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Veröffentlicht am 19.01.2026

Ich brauchte ein wenig, am Ende Fazit: Gut!

Maifliegenzeit
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Da ich automatisch fast nur zu Büchern von Autorinnen greife, wollte ich mal wieder dem Roman eines Mannes eine Chance geben. So, here it is. "Mailfliegenzeit" ist ein schmales Buch. Ich habe es innerhalb ...

Da ich automatisch fast nur zu Büchern von Autorinnen greife, wollte ich mal wieder dem Roman eines Mannes eine Chance geben. So, here it is. "Mailfliegenzeit" ist ein schmales Buch. Ich habe es innerhalb eines Tages durchgelesen. Bisher kannte ich keine Werke des Autors und habe es aufgrund des Themas ausgewählt.

Hans erzählt seine Geschichte. Und die seiner damaligen Frau Katrin, die mittlerweile verstorben ist. Die beiden haben in der ehemaligen DDR ein Kind bekommen. Kurz nach der Geburt wurde ihnen mitgeteilt, dass der Junge verstorben sei. Viele Ungereimtheiten führen dazu, dass Katrin an den Aussagen der Ärzte zweifelt – Hans nicht. Sie entfernen sich innerhalb kürzester Zeit voneinander. Die Beziehung geht zu Ende. Später beginnt Hans doch nachzuforschen. Und rund 40 Jahre später meldet sich plötzlich der tot geglaubte Sohn.

Nach erster Recherche handelt es sich um ein hochumstrittenes Thema. Wer sich näher belesen mag, wird hier sicherlich sehr spannende und auch tragische Geschichten finden, die bis heute nicht aufgeklärt sind.

Die Geschichte geht, auch zwischen den Zeilen, viel tiefer rein: Wie gehen Eltern (unterschiedlich) mit solch einem Verlust und ihrer Trauer um? Und was macht all das mit dem adoptierten Kind, welches unterschiedliche Versionen der eigenen Vergangenheit und Herkunft serviert bekommt? Es ist ein doch eher leises Buch. Es enthält neben der eigentlichen Geschichte teils poetische Kapitel übers Angeln; Erinnerungen an Hans Kindheit und seinen Vater. Zunächst fand ich diese Abschnitte eher befremdlich, sie störten meinen Lesefluss. Ich musste in den Schreibstil erst hineinfinden. Am Ende schließt sich jedoch der Kreis und ich mochte das Buch sehr gern.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Ein wundervolles fantastisches Buch

Ein Mädchen namens Willow 1: Ein Mädchen namens Willow
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Es wurde mal wieder Zeit für Kinderliteratur. Dieses Mal bin ich in die magische Welt von Willow eingetaucht. Insgesamt gibt es aktuell fünf Bände dieser Reihe. Gern möchte ich meine Rezension für Band ...

Es wurde mal wieder Zeit für Kinderliteratur. Dieses Mal bin ich in die magische Welt von Willow eingetaucht. Insgesamt gibt es aktuell fünf Bände dieser Reihe. Gern möchte ich meine Rezension für Band 1 mit euch teilen.

Willow zieht mit ihrem Vater in das Häuschen ihrer verstorbenen Tante Alwina und erbt den angrenzenden Hexenwald. Dort entdeckt sie, dass sie magische Kräfte in sich trägt. Ein sprechendes Hexenbuch hilft ihr, diese zu nutzen. Zudem macht sie sich auf die Suche nach drei weiteren Junghexen, um ihre Hexenkraft vollends zu entfalten. Nur gemeinsam und mit all ihrer Magie kann es gelingen, den Wald vor Immobilienhaien zu schützen.

Ich mochte die Geschichte, ich hatte wundervolle Bilder im Kopf. Es war schön, mal wieder ein fantastisches Buch in den Händen zu halten. Für mich als Naturfreundin war es leicht, sich in diesen besonderen Wald und seine Bewohner zu verlieben. Eine kleine Hommage an die Bedeutung unserer schützenswerten Natur. In der Geschichte geht es ebenso um Freundschaft und Zusammenhalt. Um Mut, für sich und andere einzustehen. Es ist kindgerecht und nicht düster geschrieben. Aus meiner Sicht eine klare Leseempfehlung für Kinder ab 10 Jahren. Dennoch ist es auch ein wunderbarer Roman für Erwachsene. Mir persönlich passierte zum Ende hin zu viel auf einmal, ich hätte mir gewünscht, dass die Spannung im Buch gleichmäßiger verteilt ist.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Ein gutes Buch

Taumeln
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Ich hatte dieses Buch schon lange auf meiner Leseliste. Und ich muss sagen: Ich mochte "Taumeln" richtig gern. Es geht um Verlust. Hoffnung. Resignation. Und eben die Gemeinschaft. Es las sich ziemlich ...

Ich hatte dieses Buch schon lange auf meiner Leseliste. Und ich muss sagen: Ich mochte "Taumeln" richtig gern. Es geht um Verlust. Hoffnung. Resignation. Und eben die Gemeinschaft. Es las sich ziemlich gut in beinahe einem Rutsch durch.

Kurzer Inhaltsüberblick: Hannah ist verschwunden. Und das schon seit zwei Jahren. Ihre Schwester Luisa und eine feste Gruppe gehen seither jeden Samstag gemeinsam in den Wald. Neben den Suchaktionen werden die Charaktere peu á peu näher beleuchtet. Allen voran Luisa und ihre Familie. Aber auch alle anderen erhalten im Laufe der Geschichte ein detaillierteres Gesicht. Jeder von ihnen ist aus einem bestimmten Grund bei der Suche dabei. Taumelt im Leben.

