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Veröffentlicht am 23.03.2026

Toxische Anziehung

Ultramarin
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Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "Ultramarin". Das Setting mit Ferienhaus am Meer und sommerlichen Stimmung klang erstmal sehr vielversprechend. Ich hatte das Gefühl, dass ...

Meine Meinung

Ich war aufgrund des Klappentextes neugierig auf "Ultramarin". Das Setting mit Ferienhaus am Meer und sommerlichen Stimmung klang erstmal sehr vielversprechend. Ich hatte das Gefühl, dass es ein ruhiger, vielleicht etwas poetischer Roman mit ein paar kleinen Geheimnissen wird. Diese Erwartung wurde auch teilweise erfüllt – vor allem, was die Atmosphäre angeht. Die Beschreibungen von Hitze, Meer und dem Ferienhaus fand ich wirklich gelungen, ich konnte mich gut hineinversetzen.

Gleichzeitig hat sich aber relativ schnell gezeigt, dass unter dieser Oberfläche ziemlich viel Spannung steckt. Die "Beziehung" zwischen Lou und Raf war für mich dabei der zentrale Punkt und auch unerträglich beinahe zu lesen. Die toxische Art von Raf, die Situationen aus denen man Lou am liebsten herausziehen möchte. Lou liebt Raf so sehr und gibt sich immer mehr auf. Lou ist unsicher, teilweise panisch wenn Raf nicht in seiner Nähe ist / verschwindet. Raf ist narzisstisch und manipulativ und sieht Lou als Besitz. Er macht sich Späße aus der Panik von Lou.

Eigentlich wäre Sophie, Rafs Schwester mit in den Urlaub gefahren, nun fährt nur Nora, ihre Freundin mit und mit Nora verändert sich für mich die ganze Stimmung noch einmal. Durch sie gerät alles aus dem Gleichgewicht, und die ohnehin schon fragile Situation kippt langsam. Spätestens als Nora verschwindet, bekommt die Geschichte für mich eine ganz andere Qualität. Wie ein düsterer Schleier der sich ausbreitet.

Es werden immer wieder Handlungsstränge aus der Vergangenheit gezeigt, was ich sehr positiv fand. Mit jedem Rückblick erfährt man ein mehr von dieser toxischen Beziehung und aufgrund des Prologs bereits klar, dass es nicht gut enden wird.

Die Geheimnisse, die verdrängt wurden, und ans Licht gekommen sind haben zusätzlich für Spannung gesorgt. Das Ende war überraschend!

Die Thematik / der Abschnitt mit dem Brand, die dann doch keine Rolle mehr gespielt zu haben schien, hat für mich Fragezeichen aufgeworfen.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, die Sätze knapp und direkt und dies trägt viel zur Stimmung bei.

Insgesamt ist "Ultramarin" für mich ein solides Buch mit starken Momenten, vor allem was die Stimmung und die Darstellung von zwischenmenschlichen Abhängigkeiten angeht.


Klappentext

Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort?


Über die Autorin

Ann-Christin Kumm Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. "Ultramarin" ist ihr erster Roman. (Quelle Hanser)

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Veröffentlicht am 02.03.2026

leise, eindringliche Familiengeschichte

Das gute Leben
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Meine Meinung

"Das gute Leben" ist ein ruhiger, nachdenklicher Generationenroman über vier Frauen, deren Leben zwischen Rumänien und Deutschland miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Christina, ...

Meine Meinung

"Das gute Leben" ist ein ruhiger, nachdenklicher Generationenroman über vier Frauen, deren Leben zwischen Rumänien und Deutschland miteinander verwoben sind. Im Mittelpunkt steht Christina, die nach dem Tod ihrer Großmutter Anni in das alte Haus zurückkehrt. Wir begleiten sie und die ganzen Erinnerungen die ihr geblieben sind.

Die Atmosphäre des Spätsommers, die reifen Trauben im Garten, das langsame Öffnen der Vergangenheit fand ich gut umgesetzt. Man erfährt mehr, auch die Art, wie Annis Leben sichtbar wird ist toll umgesetzt. Ihre Flucht aus Rumänien, ihr Neubeginn in Deutschland, die harte Arbeit beim Quelle‑Versand, das Alleinsein, das Pflichtgefühl ... Ich habe beim Lesen oft gedacht, wie viel Kraft in einem Leben stecken kann, das von außen unspektakulär wirkt.

