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Veröffentlicht am 22.04.2026

Einblicke in die Welt der Cold Cases

Cold Cases
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Buchmeinung zu Helmut Eigner – »Cold Cases«

»Cold Cases« ist ein True Crime Roman von Helmut Eigner, der 2026 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen ist. .

Zum Autor:
Helmut Eigner, geboren 1963, beginnt ...

Buchmeinung zu Helmut Eigner – »Cold Cases«

»Cold Cases« ist ein True Crime Roman von Helmut Eigner, der 2026 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen ist. .

Zum Autor:
Helmut Eigner, geboren 1963, beginnt seine Laufbahn im gehobenen Polizeidienst beim damaligen Kommissariat 111 in München, heute K 11, zuständig für Mord- und Totschlagsdelikte. Er ist dort tätig bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2025, u.a. als Leiter einer Mordkommission. Seine intensive Beschäftigung mit Altfällen und eine hohe Aufklärungsquote brachten ihm den Beinamen „Mister Cold Case“ ein.

Klappentext:
Helmut Eigner ist Pionier auf dem Gebiet der sogenannten Altfälle, die manchmal über Jahrzehnte nicht gelöst werden konnten. Ihn zeichnet eine hohe Aufklärungsquote aus, seine Expertise und seine Erfahrung werden in Polizeikreisen hochgeschätzt. In diesem Buch erzählt von seinen außergewöhnlichsten Cold Cases aus 30 Jahren. Auf höchst unterhaltsame, äußerst packende Weise schildert er, wie sich Gesellschaft und Kriminaltechnik über die Jahre verändert haben, an welche Grenzen er bei seiner Arbeit gelangt und warum er als Mordermittler das Leid der Opfer nicht in Vergessenheit geraten lassen will.

Meine Meinung:
Bisher waren mir Cold Cases nur als Vorlagen für „normale“ Kriminalromane begegnet. Dieses Buch ist aber völlig anders. Es ist eher ein Sachbuch über die Arbeit der Ermittler an Altfällen. Anhand von meist kurz gehaltenen Beispielen werden seine Ideen verdeutlicht. Technologische Fortschritte und gesellschaftliche Entwicklungen wie die Abschaffung des Strafrechtsparagrahen 175, der gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Männern kriminalisierte, lieferten Ansätze für neue Ermittlungen. Beeindruckt haben mich die Ausführungen zur Motivation der Ermittler, die das Leid der Opfer im Auge hatten. Als besonders unangenehm empfindet der Autor die gesetzlich vorgeschriebene Löschung von Ermittlungsergebnissen, meist aus Gründen des Datenschutzes, die weitere Ermittlungen auf ewig verhindern. Überrascht hat mich die organisatorische Entwicklung bei Ermittlungen im Altfallbereich. Über die regionalen Beschränkungen, Entstehungen spezieller Einheiten, Vernetzung mit anderen Dienststellen, Problematiken durch reine Papierakten weiß der Autor äußerst spannend zu berichten. Auch ein Blick über Landesgrenzen hinweg liefert überraschende Einblicke. Für mich war es eine teilweise faszinierende Begegnung mit einer unbekannten Welt.

Fazit:
Dieses Buch hat mir in vielerlei Hinsicht Informationen aus dem Bereich der Cold Cases geliefert und mich dabei sehr gut unterhalten. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung für Menschen mit Interesse an diesem Bereich.

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Veröffentlicht am 21.03.2026

Gelungene Fortsetzung

Einsames Watt
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Buchmeinung zu Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz – »Einsames Watt«

»Einsames Watt« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist bereits der zwölfte ...

Buchmeinung zu Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz – »Einsames Watt«

»Einsames Watt« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist bereits der zwölfte Band um John Benthien und seine Kollegen.

Zum Autor:
Nina Ohlandt, ausgebildete Sprachlehrerin, arbeitete in vielen Berufen, bis sie zu ihrer wahren Berufung zurückfand: dem Krimischreiben. Ihre Nordsee-Krimireihe mit John Benthien als ermittelnden Kommissar war sensationell erfolgreich. Nina Ohlandt starb im Dezember 2020.
Die Krimireihe der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt wird von Jan F. Wielpütz fortgesetzt, der als Verlagslektor Krimi- und Thrillerautoren betreute und - teils unter Pseudonym - mehrere Bücher veröffentlichte, die auf der SPIEGEL-Bestsellerliste standen.

Zum Inhalt:
Auf Amrum wird ein herrenloses Segelschiff angetrieben und Fischer ziehen die Leiche einer Frau aus der Nordsee. John Benthien fühlt sich an einen alten Fall mit ähnlichen Merkmalen erinnert. Im Zuge der damaligen Ermittlungen verschwand sein Mentor Litmanen spurlos.

