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Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine schöne magische Geschichte mit Potenzial

Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
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Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, ...

Ich mag die Idee der Geschichte, ich selbst bin eine große Pflanzenfreundin. Auch die Magie, die in den Pflanzen und Tieren steckt, mag ich sehr. Wer würde sich all diese Fähigkeiten und tierischen Freunde, das Leben am Meer, in der Natur, tiefenentspannt auf einer Insel nicht auch wünschen? Schöne Bilder, die da im Kopf entstehen. Nur die letzten Kapitel rasten nur so, das ging mir alles zu schnell. Ich hätte mir einen tieferen Einstieg und einen längeren Spannungsbogen in der Sommerschule und rund um den Diebstahl gewünscht. Wie entwickeln sich die Charaktere und Beziehungen? Vielleicht wird in Band 2 genau der Wunsch erfüllt, ich bin gespannt.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Politische Radikalisierung - ein wichtiges Buch

Unter Grund
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Gerade in aktuellen Zeiten, in denen eine starke Hinwendung zum Rechtsextremismus spürbar und in den Wahlergebnissen sichtbar ist, sind Bücher wie "Unter Grund" besonders wichtig. Insbesondere um zu verstehen, ...

Gerade in aktuellen Zeiten, in denen eine starke Hinwendung zum Rechtsextremismus spürbar und in den Wahlergebnissen sichtbar ist, sind Bücher wie "Unter Grund" besonders wichtig. Insbesondere um zu verstehen, was in (jungen) Menschen vorgeht, was sie dazu bewegt oder bewegen kann, sich politisch rechten Gruppierungen anzuschließen.

In dem Roman von Annegret Liepold werden wir mit Frankas Gegenwart, aber insbesondere auch ihrer Vergangenheit konfrontiert. Eingebettet in den laufenden NSU-Prozess, den sie als Lehrerin mit ihrer Schulklasse besucht, lässt sie ihre eigene Jugend und auch Familiengeschichte Revue passieren. Aufgrund von Orientierungslosigkeit und Frust ist Franka, anfangs eher unfreiwillig, in die rechte, gewalttätige Szene gerutscht, wurde dort aufgefangen und mitgezogen.

Ich fand "Unter Grund" gut, habe aber ein wenig gebraucht, um in die Geschichte reinzufinden. Erst ab dem zweiten Drittel ging die eigentliche Thematik erst richtig los. Besonders die Aktualität dieses Buches ist bedeutend und zeigt auf, wie leicht es ist, Menschen zu beeinflussen. Menschen, die nach Zugehörigkeit suchen, einsam, unsicher oder orientierungslos sind.

Meiner Meinung nach bietet der Roman eine wunderbare Grundlage für einen Austausch über politische Radikalisierung. Lektüre-Empfehlung für Schulen? Wäre doch eine gute Idee.

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Wichtig, aber zu wenig Tiefgang

Heimat
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Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen ...

Hannah Lühmann skizziert das Leben von Jana, aktuell mit dem dritten Kind schwanger. Sie lebt seit kurzem mit ihrer Familie auf dem Land, vorrangig aufgrund der finanziellen Lage. Sie lernt Karolin kennen und taucht in ihr Leben als Hausfrau mit konservativem Familienmodell ein. Immer mehr ist sie von ihr fasziniert, ja sogar beinahe besessen. Karo lebt nicht nur konservativ, sondern ist auch stark empfänglich für Verschwörungstheorien und rechtspopulistische Meinungen. Sie inszeniert sich und ihre Ideologie gern in den Sozialen Medien, schließt sich mit Frauen im Ort zusammen.

Der Roman steckt den Finger in unsere aktuelle, politische Wunde, zeigt gesellschaftliche (Rück-)Entwicklungen und die Macht der Identitätssuche auf. Es regt zum Nachdenken an - blieb mir im Nachgang dennoch nicht wirklich im Gedächtnis. Warum? Bevor die Geschichte eigentlich so richtig durchstartet, Entwicklungen, Lösungen, komplexe Auseinandersetzungen liefert, ist sie eigentlich auch schon wieder zu Ende. Inhaltliches Potenzial ist definitiv gegeben, leider geht mir der Roman zu wenig in die Tiefe. Ich vermute, dass Hannah Lühmann dies bewusst so gewählt hat, damit die Leser ihre eigenen Schlüsse ziehen, das Gelesene ausgiebig auf sich wirken lassen. Für mich persönlich war die Protagonistin jedoch zu blass, ich hätte mir einfach mehr kritische Auseinandersetzung mit den Themen gewünscht.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Tolles Buch, jedoch zu viel Länge

Man müsste versuchen, glücklich zu sein
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Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am ...

