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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2026

Einfühlsam und kindgerecht: Demenz erklärt mit Herz

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank
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Es gibt Bücher, da würde man sich wünschen, dass sie überhaupt nicht existieren würden, so wie dieses Buch. Das liegt aber nicht an dem Buch an sich, sondern an dem Thema, dem sich das Buch widmet: Demenz. ...

Es gibt Bücher, da würde man sich wünschen, dass sie überhaupt nicht existieren würden, so wie dieses Buch. Das liegt aber nicht an dem Buch an sich, sondern an dem Thema, dem sich das Buch widmet: Demenz. Ich würde mir wünschen, dass niemand ein Kinderbuch über Demenz braucht, weil niemand seinen Kindern erklären muss, warum sich die Großeltern „plötzlich“ seltsam verhalten. Leider kommen aber immer wieder Eltern in diese Situation und daher bin ich froh, dass es dieses Buch gibt.

Paul und Anna Maar erzählen hier auf kindgerechte und sehr sensible Art und Weise die Geschichte von Opa Bär, welcher unter der „blöden Menz“ leidet, und seinem Enkel Benny. Auf medizinische Fachbegriffe wird hier bewusst verzichtet, was ich bei einem empfohlenen Lesealter von ab 5 Jahren auch durchaus gutheißen kann.

Das Buch konzentriert sich vor allem auf gängige Symptome der Demenz, wie zum Beispiel das Verlegen von Dingen und das Verwechseln von Wörtern. In Ansätzen werden auch Dinge wie Aggressionen und Vergessen angesprochen. Eventuell hätte man gerade letzteres noch ein wenig stärker in die Geschichte einbinden können. Allerdings befürchte ich, dass das Buch dadurch vor allem für sensible Kinder zu emotional belastend werden hätte, können. Andererseits entspricht es aber der Realität.
Demenz ist eine sehr komplexe Krankheit mit verschiedenen Stufen und Ausprägungsformen. Alle Facetten der Krankheit werden in diesem Buch natürlich nicht dargestellt. Dennoch finde ich, dass das Buch die wichtigsten Punkte erläutert und den Kindern vermittelt, was es heißt, dement zu sein.

Die Illustrationen von Hannes Maar runden das ganze Buch ab. Sie passen perfekt zu der sehr feinfühligen Art der Erzählung und unterstreichen den gefühlvollen Charakter des Buches. Besonders gut haben dem kleinen Leser und mir die Mischung aus groß- und kleinformatigen Zeichnungen gefallen. Auf grelle und schreiende Farben wurde in diesem Buch verzichtet, trotzdem sind die Illustrationen bunt und detailreich.

Wie nicht anders zu erwarten bei deinem Buch über Demenz ist der Grundton des Buches ein wenig melancholisch und traurig. Paul und Anna Maar haben es aber dennoch geschafft ein paar sehr lustige Szenen einzubauen, so dass man zwischendurch auch mal, was zum Lachen hat. Auch wenn einem als Erwachsener das Lachen manchmal fast im Hals stecken bleibt.

Meiner Meinung nach ist dieses Buch wirklich eine gute Möglichkeit und Hilfestellung, um Kindern von betroffenen Familien das Thema Demenz näher zu bringen. Daher möchte ich für dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Mutterschaft ohne Filter

8000 Arten, als Mutter zu versagen
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Bittet man die KI um eine Beschreibung von Carolin Kebekus, dann kommen unter anderem die folgenden Schlagworte: Scharfe Beobachtungsgabe, Satire, Gesellschaftskritik und natürlich Humor. Genau diese Schlagwörter ...

Bittet man die KI um eine Beschreibung von Carolin Kebekus, dann kommen unter anderem die folgenden Schlagworte: Scharfe Beobachtungsgabe, Satire, Gesellschaftskritik und natürlich Humor. Genau diese Schlagwörter passen perfekt zu diesem Buch. Kein Wunder, denn dieses Buch ist eine sehr persönliche Angelegenheit und wie man es von Carolin Kebekus kennt, nimmt sie sich kein Blatt vor den Mund.

