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Veröffentlicht am 07.10.2025

Sehr spannendes Gedankenexperiment

Im Leben nebenan
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"Im Leben nebenan" war thematisch Neuland für mich. Ein Gedankenexperiment: Wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir an manchen Kreuzungen anders abgebogen wären? Zentraler Schwerpunkt: ein Leben mit ...

"Im Leben nebenan" war thematisch Neuland für mich. Ein Gedankenexperiment: Wie könnte unser Leben aussehen, wenn wir an manchen Kreuzungen anders abgebogen wären? Zentraler Schwerpunkt: ein Leben mit bzw. ohne Kind. Die Thematik ist dabei jedoch um ein Vielfaches vielschichtiger, als es hier zunächst den Eindruck macht. Welche Erwartungen führen zu unseren Entscheidungen? Und, sind es unsere eigenen Wünsche oder eher die der anderen, die wir erfüllen wollen? Wie tief sind Rollenbilder verankert? Welcher Lebensentwurf ist für uns der Richtige? Dürfen wir zweifeln? Und, an welchem Punkt sind wir ehrlich genug zu uns selbst und treffen die für uns richtige Wahl?

Protagonistin Toni passiert genau das. Sie wacht in einem anderen Leben auf. Als Mutter eines Kindes, verheiratet mit ihrer Jugendliebe. Ein spannendes Szenario, da wir zwei unterschiedliche Versionen kennenlernen. Zwei Leben. Die selbe Frau. Ich finde es bemerkenswert, dass die Geschichte, auch wenn sie Toni gehört, genug Platz zum Nachdenken bietet. Raum bleibt, um all das, was zwischen den Zeilen liegt, auf sich wirken zu lassen.

"Im Leben nebenan" - ein Buch, das ich gern weiterempfehle und welches definitiv ein dauerhaftes Plätzchen in meinem Bücherregal gefunden hat.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine schöne magische Geschichte mit Potenzial

Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
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Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, ...

Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, das Leben am Meer, in der Natur, tiefenentspannt auf einer Insel nicht auch wünschen? Schöne Bilder, die da im Kopf entstehen. Nur die letzten Kapitel rasten nur so, das ging mir alles zu schnell. Ich hätte mir einen tieferen Einstieg und einen längeren Spannungsbogen in der Sommerschule und rund um den Diebstahl gewünscht. Wie entwickeln sich die Charaktere und Beziehungen? Vielleicht wird in Band 2 genau der Wunsch erfüllt, ich bin gespannt.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Politische Radikalisierung - ein wichtiges Buch

Unter Grund
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Gerade in aktuellen Zeiten, in denen eine starke Hinwendung zum Rechtsextremismus spürbar und in den Wahlergebnissen sichtbar ist, sind Bücher wie "Unter Grund" besonders wichtig. Insbesondere um zu verstehen, ...

Gerade in aktuellen Zeiten, in denen eine starke Hinwendung zum Rechtsextremismus spürbar und in den Wahlergebnissen sichtbar ist, sind Bücher wie "Unter Grund" besonders wichtig. Insbesondere um zu verstehen, was in (jungen) Menschen vorgeht, was sie dazu bewegt oder bewegen kann, sich politisch rechten Gruppierungen anzuschließen.

In dem Roman von Annegret Liepold werden wir mit Frankas Gegenwart, aber insbesondere auch ihrer Vergangenheit konfrontiert. Eingebettet in den laufenden NSU-Prozess, den sie als Lehrerin mit ihrer Schulklasse besucht, lässt sie ihre eigene Jugend und auch Familiengeschichte Revue passieren. Aufgrund von Orientierungslosigkeit und Frust ist Franka, anfangs eher unfreiwillig, in die rechte, gewalttätige Szene gerutscht, wurde dort aufgefangen und mitgezogen.

Ich fand "Unter Grund" gut, habe aber ein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzufinden. Erst ab dem zweiten Drittel ging die eigentliche Thematik erst richtig los. Besonders die Aktualität dieses Buches ist bedeutend und zeigt auf, wie leicht es ist, Menschen zu beeinflussen. Menschen, die nach Zugehörigkeit suchen, einsam, unsicher oder orientierungslos sind.

Meiner Meinung nach bietet der Roman eine wunderbare Grundlage für einen Austausch über politische Radikalisierung. Lektüre-Empfehlung für Schulen? Wäre doch eine gute Idee.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Wichtig, aber zu wenig Tiefgang

Heimat
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Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen ...

Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen und taucht in ihr Leben als Hausfrau mit konservativem Familienmodell ein. Immer mehr ist sie von ihr fasziniert, ja sogar beinahe besessen. Karo lebt nicht nur konservativ, sondern ist auch stark empfänglich für Verschwörungstheorien und rechtspopulistische Meinungen. Sie inszeniert sich und ihre Ideologie gern in den Sozialen Medien, schließt sich mit Frauen im Ort zusammen.

Der Roman steckt den Finger in unsere aktuelle, politische Wunde, zeigt gesellschaftliche (Rück-)Entwicklungen und die Macht der Identitätssuche auf. Es regt zum Nachdenken an - blieb mir im Nachgang dennoch nicht wirklich im Gedächtnis. Warum? Bevor die Geschichte eigentlich so richtig durchstartet, Entwicklungen, Lösungen, komplexe Auseinandersetzungen liefert, ist sie eigentlich auch schon wieder zu Ende. Inhaltliches Potenzial ist definitiv gegeben, leider geht mir der Roman zu wenig in die Tiefe. Ich vermute, dass Hannah Lühmann dies bewusst so gewählt hat, damit die Leser ihre eigenen Schlüsse ziehen, das Gelesene ausgiebig auf sich wirken lassen. Für mich persönlich war die Protagonistin jedoch zu blass, ich hätte mir einfach mehr kritische Auseinandersetzung mit den Themen gewünscht.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Tolles Buch, jedoch zu viel Länge

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am ...

Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am Ende zog es sich, 300 statt knapp 400 Seiten. Das wär's wohl gewesen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Schwestern, Flora und Millie, die sich nach sehr vielen Jahren in ihrem Elternhaus wiedersehen. Die Eltern sind verstorben, nun muss entschieden werden, wie es mit dem Nachlass weitergeht. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise in ihre Kindheit. Sie streiten, schweigen und nähern sich wieder an, treffen Freunde und Bekannte von früher, suchen Orte ihrer Vergangenheit auf. Im Mittelpunkt der Gespräche: die Lügen ihrer Eltern, alte Verletzungen, die zerrüttete Eltern-Beziehung, das gesamte chaotische Familiengefüge. All das hat die Schwestern massiv beeinflusst und nachhaltig geprägt.

Ich mag die Aufarbeitung der Eltern-Kinder-Beziehung sowie Schwestern-Verbindung. Sie gehen trotzig miteinander um. Und dann doch wieder zärtlich, vertraut, innig. Mit einem unterschiedlichen Blick auf ihre Kindheit, irgendetwas zwischen Verdrängen und Vergessen. Auch Humor fehlt nicht. Die Vergangenheit verbindet sie, so unterschiedlich sie sein mögen. Ich mag den Schreibstil. Und meine persönliche Quintessenz des Romans: Egal, was war, lass uns nicht ewig an der Vergangenheit abarbeiten oder gar als Entschuldigung für alles sehen. Sondern lass es besser machen, Frieden schließen, nach vorn blicken. Zum Schluss leider zu viel Länge. Per se aber ein gutes Buch, das dazu einlädt, Beziehungen zu beobachten und zu analysieren.

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