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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.10.2025

Wichtig, aber zu wenig Tiefgang

Heimat
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Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen ...

Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen und taucht in ihr Leben als Hausfrau mit konservativem Familienmodell ein. Immer mehr ist sie von ihr fasziniert, ja sogar beinahe besessen. Karo lebt nicht nur konservativ, sondern ist auch stark empfänglich für Verschwörungstheorien und rechtspopulistische Meinungen. Sie inszeniert sich und ihre Ideologie gern in den Sozialen Medien, schließt sich mit Frauen im Ort zusammen.

Der Roman steckt den Finger in unsere aktuelle, politische Wunde, zeigt gesellschaftliche (Rück-)Entwicklungen und die Macht der Identitätssuche auf. Es regt zum Nachdenken an - blieb mir im Nachgang dennoch nicht wirklich im Gedächtnis. Warum? Bevor die Geschichte eigentlich so richtig durchstartet, Entwicklungen, Lösungen, komplexe Auseinandersetzungen liefert, ist sie eigentlich auch schon wieder zu Ende. Inhaltliches Potenzial ist definitiv gegeben, leider geht mir der Roman zu wenig in die Tiefe. Ich vermute, dass Hannah Lühmann dies bewusst so gewählt hat, damit die Leser ihre eigenen Schlüsse ziehen, das Gelesene ausgiebig auf sich wirken lassen. Für mich persönlich war die Protagonistin jedoch zu blass, ich hätte mir einfach mehr kritische Auseinandersetzung mit den Themen gewünscht.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Tolles Buch, jedoch zu viel Länge

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am ...

Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am Ende zog es sich, 300 statt knapp 400 Seiten. Das wär's wohl gewesen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Schwestern, Flora und Millie, die sich nach sehr vielen Jahren in ihrem Elternhaus wiedersehen. Die Eltern sind verstorben, nun muss entschieden werden, wie es mit dem Nachlass weitergeht. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise in ihre Kindheit. Sie streiten, schweigen und nähern sich wieder an, treffen Freunde und Bekannte von früher, suchen Orte ihrer Vergangenheit auf. Im Mittelpunkt der Gespräche: die Lügen ihrer Eltern, alte Verletzungen, die zerrüttete Eltern-Beziehung, das gesamte chaotische Familiengefüge. All das hat die Schwestern massiv beeinflusst und nachhaltig geprägt.

Ich mag die Aufarbeitung der Eltern-Kinder-Beziehung sowie Schwestern-Verbindung. Sie gehen trotzig miteinander um. Und dann doch wieder zärtlich, vertraut, innig. Mit einem unterschiedlichen Blick auf ihre Kindheit, irgendetwas zwischen Verdrängen und Vergessen. Auch Humor fehlt nicht. Die Vergangenheit verbindet sie, so unterschiedlich sie sein mögen. Ich mag den Schreibstil. Und meine persönliche Quintessenz des Romans: Egal, was war, lass uns nicht ewig an der Vergangenheit abarbeiten oder gar als Entschuldigung für alles sehen. Sondern lass es besser machen, Frieden schließen, nach vorn blicken. Zum Schluss leider zu viel Länge. Per se aber ein gutes Buch, das dazu einlädt, Beziehungen zu beobachten und zu analysieren.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Hat mich leider nicht wie erwartet umgehauen

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Gelegentlich mag ich es, in fantastische Welten einzutauchen. Ich weiß noch, wie ich damals in meiner Kindheit und Jugend die Harry Potter-Reihe verschlungen habe und kaum die Neuerscheinung des neuesten ...

Gelegentlich mag ich es, in fantastische Welten einzutauchen. Ich weiß noch, wie ich damals in meiner Kindheit und Jugend die Harry Potter-Reihe verschlungen habe und kaum die Neuerscheinung des neuesten Bandes erwarten konnte. Dieses euphorische Gefühl konnte bisher kein weiteres Buch toppen. Dieses hier (leider) auch nicht.

"Ein Weg aus Tinte und Magie" ist Band 1 der Dilogie. Den Lesern wird eine recht komplexe Welt eröffnet - die der Buchreisenden und der Geschichten, in die sie eintauchen. Denn: In London gibt es eine Buchhandlung, die es Eingeweihten ermöglicht, gemeinsam mit den Libronauten in ihre Lieblingsromane zu reisen. Diese besitzen magische Stimmen und können so an ausgewählte Orte bspw. in Herr der Ringe, Alice im Wunderland oder die Nibelungensage führen. Protagonist ist Adam, ein ewiger Libronauten-Lehrling, der bei einer der Buchreisen auf eine rätselhafte Tür stößt. Als er beginnt, das Rätsel lösen zu wollen, gerät er in einen Strudel aus Geheimnissen, Lügen, gefährlichen Buchreisen und anderen Gefahren. Und plötzlich werden Freunde zu Feinden. Und andersrum...