Meine Meinung:
Ich kannte diese Serie bereits und meine Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt. Thematisiert werden archäologischen Suchen und Schatzfunde im Wattenmeer. Neben den Kriminalfällen spielen auch Probleme im Privatleben der Ermittler eine umfangreiche Rolle. Die Figuren sind wie gewohnt mit Ecken und Kanten gezeichnet und bieten Raum für einige überraschende Wendungen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die sich getrennt entwickeln und erst spät wird ihr Zusammenhang deutlich. Manche Aktionen der Ermittler sind grenzwertig und dürften in der Realität so kaum vorkommen, sind für mich aber akzeptabel und nachvollziehbar. Durch die verschiedenen Perspektiven werden die Eigenheiten der Figuren und auch ihre Gefühle deutlich. Die Krimispannung baut sich langsam auf und nimmt im Verlauf deutlich zu. Die Ermittlergruppe funktioniert als Team auf beeindruckende Weise, auch wenn nicht jeder Beteiligte in Bestform ist. Dadurch wirken die Figuren realistisch und sympathisch. Es bedarf vieler Ermittlungsschritte bis sich dank der Hartnäckigkeit der Ermittler ein vollständiges Bild abzeichnet. Am Ende stehen zwei vollständig und nachvollziehbar gelöste Fälle und auch die Vorgänge um das Verschwinden von Kommissar Litmanen werden geklärt. Mein Lesevergnügen war auch dank der atmosphärischen Schreibweise hoch und die gelungene Mischung aus Fall und privaten Themen konnte mich wieder überzeugen.

Fazit:
Auch wenn es sicherlich nicht der beste Roman der Serie ist, so konnten mich John Benthien und seine Kollegen gut unterhalten. Figurenzeichnung und Plot sind überdurchschnittlich und haben mich zum Fan der Serie gemacht. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 24.02.2026

Gefährliche Erinnerungen

Die Tote von Nazaré
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Buchmeinung zu Miguel Silva – »Die Tote von Nazare«

»Die Tote von Nazare« ist ein Kriminalroman von Miguel Silva, der 2026 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Miguel Silva ist das Pseudonym ...

Buchmeinung zu Miguel Silva – »Die Tote von Nazare«

»Die Tote von Nazare« ist ein Kriminalroman von Miguel Silva, der 2026 bei Aufbau Taschenbuch erschienen ist.

Zum Autor:
Miguel Silva ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der bereits zahlreiche Kriminalromane geschrieben hat. Zudem war er viele Jahre als Lektor und Verlagsleiter tätig. Miguel Silva lebt im Rheinland und in einem kleinen Dorf in der Nähe von Nazaré.

Zum Inhalt:
Maren Berger, Hauptkommissarin aus Köln, wurde bei einem Banküberfall schwer verletzt und traumatisiert. Nun sucht sie Erholung in dem portugiesischen Küstenort Nazaré, stolpert aber über die Leiche einer jungen Frau. Da die Leiche kurz darauf verschwunden ist, beginnt sie zusammen mit Inspektor Ferreira zu ermitteln.

Meine Meinung:
Nach anfänglichen Problemen hat mich dieses Buch doch noch gut unterhalten. Ich brauchte ein wenig, um mich an die traumatisierte Hauptfigur zu gewöhnen. Maren Berger hat eine große Gedächtnislücke und ist im Umgang nicht ganz einfach, weil sie mit Ecken und Kanten gezeichnet ist. Die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt und ihr Bemühen, die Lücken zu schließen, ist spürbar. Doch dies ist ein langwieriger Prozess und Informationen dazu liefert ihre Schwester, die als Staatsanwältin arbeitet. Das Verhältnis zur Kölner Polizei ist belastet, auch wenn die Gründe dafür lange Zeit unklar bleiben. Die Entwicklung der Handlung erfolgt einerseits durch aktuelle Ereignisse in Portugal und andererseits durch wiederkehrende Erinnerungen und weitere Informationen, die sie aus Deutschland erhält. Inspektor Ferreira bleibt lange Zeit als Ermittler blass, wirkt aber auf Maren Berger als Womanizer. Mit der Ankunft eines Kölner Kommissars in Lazare nimmt die Handlung deutlich Fahrt auf und die Spannung steigt rapide. Maren Berger gerät in Lebensgefahr und das Team um Inspektor Ferreira zeigt überraschende Fähigkeiten. Die Handlung erreicht mit einem harten Showdown ihren Höhepunkt und dabei werden nahezu alle Fragen beantwortet. Die Auflösung ist vollständig und nachvollziehbar. Der Schreibstil ist atmosphärisch und die Gedanken und Emotionen der Protagonistin werden deutlich. Die Handlung ist komplex und bietet einige überraschende Wendungen.