Carolin Kebekus schildert in diesem Buch sehr offen und persönlich ihre Erfahrungen zu den Themen Schwangerschaft und Muttersein und insbesondere ihre Erfahrungen wie ihre Umwelt mit diesem Thema umgeht. Sie schreibt über den Druck, der durch die sozialen Medien entsteht, über die Unter- und Überforderung und die oftmals unrealistischen und romantischen Vorstellungen, die mit der Mutterschaft einhergehen.

Auf ihre bekannte Art spricht die Autorin dabei die Missstände auf eine sehr humorvolle, sarkastische und manchmal auch ein wenig übertriebene Art und Weise an. Manche der Witze kommen ein wenig platt daher und den einen oder anderen lustigen Spruch von Carolin Kebekus hat man schon irgendwo anders gelesen oder gehört. Alles in allem war das Buch aber eine sehr kurzweilige und lustige Lektüre, wenn einem manchmal auch das Lachen ein wenig im Halse stecken geblieben ist.

Dennoch trifft sie den Nagel leider viel zu oft auf den Kopf und sie spricht sicher vielen überforderten und verunsicherten Neumüttern aus der Seele. Viele, der von ihr beschriebenen Szenen, Gedanken und Situationen konnte ich sehr gut nachvollziehen bzw. habe ich selbst erlebt. Carolin Kebekus vermittelt den Leserinnen mit diesem Buch sehr eindringlich, dass sie nicht allein ist mit ihren Sorgen, Ängsten und Problemen.

Obwohl ich das Buch sehr unterhaltsam gefunden habe, gibt es leider auch einen kleinen Kritikunkt von meiner Seite. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht und dafür auf den einen oder anderen lustigen Spruch verzichtet.

Die Mischung aus Unterhaltung und Gesellschaftskritik hat mir wirklich gut gefallen, daher möchte ich das Buch gerne weiterempfehlen. Meiner Meinung nach ist dies eine hervorragende Lektüre für Schwangere und Neumütter, um ihnen ein wenig den Druck zu nehmen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. All denjenigen, die mit dem Humor von Carolin Kebekus nichts anfangen können, würde ich eher von dem Buch abraten, denn wer mit der Autorin nicht zurechtkommt, wird mit diesem Buch auch nicht glücklich werden.

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Vegane Vielfalt für Neulinge

Carlottas vegane Küche
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Man muss nicht vegan leben, um vegan zu kochen. Klingt vielleicht im ersten Augenblick ein wenig seltsam, aber damit meine ich, dass wir kein veganer Haushalt sind, ich aber dennoch sehr gerne vegane Gerichte ...

Man muss nicht vegan leben, um vegan zu kochen. Klingt vielleicht im ersten Augenblick ein wenig seltsam, aber damit meine ich, dass wir kein veganer Haushalt sind, ich aber dennoch sehr gerne vegane Gerichte koche. Da ich gerne koche und Abwechslung liebe, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen Inspirationen, so bin ich auch über dieses Kochbuch gestolpert.
Die Ankündigung und Aufmachung des Buches waren sehr vielversprechend und da ich die italienische Küche liebe, habe ich den Versuch gewagt.

Ein wenig überrascht war ich über den Einleitungsteil des Buches. Dieser umfasst immerhin 60 Seiten und behandelt neben dem klassischen Vorwort und einigen einleitenden Worten zur veganen Küche auch Themen wie Organisation in der Küche, Decluttering, Meal Prep und wie man Gemüse kocht. Für mich persönlich hat diese lange Einleitung wenig Neues gezeigt, mir ist aber bewusst, dass dies für Neulinge in der Küche sicher einen Mehrwert hat.

Der Eindruck, dass sich dieses Buch vor allem an Küchenanfänger im allgemeinen und Neulinge in der veganen Küche richtet hat sich dann auch im Rezeptteil fortgesetzt. Denn unter den 80 Rezepten, die dieses Buch beinhaltet sind, auch sehr viel Grundlagenrezepte dabei, u.a. gibt es ein Rezept für Hummus, für den perfekten Toast, Müsliriegel und Energiebällchen.

