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Veröffentlicht am 30.10.2022

Morgen kann es anders sein als heute!

Gläubig. Depressiv. Gehalten.
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"Morgen kann es anders sein als heute", diesen Satz bekommt Ryan Casey Waller, Ehemann und Familienvater und Pastor, von seiner Mutter in seiner schlimmsten Phase der Depression mit auf den Weg und er ...

"Morgen kann es anders sein als heute", diesen Satz bekommt Ryan Casey Waller, Ehemann und Familienvater und Pastor, von seiner Mutter in seiner schlimmsten Phase der Depression mit auf den Weg und er glaubt ihr, denn seine Mutter hat selbst jahrelang mutig gekämpft. Dieser Satz hilft ihm durch seine schlimmen und schlimmsten Zeiten, denn der Autor ist an Depressionen erkrankt, hat eine Angststörung und ist zudem alkoholkrank.

Es hat lange gebraucht, bis er sich diesen Schatten stellen konnte und es ist kein einfacher Weg, weder für ihn, noch für seine Familie, doch er geht ihn und er geht auch in die von ihm lange abgelehnte Klinik, in der er dann die besten Menschen der Welt kennenlernt, außer seiner Familie natürlich. Durch seinen ausdauernden und mutigen Kampf befähigt, macht er eine zusätzlich noch eine Ausbildung zum Therapeuten und schreibt dieses Buch, ganz besonders für Christen, denn viele Christen in den verschiedenen Kirchen tun sich noch immens schwer mit Menschen die mit einer psychischen Erkrankung ihr Leben meistern wollen.

Dieses Buch ist ein gut zu lesender Ratgeber, der von allem die Botschaft vermittelt "Du bist nicht allein"! Es führt uns durch die verschiedenen psychischen Erkrankungen und wie verbreitet sie in unserer Welt und in unseren Gemeinden sind, wie wir die erkrankten Geschwister auf eine gesunde Weise unterstützen können, es verschweigt nicht das Thema Suizid, es führt uns durch die verschiedenen Gesprächstherapien und behandelt auch das Thema Medikamente.

Für betroffene und nicht betroffene Menschen gibt es einen aufschlussreichen Leitfaden und aufrichtige Hilfestellungen, alles immer wieder mit autobiografischen Beiträgen des Autors.

Ich finde es ein sehr wertvolles und lange überfälliges Buch für erkrankte gläubige Geschwister und ihre Familien und Freunde.

Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 27.10.2022

Weihnachten einmal anders feiern!

Das Geschenk
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Weihnachten einmal anders feiern, das sagen sich Kathrin und Peter. Die Kinder sind aus dem Haus und werden mit einem großzügigen Geldgeschenk beglückt und dann könnte man doch mal an Weihnachten verreisen. ...

Weihnachten einmal anders feiern, das sagen sich Kathrin und Peter. Die Kinder sind aus dem Haus und werden mit einem großzügigen Geldgeschenk beglückt und dann könnte man doch mal an Weihnachten verreisen. In diese Planungen kommt der Anruf von Klaus. Klaus und Almut waren frühere langjährige Freunde von Kathrin und Peter und nachdem Almut vier Jahre zuvor gestorben ist, hatten die Beiden keinen Kontakt mehr.

Klaus lädt Kathrin und Peter in sein Ferienhaus in the middle of nowehre ein und weil Weihnachten vor der Tür steht und Kathrin so milde gestimmt, oder ist es das schlechte Gewissen? ist, nimmt sie gerne die Einladung an. Sie brauchen auch gar keine Geschenke mitbringen. Sie feiern einfach Weihnachten zusammen mit einem verwitweten, aka einsamen, alten Freund und das fühlt sich gut an. Peter, der Erzähler, ist nicht so ganz davon überzeugt, lässt sich jedoch auf dieses andere Weihnachten ein.

Die Weihnachtsüberraschung lässt auch nicht lange auf sich warten, denn die Tür vom Ferienhaus wird von Sharon!! geöffnet, die neue Freundin von Klaus, so alt wie die Kinder von Kathrin und Peter und Klaus und Almut, Gott hab sie selig. Tja, und so bröckelt die weihnachtlich aufgesetzte Harmonie- und Romantikfassade, oder soll ich sagen sie stürzt ein?

Der Leser lernt Peter und Kathrin von ihrer wahren Seite kennen, mit ihrer Pseudointellektualität kommen sie bei Sharon nicht weit, Klaus hat sie sowieso noch nie verstanden, fällt ihnen gerade ein, und Sharon mit dem eigenwilligen Klamottengeschmack und dem Herz auf dem rechten Fleck hält den Beiden doch den einen oder anderen Spiegel vor, wir erleben köstliche Verwicklungen und unverhoffte Offenbarungen und das alles mit einem ganz herrlichen Wortwitz. Ein wirklich anderes Weihnachten!