Fazit:
Ein atmosphärischer Krimi aus einer beliebten Urlaubsregion in Portugal, der nach ruhigem Start merklich Fahrt aufnimmt. Mir hat der Titel gut gefallen und der Unterhaltungswert war hoch. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und gebe eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Fünf Erzählungen, die zum Nachdenken anregen

Der Fluss der Zeit
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Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«

»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.

Zum Autor:
Peter Bieri (geboren ...

Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«

»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.

Zum Autor:
Peter Bieri (geboren 23. Juni 1944 in Bern; gestorben 27. Juni 2023 in Berlin) war ein Schweizer Philosoph mit Beiträgen insbesondere zur Analytischen Philosophie, Erkenntnistheorie und Ethik. Ab 1995 wurde er unter dem Pseudonym Pascal Mercier vor allem als Autor von fünf literarischen Werken bekannt. Besonders erfolgreich war der Roman Nachtzug nach Lissabon.

Zum Inhalt:
Das Buch enthält die Erzählungen
- Die Übergabe
- Die Wohnung
- Warten auf den Befund
- Tödlicher Lärm
- Noch einmal die Mansarde

Meine Meinung:
Mich haben jede der fünf Geschichten beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Meist konnte ich mich in die Figuren hineinversetzen und ihre Situation nachvollziehen. Aus eigener Erfahrung hat mich das Warten auf den Befund besonders mitgenommen. Der Ton der fünf Erzählungen ist eher leicht dunkel und doch entsteht ein positiver Eindruck. Der alte Mann, der sich nur schwer von seinem Geburtshaus trennen kann, hatte etwas anrührendes. Der Zusammenhang zwischen Generösität und Dankbarkeit und die Auswirkungen auf die Beteiligten wird am Beispiel einer geschenkten Wohnung diskutiert. Tödlicher Lärm war die Erzählung, mit der ich wenig anfangen konnte. In der fünften Erzählung erlebt ein Professor, das die Erinnerungen manchmal mehr versprechen als die Realität bieten kann.
Jede der Erzählungen bot Ansätze zum eigenen Nachdenken und was kann man mehr von kurzen Erzählungen erwarten.

Fazit:
Fünf Erzählungen, die unspektakulär wirken, und mich doch zum Nachdenken gebracht haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Undercover als Komparse unterwegs

Seemannsgrab für Norderney
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Buchmeinung zu Dirk Trost – »Seemannsgrab für Norderney«

»Seemannsgrab für Norderney« ist ein Kriminalroman von Dirk Trost, der 2025 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zwölfte Fall für den Anwalt ...

Buchmeinung zu Dirk Trost – »Seemannsgrab für Norderney«

»Seemannsgrab für Norderney« ist ein Kriminalroman von Dirk Trost, der 2025 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zwölfte Fall für den Anwalt Jan de Fries.

Zum Autor:
Schon als kleiner Junge verbrachte Dirk Trost seine Sommerferien regelmäßig in Ostfriesland. Er schmökerte den Sommer über in den Abenteuergeschichten von Enid Blyton und Erich Kästner und an langen Winterabenden in den »verbotenen« Krimis seines Großvaters, die ganz hinten im Kleiderschrank versteckt waren. Was lag da näher, als selbst Kriminalromane zu schreiben? Es sollte 50 Jahre dauern, bis sich dieser Kindheitstraum erfüllte.

Zum Inhalt:
Jan de Fries wird zu einem Leichenfund im Hafen von Norddeich gerufen, weil seine Visitenkarte beider Leiche gefunden wurde. Ein weiterer Leichenfund führt ihn nach Norderney, wo er sich entschließt, eine Komparsenrolle in einem Historiendrama zu übernehmen.

Meine Meinung:
Anwalt Jan de Fries und Hauptkommissarin Doro Oldenburg arbeiten in diesem Fall harmonisch zusammen. Beide wirken sympathisch und können sich ihrer Haut wehren. Allerdings könnten beide Charaktere die ein oder andere Ecke oder Kante vertragen. Nordseeatmosphäre und Inselflair gibt es reichlich. Die Informationen zum Filmdreh mit all den Beteiligten fand ich interessant. Fast ausschließlich wird die Geschichte aus der Perspektive Jans erzählt, der hartnäckig Licht ins Dunkle zu bringen versucht und dabei einigen Geheimnissen auf die Spur kommt. Auch wenn die Spannung erst spät auf Touren kommt war dies kein Manko, da mich die Geschichte auch so gefesselt hat. Im Rahmen des gelungenen Showdowns wird Jan aus einer aussichtslosen Lage gerettet. Die Auflösung ist nachvollziehbar und vollständig. Der Schreibstil ist mit Humor durchsetzt und leicht verdaulich. Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten.

Fazit:
Ein atmosphärisch starker Kriminalroman mit zwei sympathischen Hauptfiguren fast ohne Ecken und Kanten. Ich wurde sehr gut unterhalten und bewerte den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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