Die Sprache des Romans empfand ich als ruhig, klar und flüssig und teilweise poetisch. Schön fand ich auch, dass der Titel des Buches sich in mir in eine Frage gewandelt hatte, nämlich: Was bleibt von einem Leben? Was geben wir weiter? Und was bedeutet es überhaupt, ein „gutes Leben“ geführt zu haben?

Am Ende blieb bei mir ein Gefühl von Wehmut, aber auch von Dankbarkeit. Der Roman hat mich daran erinnert, wie sehr die Geschichten unserer Mütter und Großmütter in uns weiterleben, selbst wenn wir sie erst spät wirklich verstehen. Und vielleicht geht es vielen Leser:innen auch wie mir, dass man durch das Buch wieder an seine Großeltern (und die, die das Glück haben durftern die Urgroßeltern noch kennenzulernen auch an diese) zurückzudenken. Der Roman wirkt durch Atmosphäre und viele Erinnerungen, weniger durch Handlung.



Über die Autorin

Nadine Schneider, geboren 1990 in Nürnberg, stammt aus einer rumäniendeutschen Familie. Sie studierte Musikwissenschaft und Germanistik in Regensburg, Cremona und Berlin. Ihr erster Roman »Drei Kilometer« wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda. 2021 las sie beim Ingeborg-Bachmann-Preis. Im selben Jahr erschien ihr zweiter Roman »Wohin ich immer gehe«. Nadine Schneider lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Nürnberg.

Quelle: Verlag / vlb

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Perfekte Illusion und dunkle Wahrheit - Pass auf wen du datest

Der Freund – Ist er dein Traumpartner oder dein Killer?
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Meine Meinung

Nachdem Freida McFadden in relativ kurzer Zeit sehr viele Bücher geschrieben hat und diese auch hochgelobt wurden, war ich selbst neugierig und mein erstes Buch von ihr ist "Der Freund" ...

Meine Meinung

Nachdem Freida McFadden in relativ kurzer Zeit sehr viele Bücher geschrieben hat und diese auch hochgelobt wurden, war ich selbst neugierig und mein erstes Buch von ihr ist "Der Freund" geworden.

Das Buch hat mich gut unterhalten, aber nicht vollständig überzeugt. Die Grundidee funktioniert und besonders die kurzen Kapitel, die abwechselnd zwischen Gegenwart und Vergangenheit geschildert werden und die Cliffhanger haben dafür gesorgt, dass ich schnell durch die Seiten geflogen bin /gehört habe. Die unterschwellige Atmosphäre aus Misstrauen und Unsicherheit ist gut umgesetzt, und die Autorin versteht es, Zweifel zu säen und falsche Fährten zu legen.

Trotzdem blieb für mich ein gewisser Abstand zur Hauptfigur. Die Rückblenden sind spannend, aber teilweise vorhersehbar, und der große Twist am Ende hat mich nicht umgehauen.

Insgesamt ist "Der Freund" ein solider, leicht zu lesender Thriller mit guter Spannung. Wer schnelle Unterhaltung und psychologische Spielchen mag, wird auf seine Kosten kommen.

Die Sprecherstimmen (Yeşim Meisheit, Nicolás Artajo) sind sehr angenehm.

Über die Autorin

Mit ihrer Gabe für überraschende Twists und packende psychologische Spannung ist der US-amerikanischen Ärztin und Bestsellerautorin Freida McFadden in kürzester Zeit der internationale Durchbruch gelungen. Nach dem phänomenalen Erfolg von »Wenn sie wüsste« stürmte sie mit ihren darauf folgenden Thrillern gleich an die Spitze der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihre Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie und einer schwarzen Katze lebt Freida McFadden in einem jahrhundertealten Haus mit knarzenden Treppen und Blick auf das Meer. Quelle Penguin

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Trügerischer Frieden

Die Toten von nebenan
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Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich ...

Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich funktioniert, weil sie eine unangenehme Nähe erzeugt. Gerade diese Alltäglichkeit macht den Stoff zunächst interessant.

Während des Lesens hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Geschichte eher auf Tempo als auf Tiefe setzt. Die Spannung ist da, aber sie bleibt für mich auf einer recht gleichmäßigen Ebene. Figuren und Motive werden angerissen, ohne dass sie mich wirklich lange beschäftigt hätten. Ich war neugierig auf die Auflösung.

