Trügerischer Frieden
Die Toten von nebenanMeine Meinung
Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich ...
Meine Meinung
Die Toten von nebenan von Olivia Monti liest sich schnell und ist klar als Spannungsroman angelegt. Die Ausgangsidee – das Verbrechen im direkten, scheinbar vertrauten Umfeld – hat für mich funktioniert, weil sie eine unangenehme Nähe erzeugt. Gerade diese Alltäglichkeit macht den Stoff zunächst interessant.
Während des Lesens hatte ich jedoch das Gefühl, dass die Geschichte eher auf Tempo als auf Tiefe setzt. Die Spannung ist da, aber sie bleibt für mich auf einer recht gleichmäßigen Ebene. Figuren und Motive werden angerissen, ohne dass sie mich wirklich lange beschäftigt hätten. Ich war neugierig auf die Auflösung.
Am Ende bleibt für mich ein solides, kurzweiliges Buch, das unterhält, ohne lange nachzuwirken. Die Toten von nebenan hat mich nicht enttäuscht, aber auch nicht überrascht. Es ist ein Roman für zwischendurch, der schnell gelesen ist und danach wieder Platz für das nächste Buch macht.
Klappentext
Nach einem Fahrradunfall kehrt Frau Löffler nach Hause zurück – und findet ihr Viertel völlig verändert vor. Erst trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn, dann steht auch noch ihre tote Großmutter in der Tür! Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Im Jenseits hausen die Toten – für die Lebenden unsichtbar – in ihren alten Häusern und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch der trügerische Frieden wird zum Höllenritt, als der charmante Herr Tober ins Viertel zieht und den Toten ein Paradies auf Erden verspricht, wenn sie die Lebenden aus dem Viertel vertreiben. Der Preis? Nur ein wenig Angst und Schrecken …
Über die Autorin
Natascha Olivia Kleinknecht, 1960 in Stuttgart geboren, studierte Rechtswissenschaft in München und promovierte am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Doktor der Rechte. Weitere Studien an der Kunsthochschule Accademia delle Arti del Disegno in Florenz folgten; die Aquarelle und Ölbilder der Künstlerin wurden bei Ausstellungen in Lausanne, Florenz und Stuttgart gezeigt. Seit 1994 ist sie freie Autorin und verfasst Romane und Sachbücher. Sie publizierte u.a. bei der Frankfurter Verlagsanstalt, S. Fischer und Edition Epoca. 1998 nahm sie am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Olivia Kleinknecht ist Mitglied des PEN-Zentrums, des A.d.S, des Syndikats e. V. und Associate Member der ESSWE. Sie lebt in Ludwigsburg und Zürich. Quelle LB