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Veröffentlicht am 13.01.2026

Trügerischer Frieden

Die Toten von nebenan
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Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich ...

Meine Meinung

Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich funktioniert, weil sie eine unangenehme Nähe erzeugt. Gerade diese Alltäglichkeit macht den Stoff zunächst interessant.

Während des Lesens hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Geschichte eher auf Tempo als auf Tiefe setzt. Die Spannung ist da, aber sie bleibt für mich auf einer recht gleichmäßigen Ebene. Figuren und Motive werden angerissen, ohne dass sie mich wirklich lange beschäftigt hätten. Ich war neugierig auf die Auflösung.

Am Ende bleibt für mich ein solides, kurzweiliges Buch, das unterhält, ohne lange nachzuwirken. Die Toten von nebenan hat mich nicht enttäuscht, aber auch nicht überrascht. Es ist ein Roman für zwischendurch, der schnell gelesen ist und danach wieder Platz für das nächste Buch macht.


Klappentext

Nach einem Fahrradunfall kehrt Frau Löffler nach Hause zurück – und findet ihr Viertel völlig verändert vor. Erst trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn, dann steht auch noch ihre tote Großmutter in der Tür! Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Im Jenseits hausen die Toten – für die Lebenden unsichtbar – in ihren alten Häusern und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch der trügerische Frieden wird zum Höllenritt, als der charmante Herr Tober ins Viertel zieht und den Toten ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie die Lebenden aus dem Viertel vertreiben. Der Preis? Nur ein wenig Angst und Schrecken …


Über die Autorin

Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt. Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca. 1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich. Quelle LB


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Veröffentlicht am 05.11.2025

Empathie

I feel you
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Meine Meinung

Ich habe das Buch "I feel you" von Yasmine Mbarek gelesen und fand es sehr interessant. Es geht darum, was Empathie heute bedeutet und wie schwer es manchmal ist, wirklich zuzuhören. Sie ...

Meine Meinung

Ich habe das Buch "I feel you" von Yasmine Mbarek gelesen und fand es sehr interessant. Es geht darum, was Empathie heute bedeutet und wie schwer es manchmal ist, wirklich zuzuhören. Sie selbst sagt auch, dass viele mit dem Begriff um sich werfen, ohne wirklich zu wissen was Emphatie bedeutet. Besonders in sozialen Medien reagieren viele schnell, ohne wirklich zu verstehen.

"Man denkt dann ja vermutlich auch, dass man empathisch sei. Das ist immer eine 50/50-Chance, dass das tatsächlich so ist und man sich nicht nur selbst darstellt. Es ist ein wenig verblendet und zeugt vielleicht auch von Naivität. Das hier ist kein Appell, sondern ein unterschwelliger Dauerbeweis, wie schön Empathie ist, wenn man ihr eben nicht verblendet entgegensteht, voller Erwartung und Gutgläubigkeit." (ZITAT)

Mir gefällt, dass Mbarek Empathie nicht als etwas Schönes und Einfaches beschreibt. Sie zeigt, dass es Kraft kostet, andere wirklich zu verstehen. Besonders spannend fand ich ihre Idee von den "empathischen Egoisten". Das sind Menschen, die andere verstehen wollen, auch wenn sie dabei auch etwas für sich selbst erreichen. Das wirkt ehrlich und realistisch.

"Der Versuch, empathisch zu sein, ist gleichzeitig auch der Versuch, Menschen zu lieben." (ZITAT)

Ich finde die Sprache insgesamt gut, allerdings fand ich die Menge am Denglisch zu viel / störend.

Die Gedanken im Buch sind spannend. Beim Lesen musste ich oft nachdenken, weil immer wieder neue Ideen kommen und oder weil ich mich angesprochen gefühlt habe, zum Beispiel bei dem Thema, dass man manchmal automatisch empathisch reagiert, weil man sehr sensibel ist und früh gelernt hat, Stimmungen und kleine Veränderungen wahrzunehmen. Dadurch stellt man oft die Bedürfnisse anderer vor die eigenen, um Konflikte und Stress zu vermeiden.

Besonders gefallen hat mir, dass Mbarek Beispiele aus dem Alltag, der Politik (u.a. AfD), Musik (u.a. Dua Lipa) und den sozialen Medien verbindet. Das macht das Thema verständlich. Ich hätte mir manchmal mehr Tiefe gewünscht, aber das Buch soll eher zum Nachdenken anregen, als alles genau zu erklären.

Die Zitate bei den Kapitelanfänge finde ich gut und passed gewählt.

Das Buch gibt tolle Einblicke und lässt einen selbst mehr über Empathie nachdenken.