Die Geschichte ist melancholisch, und dabei so wunderbar feinfühlig geschrieben. Mit dem richtigen Blick für innere Vorgänge. Zwischenmenschliches. Hier und da ziehen sich zwar die Suchaktionen. Aber dank der Verknüpfung mit den (Lebens-)Geschichten der einzelnen Protagonisten, wird es absolut stimmig. Der Roman hat keinen besonderen Spannungsbogen, er ist langsam und ergreifend.

Im Übrigen ist es nicht immer so, dass mich viele Handlungsstränge oder Erzählperspektiven begeistern können. "Treppe aus Papier" habe ich aus diesem Grund tatsächlich abgebrochen, das jedoch nur am Rande. Aber über eine Sache müssen wir noch reden (Achtung, kleiner Spoiler): Offene Enden? Finde ich großartig. Weil sie noch mal stark zum Nachdenken anregen. Aber ein bissl fertig machen sie mich auch.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Kleiner, aber feiner Wegweiser und Ratgeber

Drei Tage im Schnee
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Ich habe vor wenigen Jahren einige Bücher dieser Art gelesen. Nun bin ich noch einmal auf den Zug aufgesprungen, weil ich "Drei Tage im Schnee" so oft bei Bookstagram gesehen habe. Es ist ein kleiner Ratgeber ...

Ich habe vor wenigen Jahren einige Bücher dieser Art gelesen. Nun bin ich noch einmal auf den Zug aufgesprungen, weil ich "Drei Tage im Schnee" so oft bei Bookstagram gesehen habe. Es ist ein kleiner Ratgeber in Roman-Form. Ein Wegweiser. Und Wachrüttler. Eine Erinnerung an das, was zählt im Leben. Auch für Menschen wie mich, die zum Glück schon ein Stück weiter sind als die Protagonistin Hannah.

Hannah nimmt sich eine Auszeit von ihrem hektischen, fremdbestimmten Leben mit forderndem Job in der Großstadt. Drei Tage im Schnee, allein, in einer einsamen Hütte. Zeit für Gedanken. Zeit für Reflektion. Sie trifft auf die kleine Sophie, die sie an ihre eigene Kindheit, Träume und ihren Weg zu sich selbst erinnert. Hannah's Erkenntnisse nach diesen drei Tagen sind groß. Und wichtig. Mehr mag ich gar nicht vorwegnehmen.

Mein Vergangenheits-Ich konnte viele Parallelen ziehen. Der Druck im Job. Die ständige Erreichbarkeit. Die langen To-Do-Listen. Die Unzufriedenheit im Beruf. Und wie man sich privat zusätzlich verbiegt. Die Liebe zu Büchern. Die immer da war. Und jetzt fester Bestandteil meines (Berufs-)Lebens ist. Es ist nie zu spät, mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Zufälle, Glück, Ehrgeiz, Karma regeln. Irgendwann fügt sich alles. So auch bei mir. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Autobiografisch. (Leider) aus dem Leben gegriffen.

Mama & Sam
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Die Ich-Erzählerin, die auf eine physisch sowie psychisch gewaltvolle Kindheit zurückblickt, erfährt vom Tod ihrer Mutter. Dieser kommt zu früh, unerwartet. Und hinterlässt viele Fragezeichen. Zurück bleibt ...

Die Ich-Erzählerin, die auf eine physisch sowie psychisch gewaltvolle Kindheit zurückblickt, erfährt vom Tod ihrer Mutter. Dieser kommt zu früh, unerwartet. Und hinterlässt viele Fragezeichen. Zurück bleibt eine Tochter, die sich u. a. anhand von Chatverläufen Stück für Stück durch die letzten Lebensmonate ihrer Mutter arbeitet. Eine Mutter, die von einem Love-Scammer namens Sam schamlos ausgenutzt wurde. Eine Frau, die sich für vermeintliche Liebe und Nähe komplett hingegeben hat. Ihr Geld, ihre Zeit, ihr Vertrauen an einen Fremden, ein Phantom verschenkt, ja vergeudet hat. Weil sie selbst so zerbrechlich und bedürftig war? In gewisser Weise lernt die Tochter ihre Mutter bei ihrer wochenlangen Recherche neu kennen. Verzeiht ihr nicht ihre Taten, aber versöhnt sich auf gewisse Weise dennoch mit ihr.

Und ich frage mich: Wie konnte das einer intelligenten Frau passieren? Wie konnte sie sich so offensichtlich hinters Licht führen lassen? Warum hat sie das mit jeder Faser gespürt und dennoch zugelassen? Und, wie kann es sein, dass all dies auf diese oder ähnliche Weise tagtäglich geschieht? Wie fragil ist unsere Welt, unser Miteinander? Wie einsam sind ältere Menschen? Wo treibt uns die KI noch hin?

Es ist kein Roman im klassischen Sinne. Eher eine autobiografische Abhandlung. Eine Spurensuche. Auch nach dem "Warum?". Eine Verarbeitung. Sarah Kuttner überzeugt auch in diesem Buch wieder mit ihrer direkten, unverstellten Art, ohne Schnörkel.

Ich habe ebenfalls den Buchpreis-Gewinner 2024 "Hey guten Morgen, wie geht es dir?" von Martina Hefter gelesen. Auch hier geht es um Love-Scam. Diese Geschichte war mir allerdings schwer zugänglich. Sarah Kuttner's Roman möchte ich an dieser Stelle thematisch daher sehr empfehlen.

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