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Veröffentlicht am 28.03.2026

Atmosphärisch - gelungener Reihenauftakt

Die weiße Nacht
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Wir tauchen ein in den Hungerwinter 1946. Der Krieg ist zwar vorbei, aber das Land liegt in Schutt und Asche und die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Das letzte Hab und Gut wird gegen etwas ...


Wir tauchen ein in den Hungerwinter 1946. Der Krieg ist zwar vorbei, aber das Land liegt in Schutt und Asche und die Menschen versuchen irgendwie zu überleben. Das letzte Hab und Gut wird gegen etwas Essbares eingetauscht. Glücklich sind die, die Verbindungen haben.

Auch Lou versucht sich und ihren Mitbewohner Bruno am Leben zu halten. Mit ihrer Leica macht sie Fotos, die sie bestenfalls an ein Magazin verkaufen kann. Sie entdeckt in den Ruinen eine Frauenleiche und fotografiert sie. Kommissar König übernimmt den Fall und wird dieses Bild beschlagnahmen. Er hat ein Auge im Krieg verloren, war in Gefangenschaft, weil er einen Befehl verweigert hat, doch er ist nicht zum Unmenschen geworden, und das ist viel wert.

Dieser historische Krimi hat ein sehr langsames Erzähltempo aber dafür taucht man ganz tief in diese Nachkriegswelt ein. Die Leiche bleibt nicht die Einzige, und trotz widrigster Umstände erschließen sich dem Kommissar und der Fotografin die Zusammenhänge der Taten nach und nach.

Lou und Kommissar König werden in den Folgebänden sicherlich zu einem perfekten Team. Ich mochte die Sprache dieses Romans und auch die Figurenzeichnung ist Anne Stern gut gelungen.. Die Symbiose zwischen Krimi und historischem Roman hat mich überzeugen können . Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und hoffe es dauert nicht zu lange bis Teil 2 erscheint.

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Veröffentlicht am 13.03.2026

Wenn die eigene Schwester verschwindet

So ist das nie passiert
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Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie ...

Von einem Tag auf den anderen verschwindet Laika aus ihrem Elternhaus. Man geht von einer Entführung aus, doch auch 20 Jahre später bleibt Willa’s Schwester verschwunden. Willa hat in all den Jahren nie die Hoffnung aufgegeben, ihre Schwester könnte noch leben. Bei einem Abendessen im Freundeskreis hat sie plötzlich das untrügliche Gefühl, bei der neuen Freundin einer der Gäste könnte es sich um Laika handeln. Ob sie das richtig erkannt hat, oder ob ihre Gefühle mit ihr durchgegangen sind, wird natürlich nicht verraten.

Der Roman, der aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und in dem wir nach und nach immer mehr über Willa‘s Familie und ihren Freundeskreis erfahren, entwickelt mit dem Fortschreiten der Geschichte einen immer größeren Sog und wird immer spannender.

Ich empfand starke Empathien für einzelne Charaktere und ebenso starke Antipathien gegen andere.

Es fiel mir zwar am Anfang etwas schwer in das Buch hineinzufinden aufgrund vieler Personen und immer wieder wechselnder Perspektiven, aber es hat sich wirklich gelohnt dranzubleiben. Die Autorin hat einen wirklich klug konstruierten Spannungsroman geschrieben, den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Atmosphärisch

Die Hummerfrauen
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Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist ...

Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist und auf ihre Freundin Julie, Anfang 50, die natürlich ebenfalls im Hummerbusiness tätig ist. Die dritte Frau ist Mina, die als Kind mit den Eltern regelmäßig auf der Nachbarinsel ihre Ferien verbracht hat. Sie reist als erwachsene Frau erneut auf die Insel und verunglückt mit ihrem Kajak direkt vor der Küste. Man bringt sie in Ann‘s Haus, wo sich sowohl Ann als auch Julie ihrer annehmen.

Auch Mina bekommt die Chance zu erleben wie es auf einem Hummerfischerboot zugeht und sie fühlt sich Tag für Tag ein Stück mehr zu Hause in Stone Harbour.

