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Veröffentlicht am 08.03.2026

Atmosphärisch

Die Hummerfrauen
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Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist ...

Die Geschichte hat schon mal ein traumhaftes Setting wie ich finde. In Maine, auf der fiktiven Insel Stone Habour treffen wir auf Ann, die mit ihren 72 Jahren die älteste Hummerfischerin des Ortes ist und auf ihre Freundin Julie, Anfang 50, die natürlich ebenfalls im Hummerbusiness tätig ist. Die dritte Frau ist Mina, die als Kind mit den Eltern regelmäßig auf der Nachbarinsel ihre Ferien verbracht hat. Sie reist als erwachsene Frau erneut auf die Insel und verunglückt mit ihrem Kajak direkt vor der Küste. Man bringt sie in Ann‘s Haus, wo sich sowohl Ann als auch Julie ihrer annehmen.

Auch Mina bekommt die Chance zu erleben wie es auf einem Hummerfischerboot zugeht und sie fühlt sich Tag für Tag ein Stück mehr zu Hause in Stone Harbour.

Viele Menschen kennt Mina noch aus der Vergangenheit unter anderem ihren Kindheitsfreund Sam, der immer noch auf der Insel lebt und mit dem sie sofort wieder eine Verbindung spürt als sie ihn wiedersieht. Doch es sind auch schlimme Dinge passiert damals, die dazu geführt haben, dass Mina‘s Familie die Insel auf einmal als Urlaubsort gemieden hat.

Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen. Die Autorin schreibt sehr atmosphärisch, so dass man dieses Hummerdorf wirklich vor Augen hatte und das Meer fast schon riechen konnte. Die Charakterzeichnung ist Beatrix Gerstberger auch besonders gut gelungen. Ich mochte die etwas spröde, sehr direkte Art von Ann und die fröhliche, fürsorgliche und schlagfertige Julie. Aber auch Mina, Sam und die Nebencharaktere waren stimmig für mich.

Zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan in die Geschichte hineinzufinden. Die vielen Personen und Zeitsprünge waren zunächst verwirrend und haben den Lesefluss etwas gebremst.

Es war am Ende aber ein Buch mit ganz viel Herzenswärme, mit Tiefe und auch mit Humor, dass mich gut unterhalten hat und das ich sehr gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Make Revanche sexy again

Das Signal
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Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall ...


Bis auf einen Ausreißer sind die Bücher von Ursula Poznanski für mich immer schon eine sichere Bank gewesen.

Auch mit ihrer neuesten Geschichte hatte ich wieder viel Spaß.

Viola hat bei einem Unfall im eigenen Weinkeller ein Bein verloren. Das ist ein Schock, aber sie erholt sich erstaunlich schnell und ist fest entschlossen mit allen Hilfsmitteln, die es heute so gibt zügig in ihr Leben zurückzufinden. Gegen ihren Willen hat ihr Mann Adam schon eine Pflegerin ( Ottilia aus Rumänien) eingestellt, die Viola am liebsten ganz schnell wieder loswerden möchte.

Fast könnte man meinen, sie wäre hauptsächlich zu ihrer Bewachung eingestellt worden. Der Eindruck verstärkt sich, als auch Adam sich immer seltsamer verhält und stark daran interessiert zu sein scheint, dass sie schön im Gästezimmer im Erdgeschoss bleibt.

Wozu gibt es das Internet, wenn man es sich nicht zu nutzen machen könnte, denkt Viola und bestellt sich kleine Minitracker, mit deren Hilfe sie ihren Mann tracken kann, um so herauszufinden, was hier gespielt wird.

Natürlich hat auch Viola noch ein dunkles Geheimnis.

Ich fand‘s spaßig wie Viola sich nicht hat unterkriegen lassen und ihre Widersacher mit Witz und Verstand immer wieder ausgetrickst hat. Vielleicht war es nicht ganz glaubwürdig wie gelassen sie mit dem Verlust ihres Beines umgegangen ist, aber was soll’s. Ich mochte das Hörbuch , gelesen von der wunderbaren Tessa Mittelstädt wirklich gern. Auch wenn Thriller draufsteht, es war ein sehr unterhaltsamer Spannungsroman. Toll finde ich bei Ursula Poznanski immer, dass sie neueste Technik in ihre Geschichten mit einbindet. Sie hat da ein gutes Gespür finde ich.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Viele überraschende Wendungen

Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden
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Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, ...

Eher zufällig bin ich an diese Geschichte geraten und hatte gar keine großen Erwartungen.

Das Setting ist eine amerikanische Vorstadt mit einer auf den ersten Blick netten Nachbarschaft. Beunruhigend, dass eine junge Mutter nicht vom Joggen zurückkehrt und bald als vermisst gemeldet werden muss. Noch beunruhigender, dass kurz darauf eine weitere Frau und ihre sechsjährige Tochter verschwinden. Die Polizei tappt im Dunkeln, während die Autorin den Blick der Leser auf einen dunklen Keller lenkt , in dem ein Mädchen seit langer Zeit gefangen gehalten wird.

Immer wieder springt die Handlung von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Plötzlich taucht nach 11 Jahren die verschwundene Delilah wieder auf. Was ist passiert und hängen die Fälle der verschwundenen Frauen irgendwie zusammen? Die Autorin deckt immer mal wieder ein Puzzleteilchen dieser Geschichte auf und führte zumindest mich als Leserin beim Miträtseln konsequent in die nächste Sackgasse. So blieb es für mich die ganze Zeit spannend und das Ende war durchaus überraschend.

Vielleicht war dieser Thriller teilweise ein bisschen konstruiert, aber mich hat die Geschichte abgeholt und wunderbar unterhalten.