Über die Autorin

Yasmine M’Barek, geboren 1999, ist Journalistin, Podcasterin und Autorin. Sie hat die Kölner Journalistenschule besucht und ist Redakteurin bei ZEIT Online. Regelmäßig ist sie in politischen Talkshows zu Gast und hostet den ZEIT-Podcast Ehrlich jetzt. Yasmine M’Barek lebt in Köln und Berlin.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Süßes Weihnachtsbuch - Friends-to-Lovers

Herzglitzern und Mistelzweige
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Meine Meinung

"Herzglitzern und Mistelzweige" fällt vor allem auch wegen dem wunderschön gestalteten Cover mit dem tollen Farbschnitt auf. Da kommt gleich Vorfreude auf Weihnachten und die Vorstellung ...

Meine Meinung

"Herzglitzern und Mistelzweige" fällt vor allem auch wegen dem wunderschön gestalteten Cover mit dem tollen Farbschnitt auf. Da kommt gleich Vorfreude auf Weihnachten und die Vorstellung von einer Winterromanze in verschneitem Schweden versprach genau die Art von Wohlfühlgeschichte, die ich mir für dunkle (verregnete) Herbsttage wünsche. Schon nach den ersten Kapiteln war klar, dass die Atmosphäre wirklich eine große Stärke dieses Buches ist. Die verschneite Landschaft, das knisternde Kaminfeuer, der Duft von Gewürzen und das warme Licht eines nordischen Bed and Breakfast. Das ganze Buch spielt sich eigentlich hauptsächlich rund um die Weihnachtszeit bis Silvester ab.

Auch die Figuren haben mir grundsätzlich gefallen. Lin ist eine Figur, mit der ich mitfühlen konnte. Sie steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben, hadert mit Entscheidungen und sehnt sich nach Klarheit (Ausbildung). Ihr Besuch bei Jona in Schweden wird zu einer emotionalen Reise. Jona wiederum war mir sympathisch, weil er nicht überzeichnet ist. Er trägt Verantwortung, macht sich Sorgen um die Pension seiner Mutter und kämpft mit eigenen Unsicherheiten. Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam und glaubwürdig, aber auch sehr sehr vorhersebar. Das mag für ein gemütliches Leseerlebnis angenehm sein, aber es lässt wenig Raum für Überraschung oder Nachhall.Das Weihnachtsgefühl hält während des gesamten Buches an.
Der Schreibstil war angenehm und leicht zu lesen, mit schönen Beschreibungen und einem guten Gespür für Dialoge. Gerade die kleinen, humorvollen Szenen oder die liebevollen Gesten zwischen Lin und Jona haben mir gefallen. Trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass das Buch in einem sehr sicheren Rahmen bleibt, ohne sich wirklich zu trauen, emotional tiefer zu gehen oder neue Wege zu beschreiten.

Ich selbst war noch nie in Schweden, hab jetzt aber noch mehr Lust darauf, das Land kennenzulernen.
Insgesamt war "Herzglitzern und Mistelzweige" für mich ein solides, nettes Buch für zwischendurch. Es hat mir einige schöne Lesestunden beschert.



Klappentext

In Lins Leben läuft gerade alles schief: Ihre Beziehung ist in die Brüche gegangen, ihre Ausbildungspraxis schließt, und ihr engster Freund Jona ist nach dem Abi weggezogen. Da kommt Jonas Vorschlag, ihn in dem kleinen Bed & Breakfast seiner Mutter in Schweden zu besuchen, gerade richtig. Kurzerhand macht sich Lin auf den Weg und träumt von weißer Weihnacht, schillernden Nordlichtern und gemütlichen Filmabenden zu zweit. Doch die Realität sieht leider anders aus, denn Jona hat Sorgen, die er Lin nicht anvertrauen kann, und ist obendrein mit den Gästen ziemlich eingespannt. Dabei hatte er gehofft, Lin nach all den Jahren endlich zu gestehen, dass er sich in sie verliebt hat ...


Über die Autorin

Corinna Wieja ist schon immer gern in Bücherwelten versunken. Nach einem kurzen Irrweg als Industriekauffrau hat sie ihre Leidenschaften Schreiben, Lesen und Übersetzen zum Beruf gemacht. Sie übersetzt audiovisuelle Medien, Werbetexte und Bücher. Als Autorin schreibt sie am liebsten unterhaltsame und spannende Geschichten für junge Leser und Leserinnen.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Die strahlenden Fünf

2048: Die Macht des Sturms
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Meine Meinung

„Was ist denn unsere Aufgabe?“, meldete sich nun endlich Darren zu Wort. Bis jetzt schien er wie erschlagen gewesen zu sein von derneuen Information.Der Alte lehnte sich seufzend zurück. ...