Das Buch selbst ist hochwertig verarbeitet und die Aufmachung des Buches kommt sehr wertig daher. Die Fotos der Gerichte sind appetitanregend, ansprechend und machen Lust aufs Nachkochen. Hinweise zu den Nährwertangaben gibt es leider keine und wie so oft sind die Zubereitungszeit und Kochzeit sehr optimistisch. Vielleicht liegt aber letzteres auch an mir und ich habe in der Küche einfach ein schlechtes Zeitmanagement. Denn es gibt kaum ein Kochbuch, bei dem ich mit den angegebenen Zeiten hinkommen würde.

Die bis dato nachgekochten Rezepte, es waren einige, aber natürlich nicht alle, waren geschmacklich sehr gut. Leider habe ich aber feststellen müssen, dass die angegebenen Zutatenmengen nicht immer passend sind, obwohl ich mich beim Erstversuch immer wirklich akribisch ans Rezept halte.

Alles in allem ist dies wirklich ein schön gestaltetes Kochbuch, dass ich vor allem Anfängern weiterempfehlen würde. Personen, die bereits über sehr viel Kocherfahrung und eine große Sammlung an Kochbüchern zur veganen Küche verfügen, werden meiner Meinung nach nur wenig neues finden.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Steampunk, Spannung und skurrile Weisheiten

Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen
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Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ...

Zu Beginn möchte ich feststellen, dass es sich hierbei um eine Rezension aus einer erwachsenen Sicht handelt und ich keinen sinnvollen Beitrag leisten kann, wie dieses Buch bei der eigentlichen Zielgruppe ankommen würde. Denn auch wenn es für manche vielleicht komisch oder kindisch ist, lese ich als Erwachsene manchmal trotzdem gerne Kinderbücher.

In diesem Fall hat mich der Klappentext angesprochen und insbesondere die Ankündigung, dass es sich bei diesem Buch um eine Kriminalgeschichte im Stile von Enola Holmes handelt.

Der Schreibstil war wie nicht anders bei einem Kinderbuch eher einfach gehalten und lies sich für mich als Erwachsene natürlich sehr leicht lesen. Die Geschichte nimmt nach einer kurzen Einführung in die Umgebung und die Charaktere auch relativ schnell Fahrt auf und es bleibt dann eigentlich auch durchgehend interessant und spannend. Das Tempo des Buches würde ich als eher hoch bezeichnen. Dies tut der Spannung des Buches natürlich sehr gut, gefühlsmäßig leidet die Charakterentwicklung aber ein klein wenig darunter. Damit meine ich, dass die Charaktere zwar äußerlich sehr gut beschrieben werden, aber trotzdem bis zum Ende oft zweidimensional und flach bleiben. Mich persönlich hat es jetzt weniger gestört, ich könnte mir aber vorstellen, dass die eigentliche Zielgruppe Probleme damit haben könnte, da es schwerer ist sich mit einer der Personen zu identifizieren.

Die Stadt, in der die Geschichte spielt, wird nicht namentlich genannt und es scheint sich auch um keine reale Stadt zu handeln. Lustigerweise musste ich trotzdem die ganze Zeit an London denken, warum kann ich auch nicht genau sagen. Das ganze Setting des Buches ist eine Mischung aus Realität und Fiktion, es gibt neben Fantasieelementen auch ein klein wenig Übernatürliches und auch ein bisserl Steampunk. Eine interessante Mischung, wobei es am Ende vielleicht ein wenig viel war, dies ist aber möglicherweise auch wieder nur eine Erwachsenenmeinung. Der Steampunk Anteil hat mir sehr gut gefallen und dieser hätte meiner Meinung nach gerne größer sein können.

Sehr überraschend fand ich, dass sehr viele Illustrationen in dem Buch vorhanden sind. Diese haben mir optisch sehr gut gefallen und sie haben sich auch harmonisch in das Gesamtbild eingefügt. Erwartet hatte ich diese Bilder aber bei einem Buch mit einer Altersempfehlung ab 10 Jahren aber eigentlich nicht mehr.

Als kleinen Bonus gibt es in dem Buch auch noch "Nützliche Dinge, die jedes Mädchen wissen sollte". Hierbei handelt es sich um Auszüge aus einem Buch, dass die Schulleiterin von Midwatch geschrieben hat. Einige der Tipps sind sehr skurril und lustig, z.B. wie man sich aus Treibsand befreit, andere wiederum auch im echten Leben wirklich nützlich, z.B. die Anleitungen für verschiedene Knoten.