Ich hatte das Buch als Hörbuch vorliegen und hatte großen Spaß an der gelungenen Vertonung.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Gestörtes Mutter - Tochter Verhältnis

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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„ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung.
Die ...

„ Bei euch ist es immer so unheimlich still“ , dieser Roman mit dem etwas sperrigen ( superlangen) Titel handelt vom Zurückkommen, vom Neubeginn und dem Aufarbeiten einer gestörten Mutter -Tochter Beziehung.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt und führt die Leser in die Nachkriegszeit zurück bis in die 70er Jahre und in die Gegenwart von 1989 bis zum Fall des DDR Regimes.

Silvia kehrt ihrer Westberliner WG den Rücken. Mit dem „ geliehenen“ Polo eines WG Mitbewohners macht sie sich auf den Weg ins schwäbische Ildingen und taucht nach Jahren der Abwesenheit im Haus ihrer Mutter auf und präsentiert ihr die Enkeltochter Hannah. Ohne diesen kleinen Menschen hätte Silvia diesen Schritt wohl nicht gewagt. Es ist zu viel passiert zwischen Mutter und Tochter.

Evelyn hat in den 1950er Jahren als Ärztin im Krankenhaus gearbeitet, keine Selbstverständlichkeit für eine Frau in dieser Zeit. Mit der Geburt ihrer Tochter war ihre Karriere dann allerdings vorbei und sie wurde Hausfrau in der Kleinstadt Ildingen im eigenen Haus mit spießiger Nachbarschaft.
Und dann ist da noch Betti ihre Freundin und inzwischen Schwägerin, ein quirliger, unverheirateter Freigeist. Betti sagt was sie denkt, kümmert sich nicht ums Gerede und kurvt mit ihrem roten Flitzer viel zu schnell durch die Gegend, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird. Betti und Evelyn, das war einmal ein untrennbares Gespann, doch die Freundschaft hat gelitten seit Evelyn Karl geheiratet hat.

In der Geschichte war mir Silvia auf jeden Fall näher als die schweigsame Evelyn. Ich hatte mit Silvia auch viele Nostalgiemomente, die ich sehr genossen habe. Auch wenn der Roman ein 2.Teil ist, kann man ihn unabhängig vom ersten Buch gut lesen. Ich mochte Teil 1 und habe auch die Fortsetzung sehr gerne gelesen. Der flotte , unterhaltsame Schreibstil lässt einen beim Lesen durch die Seiten fliegen.
Betti war auf jeden Fall eine Lieblingsfigur. Sie hat das verstaubte Ildingen ordentlich aufgemischt. Bei den Nebenfiguren waren mir Monika und Rüdiger sehr sympathisch, Schulfreunde von Silvia, denen sie bei ihrer Rückkehr in die Heimat wiederbegegnet.

Wer Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen mag, der wird sicherlich Freude an der Geschichte haben. Zur Vertiefung gerne beide Bücher lesen!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein Dorfroman mit starken Frauen

Die Riesinnen
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Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen ...

Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen von den anderen Dorfbewohnern, groß, schlank und rothaarig sticht jede von ihnen aus der Menge heraus.
Mit Liese beginnt die Geschichte in den 60er Jahren. Sie begeht einen schweren Fehler indem sie Bernhard heiratet, wohl aus Gründen der Vernunft und nicht aus Liebe. Bernhard soll die elterliche Metzgerei einmal übernehmen , ein einträgliches Geschäft um die junge Familie zu ernähren. Als sich Nachwuchs einstellt , ist es ein Mädchen, nicht der vom Vater erhoffte Sohn. Liese liebt ihre kleine Cora doch Bernhard wird immer unerträglicher, schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Nach seinem unerwarteten Tod übernimmt Liese die Metzgerei und muss sich das Handwerk und den Respekt der Belegschaft mühsam erarbeiten.
Wie gerne wäre sie weggegangen aus dieser dörflichen Enge, doch sie bleibt aus Verantwortung für ihre Tochter.
Diese wächst zu einer ebenfalls hochgewachsenen Rothaarigen heran, wird in der Schule fürchterlich gemobbt und hat ebenfalls den Wunsch als junge Erwachsene das Dorf weit hinter sich zu lassen. Doch es kommt anders. Cora kehrt schwanger zurück nach Wittenmoos und bringt ihre Tochter zur Welt und wir als Leser wechseln ein weiteres Mal die Perspektive und verfolgen die Entwicklung von Eva, vom Kind zur erwachsenen Frau.
Es gelingt der Autorin gekonnt sich aus dem Leben der Einen herauszuschleichen, um dann mit der Geschichte der Tochter und später mit der Enkelin weiterzuerzählen.Hannah Häffner schreibt sehr bildhaft und poetisch, aber oft auch sehr puristisch.
Sie thematisiert die Heimat im Unterschied zum Zuhause und formuliert unglaublich viele schöne Sätze, die man sich unbedingt merken möchte. Man spürt beim Lesen besonders die Verbundenheit mit der Natur bei allen drei Frauen. Der Wald ist immer wieder eine Kraftquelle, wenn man am Leben mal wieder verzweifeln könnte.

„ Ein Ort, an den man gehört, auch wenn man ihn sich nicht ausgesucht hat. Was ist Heimat, wenn nicht eine Zuflucht vor einer Angst, die du ohne sie nicht hättest?“

Am Ende fand ich es fast schade „die Riesinnen“ schon verlassen zu müssen.
Es war ein runder Schluß, bei dem alle offenen Fragen noch geklärt wurden.
Leseempfehlung!

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