Alina Bronsky hat es mal wieder geschafft, mit dem ihr eigenen Humor und ihrem Sprachwitz eine andere Weihnachtsgeschichte zu schreiben, in der sich der Leser doch vielleicht in der einen oder anderen Sache wiedererkennt und auf jeden Fall beschließt, dieses Jahr auch mal Weihnachten anders zu feiern oder doch nicht?

Lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Was bedeutet Schönheit?

Das schönste aller Leben
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In dieser Geschichte bewegen wir uns in zwei Zeitebenen und begleiten zwei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Weise sich mit Schönheit und Identität als Frau in ihrer Zeit auseinandersetzen müssen.

Da ...

In dieser Geschichte bewegen wir uns in zwei Zeitebenen und begleiten zwei Frauen, die auf ganz unterschiedliche Weise sich mit Schönheit und Identität als Frau in ihrer Zeit auseinandersetzen müssen.

Da ist Vio in der Gegenwart, die wir als Kind und Jugendliche begleiten, wie ihre Familie Anfang der 90er Jahre aus dem rumänischen Banat nach Deutschland auswandern, zurück ins gelobte Land. Die Familie hält zusammen, der Alltag ist geprägt von harter Arbeit, von der Anstrengung sich anzupassen, nicht aufzufallen, sondern deutsch zu sein. Die rumänische Identität wird verschwiegen, die Traditionen werden in der Familie gelebt, hauptsächlich von den Großeltern. Vio hat als einzige Tochter die Möglichkeit das Gymnasium zu besuchen und zu studieren, die Eltern sind auf der einen Seite stolz auf sie und auf der anderen Seite entfernt sich die Tochter von ihnen, den einfachen Arbeitern.

Es gelten ungeschriebene Familiengesetze, die dann ans Licht kommen, als niemand damit rechnet und die Vio fast daran zerbrechen lassen. Denn nachdem Vio zu einer sehr schönen Frau herangewachsen ist, ein in der Familie sehr wichtiger Tribut und einen gebildeten deutschen Mann geheiratet hat, bekommen sie eine wunderschöne süße kleine Tochter. Für die Eltern, besonders für Vio ist es die wunderschönste Tochter überhaupt, anscheinend hat sie als Mutter alles richtig gemacht bis ein tragischer Unfall, der ihre kleine Tochter schwer verletzt. Vio gibt sich ganz allein die Schuld und droht daran zu zerbrechen und ihre Familie ebenfalls. Was bedeutet Schönheit, wenn es nichts Schönes mehr anzuschauen gibt? Wie kann sie ihre Tochter und sich selbst noch lieben und vor allem, was sagen die anderen?

Für Vios Vorfahrin Theresia, die im 18. Jahrhundert wegen ihrer "Schönheit" ins Banat abgeschoben wurde, ist es auch sehr schwer mit dieser Bürde zu leben, die den Neid der Frauen und das Begehren der Männer weckt, ihren Weg zu finden und ein Leben zu führen, in dem sie um ihrer selbst willen geliebt wird und die Entscheidungen ihres Lebens frei wählen kann.

Beide Frauen erleben den Banat, der auch in dieser Geschichte zu Wort kommt, auf eine sehr unterschiedliche und doch verbindende Art und Weise. Sie gehen durch sehr tiefe Täler, die manchmal sehr schwierig zu lesen sind, doch im letzten Viertel auch Passagen der Hoffnung und Zuversicht enthalten. Ein ungewöhnlicher und interessanter Debutroman, der durchaus noch ausführlicher hätte beschrieben werden können, so blieben die Figuren für mich bis auf das letzte Viertel eher unnahbar und distanziert, was ich etwas schade fand.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Soll das Liebe gewesen sein?

Ein Versuch, meine Liebe zu ordnen
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Die Autorin Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Sozioligie, schildert in diesem Buch, wie sie versucht ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes, der im Buch nur mit A. genannt wird, für mich schon ...

Die Autorin Christien Brinkgreve, emeritierte Professorin für Sozioligie, schildert in diesem Buch, wie sie versucht ihr Leben nach dem Tod ihres Mannes, der im Buch nur mit A. genannt wird, für mich schon seltsam zu lesen, wenn es in den darauffolgenden Seiten nur um ihre Liebe und Sehnsucht geht.

Der Versuch beginnt damit, Ordnung in ein zugestelltes und verwahrlostes Haus zu bringen, in dem das Ehepaar gewohnt hat und nachdem die Söhne ausgezogen sind immer muffiger wurde, wie auch die Ehe, und Papier und Dinge enthielt, die zu Lebzeiten aus bestimmten Gründen nie aussortiert wurden. Das hatte mich anfangs interessiert zu erfahren, auch das Cover fand ich ansprechend, das war es dann aber auch, wie ich während des weiteren Lesens feststellte.