Mein erster Roman von Julia Holbe und sicherlich nicht der letzte. Dennoch lässt mich das Buch etwas zwiegespalten zurück. Ich war, insbesondere während der ersten knapp 200 Seiten, echt begeistert. Am Ende zog es sich, 300 statt knapp 400 Seiten. Das wär's wohl gewesen.

Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Schwestern, Flora und Millie, die sich nach sehr vielen Jahren in ihrem Elternhaus wiedersehen. Die Eltern sind verstorben, nun muss entschieden werden, wie es mit dem Nachlass weitergeht. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise in ihre Kindheit. Sie streiten, schweigen und nähern sich wieder an, treffen Freunde und Bekannte von früher, suchen Orte ihrer Vergangenheit auf. Im Mittelpunkt der Gespräche: die Lügen ihrer Eltern, alte Verletzungen, die zerrüttete Eltern-Beziehung, das gesamte chaotische Familiengefüge. All das hat die Schwestern massiv beeinflusst und nachhaltig geprägt.

Ich mag die Aufarbeitung der Eltern-Kinder-Beziehung sowie Schwestern-Verbindung. Sie gehen trotzig miteinander um. Und dann doch wieder zärtlich, vertraut, innig. Mit einem unterschiedlichen Blick auf ihre Kindheit, irgendetwas zwischen Verdrängen und Vergessen. Auch Humor fehlt nicht. Die Vergangenheit verbindet sie, so unterschiedlich sie sein mögen. Ich mag den Schreibstil. Und meine persönliche Quintessenz des Romans: Egal, was war, lass uns nicht ewig an der Vergangenheit abarbeiten oder gar als Entschuldigung für alles sehen. Sondern lass es besser machen, Frieden schließen, nach vorn blicken. Zum Schluss leider zu viel Länge. Per se aber ein gutes Buch, das dazu einlädt, Beziehungen zu beobachten und zu analysieren.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Hat mich leider nicht wie erwartet umgehauen

Die Buchreisenden - Ein Weg aus Tinte und Magie
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Gelegentlich mag ich es, in fantastische Welten einzutauchen. Ich weiß noch, wie ich damals in meiner Kindheit und Jugend die Harry Potter-Reihe verschlungen habe und kaum die Neuerscheinung des neuesten ...

Gelegentlich mag ich es, in fantastische Welten einzutauchen. Ich weiß noch, wie ich damals in meiner Kindheit und Jugend die Harry Potter-Reihe verschlungen habe und kaum die Neuerscheinung des neuesten Bandes erwarten konnte. Dieses euphorische Gefühl konnte bisher kein weiteres Buch toppen. Dieses hier (leider) auch nicht.

"Ein Weg aus Tinte und Magie" ist Band 1 der Dilogie. Den Lesern wird eine recht komplexe Welt eröffnet - die der Buchreisenden und der Geschichten, in die sie eintauchen. Denn: In London gibt es eine Buchhandlung, die es Eingeweihten ermöglicht, gemeinsam mit den Libronauten in ihre Lieblingsromane zu reisen. Diese besitzen magische Stimmen und können so an ausgewählte Orte bspw. in Herr der Ringe, Alice im Wunderland oder die Nibelungensage führen. Protagonist ist Adam, ein ewiger Libronauten-Lehrling, der bei einer der Buchreisen auf eine rätselhafte Tür stößt. Als er beginnt, das Rätsel lösen zu wollen, gerät er in einen Strudel aus Geheimnissen, Lügen, gefährlichen Buchreisen und anderen Gefahren. Und plötzlich werden Freunde zu Feinden. Und andersrum...

Ich finde die Idee der Geschichte an sich richtig gut: durch Tore in Buchgeschichten zu gehen, Schauplätze zu besuchen, einen Blick auf literarische Figuren erhaschen zu können. Ich meine, wer hätte nicht mal Lust, in einem Pub im Auenland oder in der Großen Halle in Hogwarts zwischen all den Zauberschülern zu sitzen? Ich wäre dabei! Ich hatte beim Lesen viele Bilder im Kopf, und konnte mich dank des magischen Settings gut wegträumen. Und dennoch kommen hier einige Kritikpunkte: Für meinen Geschmack war die Story irgendwann zu überladen, es gab zu viele Längen, einiges hätte geraffter, damit temporeicher, spannender sein können. Es kamen so viele Namen, Welten, Geschichten dazu - war mir persönlich zu viel.

Band 1 endet mitten in der Geschichte. Ob ich den 2. Teil lesen werde, weiß ich noch nicht. Entscheide ich wohl spontan.

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