch und kreativ in der Umsetzung – aber insgesamt für mich nicht herausragend, und das Ende war leider nicht mein Fall. Für Fans von Horror-Thrillern trotzdem einen Blick wert!

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