Bei jedem Gegenstand, den die Autorin in die Hand nimmt, kommen Erinnerungen an das erste Kennenlernen und die ersten Jahre. A. war noch verheiratet, als sie sich kennenlernten und bewunderte ihre Arbeit. Er selbst war ein sehr erfolgreicher Journalist. Dieses Gefühl verflüchtigte sich jedoch, nachdem die Söhne auf die Welt kamen und die Autorin ihre eigene akademische Karriere vorantrieb, denn nun fühlte sich A. zurückgesetzt und die schwierige Zeit begann.....

Sehr ausführlich und langatmig beschreibt die Autorin, wie sie die Sehnsucht nach ernsthafter Beziehung nie aufgegeben hat, was sich mir dennoch aufgrund der merkwürdigen Abkürzung des Namens nicht wirklich erschließt und der Leser wird auf ihre innere Reise der Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte mit hineingenommen. A. hat versucht seine Familiengeschichte in Form eines Buches aufzuarbeiten, doch die Trauer um Mutter und Schwester konnte er bis zum Ende nicht loslassen. Er blieb bis zum Schluss in seinem Trauma hängen.

Nach der Pensionierung spitzte sich die Lage zu, die Kommunikation fand im gleichen Haus per Mail in verschiedenen Zimmern statt und wurde von seiner Seite ruppiger und verletzender. Immer wieder verlor sich die Autorin in Beschreibungen ihres Innenlebens, das Haus wurde etwas ordentlicher, sie nahm es mehr für sich ein, doch er lebte immer noch dort. Insgesamt ist immer wieder zu lesen, dass sie sich bis heute Beziehung zu ihm wünscht und ich hätte ihr gerne mal während des Lesens zugesprochen, dass kein irdischer Partner den inneren Mangel ausfüllen kann. So ging es mühsam weiter und sie versuchte dafür Erklärungen zu finden und dennoch den Feminismus zu leben, ab diesem Zeitpunkt war ich raus. Das Lesen dieses Buches fand ich erschöpfend und keineswegs hilfreich und tröstend. Ich war erleichtert, als ich es endlich beenden konnte.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wer beherrscht hier wen?

Die Goldene Schreibmaschine
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Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland ...

Emily ist ein aufgewecktes Mädchen, nicht gerade sehr angesagt in der Klasse, jedoch mit einigen originellen wertvollen Freunden gesegnet. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Eltern im Ausland arbeiten, die auf ihre eigene Art und Weise sehr unkonventionell sind. Da ihre Oma in der städtischen Bibliothek arbeitet, kann Emily ihrem liebsten Hobby, dem Lesen frönen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das tut sie auch manchmal im Unterricht, was ihren strengen und immer skrupelloseren Lehrer Dr. Dresskau, ein schlimmer Bösewicht, auf den Plan ruft, der sie auf gemeine Art und Weise schikaniert.

Eines Tages findet Emily heraus, dass es in der Bibliothek durch einen geheimen Zugang eine zweite geheime Bibliothek gibt mit einer goldenen Schreibmaschine. Nicht ahnend auf welches Abenteuer Emily sich einlässt, setzt sie sich an diese goldene Schreibmaschine, mit der man die Geschichten der Welt, ja die ganze Geschichte für immer verändern kann. Emily fängt mit den besten Absichten an zu schreiben, doch nun beginnt eine Dynamik, mit der sie nicht gerechnet hat und nicht nur Emily ist begeistert, die Geschehnisse der Welt mit Hilfe der goldenen Schreibmaschine zu ändern. Auch ihr charakterloser Lehrer Dr. Dresskau ist ihr dicht auf den Fersen und hegt ganz andere Pläne und Emily sieht sich Veränderungen in ihrer Welt gegenüber, mit denen sie so nicht gerechnet hat und die sie eigentlich auch nicht wirklich will. Doch wie kann sie das Rad der Geschichte anhalten und wieder in ihren Ursprung versetzen.

Da ich schon immer ein Buch von dem vielgelobten Autor Carsten Henn lesen wollte und mich die Inhaltsangabe besagter Geschichte sehr ansprach, fing ich einfach mal an....leider konnte mich dieses Buch überhaupt nicht begeistern. Für mich entwickelte es sich von einer anfänglich schönen Kindergeschichte in ein dystopisches, platt und klischeehaftes politisches Umerziehungsbuch und ich kann es leider nicht weiterempfehlen. Ich kenne Autoren, die diesen Spagat wesentlich besser formulieren können.

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