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Veröffentlicht am 04.02.2026

Der Kalendermörder

Der Heimweg
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Jules springt für seinen besten Freund ein und übernimmt dessen Schicht beim Begleittelefon, als ein ungewöhnlicher Anruf eingeht. Die Anruferin Klara hatte eigentlich nicht vor, dort anzurufen – und sie ...

Jules springt für seinen besten Freund ein und übernimmt dessen Schicht beim Begleittelefon, als ein ungewöhnlicher Anruf eingeht. Die Anruferin Klara hatte eigentlich nicht vor, dort anzurufen – und sie ist auch nicht auf dem Weg nach Hause. Stattdessen befindet sie sich in akuter Gefahr. In den Medien ist bereits vom sogenannten Kalendermörder die Rede, und Klara ist überzeugt, dass er hinter ihr her ist.
Dank seiner Erfahrung aus dem Feuerwehr-Notdienst gelingt es Jules, fachlich ruhig und einfühlsam auf Klara einzuwirken. Schritt für Schritt beruhigt er die panische Frau und bleibt während ihrer Flucht am Telefon bei ihr. Dabei erfährt er von den grausamen Erlebnissen, die Klara in ihrer Kindheit, in ihrer Ehe und später in einer Privatklinik durchleiden musste.
Während Jules versucht, Klara Halt zu geben und sie sicher durch die Nacht zu begleiten, spitzt sich die Lage immer weiter zu. Als die Verbindung plötzlich abbricht, geraten nicht nur Klaras Situation, sondern auch Jules selbst in eine gefährliche Eskalation.


Beim Lesen habe ich mich zunächst immer wieder gefragt, wann die Spannung richtig einsetzt. Rückblickend war sie jedoch von Anfang an da – nur so fein und ausführlich aufgebaut, dass man es während des Lesens kaum bewusst wahrnimmt. Mit dem unerwarteten Plot-Twist fügt sich schließlich alles zusammen, und selbst die Passagen, die ich zuvor als zu detailliert empfunden hatte, erweisen sich als notwendig. Fast mit jedem neuen Kapitel entwickelte ich eine neue Theorie – nur um immer wieder „gefitzekt“ zu werden, wie ich es gern nenne.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Die Investition

Bis zum Mond
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Da-Hae ist unzufrieden mit ihrem Leben. In ihrem Job fühlt sie sich unterfordert und schlecht bezahlt, während sie gleichzeitig ihre Studienkredite abbezahlen muss. Privat sieht es kaum besser aus: Ihre ...

Da-Hae ist unzufrieden mit ihrem Leben. In ihrem Job fühlt sie sich unterfordert und schlecht bezahlt, während sie gleichzeitig ihre Studienkredite abbezahlen muss. Privat sieht es kaum besser aus: Ihre Wohnung ist winzig, beim Baden läuft das Wasser bis in den Wohnbereich, und da es keinen klar abgegrenzten Eingangsbereich gibt, wirkt alles ständig schmutzig und beengt. Der Alltag frustriert sie, und das Gefühl, auf der Stelle zu treten, wird immer stärker.
Als eine Freundin von Kryptowährungen erzählt, wird Da-Haes Interesse geweckt. Neugierig beginnt sie, selbst zu investieren – zunächst vorsichtig. Unerwartet laufen die Geschäfte gut, so gut sogar, dass sie einen weiteren Kredit aufnimmt, um neben ihren Ersparnissen noch mehr Geld investieren zu können. Langsam verändert sich ihr Leben: Da-Hae verfolgt ständig die Kurven der Kurse, gönnt sich bessere Lebensmittel und muss nicht mehr ausschließlich zum billigsten Produkt greifen. Doch mit dem wachsenden Erfolg wächst auch die Anspannung – denn jederzeit könnte alles zusammenbrechen.


Die Geschichte ist mitreißend erzählt. Mit jeder neuen Kursbewegung, die Da-Hae überprüft, rechnet man als Leser damit, dass gleich alles kippt. Unwillkürlich beginnt man sogar selbst zu überlegen, ob man diesen Weg nicht auch einmal ausprobieren sollte. Das Trio der drei Freundinnen ist sehr angenehm dargestellt: Auch wenn man sie nicht besonders tiefgehend kennenlernt, wirken sie authentisch und glaubwürdig. Das Buch liest sich flüssig und leicht, bietet jedoch keine großen Abenteuer oder romantischen Höhenflüge. Wer genau das sucht, sollte zu einer anderen Lektüre greifen – für eine realistische, moderne Geschichte über Hoffnung, Risiko und Alltag ist dieses Buch jedoch sehr gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2026

Missverständnisse

Where Good Girls go to Die (Good Girls 1)
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Livs Leben gerät aus den Fugen, als sie bei einem Junggesellenabschied ausgerechnet von ihrem Bruder und dessen Freunden als Stripperin erkannt wird. Kurz darauf heiratet auch noch ihr Jugend­schwarm – ...

Livs Leben gerät aus den Fugen, als sie bei einem Junggesellenabschied ausgerechnet von ihrem Bruder und dessen Freunden als Stripperin erkannt wird. Kurz darauf heiratet auch noch ihr Jugend­schwarm – und Liv sieht sich gezwungen, arbeitslos in ihre alte Heimat zurückzukehren. Ausgerechnet dorthin, wo auch er lebt. Vor vier Jahren hat er sie so tief verletzt, dass sie bis heute mit den Folgen kämpft und schließlich in der Stripclub-Szene gelandet ist.
Ein alter Freund bietet Liv schließlich einen Neuanfang an: einen Job als Empfangskraft in seinem Tattoostudio. Dankbar nimmt sie das Angebot an – ohne zu ahnen, dass ihr früherer Schwarm Teilhaber des Studios ist und dort ebenfalls arbeitet. Die Begegnung reißt alte Wunden auf, denn zwischen den beiden liegt eine spürbare, unausgesprochene Anziehung in der Luft. Eine Spannung, die nicht unbemerkt bleibt – schon gar nicht von seiner Verlobten.


