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Veröffentlicht am 27.03.2026

Soll das Liebe gewesen sein?

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Die Autorin Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Sozioligie, schildert in diesem Buch, wie sie versucht ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes, der im Buch nur mit A. genannt wird, für mich schon ...

Die Autorin Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Sozioligie, schildert in diesem Buch, wie sie versucht ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes, der im Buch nur mit A. genannt wird, für mich schon seltsam zu lesen, wenn es in den darauffolgenden Seiten nur um ihre Liebe und Sehnsucht geht.

Der Versuch beginnt damit, Ordnung in ein zugestelltes und verwahrlostes Haus zu bringen, in dem das Ehepaar gewohnt hat und nachdem die Söhne ausgezogen sind immer muffiger wurde, wie auch die Ehe, und Papier und Dinge enthielt, die zu Lebzeiten aus bestimmten Gründen nie aussortiert wurden. Das hatte mich anfangs interessiert zu erfahren, auch das Cover fand ich ansprechend, das war es dann aber auch, wie ich während des weiteren Lesens feststellte.

Bei jedem Gegenstand, den die Autorin in die Hand nimmt, kommen Erinnerungen an das erste Kennenlernen und die ersten Jahre. A. war noch verheiratet, als sie sich kennenlernten und bewunderte ihre Arbeit. Er selbst war ein sehr erfolgreicher Journalist. Dieses Gefühl verflüchtigte sich jedoch, nachdem die Söhne auf die Welt kamen und die Autorin ihre eigene akademische Karriere vorantrieb, denn nun fühlte sich A. zurückgesetzt und die schwierige Zeit begann.....

Sehr ausführlich und langatmig beschreibt die Autorin, wie sie die Sehnsucht nach ernsthafter Beziehung nie aufgegeben hat, was sich mir dennoch aufgrund der merkwürdigen Abkürzung des Namens nicht wirklich erschließt und der Leser wird auf ihre innere Reise der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte mit hineingenommen. A. hat versucht seine Familiengeschichte in Form eines Buches aufzuarbeiten, doch die Trauer um Mutter und Schwester konnte er bis zum Ende nicht loslassen. Er blieb bis zum Schluss in seinem Trauma hängen.

Nach der Pensionierung spitzte sich die Lage zu, die Kommunikation fand im gleichen Haus per Mail in verschiedenen Zimmern statt und wurde von seiner Seite ruppiger und verletzender. Immer wieder verlor sich die Autorin in Beschreibungen ihres Innenlebens, das Haus wurde etwas ordentlicher, sie nahm es mehr für sich ein, doch er lebte immer noch dort. Insgesamt ist immer wieder zu lesen, dass sie sich bis heute Beziehung zu ihm wünscht und ich hätte ihr gerne mal während des Lesens zugesprochen, dass kein irdischer Partner den inneren Mangel ausfüllen kann. So ging es mühsam weiter und sie versuchte dafür Erklärungen zu finden und dennoch den Feminismus zu leben, ab diesem Zeitpunkt war ich raus. Das Lesen dieses Buches fand ich erschöpfend und keineswegs hilfreich und tröstend. Ich war erleichtert, als ich es endlich beenden konnte.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wer beherrscht hier wen?

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland ...

Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland arbeiten, die auf ihre eigene Art und Weise sehr unkonventionell sind. Da ihre Oma in der städtischen Bibliothek arbeitet, kann Emily ihrem liebsten Hobby, dem Lesen frönen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das tut sie auch manchmal im Unterricht, was ihren strengen und immer skrupelloseren Lehrer Dr. Dresskau, ein schlimmer Bösewicht, auf den Plan ruft, der sie auf gemeine Art und Weise schikaniert.