Meine Meinung

„Was ist denn unsere Aufgabe?“, meldete sich nun endlich Darren zu Wort. Bis jetzt schien er wie erschlagen gewesen zu sein von derneuen Information.Der Alte lehnte sich seufzend zurück. „Das weiß ich nicht. “Er rührte in seinem neuen Becher Glühwein. Caitlin zog dieAugenbrauen zusammen. Verschwieg er ihnen etwas? „Können Sie uns wirklich keinen Tipp geben?“ Der Mann stoppte und schaute nachdenklich in sein Glas. Dann musterte er die Gruppe der Reihe nach mit dunklen, leichtglänzenden Augen.„Ihr seid viele. Jeder von euch ist unterschiedlich. Jeder von euch ist unentbehrlich für die Mission.“Die Gruppe schaute sich stumm an." (ZITAT)

Auf 2048 bin ich aufgrund des Klappentextes und des auffallend schöne Cover aufmerksam geworden. Ich habe "2048: Die Macht des Sturms" von Lorena Christ demnach gelesen und es hat bei mir einen zwiespältigen, aber bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Zukunftsideen und Neuheiten fand ich sehr einfallsreich. Die Geschichte um eine Gruppe Jugendlicher, die durch einen Sturm übernatürliche Fähigkeiten entwickeln, greift aktuelle / wichtige Themen auf (Klimawandel,Umweltkatastrophen, Energieknappheit, Identität, Liebe anderer Geschlechter), ohne belehrend zu wirken. Besonders gelungen finde ich, wie Christ Spannung, Emotion, Zusammenhalt, Freundschaft und gesellschaftliche Fragen miteinander verbindet und die Suche nach der Mission.

Caitlin als eine der Hauptfiguren ist glaubwürdig gezeichnet, also verletzlich, unsicher und zugleich innerlich stark. Auch die Dynamik in der Gruppe ist intensiv; Freundschaft, Misstrauen, Loyalität und Selbstzweifel ziehen sich wie ein roter Faden durch die Handlung.Auch ein Hauch von Romantik liegt in der Luft. Die Autorin schafft es, dass man mit den Figuren mitfiebert, selbst wenn man nicht jede Entscheidung nachvollziehen kann. Auch die anderen Charaktere passen gut in die Geschichte, etwa Juli, die man mit ihrer offenen und warmen Art schnell ins Herz schließt.

Teilweise habe ich mir allerdings etwas schwer getan, was das Alter der Figuren angeht. Juli wird sehr jung dargestellt, was authentisch wirkt – sie ist eher das Küken der Gruppe –, während andere bereits Häuser reparieren oder sich in Situationen beweisen, die eher nach Erwachsenen klingen. Gleichzeitig gibt es wieder Figuren, die noch mit typischen Schulproblemen wie Mobbing kämpfen. Diese Mischung ist interessant, wirkt aber an manchen Stellen etwas unausgeglichen.

Der Stil ist flüssig und bildhaft, die Sprache angenehm direkt, und viele Szenen entfalten eine greifbare Atmosphäre. Allerdings merkt man der Geschichte ihre Länge an. Einige Passagen hätten "gestrafft" werden können, und manche Nebenfiguren bleiben im Hintergrund, obwohl sie Potenzial hätten. Auch bestimmte Wendungen sind absehbar, was etwas Spannung kostet. Trotzdem bleibt die Erzählung emotional und thematisch dicht genug, um bis zum Ende zu tragen.

Apropos Ende. Dieses bleibt (leider) teilweise offen, ein Band 2 ist geplant.

Für mich ist das Buch eine gelungene solide Mischung aus Dystopie, Fantasy und Coming-of-Age-Geschichte. Es überzeugt vor allem durch Charaktertiefe und das Nachdenken über Verantwortung und Zusammenhalt in einer zerstörten Welt. Mich konnte das Buch gut unterhalten.


Klappentext

Wir schreiben das Jahr 2048, Strom ist Mangelware und ein Großteil der Welt ist unbewohnbar.
Eigentlich wollte Caitlin nur in ein Sommercamp für Problemkinder fahren. Doch als im Wald ein verheerender Sturm losbricht, entwickeln sie und vier weitere Jugendliche unberechenbare Kräfte. Caitlins Haare verwandeln sich phasenweise in scharfes Metall und Darren entfaltet elektrisierende Fähigkeiten. Nun von ihren Familien gefürchtet, verbünden sich die begabten Jugendlichen miteinander. Was Caitlin zunächst als Fluch empfindet, wandelt sich langsam zu einem Segen. Aber damit, dass mit den neuen Fähigkeiten eine Verantwortung einhergeht und die fünf Freunde eine Mission zu erfüllen haben, hat Caitlin nicht gerechnet. Und bald wird klar, dass andere Personen ihre besonderen Gaben begehren…Gelingt es ihnen, die Kräfte rechtzeitig zu beherrschen, bevor die Vergangenheit sie einholt?