Der Schreibstil ist sehr angenehm und macht den Einstieg in die Geschichte leicht. Durchgehend bleibt man gut in der Handlung, ohne den Faden zu verlieren. Erzählt wird aus zwei Perspektiven und auf zwei Zeitebenen, sodass man Stück für Stück erfährt, was vor vier Jahren geschehen ist. Diese Struktur sorgt für Spannung und Tiefe. Die Charaktere sind sympathisch und greifbar, auch wenn Liv sich mit ihren Entscheidungen oft selbst im Weg steht. Die Enthüllung der Ereignisse aus der Vergangenheit kam für mich anders als erwartet – mehr möchte ich dazu jedoch nicht sagen, um niemandem die Spannung zu nehmen. Insgesamt haben mich Story und Atmosphäre überzeugt, sodass ich das Buch sehr gern gelesen habe.

Veröffentlicht am 16.01.2026

Das Nachsitzen

ONE OF US IS LYING
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Simon ist der Betreiber eines äußerst beliebten Gossip-Blogs und kennt die Geheimnisse seiner Mitschüler nur zu gut. Als er eines Tages gemeinsam mit vier weiteren Schülern zum Nachsitzen verdonnert wird, ...

Simon ist der Betreiber eines äußerst beliebten Gossip-Blogs und kennt die Geheimnisse seiner Mitschüler nur zu gut. Als er eines Tages gemeinsam mit vier weiteren Schülern zum Nachsitzen verdonnert wird, geschehen merkwürdige Dinge. Am Ende dieses Tages ist Simon tot. Schnell geraten die vier Mitschüler unter Verdacht, etwas mit seinem Tod zu tun zu haben.
Als kurz darauf neue Blogeinträge veröffentlicht werden, spitzt sich die Lage dramatisch zu: Die Posts enthüllen ausgerechnet die intimsten Geheimnisse der vier Verdächtigen. Damit geraten sie noch stärker ins Visier der Ermittler und ihres Umfelds. Ihr Leben verändert sich schlagartig – sie werden ausgegrenzt, gemieden und als mörderische Gruppe abgestempelt.
Doch die vier wollen diese Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. Obwohl sie sich kaum kennen und einander kaum vertrauen, beginnen sie, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stoßen sie auf immer neue Verdächtige und müssen feststellen, dass fast jeder an der Schule ein Motiv gehabt haben könnte.

Ich habe die Serie bereits vor einiger Zeit gesehen und kannte daher einige Wendungen. Dennoch hat das dem Buch keineswegs die Spannung genommen. Im Gegenteil: Auch für Leserinnen und Leser, die die Serie kennen, lohnt sich das Buch, da das Ende anders gestaltet ist.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Es gibt Charaktere, die man sofort ins Herz schließt, und andere, die bewusst nervig angelegt sind – doch alle erfüllen eine wichtige Rolle in der Geschichte. Besonders gelungen fand ich die Vielzahl an möglichen Tätern, die zum Miträtseln einlädt und die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Die App

Erebos 2
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Als Nick auf seinem Smartphone ein bekanntes Symbol sieht – ein rotes „E“ –, hält er es zunächst für Zufall. Doch schon bald wird ihm klar, dass Erebos ihn gefunden hat. Das Spiel, das einst harmlos begann, ...

Als Nick auf seinem Smartphone ein bekanntes Symbol sieht – ein rotes „E“ –, hält er es zunächst für Zufall. Doch schon bald wird ihm klar, dass Erebos ihn gefunden hat. Das Spiel, das einst harmlos begann, hat sich weiterentwickelt und wirkt gefährlicher als je zuvor. Jede Entscheidung hat Konsequenzen, jede Nachricht kann zum Rätsel werden – und hinter dem Bildschirm verbirgt sich mehr, als Nick sich vorstellen kann.
Der sechzehnjährige Derek hingegen reagiert zunächst gelassen, als das rote „E“ auf seinem Handy aufleuchtet. Ein kurzer Moment des Misstrauens genügt, doch dann erkennt er, dass er längst selbst Teil des Spiels geworden ist. Er ist nicht nur Spieler, sondern Spielfigur. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel verschwimmen, und bald merkt Derek, dass er in einem gefährlichen Netz aus Aufgaben, Intrigen und Geheimnissen gefangen ist. Alles, was er für sicher hielt, ist plötzlich in Frage gestellt.

Das Buch hält die Spannung durchgehend hoch, auch wenn die Szenen innerhalb des Spiels manchmal ermüdend wirken. Hier passiert oft wenig für die eigentliche Handlung, und man sehnt sich nach Momenten in der realen Welt, in denen die Story voranschreitet. Dennoch überzeugt der Plot: Der Twist am Ende ist sogar noch überraschender als im ersten Band.
Besonders schön ist das Wiedersehen mit bekannten Charakteren, die man bereits aus Band 1 kennt. Gleichzeitig werden neue Figuren eingeführt, die sympathisch, vielschichtig und interessant sind. Das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu bringt frischen Wind in die Geschichte.
Insgesamt ist der zweite Band spannend und packend, auch wenn einige Passagen innerhalb des Spiels etwas langatmig wirken. Die Mischung aus bekannten Elementen, neuen Wendungen und überraschenden Enthüllungen sorgt dafür, dass Fans der Reihe gut unterhalten werden und neugierig bleiben, wie sich die Geschichte im nächsten Band entwickelt.