Eines Tages findet Emily heraus, dass es in der Bibliothek durch einen geheimen Zugang eine zweite geheime Bibliothek gibt mit einer goldenen Schreibmaschine. Nicht ahnend auf welches Abenteuer Emily sich einlässt, setzt sie sich an diese goldene Schreibmaschine, mit der man die Geschichten der Welt, ja die ganze Geschichte für immer verändern kann. Emily fängt mit den besten Absichten an zu schreiben, doch nun beginnt eine Dynamik, mit der sie nicht gerechnet hat und nicht nur Emily ist begeistert, die Geschehnisse der Welt mit Hilfe der goldenen Schreibmaschine zu ändern. Auch ihr charakterloser Lehrer Dr. Dresskau ist ihr dicht auf den Fersen und hegt ganz andere Pläne und Emily sieht sich Veränderungen in ihrer Welt gegenüber, mit denen sie so nicht gerechnet hat und die sie eigentlich auch nicht wirklich will. Doch wie kann sie das Rad der Geschichte anhalten und wieder in ihren Ursprung versetzen.

Da ich schon immer ein Buch von dem vielgelobten Autor Carsten Henn lesen wollte und mich die Inhaltsangabe besagter Geschichte sehr ansprach, fing ich einfach mal an....leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht begeistern. Für mich entwickelte es sich von einer anfänglich schönen Kindergeschichte in ein dystopisches, platt und klischeehaftes politisches Umerziehungsbuch und ich kann es leider nicht weiterempfehlen. Ich kenne Autoren, die diesen Spagat wesentlich besser formulieren können.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Was sind deine großen Steine?

Drei Tage im Schnee
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Hannah ist eine junge und karrierebewusste Frau, die es sich zum Ziel gesetzt hat, sich selbst und sich in ihrem Beruf kontinuierlich selbst zu optimieren. Das liest sich schon sehr stressig und so fühlt ...

Hannah ist eine junge und karrierebewusste Frau, die es sich zum Ziel gesetzt hat, sich selbst und sich in ihrem Beruf kontinuierlich selbst zu optimieren. Das liest sich schon sehr stressig und so fühlt sich auch Hannah zunehmend, denn sie kann nicht mehr schlafen und fühlt sich beständig unsicher. Um Ruhe zu finden und wieder zu sich selbst zu kommen, fährt sie über das Wochenende in eine wunderschön am See gelegene einsame Hütte. Von Tag eins an befindet sie sich in einer verschneiten Winterwelt und kein Mensch ist da außer ihr...

Doch Stopp, da kommt ein kleines Mädchen um die Ecke in einem knallroten Schneeanzug, Sophie, und sie stellt Hannah eine Menge Fragen bei weißer heißer Schokolade, die Hannah bemüht erwachsen versucht zu beantworten, die sie jedoch mehr und mehr ins Nachdenken bringen. Mit Sophie baut sie die verrücktesten Schneefiguren und in einem selbstgebauten Schneeiglu kommen Erinnerungen hoch, die sie jahrelang verdrängt hatte. Hannah setzt sich an diesem Wochenende ganz neu mit ihrem Leben auseinander und was sie denn eigentlich als Kind denn mal werden wollte....

Am letzten Tag findet sie ein zauberhaft gemaltes Winterbild von Sophie und es ist ihr zu wünschen, dass sie diese drei Tage im Schnee nie vergisst und umsetzt, was sie sich vorgenommen hat.

Ina Bhatter nimmt den Leser mit in eine wunderschöne einsame Hütte, die Atmosphäre dort hat sie wirklich sehr schön beschrieben, ich konnte mich selbst in dieser Hütte sehen und dennoch entwickelt sich die Geschichte zu einem Lebensratgeber, was schon wertvoll ist, doch mir war es etwas zu viel. Die Geschichte mit dem Glas und den großen und kleinen Steinen und dem Sand hat mich sehr angesprochen und Hannah konnte am Ende ihre großen Steine benennen und dass sie sich um sie kümmern will. Auch die verdrängte Erinnerung im Schneeiglu fand ich sehr berührend. Mich hätte noch interessiert, wie es denn mit Sophie und Hannah weitergeht....

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Du stirbst nicht

Du stirbst nicht
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"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche ...

"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche Autorin, erleidet einen Hirnschlag und landet auf der Intensivstation. Der Leser erlebt vom ersten Wimpernschlag an, wie es sich anfühlt kein selbstständiges Leben und keine Erinnerung mehr zu haben, wird mit hineingenommen in das oftmals kalte und seelenlose Klinikleben und das Gefühl hilflos ausgesetzt zu sein, sich nicht artikulieren zu können und nicht zu wissen, wer man wirklich ist und welches Leben man denn davor hatte.