Autorin über sich

Ich bin im Jahre 1999 geboren und lebe zusammen mit meinem Partner in Basel, Schweiz. Hauptberuflich bin ich Juristin.
Ich habe drei Schwestern - eine davon schreibt auch (s. unter "Delias Bücher jimdo").Schreiben ist schon seit der Primarschule meine Leidenschaft. Die ersten kurzen Geschichten habe ich auf dem alten, renovierungsbedürftigen Computer meines Grossvaters verfasst. Seitdem habe ich die Schreibfeder nicht mehr aus der Hand gelegt. Neben Fantasywelten interessieren mich auch gesellschaftliche und psychologisch- soziologische Themen (vgl. Kurzgeschichten). Diese unterschiedlichen Interessen habe ich nun in meinem neusten Projekt "2048: Die Macht des Sturms" miteinander vereint.Der Roman "Die Zeit-Zauberin" habe ich mit 16 Jahren geschrieben; veröffentlicht wurde er zwei Jahre später beim Brighton Verlag (2018). Ab Sommer 2022 ist der Roman nur noch als ebook erhältlich, neu veröffentlicht bei neobooks.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Zwischen Ordnung und Aufbegehren

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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Meine Meinung

Ich habe „1000 und ich“ von Yorick Goldewijk gelesen und gebe dem Buch drei von fünf Sternen. Die Geschichte hat mich wegen ihrer düsteren Stimmung von Anfang an beschäftigt. Ich war sofort ...

Meine Meinung

Ich habe „1000 und ich“ von Yorick Goldewijk gelesen und gebe dem Buch drei von fünf Sternen. Die Geschichte hat mich wegen ihrer düsteren Stimmung von Anfang an beschäftigt. Ich war sofort in der Welt von Surdus, in der alle Menschen Nummern tragen und Gefühle, Zweifel und Fragen verboten sind. Die Hauptfigur 8 erlebt jeden Tag denselben starren Ablauf und diese Monotonie konnte ich beim Lesen fast spüren. Als 8 auf 1000 trifft, bricht etwas in ihr auf und sie beginnt zu merken, dass es mehr geben könnte als Gehorsam und Gleichheit. Dieser Moment hat mich nachdenklich gemacht, weil er zeigt, wie ein einziger Auslöser ein ganzes System ins Wanken bringen kann.

Der Schreibstil passt für mich gut zu dieser Welt. Die vielen Wiederholungen und der ruhige Rhythmus verstärken das Gefühl von Leere und Kontrolle. Gleichzeitig fand ich es manchmal anstrengend, weil wenig Handlung passiert und fast alles in Gedanken abläuft. Auch das Ende ließ mich zwiespältig zurück. Es gibt keine klare Auflösung. Das finde ich einerseits interessant, andererseits hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Orientierung gewünscht.

Trotzdem hat das Buch für mich eine starke Wirkung, weil es mich über Freiheit und Identität nachdenken lässt. Was macht mich als Menschen aus, wenn ich nicht fühlen oder zweifeln darf. Wie viel Mut braucht es, anders zu sein, wenn alle anderen gleich bleiben wollen. Insgesamt war es für mich eine intensive, aber nicht durchgehend fesselnde Lektüre.



Klappentext

Für 8 ist jeder Tag gleich. Jeden Tag lebt sie nach einer strengen Lehre, die sie auf ein sinnvolles Leben im Ausland vorbereitet. Jeden Tag fügt sie sich unter Tausende andere Mädchen, die genauso aussehen wie sie.
Aber 8 fühlt anders. Sie fühlt sich besonders, und das ist ein Problem. Denn jemand zu sein, ist verboten und kann sie in große Gefahr bringen. Doch eines Tages hebt ein anderes Mädchen den Blick und sieht sie an. Und für 8 gibt es kein Zurück mehr. Sie wird fliehen müssen. Zusammen mit ihr.

Über den Autor

Yorick Goldewijk wurde 1979 in den Niederlanden geboren. Er wollte immer Schriftsteller, Künstler und Musiker werden. Das Zeichnen hat im Laufe der Jahre ein wenig nachgelassen, aber er hat nie aufgehört zu schreiben. Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt er Musik für Werbespots, Filme und sogar für Spiele. Mit seinem Kinderbuch »Cato und die Dinge, die niemand sieht« gewann er 2022 den Goldenen Griffel, den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchpreis in den Niederlanden.


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