Abschließend kann ich sagen, dass mir dieses Buch auch als Erwachsene sehr gut gefallen hat und ich denke auch, dass Kinder, ja meiner Meinung nach auch Jungs, im passenden Alter viel Freude mit dem Buch haben können. Wer gerne Kriminalgeschichten mit einem gewissen Touch liest und kein Problem mit Übernatürlichem und fantasiereichen Elementen hat, wird mit diesem Buch sicher viel Spaß haben.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Zwischen Verlust und Neubeginn

Das Jahr voller Bücher und Wunder
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"P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern habe ich geliebt und auch die Verfilmung mit Hilary Swank und Gerard Butler habe ich mir mehrmals angesehen und dabei viele Tränen vergossen. Der Grund, warum ich ...

"P.S. Ich liebe dich" von Cecelia Ahern habe ich geliebt und auch die Verfilmung mit Hilary Swank und Gerard Butler habe ich mir mehrmals angesehen und dabei viele Tränen vergossen. Der Grund, warum ich dies erwähne, ist, dass mich die beiden Bücher sehr stark aneinander erinnern. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass auch Libby Page ein großer Fan von Cecelia Aherns Roman war und sich bis zu einem gewissen Grad daran orientiert hat.

Natürlich hat Libby Page keine Kopie des Buches erstellt, aber eine gewisse Ähnlichkeit ist auf jeden Fall vorhanden. Leider muss ich aber sagen, dass obwohl mir das Buch sehr gut gefallen hat, es im Vergleich ein wenig hinter Aherns Roman liegt.
Positiv hervorheben möchte ich auf jeden Fall den angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil der Autorin. Ich konnte mich schnell in die Geschichte einfinden und mich mit den Charakteren vertraut machen. Tilly und Alfie sind zwei liebenswerte und leicht kauzige Protagonisten, die ich beide von Anfang an ins Herz schließen konnte. Sie sind sympathisch, man leidet mit ihnen und hofft, dass am Ende alles gut wird.

Holly Kennedy, die Hauptperson aus "P.S. Ich liebe dich" hat gleich wie Tilly in diesem Buch ihren Mann verloren und in beiden Büchern begleiten wir die Damen durch ihren Trauerprozess, dürfen aber auch immer wieder in ihre glückliche Vergangenheit eintauchen. Hierbei muss ich sagen, dass mich Hollys Trauer stärker berührt und mitgenommen hat als die von Tilly. Ich denke, dass liegt an der Art und Weise wie die beiden Autorinnen mit dem Thema umgehen und wieviel Raum sie der Trauer geben. Libby Page ist da meiner Meinung nach ein wenig zurückhaltender und legt den Fokus mehr auf den Blick nach vorne, auf das Danach.

Wie so häufig in Liebesromanen gibt es eine Mischung aus realistischen und authentischen Szenen und einigen bei denen man weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass dies in der Wirklichkeit auch so passieren würde, recht gering ist. Manch eine oder einen mag das stören, ich finde es in Ordnung, solange diese Dinge sich gut in die Geschichte einfügen, kann ich mit ein wenig künstlerischer Freiheit sehr gut leben.

Das Hörbuch wird von Michaela Gaertner gelesen. Für mich war dies eine interessante und angenehme Erfahrung, denn ich mochte ihre Art zu lesen sehr gerne. Ihre Stimmfarbe und der Klang haben hervorragend zu dem Buch und dessen Inhalt gepasst. Michaela Gaertner hat dieses Buch mit viel Hingabe und Wärme gelesen und der Erfahrung dadurch noch etwas mehr Tiefe verliehen.
Das Hörbuch war eine durchwegs schöne Erfahrung und ich habe die elf Stunden wirklich sehr genossen. Da es vergleichbare Bücher gibt, die mir einen Ticken besser gefallen und mich vor allem emotional stärker angesprochen haben, gebe ich dem Buch nicht die Höchstnote. Eine Empfehlung für das Buch/Hörbuch möchte ich aber dennoch aussprechen, vor allem für all jene die Geschichten über Verlust und Hoffnung mögen.

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