Am Ende bleibt für mich ein solides, kurzweiliges Buch, das unterhält, ohne lange nachzuwirken. Die Toten von nebenan hat mich nicht enttäuscht, aber auch nicht überrascht. Es ist ein Roman für zwischendurch, der schnell gelesen ist und danach wieder Platz für das nächste Buch macht.


Klappentext

Nach einem Fahrradunfall kehrt Frau Löffler nach Hause zurück – und findet ihr Viertel völlig verändert vor. Erst trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn, dann steht auch noch ihre tote Großmutter in der Tür! Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Im Jenseits hausen die Toten – für die Lebenden unsichtbar – in ihren alten Häusern und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch der trügerische Frieden wird zum Höllenritt, als der charmante Herr Tober ins Viertel zieht und den Toten ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie die Lebenden aus dem Viertel vertreiben. Der Preis? Nur ein wenig Angst und Schrecken …


Über die Autorin

Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt. Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca. 1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich. Quelle LB


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Veröffentlicht am 05.11.2025

Empathie

I feel you
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Meine Meinung

Ich habe das Buch "I feel you" von Yasmine Mbarek gelesen und fand es sehr interessant. Es geht darum, was Empathie heute bedeutet und wie schwer es manchmal ist, wirklich zuzuhören. Sie ...

Meine Meinung

Ich habe das Buch "I feel you" von Yasmine Mbarek gelesen und fand es sehr interessant. Es geht darum, was Empathie heute bedeutet und wie schwer es manchmal ist, wirklich zuzuhören. Sie selbst sagt auch, dass viele mit dem Begriff um sich werfen, ohne wirklich zu wissen was Emphatie bedeutet. Besonders in sozialen Medien reagieren viele schnell, ohne wirklich zu verstehen.

"Man denkt dann ja vermutlich auch, dass man empathisch sei. Das ist immer eine 50/50-Chance, dass das tatsächlich so ist und man sich nicht nur selbst darstellt. Es ist ein wenig verblendet und zeugt vielleicht auch von Naivität. Das hier ist kein Appell, sondern ein unterschwelliger Dauerbeweis, wie schön Empathie ist, wenn man ihr eben nicht verblendet entgegensteht, voller Erwartung und Gutgläubigkeit." (ZITAT)

Mir gefällt, dass Mbarek Empathie nicht als etwas Schönes und Einfaches beschreibt. Sie zeigt, dass es Kraft kostet, andere wirklich zu verstehen. Besonders spannend fand ich ihre Idee von den "empathischen Egoisten". Das sind Menschen, die andere verstehen wollen, auch wenn sie dabei auch etwas für sich selbst erreichen. Das wirkt ehrlich und realistisch.

"Der Versuch, empathisch zu sein, ist gleichzeitig auch der Versuch, Menschen zu lieben." (ZITAT)

Ich finde die Sprache insgesamt gut, allerdings fand ich die Menge am Denglisch zu viel / störend.

Die Gedanken im Buch sind spannend. Beim Lesen musste ich oft nachdenken, weil immer wieder neue Ideen kommen und oder weil ich mich angesprochen gefühlt habe, zum Beispiel bei dem Thema, dass man manchmal automatisch empathisch reagiert, weil man sehr sensibel ist und früh gelernt hat, Stimmungen und kleine Veränderungen wahrzunehmen. Dadurch stellt man oft die Bedürfnisse anderer vor die eigenen, um Konflikte und Stress zu vermeiden.

Besonders gefallen hat mir, dass Mbarek Beispiele aus dem Alltag, der Politik (u.a. AfD), Musik (u.a. Dua Lipa) und den sozialen Medien verbindet. Das macht das Thema verständlich. Ich hätte mir manchmal mehr Tiefe gewünscht, aber das Buch soll eher zum Nachdenken anregen, als alles genau zu erklären.

Die Zitate bei den Kapitelanfänge finde ich gut und passed gewählt.

Das Buch gibt tolle Einblicke und lässt einen selbst mehr über Empathie nachdenken.


Über die Autorin

Yasmine M’Barek, geboren 1999, ist Journalistin, Podcasterin und Autorin. Sie hat die Kölner Journalistenschule besucht und ist Redakteurin bei ZEIT Online. Regelmäßig ist sie in politischen Talkshows zu Gast und hostet den ZEIT-Podcast Ehrlich jetzt. Yasmine M’Barek lebt in Köln und Berlin.

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