Ich finde die Idee der Geschichte an sich richtig gut: durch Tore in Buchgeschichten zu gehen, Schauplätze zu besuchen, einen Blick auf literarische Figuren erhaschen zu können. Ich meine, wer hätte nicht mal Lust, in einem Pub im Auenland oder in der Großen Halle in Hogwarts zwischen all den Zauberschülern zu sitzen? Ich wäre dabei! Ich hatte beim Lesen viele Bilder im Kopf, und konnte mich dank des magischen Settings gut wegträumen. Und dennoch kommen hier einige Kritikpunkte: Für meinen Geschmack war die Story irgendwann zu überladen, es gab zu viele Längen, einiges hätte geraffter, damit temporeicher, spannender sein können. Es kamen so viele Namen, Welten, Geschichten dazu - war mir persönlich zu viel.

Band 1 endet mitten in der Geschichte. Ob ich den 2. Teil lesen werde, weiß ich noch nicht. Entscheide ich wohl spontan.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Solides Buch, aber kein Wow-Effekt

Unter Wasser Nacht
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Zwar hat Kristina Hauff im letzten Jahr einen neuen Roman veröffentlicht, jedoch wollte ich mich zuerst an ihr Debüt "Unter Wasser Nacht" von 2021 wagen.

In der Nähe der Elbe leben Sophie und Thies sowie ...

Zwar hat Kristina Hauff im letzten Jahr einen neuen Roman veröffentlicht, jedoch wollte ich mich zuerst an ihr Debüt "Unter Wasser Nacht" von 2021 wagen.

In der Nähe der Elbe leben Sophie und Thies sowie Inga und Bodo auf einem gemeinsamen Hof. Früher verband sie nicht nur ihr Zuhause, sondern auch eine enge Freundschaft. Bis zu einem tragischen Ereignis: Aarons Tod. Er ertrank ein Jahr zuvor aus ungeklärten Ursachen im Fluss. Die Ehe von Sophie und Thies wird in den kommenden Monaten auf die Probe gestellt, die Freundschaft zu den Nachbarn zerbricht. Erst eine Fremde namens Mara sorgt für eine neue Dynamik in den Beziehungen aller. Und lüftet Geheimnisse.

Die Spannungen und Risse, die durch Aarons Tod entstanden sind, werden sehr gut und feinfühlig beschrieben. Das mag ich. Das alte Gefüge wurde gehörig aus dem Gleichgewicht gebracht. Nicht nur zwischen den Paaren, sondern auch zwischen den Freunden verändern sich die Beziehungen. Jeder geht auf seine Weise mit möglicher Schuld, Trauer, Neid, Misstrauen und der Realität um. Der Fokus liegt also eher auf dem Innenleben der Protagonisten. Stück für Stück wird jedoch unter anderem auch das Geheimnis um Aarons Tod aufgeklärt.

Ich fand das Gedankenspiel krass, dass der Tod eines Menschen, der zwar dazugehört, ja sogar geliebt wird, aber zeitgleich auch unfassbar bösartig ist, Trauer und Erleichterung zugleich auslösen kann. Kristina Hauff geht an diesem Punkt ganz schön tief rein und wirft unbequeme Fragen auf.

Ich fand die Geschichte, den psychologisch feinen Blick und den Schreibstil gut. Den riesengroßen Wow-Effekt hatte ich jedoch nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich mit den Figuren, insbesondere Mara, nicht wirklich warm geworden bin. Ich empfand sie und ihre Rolle oftmals als störend, auch wenn sie diejenige war, die Licht ins Dunkel gebracht hat.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein solides Buch, jedoch keine Top-Empfehlung

Von hier aus weiter
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Dieser Roman lag schon etwas länger auf meinem Lesestapel und ist jetzt wieder nach oben gewandert. Die Geschichte war nett. Sie las sich gut durch. Aber insgesamt hat es mich (leider) nicht übermäßig ...

Dieser Roman lag schon etwas länger auf meinem Lesestapel und ist jetzt wieder nach oben gewandert. Die Geschichte war nett. Sie las sich gut durch. Aber insgesamt hat es mich (leider) nicht übermäßig vom Hocker gerissen.

Marlene verliert ihren Mann Rolf, der an Krebs erkrankt und sich selbstbestimmt das Leben nimmt. Sie kann nicht trauern. Sie ist wütend. Denn der ursprüngliche Plan sah vor, dass sie beide gemeinsam sterben. Nun ist sie allein in ihrem Haus und zieht sich völlig zurück. Ignoriert alles und jeden. Und möchte einfach nicht mehr leben. Bis ihr ehemaliger Schüler Jack in ihrem Leben auftaucht und sie beginnt, sich mit ihrer Trauer und ihrem Dasein auseinanderzusetzen... die Wärme kehrt zurück.

Im letzten Drittel nimmt das Ganze mehr Fahrt auf, Hintergründe kommen ans Licht. Hier hat es sogar ein wenig Road Movie-Charakter. Jedoch für mein Gefühl etwas, das ich so oder so ähnlich schon kenne. Insgesamt hat die Geschichte für meinen Geschmack zu wenig Spannung, zu wenig Handlung, zu wenig Tiefgang. Positiv: Obwohl es in dem Roman um Tod, Suizid und Trauer geht, ist das Buch nicht so schwer. Nicht zu sentimental. Und, es werden zwischen den Zeilen wichtige Fragen aufgeworfen: Wie bedeutsam ist für manche selbstbestimmtes Sterben? Wie lebt man weiter ohne den anderen? Grundsätzlich ein solides Buch, jedoch würde es nicht auf meiner Top-Empfehlungsliste landen.

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