In teils verstörender Art nimmt uns Kathrin Schmidt mit hinein in eine autobiografisch anmutende Geschichte einer Frau, die davon lebte Worte zu Gedichten und Geschichten zu formen und die nun nicht in der Lage ist einen vernünftigen Satz zu bilden. Helene ist mit Mattes verheiratet, doch die Ehe scheint nicht glücklich zu sein, es kommen immer mehr Erinnerungen an eine Affäre mit einer anderen Person ans Licht, die Beziehung zu ihren Kindern wird auch eher nüchtern geschildert und was interessant und nachdenklich stimmend begann entwickelte sich vermehrt zu einer sich hinziehenden und mehr und mehr verstörenden Geschichte mit einer zunehmend unsympathischeren Protagonistin.

Ein Roman, der mir zeigt, wie wichtig und gut es ist ein wahrhaftiges Leben zu führen, gute und weise Entscheidungen zu treffen, denn wir wissen nicht was geschehen kann und wie sich dann ein Leben gestaltet. Leider war diese Geschichte weder hoffnungsvoll noch in irgendeiner Art tröstend, ich fand sie einfach verstörend.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein Haus hat etwas zu erzählen...

Treppe aus Papier
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Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Ein sehr altes Haus mitten in Berlin mit mehreren Stockwerken beginnt zu erzählen. Diese Idee hat hat mich bei der Inhaltsangabe schon fasziniert. Auch das Cover finde ...


Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Ein sehr altes Haus mitten in Berlin mit mehreren Stockwerken beginnt zu erzählen. Diese Idee hat hat mich bei der Inhaltsangabe schon fasziniert. Auch das Cover finde ich sehr gelungen, denn es zeigt ein Zimmer, dass wie eine Matroschka-Puppe immer kleiner wird und offenbart, dass sich in einem und demselben Zimmer viele Geschichten zu verschiedenen Zeiten abgespielt haben. Das Haus mit seinen Mauern, Treppen, Dielen, Ritzen, Kanälen und Rohren ist sehr aufmerksam und hat alles gespeichert. Es gibt dem Leser einen Einblick in die verschiedenen Jahrzehnte und ihre jeweilige Geschichte.

Der Autor lässt und verschiedenen Menschen begegnen. Da ist auf der einen Seite Irma mit ihren 90 Jahren, die schon als Kind im ersten Stock mit ihren Eltern gelebt hat und die NS-Zeit als Kind miterlebte. Trägt man schon als Kind in dieser Zeit eine Verantwortung, diese Frage stellt sich Irma immer wieder und durch Nele, die ihre Pubertät mit allen Höhen und Tiefen erlebt und mit ihrem Hund und ihren Eltern im vierten Stock lebt, wird sie auf eine neue Weise damit konfrontiert. Denn Nele bekommt ein ganz spezielles Geschichtsprojekt und beginnt zu verstehen, dass die Zukunft einer Erinnerung bedarf um Vergangenheit zu verarbeiten. Nele beginnt die Stufen der Geschichte hinabzusteigen und hat doch mit den Herausforderungen der Gegenwart auf eine besondere Weise zu kämpfen.

Der Autor versucht Geschichte auf eine besondere Art und Weise lebendig werden zu lassen und phasenweise hat mir die Geschichte auch durch die besondere Sichtweise des Hauses und seine Sprache gut gefallen und in einigen Kapiteln hat er den Menschen, die dort gelebt haben noch einmal Raum und Sprache gegeben. Doch immer wieder wurde der Fluss des Lesens für mich gestört, weil er einfach zu viel reingepackt hat und dann doch zu einseitig berichtet hat. Irma, Nele und auch Ruth sind sehr treffen dargestellt, ich konnte sie mir in den Räumen vorstellen und das Haus hat mir auch sehr gut gefallen. Doch warum Nele eine Beziehung ganz gemäß des Zeitgeistes in dieser Geschichte erleben musste, fand ich überfrachtend. Leser der Political Correctness mögen es gut finden, doch ich fand es unpassend wie so einiges andere auch. Dennoch werde ich mir alte Häuser ab sofort mit einem anderen Blick anschauen.

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