Viele Menschen kennt Mina noch aus der Vergangenheit unter anderem ihren Kindheitsfreund Sam, der immer noch auf der Insel lebt und mit dem sie sofort wieder eine Verbindung spürt als sie ihn wiedersieht. Doch es sind auch schlimme Dinge passiert damals, die dazu geführt haben, dass Mina‘s Familie die Insel auf einmal als Urlaubsort gemieden hat.

Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch, so dass man dieses Hummerdorf wirklich vor Augen hatte und das Meer fast schon riechen konnte. Die Charakterzeichnung ist Beatrix Gerstberger auch besonders gut gelungen. Ich mochte die etwas spröde, sehr direkte Art von Ann und die fröhliche, fürsorgliche und schlagfertige Julie. Aber auch Mina, Sam und die Nebencharaktere waren stimmig für mich.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte hineinzufinden. Die vielen Personen und Zeitsprünge waren zunächst verwirrend und haben den Lesefluss etwas gebremst.

Es war am Ende aber ein Buch mit ganz viel Herzenswärme, mit Tiefe und auch mit Humor, dass mich gut unterhalten hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Make Revanche sexy again

Das Signal
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Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall ...


Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall im eigenen Weinkeller ein Bein verloren. Das ist ein Schock, aber sie erholt sich erstaunlich schnell und ist fest entschlossen mit allen Hilfsmitteln, die es heute so gibt zügig in ihr Leben zurückzufinden. Gegen ihren Willen hat ihr Mann Adam schon eine Pflegerin ( Ottilia aus Rumänien) eingestellt, die Viola am liebsten ganz schnell wieder loswerden möchte.

Fast könnte man meinen, sie wäre hauptsächlich zu ihrer Bewachung eingestellt worden. Der Eindruck verstärkt sich, als auch Adam sich immer seltsamer verhält und stark daran interessiert zu sein scheint, dass sie schön im Gästezimmer im Erdgeschoss bleibt.

Wozu gibt es das Internet, wenn man es sich nicht zu nutzen machen könnte, denkt Viola und bestellt sich kleine Minitracker, mit deren Hilfe sie ihren Mann tracken kann, um so herauszufinden, was hier gespielt wird.

Natürlich hat auch Viola noch ein dunkles Geheimnis.

Ich fand‘s spaßig wie Viola sich nicht hat unterkriegen lassen und ihre Widersacher mit Witz und Verstand immer wieder ausgetrickst hat. Vielleicht war es nicht ganz glaubwürdig wie gelassen sie mit dem Verlust ihres Beines umgegangen ist, aber was soll’s. Ich mochte das Hörbuch , gelesen von der wunderbaren Tessa Mittelstädt wirklich gern. Auch wenn Thriller draufsteht, es war ein sehr unterhaltsamer Spannungsroman. Toll finde ich bei Ursula Poznanski immer, dass sie neueste Technik in ihre Geschichten mit einbindet. Sie hat da ein gutes Gespür finde ich.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Viele überraschende Wendungen

Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden
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Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, ...

Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, dass eine junge Mutter nicht vom Joggen zurückkehrt und bald als vermisst gemeldet werden muss. Noch beunruhigender, dass kurz darauf eine weitere Frau und ihre sechsjährige Tochter verschwinden. Die Polizei tappt im Dunkeln, während die Autorin den Blick der Leser auf einen dunklen Keller lenkt , in dem ein Mädchen seit langer Zeit gefangen gehalten wird.

Immer wieder springt die Handlung von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Plötzlich taucht nach 11 Jahren die verschwundene Delilah wieder auf. Was ist passiert und hängen die Fälle der verschwundenen Frauen irgendwie zusammen? Die Autorin deckt immer mal wieder ein Puzzleteilchen dieser Geschichte auf und führte zumindest mich als Leserin beim Miträtseln konsequent in die nächste Sackgasse. So blieb es für mich die ganze Zeit spannend und das Ende war durchaus überraschend.

Vielleicht war dieser Thriller teilweise ein bisschen konstruiert, aber mich hat die Geschichte abgeholt und wunderbar unterhalten.

Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen und hatte großen Spaß an der gelungenen Vertonung.

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